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27.05.2013 | Fahrzeugtechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Smart Chassis: Herausforderung für die Fahrwerkentwicklung

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Die Fahrwerktechnik hat sich in den letzten 20 Jahren rasant entwickelt. Immer mehr Faktoren müssen bei der Fahrwerkentwicklung berücksichtigt werden. Insbesondere durch Elektronik werden immer mehr Eigenschaften des Fahrwerks definiert.

Neben der Optimierung von Fahrdynamik, -komfort und Sicherheit, sind es vor allem auch Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Emissionen, hier insbesondere durch die Reduzierung der Fahrwiderstände, die die Voraussetzungen für die Fahrwerkentwicklung verändern. Gleichzeitig müssen aber auch die Kosten für Komponenten und Systeme niedrig gehalten werden. Diesen Herausforderungen begegnen Hersteller und Zulieferer mit Lösungen zur stärkeren Systemvernetzung und innovativen Entwicklungsmethoden in Konstruktion, Simulation und Absicherung. Lösungsansätze finden sich auch in Baukastenstrategien und Modularisierung.

Entwicklungswerkzeug: elektromagnetisches Federbein

Eine innovative Methode ist zum Beispiel das Entwicklungswerkzeug vom ika der RWTH Aachen. Bei dem Werkzeug handelt es sich um ein elektromagnetisches Federbein, mit dem die Abstimmung des Fahrwerks künftig kontinuierlich bis hin zum optimalen Ergebnis verfeinert werden kann. Ziel der Forscher war es, den Entwicklungsprozess der Fahrwerkstechnik, der nach wie vor von einer recht zeit- und kostenintensiven empirischen Abstimmung und Erprobung geprägt ist, zu verbessern.

Um diese Entwicklungstrends schnell und kosteneffizient in Produkte transferieren zu können, ist ein optimierter Entwicklungs- und Produktentstehungsprozess notwendig. Daher ist es entscheidend, die Zusammenarbeit zwischen Forschern und Entwicklern in den unterschiedlichen Bereichen der Fahrzeugentwicklung weiter zu verbessern.

Smart Chassis

Mit dem gestiegenen Ansprüchen an Sicherheit, Komfort und Fahrdynamik, nimmt die Integration von Fahrerassistenzfunktionen, die im Fahrwerk abgebildet werden oder zumindest auf Sensorik und Aktuatorik des Fahrwerks zurückgreifen, zu. Die Kopplung von Fahrwerk, Lenkung, Bremsen und Reifen/Rädern wird daher in Zukunft zum vollvernetzten System führen, das als "Smart Chassis" bezeichnet wird.

Das Potenzial des Smart Chassis liegt im Sicherheitsgewinn. Dieser Gewinn lässt sich nur durch die Systeme der aktiven Sicherheit erzielen, die weitgehend auf dem intelligenten Smart Chassis aufbauen, ist Professor Peter Pfeffer von der Hochschule München überzeugt. Auch die technische Umsetzung der Vision des autonomes Fahrens basiere zentral auf den Chassiskomponenten. Pfeffer sieht beim Smart Chassis eine der Hauptentwicklungsaktivitäten des nächsten Jahrzehnts. Auch werden Drive-by-Wire-Systeme definitiv kommen, prognostiziert Pfeffer. Die Frage sei nur wann. Diese Systeme hätten bald eine Marktchance, da fallende Hardwarekosten dazu führen, dass man die notwendigen Redundanzen auch kostenseitig realisieren kann.

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Quelle:
Fahrwerkhandbuch

01.06.2013 | Titelthema | Ausgabe 6/2013

Elektromagnetisches Federbein zur Fahrwerkabstimmung

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