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08.01.2020 | Fahrzeugtechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Was Verkehrsteilnehmer 2020 wissen müssen

Autor:
Christiane Köllner
4:30 Min. Lesedauer

Mit dem neuen Jahr treten neue Regeln und Gesetze für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer in Kraft. Wir haben die wichtigsten Änderungen für 2020 im Überblick. 

Das Jahr 2020 ist von vielen politischen Entscheidungen im Bereich Verkehr und Mobilität geprägt. Sie betreffen unter anderem Abgasgrenzwerte, Lkw-Assistenzsysteme und neue Verkehrsregeln. Wir informieren über die wichtigsten Änderungen im Straßenverkehr für das Jahr 2020. 

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Schadstoffausstoß

RDE (Real Driving Emissions) wird ab Januar EU-weit 2020 verschärft: Dann müssen alle neu typgenehmigten Modelle im RDE-Straßentest höchstens das 1,5-fache des Laborgrenzwertes bei Stickoxiden einhalten (CF 1,5), dürfen also maximal 120 Milligramm pro Kilometer erreichen, ab Januar 2021 gilt diese Vorgabe für alle Pkw-Neuzulassungen in der EU.

Ab 1.1.2020 müssen Neuwagen nach der europäischen CO2-Gesetzgebung an Bord den realen Verbrauch ermitteln. Diese OBFCM-Geräte (On-Board Fuel Consumption Meter) sind für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge vorgeschrieben.

Ab dem 1. Januar 2020 gelten für alle neuen Motorrad-Typenzulassungen die Abgaswerte der Norm Euro 5. Die gilt auch für die 125er-Klasse. Ab 2021 wird Euro 5 dann auch für alle neu zugelassenen Motorräder verpflichtend. Eine zweite Stufe der Euro-5-Norm soll 2024 in Kraft treten. 

Abbiegeassistent für Lkw wird Pflicht

Neue Lang-Lkw, bestehend aus Zugfahrzeug mit Anhänger, müssen ab dem 1. Juli 2020 mit einem Abbiegeassistenten sowie blinkenden Seitenspiegeln ausgestattet sein. Ab dem 1. Juli 2022 gilt diese Pflicht auch für Bestandsfahrzeuge. So sollen schwere Unfälle vermieden und alle Verkehrsteilnehmenden besser geschützt werden.

Neue Typklassen bei der Kfz-Versicherung

Die Typklassen in der Kfz-Versicherung ändern sich für mehr als elf Millionen Fahrzeugbesitzer. Rund 4,6 Millionen profitieren von besseren Typklassen, für knapp 6,5 Millionen gelten künftig höhere Einstufungen. Grundsätzlich gilt: Je besser die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger wirkt es sich auf den Versicherungsbeitrag aus.

Neue Führerschein-Regelungen

Mit dem Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und weiterer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften erhalten die Bundesländer die Möglichkeit, das Mindestalter für die Klasse AM von 16 auf 15 Jahre herabzusetzen. Zudem entfällt die Automatik-Regelung bei Fahrprüfungen voraussichtlich ab Sommer 2020.

Dieselfahrverbote

Auch im kommenden Jahr können weitere Dieselfahrverbote in Großstädten folgen, da es anhängige oder geplante Klagen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf Luftreinhaltung gibt. In Stuttgart gelten ab dem 1. Januar 2020 zusätzlich zur Verbotszone in der Innenstadt für Euro-4-Diesel auch streckenbezogene Fahrverbote für Diesel der Euro-Norm 5.

Höherer Umweltbonus

Der Umweltbonus zur Förderung der Elektromobilität wird bis 2025 verlängert und auch erhöht. Die Förderung für E-Fahrzeuge bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro soll um 50 Prozent, für Fahrzeuge über 40.000 Euro bis maximal 65.000 Euro um 25 Prozent steigen. Damit erhält der Käufer eines Elektroautos zukünftig 6.000 Euro Zuschuss, bei den teureren Modellen 5.000 Euro. Bei Plug-in-Hybriden soll der Zuschuss auf 4.500 (Neupreis bis 40.000 Euro) beziehungsweise 3.750 Euro (Neupreis über 40.000 bis 65.000 Euro) steigen. Der Umweltbonus wird weiterhin jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und von der Industrie finanziert.

Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO)

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) wird 2020 angepasst. Ziel der Novelle ist die Förderung einer sicheren, klimafreundlichen und modernen Mobilität. Der Bundesrat muss aber noch zustimmen. Frühestens am 14. Februar wird er über die Novelle entscheiden. Die geplanten Änderungen im Überblick:

  • Härtere Strafen für Rettungsgassen-Verstöße: Künftig soll das unerlaubte Nutzen einer Rettungsgasse genauso verfolgt und geahndet werden wie das Nichtbilden einer Rettungsgasse. Es drohen Bußgelder zwischen 200 und 320 Euro sowie ein Monat Fahrverbot. Zudem droht in Zukunft für diese Verstöße die Eintragung von zwei Punkten in Flensburg
  • Halten in zweiter Reihe wird deutlich härter bestraft: Wenn durch unzulässiges Halten eines Fahrzeugs in zweiter Reihe ein Radfahrer gefährdet wird, ist ein Bußgeld von 80 Euro fällig. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Bislang betrug das Bußgeld 20 Euro.
  • Parken auf Radwegen: Wenn ein Fahrradfahrer durch das Parken auf dem Radweg behindert wird, droht ein Bußgeld von 70 Euro und ein Punkt. Bisher wurde ein Bußgeld von 30 Euro verhängt. 
  • Halten auf dem Schutzstreifen: Generelles Haltverbot auf Schutzstreifen. Führt das Halten eines Fahrzeugs auf dem Schutzstreifen zu einem Unfall eines Radfahrers, muss der Autofahrer 100 Euro zahlen und bekommt einen Punkt. Zuvor waren es 35 Euro.
  • Kommunen können im Einzelfall Busspuren für Autos freigeben – und zwar für Pkw, die mit mindestens drei Personen besetzt sind. 
  • Die bestehende Grünpfeilregelung wird erweitert. Künftig gilt das Schild an Ampeln auch für Fahrradfahrer. 
  • Analog zu Tempo-30-Zonen können die Kommunen künftig Fahrradzonen einrichten.
  • Kraftfahrzeuge müssen beim Überholen auf der Fahrbahn künftig einen Mindestabstand zu Radfahrern, Fußgängern und E-Scootern halten. Außerorts sind das mindestens zwei Meter, innerorts 1,5 Meter. 
  • Neues Verkehrszeichen "Überholverbot von Zweirädern"
  • Lkw über 3,5 Tonnen, die innerorts rechts abbiegen, dürfen künftig nur noch Schrittgeschwindigkeit (7 bis 11 km/h) fahren. Verstöße kosten 70 Euro Bußgeld und es gibt einen Punkt in Flensburg. 
  • Eigene Parkflächen für Lastenräder und Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge
  • Öffnung von Einbahnstraßen: Die Straßenverkehrsbehörden sollen überprüfen, ob Einbahnstraßen in der Gegenrichtung zunehmend für Radfahrer geöffnet werden können.
  • Vor Kreuzungen und Einmündungen gilt künftig ein Parkverbot von bis zu acht Metern, wenn es einen Radweg gibt. 
  • Blitzer-Apps auf Smartphone verboten: Die Geldbuße dafür beträgt 75 Euro. Außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg.

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