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27.08.2012 | Fahrzeugtechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Kleben im Automobilbau

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Die Klebtechnik ist im Automobilbau für Verbindungs- und Fügeanwendungen auf dem Vormarsch. Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität verleihen dem Kleben weiteren Auftrieb. Vor allem bei der Verbindung unterschiedlicher Materialien und Werkstoffe sind Klebstoffe das Mittel der Wahl.

Neben der Aerodynamik und der Weiterentwicklung der Batterietechnik, trägt Leichtbau dazu bei, den Energieverbrauch von Elektrofahrzeugen zu senken. Mit geringer Fahrzeugmasse und der damit möglichen Reduktion des Energiespeichers wird die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs insgesamt stark verbessert. Eine geringe Fahrzeugmasse kann unter anderem durch die Entwicklung von gewichtsoptimierten Fahrzeugkarosserien gewährleistet werden. Eine besondere Herausforderung ist dabei, die Multi-Material-Kombinationen wirtschaftlich und prozesssicher unter Berücksichtigung der Anforderungen an Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und weitere Funktionalitäten zu verbinden.

Daher erlebt die Klebtechnik gerade im Bereich der Elektromobilität derzeit einen Auftrieb. War sie zunächst vornehmlich im Karosseriebereich als Sicherheitslösung im Einsatz - geklebte Karosseriestrukturen haben eine hohe Dauerhaltbarkeit und absorbieren Aufprallenergie besser - so findet sie derzeit vor allem durch das Fügen in der Leichtbautechnik eine zusätzliche Rolle. Dieser Bedeutungswandel ist auf den verstärkten Einsatz von Multimaterialbauweisen zurückzuführen, die sich teilweise nicht mehr auf traditionelle Weise fügen lassen. Beispielsweise kann die Bildung von Kontaktkorrosion, die speziell beim Multi-Material-Design auftreten kann, durch eine isolierende Klebstoffschicht verhindert werden.

Qualitätssicherung

Aufgrund verschiedener Entwicklungen im Bereich der Klebstoffe, hat das Kleben als Fügetechnik seine Zuverlässigkeit in zahlreichen Anwendungen demonstrieren können. Jedoch muss die Haftung der Klebschicht aber auch noch nach Jahren der Alterung gewährleistet sein. Daher müssen Klebstoffauswahl, Bauteildesign, Prozessauslegung und verschiedene andere Kriterien stimmen. Nur so kann das Kleben von Verbundwerkstoffen auf Dauer eine zukunftsfähige Technik sein. Ebenso müssen prozesssichere Verfahren, Defekte in der Serienfertigung wirtschaftlich aufspüren. Um beispielsweise Klebverbindungen bei Fahrzeugscheiben qualitativ zu bewerten, eignet sich insbesondere als zerstörungsfreies Prüfverfahren die Thermografie.

Leitfähiges Kleben

Auch spielt leitfähiges Kleben eine immer größere Rolle. Elektrisch leitfähige Klebstoffe werden heute in vielen Großserienfertigungen eingesetzt. Gerade in der Weiterentwicklung der Füllstoffe und neuen Konzepten zum Beispiel auf Basis sinterfähiger Klebstoffe, die den Übergang zu Dickschichtpasten fließend machen, liegt nach wie vor ein großes Potenzial dieser „Hightech“-Produktgruppe. Beispielsweise werden heute in Asien alle Low-Power-LEDs für Beleuchtung, Displays etc. mithilfe elektrisch leitfähiger Klebstoffe hergestellt. Auch für viele weitere Anwendungen im Bereich der Mikroelektronik erlangt das thermische Management eine zunehmende Bedeutung.

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2009 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
Kleben

01.04.2012 | Anwendungen | Ausgabe 4/2012

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