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06.05.2013 | Fahrzeugtechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Städte als Chance für Mobilität

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Wie sehen die treibenden Kräfte in Städten der Zukunft aus? Welche Formen von Mobilität wird es im Jahr 2050 geben, wenn sieben Milliarden Menschen in Städten leben? Und wie werden die unterschiedlichen Mobilitätsformen vernetzt sein? Fest steht: die Stadt der Zukunft ist eine Ressource für Kreativität.

Stadt und Verkehrsentwicklung sind eng miteinander verwoben; sie bedingen sich gegenseitig. Zum einen beeinflussen Mobilität und ihre Infrastrukturen die Stadtentwicklung und -planung, zum anderen haben urbane Strukturen Auswirkungen auf den Individualverkehr. Die Mobilität der Menschen und Güter prägt die Stadt. Gleichzeitig formt die Stadtstruktur die Mobilität: sie macht manche Mobilitätsformen möglich und schließt andere aus. Wie könnten zukünftige Städte aussehen, um den Bedürfnissen der Menschen in den nächsten Jahrzehnten gerecht zu werden?

Diese und andere Fragen stellten sich auch die Audi Urban Future Initiative und die Columbia University beim "Extreme Cities Project“. Die Antwort: fünf Hypothesen zu den Megacities der Zukunft. Das Projekt, das kürzlich auf dem "Ideas City Festival" des New Museum in New York präsentiert wurde, soll aufzeigen, wo konkret die innovativen Potenziale zukünftiger Urbanität liegen. Folgende Faktoren haben Audi und die Columbia University als Katalysatoren identifiziert, durch die Städte entstehen und sich weiterentwickeln:

Fünf Hypothesen für die Städte 2050

  • Asymmetrische Mobilität
    Bereits heute sei erkennbar, dass sich asymmetrische Mobilitätsmuster stetig ausweiten. Menschen nutzen vielfältige Transportmittel, um sich im Alltag zu bewegen und zusätzlich Dinge des täglichen Lebens zu erledigen. Mobilität wird somit immer häufiger multimodal gestaltet: Je nach Ziel und Zweck werden unterschiedliche Verkehrsmittel wie das Fahrrad, der öffentliche Verkehr und der Pkw kombiniert. Und während man im Zug sitzt lassen sich beispielweise mit dem Smartphone E-Mails abarbeiten. Die Hypothese "Asymmetrische Mobilität" unterstreiche, dass Mobilität im Jahr 2050 noch viel flexibler sein werde. Das Umsteigen zwischen verschiedenen Verkehrsträgern könnte in der Zukunft viel einfacher, effizienter und erlebnisreicher gestaltet sein.
  • Komplexität
    Die Hypothese "Komplexität" gehe davon aus, dass das Zusammentreffen von unterschiedlichen Klassen, ethnischer Gruppen und multikultureller Ideen eine ungeheure Konzentration an Wissen im urbanen Umfeld mit sich bringt. Würden beispielsweise heute die Ideen und Daten, welche zur Rushhour im Zentrum der Großstädte zusammen kommen, ausgetauscht, könnte sich ein hohes Maß an Kreativität ergeben. In den Megacities von morgen würden noch mehr Menschen denn je auf engem Raum zusammenleben. Hieraus ergäbe sich ein Mehr an Austausch und Innovationspotenzial.
  • Migration
    Die Identität von Städten werde kontinuierlich durch Migration, den Zufluss von "Zugezogenen", neu geformt. In 40 Jahren sei Migration nicht länger ein einmaliges Ereignis im Leben eines Menschen, sondern die Norm, sodass Menschen häufig zwischen den Weltstädten umziehen werden. Heute leben wir zum Beispiel in Berlin und arbeiten von dort aus für eine Firma mit Sitz in den USA. Die klare Unterscheidung zwischen Zuhause und Unterwegs verschwimme. Die Bewegungen zwischen den Städten und die Bewegungen innerhalb der Städte werde eine ähnliche Komplexität annehmen.
  • Großzügigkeit
    Effizienz und Produktivität von Großstädten basieren unter anderem auf "Großzügigkeit". Städtischer Raum fördere das Miteinander der Menschen und erleichtere die Kontaktaufnahme untereinander. Die Zufälligkeit von zwischenmenschlichem Kontakt bringe neue Impulse und neue Ideen mit sich. „Extreme Städte“ sollen an Großzügigkeit gewinnen, indem sie neue Formen des Miteinanders fördern: Wo heute im "Community Garten" in kleinen Gemeinschaften Gärten angelegt werden, könne morgen ein Ort entstehen, der mit den geernteten Produkten die Nachbarschaft versorgt.
  • Demografie
    Mit medizinischem Fortschritt und verbesserter Gesundheitsvorsorge konnte die weltweite Lebenserwartung gesteigert werden. Im Jahr 2050 seien zwei Milliarden Stadtbewohner weltweit über 60 Jahre alt. Damit erweitere sich das Altersspektrum in den Städten. Die Stadt als Lebens- und Wohnraum werde durch flexible soziale und technische Strukturen, kulturelle Netzwerke und dem Wissenstransfer von einer Generation auf die nächste gestärkt. Dadurch habe das Leben in der Stadt altersübergreifend etwas zu bieten. Dies setze kreative Energien frei, die Innovationen in Städten vorantreiben.

Elektromobilität: neues urbanes Mobilitätsverhalten

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen ist nun Aufgabe der Stadt- und der Verkehrsplanung, Lösungen für eine künftige Mobilität zu finden. Diese muss den urbanen Qualitäten der Stadt und neuen Alltagrealitäten gerecht werden. Dabei müssen neue Mobilitätskonzepte bei der Stadtentwicklung mitgedacht werden. Durch verschärfte Emissionsrichtlinien und steigende Energiepreise wächst die Bedeutung alternativer Antriebskonzepte. Einer der Hoffnungsträger ist gegenwärtig die Elektromobilität. Die Elektromobilität bietet die Chance, nicht nur die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern und Emissionen zu minimieren, sondern die Fahrzeuge auch besser in ein multimodales Verkehrssystem zu integrieren. Allerdings müssen dazu die geeigneten Fahrzeugangebote und die nötige Infrastruktur implementiert werden. Zudem ist eine eingehende Analyse der Anwendungsprofile und des Fahrverhaltens der potenziellen Nutzer wichtig. Hier könnten die Arbeiten des Extreme Cities Projects auch helfen.

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Mobilität findet Stadt

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Quelle:
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2011 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
Verkehrspolitik

01.10.2012 | Vision und Wirklichkeit | Ausgabe 1/2012

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