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18.08.2015 | Fahrzeugtechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Entwicklungsdienstleister profitieren vom Auto der Zukunft

Autor:
Andreas Burkert

Die Komplexität moderner Fahrzeuge können die Autohersteller alleine nicht mehr stemmen. Wie stark sie bereits auf die Expertise von Entwicklungsdienstleister und Engineering Services angewiesen sind, zeigen zwei aktuelle Studien.

Das zurückliegende Jahrzehnt hat wie kein anderes die Automobilbranche geprägt. Ob nun der Trend zur Elektromobilität, die allumspannende Konnektivität oder aber neue Mitstreiter aus der US-amerikanische IT-Branche, die im Bereich der Mobilität mitmischen wollen. Die fortschrittliche Automobiltechnik hat nicht nur die Arbeitsteilung in der Fahrzeugproduktion bei den Automobilherstellern in vielen Bereichen grundlegend verändert. Vor allem die Forschung und Entwicklung (FuE) musste sich den enormen Herausforderungen stellen. Sie wird nun wesentlich flexibler organisiert.

Das entlastet zum einen die Automobilhersteller, zum anderen gelingt es dadurch, zeitnah auf sich verändernde Technologien reagieren zu können. Wie sehr davon die Entwicklungsdienstleister (EDL) profitieren, lässt sich in der soeben veröffentlichten Branchenstudie Berylls/VDA nachlesen. Den Autoren zufolge ist der Markt in den vergangenen 15 Jahren derart dynamisch gewachsen, dass sich allein in Deutschland das Geschäft mit der Entwicklungsdienstleistung für Automotive Engineering auf rund 3,5 Milliarden Euro beläuft. Mittlerweile arbeiten in dem Bereich etwa 50.000 hochqualifizierte Mitarbeiter.

FuE-Wertschöpfung deutscher Entwicklungsdienstleister steigt rasant

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Und der Bedarf an gut ausgebildeten Ingenieuren wird in den kommenden Jahren noch steigen. Die Analysten prognostizieren, dass der EDL-Markt in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf gut 4,5 Milliarden Euro wachsen wird (+30 Prozent). Die weltweite FuE-Wertschöpfung der deutschen Entwicklungsdienstleister wird im gleichen Zeitraum von 8,8 auf 12,3 Milliarden Euro zunehmen. Der Aufschwung der EDL-Branche dürfte darüber hinaus noch lange anhalten.

Immerhin werden durch die Arbeitsteilung zwischen Automobilherstellern und EDL sowie ständige Optimierungen erhebliche Innovationspotenziale und Effizienzsteigerungen erzielt, so die Autoren der Studie. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, als dass "die Automobilindustrie in Deutschland immer neue Anstrengungen unternehmen muss, um im internationalen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben". So schreibt es Springer-Autor Reinhard Wagner im Kapitel "Zukünftige Herausforderungen" (Seite 27f) aus dem Buch Projektmanagement in der Automobilindustrie.

Der Markt für Technologie-Beratung boomt

Im Buch hat Wagner dazu unter anderem die wesentlichen Erfolgsfaktoren analysiert, die notwendig sind, um "bei steigender Modellvielfalt und sinkenden Seriengrößen immer neue Fahrzeugvarianten in kürzester Zeit auf den Markt zu bringen und die Kosten noch spürbar zu senken". Von diesem Anspruch profitiert dann auch der Markt für Technologie-Beratung und Engineering Services in Deutschland. Schätzungen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk zufolge, konnte die dort tätigen Unternehmen im vergangenen Jahr ihren Umsatz um fünf Prozent auf 9,3 Milliarden Euro steigern.

Zwar konnten dabei durchschnittlich die 25 führenden Engineering-Anbieter ihren Umsatz um 7,4 Prozent steigern. Die Verfasser der Studie "Führende Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services in Deutschland", die ab August verfügbar ist, kommen allerdings auch zu dem Ergebnis, dass neun Unternehmen dieser Gruppe Umsatzrückgänge hinnehmen mussten. Für 2015 aber erwarten die von Lünendonk befragten Anbieter ein Marktwachstum von 4,5 Prozent, 2016 soll der Markt um 5,3 Prozent zulegen.

Engineering-Dienstleister leiden unter Personalnot

"Die führenden Anbieter haben sich 2014 sehr unterschiedlich entwickelt. Dabei profitieren die Engineering-Dienstleister einerseits von der großen Nachfrage, kämpfen andererseits jedoch mit hohen Übernahmequoten von Auftraggebern sowie mit einem engen Kandidatenmarkt", beschreibt Hartmut Lüerßen, Partner von Lünendonk, die Herausforderungen in der Branche. So wechseln etwa zwei Drittel der Ingenieure beim Verlassen eines Engineering-Dienstleisters zu einem Kundenunternehmen. Angesichts einer durchschnittlichen Fluktuationsquote von 17 Prozent wird deutlich, wie wichtig dieser Rekrutierungskanal inzwischen für die Kundenunternehmen aus der Industrie geworden ist. Für die Engineering-Dienstleister ergibt sich ein großes Wachstumshemmnis.

Der Anbietermarkt für Technologie-Beratung und Engineering Services in Deutschland ist im internationalen Vergleich sehr heterogen strukturiert und wenig konsolidiert. Bisher erwirtschaftet kein Unternehmen mehr als eine Milliarde Euro Umsatz in Deutschland. Das größte Anbieterunternehmen, Bertrandt mit Sitz in Ehningen, erzielte im Geschäftsjahr 2014 hierzulande einen Umsatz von 801,7 Millionen Euro und weltweit 870,6 Millionen Euro. Inzwischen rechnen die Anbieter jedoch verstärkt mit einem Trend zur Konsolidierung.

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