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17.10.2016 | Fahrzeugtechnik | Nachricht | Onlineartikel

BASF und Hyundai zeigen RN30-Konzeptauto auf der Messe K

Autor:
Christiane Köllner

Das Konzeptfahrzeug RN30 von Hyundai zeigt Lösungen aus der Chemie entwickelt mit BASF. Statt CFK kommen alternative Leichtbaumaterialien von BASF zum Einsatz, die sich für Hochleistungsfahrzeuge eignen.

BASF und Hyundai Motor Company zeigen das gemeinsam entwickelte RN30-Konzeptauto auf der K Messe 2016 vom 19. bis 26. Oktober in Düsseldorf. Das neue Konzeptauto wurde mit dem Ziel entwickelt, "reines Fahrvergnügen auf der Rennstrecke für jedermann zu schaffen", heißt es in einer Mitteilung von BASF. Der Hyundai RN30 basiert auf dem Serienmodell i30 und zeigt Details der kommenden High-Performance Modelle von Hyundai, die mit der Zusatzbezeichnung "N" kommen werden.

Da der RN30 als Rennwagen für Rennstrecken konzipiert ist, sind ein niedriges Gewicht und ein tiefliegender Schwerpunkt entscheidend. Während Hochleistungsfahrzeuge üblicherweise carbonfaserverstärkten Kunststoff (CFK) enthalten, um Gewicht zu reduzieren, lösten sich die Partner von der naheliegenden Idee, CFK zu verwenden. Stattdessen untersuchten sie alternative Leichtbaumaterialien von BASF, die sich für Hochleistungsfahrzeuge eignen.

Beispielsweise ermöglichen die PUR-RIM- und Hartintegralschaumsysteme aus Elastolit von BASF auf Grund ihrer sehr guten Fließfähigkeit die Realisierung von Designelementen wie Kotflügel und Spoiler des RN30. Die für Anbauteile entwickelten Werkstoffe kombinieren niedriges Gewicht sowie eine lackierbare "Class A"-Oberfläche. Der RN30 verfügt darüber hinaus über semi-strukturelle Sandwichlösungen für den Innenraumboden, die das Gewicht ebenfalls reduzieren und gleichzeitig einen effizienten Produktionsprozess ermöglichen. Elastoflex E, ein BASF-Polyurethan zur Sprüh-Imprägnierung für sehr leichte und steife Sandwich-Strukturen, besteht aus einer langfaserverstärkten Oberflächenschicht und einer Papierwaben-Struktur und sei deshalb das ideale Material für diese Anwendungen, so BASF.

Langlebige Materialien für maximale Sicherheit

Infinergy von BASF, ein expandiertes thermoplastisches Polyurethan, wird in einer Kombination mit einer elastischen Beschichtung in der Polsterung des Überrollbügels des RN30 verwendet. Daneben soll Hydraulan 406 ESI die Belastbarkeit der Elastomere des Bremssystems erhöhen.

Um die komplexen und kompakten elektronischen Baugruppen des RN30 zu ermöglichen, leistet der neue BASF-Kunststoff Ultramid Advanced N einen entscheidenden Beitrag zu Miniaturisierung, Funktionsintegration und Gestaltungsfreiheit. Er kann in elektronischen Komponenten sowie für Strukturteile am Motor und im Getriebe in Kontakt mit heißen, aggressiven Medien und verschiedenen Kraftstoffen eingesetzt werden.

Innenausstattung für Rennsport optimiert

Bei der Designentwicklung für den Innenraum arbeiteten RN30-Designer und Rennsportexperten von Hyundai Motorsport eng zusammen, um ein Cockpit zu entwerfen, das dem Fahrer hilft, seine Aufmerksamkeit noch intensiver auf das Fahren zu konzentrieren. Ein Schalensitz für den Rennsport, der sich dem Körper des Fahrers anpasst und ein integrierter Überrollkäfig, der die Stabilität der Fahrzeugkarosserie erhöht, sollen den Fahrer in prekären Situationen schützen. 

Für Teile mit komplexer Geometrie wie Sitzschale und -lehne bietet BASF Ultracom an, ein thermoplastisches Verbundsystem für Bauteile mit Endlosfaserverstärkung in spritzgegossenen Strukturen. Dies ermöglicht es, das Gewicht des Sitzes bei gleichbleibend optimaler Festigkeit und Steifigkeit zu reduzieren. Die Sitzschale und -lehne verdanken ihre endgültige Form einer aufeinander abgestimmten Kombination von Halbzeugen wie Tapes oder Laminaten und Umspritzmaterialien. Bei der Realisierung solcher Teile spielen das BASF-Simulationstool Ultrasim, die Ultratest-Prüfeinrichtungen sowie das BASF-Verarbeitungstechnikum eine wesentliche Rolle in der gesamten Prozesskette der Sitzkomponentenfertigung.

Wärmemanagement und Naturfasern

Mit Lösungen zum Wärmemanagement wie Nahinfrarot-Folien von BASF, die die Scheiben des RN30 gegen Sonnenwärme schützen, bleibt das Auto kühl und komfortabel. Die vollständig organische und transparente Folie besitzt gegenüber Metallfolien den Vorteil, dass sie nur Infrarotstrahlen filtert und für andere Strahlen wie Licht, GPS oder Telefonsignale durchlässig ist.

Das wasserbasierte Bindemittel Acrodur stärkt die Naturfasern und soll eine umweltverträgliche, formbeständige und in erster Linie leichtgewichtige Lösung für Verbundwerkstoffe im Auto wie Armaturenbretter und Türinnenverkleidungen des RN30 ermöglichen.

Antrieb

Im Hyundai RN30 arbeitet ein 2,0-l-Benzindirekteinspritzer, der auch das kommende N-Serienfahrzeug antreibt, und der einen gegenüber der zukünftigen Serie größeren Turbolader erhielt. Damit leistet der Motor des Konzeptfahrzeugs 280 kW (380 PS) und bietet ein Drehmoment von 451 Nm. Beim Motorblock wurden geschmiedete Bauteile, statt wie üblich gusseiserne, verbaut.

Die Kraftübertragung des RN30 Motors erfolgt über ein Doppelkupplungsgetriebe (DCT), das für eine höhere thermische Belastbarkeit mit nass laufenden Kupplungen arbeitet. Die Kraftverteilung übernimmt ein Allradantrieb (AWD), der über ein elektronisches Sperrdifferenzial (eLSD) verfügt und das Drehmoment bedarfsgerecht an jedes der 19 Zoll großen Räder verteilt.

Hyundai N

Hyundai N wurde im September 2015 bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) vorgestellt und steht zukünftig für emotionale Hochleistungsserienfahrzeuge der Marke. Die Studie RN30 ist das neueste Konzeptfahrzeug von Hyundai N und folgt den Modellen RM15, RM16 und N 2025 Vision Gran Turismo. Im kommenden Jahr wird das erste Serienmodell von Hyundai N auf Basis der neuen i30 Generation auf dem Markt erscheinen.

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