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Über dieses Buch

Der Band versammelt Beiträge zum Thema der gegenwärtigen „digitalen“ Propaganda, wie sie im Kontext des Populismus eine besondere Rolle spielt. Sie wird als politisch-mediales Phänomen analysiert und als gesellschaftlich-kommunikatives Herausforderung: dies hinsichtlich der Sorge vor der einseitigen Beeinflussung einer neuen, fragmentierten „Masse“ im Netz sowie um die für medienvermittelte Demokratien fundamentale Möglichkeit des vertrauensvollen Austausches von Informationen und Meinungen auf Basis diskursethischer Prinzipien.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung: Propaganda, Populismus und populistische Propaganda

Bernd Zywietz, Klaus Sachs-Hombach

Ein Parasit im Kokon des Schmetterlings? Manipulation, Kommunikation und Ethik

Dieser Beitrag betrachtet das Phänomen der Manipulation im Rahmen unserer zwischenmenschlichen Kommunikation und stellt die Frage nach einer ethischen Beurteilung dieser. In interdisziplinärer Weise werden zunächst die Themenkomplexe Kommunikation, Manipulation und Populismus aufgeschlüsselt und konzeptionell miteinander verschränkt. Im letzten Drittel des Beitrags widmet sich der vorliegende Essay schließlich der Frage nach der Grundlegung einer Ethik der Manipulation. Vorgeschlagen und skizziert wird eine ethische Beurteilung anhand eines minimalmoralischen Prinzips des Respekts, das uns lehrt, das Phänomen der Manipulation entgegen der klassischen ethischen Betrachtungsweisen neu zu sehen.

Alexander Fischer

Neue Propaganda im Internet. Social Bots und das Prinzip sozialer Bewährtheit als Instrumente der Propaganda

Social Bots in Kurznachrichtendiensten wie Twitter imitieren menschliche Akteure als digitale Nutzer Sozialer Medien und ihr Kommunikationsverhalten, um die öffentliche Gewichtung und Deutungsrichtung von Themen zu beeinflussen. Sie nutzen (oder missbrauchen) dabei neueste Techniken der Agenda- und Nachrichtenrelevanzgewichtung durch Algorithmen, aber auch eine grundmenschliche heuristische Disposition: das Prinzip der sozialen Bewährtheit. Da wir uns von Natur aus bei der Bewertung und Gewichtung von Informationen an Mitmenschen orientieren und dies auch im Internet der Fall ist, kommt es zu manipulierten Mehrheitsmeinungen und gar eigenen „Medienwahrheiten“, denen mit kritischer Medienkompetenz und Technologieverständnis zu begegnen ist.

Robin Graber, Thomas Lindemann

Der strategische Einsatz von Fake News zur Propaganda im Wahlkampf

Im Zeitalter digitaler Medien und Sozialer Netzwerke sind Fake News kein neues Phänomen, haben aber eine Radikalisierung erfahren. Kennzeichnend sind hierbei vier Aspekte: Skandalisierung und Empörung, die Instrumentalisierung von Verbreitungsalgorithmen, neue Rezeptionsdynamiken und fehlende Gatekeeper-Funktionen. Mit Blick auf den US-Wahlkampf 2016 und die Bundestagswahl 2017 werden diese Facetten näher beleuchtet, vorliegende Untersuchungsergebnisse dabei einbezogen und auf Aufklärungs- als Gegenmaßnahmen eingegangen.

Claudia Eva Schmid, Lennart Stock, Svenja Walter

F wie Fake News – Phatische Falschmeldungen zwischen Propaganda und Parodie

Bei aller Kritik am Begriff und den Zweifeln an der wesenhaften Neuigkeit des Phänomens ist das Etikett „Fake News“ insofern sinnvoll, als solche weniger Ursache denn Symptom einer aktuellen (Problem-)Situation sind. Diese betrifft nicht nur den Ruf und die Rolle von Journalismus in der digitalmedialen Welt oder die Regeln öffentlicher Kommunikation im Social Web, sondern den Stellenwertwandel publizistischer Faktizität. Ausgehend vom Kernbegriff der Fälschung fasst der Beitrag Fake News als aktuelle Erscheinungsformen eines, selbst im Falle etwa von Verhetzung, quasi-ironischen Spiels mit der Gattung „Nachricht“ und ihren konventionell-stilistischen Authentizitätsmarkern auf. Jenseits des propagandistischen Einsatzes, diesen aber prägend, sind sie stärker handlungstheoretisch und soziokulturell funktionalistisch in den Blick zu nehmen. Vergleichbar Internet-Memes gilt es, Fake News als Mittel phatischer Gemeinschaftsbildung und kollektiver Selbstverständigung mit bestenfalls gestischem Wahrhaftigkeitsanspruch zu verstehen. Dem ist folglich mit (Gegen-)Fakten, Warnhinweisen oder Medienkritikkompetenzbildung nur begrenzt beizukommen.

Bernd Zywietz

„Propaganda3“ – Einblicke in die Inszenierung und Wirkung von Online-Propaganda auf der Makro-Meso-Mikro-Ebene

Online-Propaganda ist in aller Munde. Längst wird nicht mehr nur extremistischen Gruppierungen oder autoritären Staaten vorgeworfen Propaganda-Kampagnen im Netz zu steuern oder soziale Medien mit Propaganda-Materialien zu füllen. Aus Sicht der Propagandist*innen soll Online-Propaganda verschiedene Zielgrößen beeinflussen: Das gesamtgesellschaftliche Meinungsklima auf der Makro-Ebene, die Meinung gesellschaftlicher Teilsysteme und sozialer Gruppen auf der Meso-Ebene und die Wahrnehmungen, Emotionen und Kognitionen einzelner Mediennutzer*innen auf der Mikro-Ebene. Gleichzeitig lassen sich auch die Voraussetzungen für die Wirkung von Online-Propaganda entsprechender Inhalte entlang einer solchen Mehrebenenstruktur beschreiben.Das vorliegende Kapitel liefert zunächst eine Definition von Online-Propaganda als Mehrebenenphänomen, bevor anhand empirischer Studien auf die Inszenierung und bisherige Erkenntnisse zur Wirkung von „Propaganda3“ eingegangen wird. Der aktuelle Forschungsstand wird jeweils im Hinblick auf die noch offenen Fragen und Desiderata für zukünftige Studien beleuchtet.

Lena Frischlich
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