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13.06.2018 | Fahrzeugtechnik | Nachricht | Onlineartikel

Opel fährt mit neuen Motoren elektrifiziert in die Zukunft

Autor:
Thomas Schneider

Opel hat auf dem Rüsselsheim Tech Day seinen Fahrplan für die Zukunft skizziert: Opel setzt auf modulare Plattformen, neue Vierzylinder-Ottomotoren und Elektrifizierung.

Unweit des Adam Opel Hauses und des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim erklärten Opel-CEO Michael Lohscheller und sein Team, wie die Marke profitabel werden und gleichzeitig in Sachen Qualität weiter zulegen will. Kernelement ist ein modularer Baukasten, ähnlich dem des VW-Konzerns. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die beiden modularen Multi-Energy-Plattformen CMP (Common Modular Platform) für das B- und C-Segment und EMP2 (Efficient Modular Platform) für das C- und D-Segment. Auf diesen zwei statt bislang neun Plattformen sollen alle Pkw-Modelle von Opel/Vauxhall bis 2024 basieren – und alle in Rüsselsheim entwickelt werden.

Der Effekt sei enorm: "Dank gemeinsam genutzter Konzernplattformen werden wir bei der Entwicklung jedes neuen Opel/Vauxhall-Modells zwischen 20 Prozent und 50 Prozent der Entwicklungskosten einsparen – abhängig vom Modell und verglichen mit dem jeweiligen Vorgänger", erklärt Michael Lohscheller. Der 2019 startende neue Corsa sei dafür ein Paradebeispiel.

Opel wird Opel bleiben

Dennoch sei die Variantenvielfalt enorm. Die EMP2-Plattform etwa erlaube hunderte Konfigurationen und ist außerdem um 70 Kilogramm leichter als die Vorgänger-Plattform. So werden sich die Fahrzeuge der einzelnen PSA-Konzernmarken deutlich voneinander unterscheiden, verspricht Christian Müller, Managing Director Engineering & Quality bei Opel: "Hardware, Software, die Auswahl der Module, verschiedene Abstimmungen und die jeweilige Kalibrierung – all dies hilft uns dabei, einen markenspezifischen Charakter für jedes einzelne Fahrzeug zu schaffen. Damit stellen wir die spezifische Opel-DNA sicher – für jedes unserer Modelle."

Dass die Fahrzeuge ihre bisherigen Stärken behalten und neue Qualitäten entwickeln, dafür soll auch die künftig starke Rolle des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim innerhalb des Konzerns sorgen. Es übernehme eine Schlüsselrolle etwa bei sportlichen Fahrwerken, Getrieben und Ergonomie-Sitzen. Für diese und einige weitere Bereiche sind insgesamt 15 Kompetenzzentren in Rüsselsheim angesiedelt, die für den ganzen Konzern entwickeln – zum Beispiel manuelle Getriebe und alle leichten Nutzfahrzeugen (LCV), die auf einer speziellen Plattform basieren. Darüber hinaus bringen die Ingenieure federführend ihre große Erfahrung bei der Entwicklung von Brennstoffzellen, bei der Auslegung von Fahrzeugen für den US-Markt, der Nutzung alternativer Kraftstoffe und bei der Testautomatisierung in den Konzern ein. Letztere sei eine der Grundvoraussetzung, um Tests von autonom fahrenden Autos praktikabel zu machen, und sie verkürzt die Entwicklungszeit drastisch, was wiederum Kosten spart.

Durchgängig elektrifiziert

Auch bei den Motoren lautet das Motto: weniger Komplexität. Aus zehn Motorenfamilien werden vier. Durch zusätzliche E-Motoren aber – die Elektrifizierung des Produktportfolios ist das Kernelement, um die 95-Gramm-CO2-Vorgabe der EU für 2020 zu erreichen – bleibt die Vielfalt laut Dr. Thomas Johnen, General Director Propulsion & Chassis Engineering, dennoch erhalten. Vier elektrifizierte Modellreihen werde es bis 2020 geben, darunter der Grandland X als Plug-in-Hybrid ab 2019 und der der Corsa mit batterieeelektrischem Antrieb ab 2020.

Zudem plant PSA in Kooperation mit Punch Powertrain für 2022 die Einführung elektrischer Doppelkupplungsgetriebe mit integriertem 48-Volt-Elektromotor für Mild-Hybrid-Fahrzeuge. Konzernweit sieht der Plan vor, bis 2021 für 50 Prozent der Modellpalette ein batterieelektrisches oder Plug-in-Hybridfahrzeug anzubieten, bis 2023 sollen es 80 Prozent und bis 2025 dann 100 Prozent sein.

Neue Vierzylinder-Ottomotoren von Opel

Beachtlich ist, dass das Entwicklungszentrum Rüsselsheim die technische Verantwortung für die nächste Generation weltweit eingesetzter, effizienter Ottomotoren für alle Marken von PSA trägt. Diese 1,6-l-Vierzylindermotoren werden auf den Betrieb im Verbund mit Elektromotoren optimiert und im Antriebsstrang von Hybridsystemen eingesetzt. Alle nutzen Benzindirekteinspritzung, Turboaufladung und variable Ventilsteuerung. Markteinführung: 2022. Die kleinen Ottomotoren der SGE-Familie (Small Gasoline Engines) soll Opel weiter optimieren, daneben kommen PureTech-Dreizylinder mit 60, 81 und 96 Kilowatt von PSA zum Einsatz.

Bei den Dieselmotoren sieht sich die Marke innerhalb des Konzerns gut versorgt. Die jüngste Generation sei durch eine Kombination aus Oxidations-Katalysator/NOX-Adsorber, Dieselpartikelfilter und SCR-Regelung (Selective Catalytic Reduction) für niedrigste NOX-Emissionen bereits für die Euro 6d-Temp-Norm ausgelegt. Der Adsorber fungiere als eine Art Kaltstart-Katalysator, der die Stickoxid-Emissionen von Betriebsbeginn an niedrig hält, ehe dann bei höherer Betriebstemperatur das SCR-System eingreift. Die Vierzylinder mit 1,5 und 2,0 Liter Hubraum leisten 96 und 130 Kilowatt sowie 300 respektive 400 Newtonmeter maximales Drehmoment.

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