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Über dieses Buch

Der Mensch treibt Raubbau an der Natur, er verbraucht zu viel Energie, zu viele Rohstoffe, zu viel Land. Kurzum: Die jetzigen Wirtschafts- und Lebensweisen der Menschheit, zumal bei uns im Westen, sind nicht nachhaltig.

Wer würde diesem Urteil widersprechen? Die Indizien scheinen doch erdrückend: Artensterben, Regenwaldabholzung, Rohstoffknappheit, Bodenerosion, Plastikmüll, ökologischer Fußabdruck und natürlich der Klimawandel. Aber – wie belastbar sind diese Indikatoren eigentlich? Gibt es vielleicht auch anderslautende Indizien, positive Entwicklungen? Und sind all‘ diese Probleme von gleicher Dringlichkeit?

Dieses Buch gibt Ihnen Antworten: fundiert, nachvollziehbar, auf den Punkt gebracht. Es weist nach, dass die Berichte und Schlagzeilen zu ökologischen Themen in den gängigen Medien oft einseitig, überspitzt und damit irreführend sind. Das Buch verharmlost nicht, aber es differenziert. Anhand der einschlägigen internationalen Berichte und Datenbanken stellt es Gesamtzusammenhänge dar, wo sonst meist nur einzelne, plakative Zahlen herausgegriffen werden.

Mit über 70 grafischen Darstellungen zeichnet das Buch so ein neues Bild vom Zustand des Planeten und von den Auswirkungen menschlichen Wirtschaftens und Konsumierens. Am Ende steht eine klare Prioritätenliste für die tatsächlichen Herausforderungen in Sachen Nachhaltigkeit – für die Menschheit insgesamt, und auch für den Westen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Am 22. August 2020 war es wieder einmal so weit: Der „Earth Overshoot Day“ wurde ausgerufen, also jener Tag im Jahr 2020, an dem die Menschheit – gemäß dem allgemein akzeptierten Konzept des „ökologischen Fußabdrucks“ – die ihr für das Jahr zustehenden Ressourcen der Erde verbraucht habe. Ab diesem Tag, so die Aussage, lebe die Menschheit ökologisch gesehen „auf Pump“, plündere den Planeten in nicht nachhaltiger Weise. Andersherum ausgedrückt: Die Menschheit bräuchte 1,8 Erden, um ihr aktuelles Konsumniveau dauerhaft aufrechterhalten zu können, Tendenz steigend. Noch viel schlimmer sei die Situation bezüglich der westlichen Lebensweise: Die USA bräuchten in diesem Sinne fünf Erden, die EU-Länder immerhin noch drei.
Thomas Unnerstall

Drei Schlussfolgerungen

Frontmatter

Kapitel 2. Die wichtigste Herausforderung heißt: Umstieg von den fossilen auf regenerative Energieträger

Zusammenfassung
Lassen Sie uns zu Beginn dieses Buches einen Moment lang träumen. Wir begeben uns in eine fiktive Welt, die sich nur in einem – aber, wie wir sehen werden, sehr gravierenden – Punkt von unserer realen Welt unterscheidet: In dieser Welt gibt es das Problem des Klimawandels nicht. Und zwar deshalb nicht, weil die Menschheit schon vor 20, 30 Jahren begonnen hat, die CO2-Emissionen ernsthaft einzudämmen, sodass die Klimaerwärmung auf etwa 1 Grad begrenzt worden ist. Wie sehen in dieser fiktiven Welt die Zukunftsperspektiven bis 2100 (weiter zu schauen, ist rational kaum möglich) für die Ökosysteme und für die Grundlagen des menschlichen Lebens und Wirtschaftens aus?
Thomas Unnerstall

Kapitel 3. „Die westliche Wirtschafts- und Lebensweise ist ökologisch nicht nachhaltig“ – stimmt nicht

Zusammenfassung
„Unsere westliche Wirtschafts- und Lebensweise geht auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Sie ist verbunden mit zu hohem Ressourcenverbrauch, mit Umweltzerstörung und mit Klimawandel. Wir müssen daher unser Wirtschaftssystem und unser Konsumverhalten grundsätzlich ändern.“ Ich bin mir sicher, dass Ihnen diese Aussagen so oder ähnlich schon häufiger begegnet sind: in Büchern, Zeitungen, im Fernsehen oder in den sozialen Medien. Auf eine kurze Formel gebracht, lautet das Urteil: „Die westliche Wirtschafts- und Lebensweise ist ökologisch nicht nachhaltig“ – und dieses Paradigma spielt seit einigen Jahren eine zunehmende Rolle in gesellschaftlichen und politischen Diskussionen.
Thomas Unnerstall

Kapitel 4. Es hat sich gelohnt zu kämpfen

Zusammenfassung
Die erste Hälfte der 1970er Jahre kann wohl als die „Geburtsepoche“ des Umweltschutzes bezeichnet werden, sowohl im Sinne staatlichen Handelns als auch im Sinne zivilgesellschaftlichen Engagements. Einzelne Initiativen reichen zwar noch weiter zurück – etwa die Gründung des World Wildlife Fund in der Schweiz 1961 oder der Clean Air Act in den USA 1963 –, aber zu einer breiten Bewegung und einem fest verankerten Pfeiler in der Politik wurde Umweltschutz erst in den Jahren 1970 bis 1975.
Thomas Unnerstall

Grundlagen

Frontmatter

Kapitel 5. Weltbevölkerung

Zusammenfassung
Die Sorge um eine verhängnisvolle Entwicklung der Weltbevölkerung ist über 200 Jahre alt. Im Jahr 1798 veröffentlichte der berühmte britische Ökonom Robert Malthus den „Essay on the Principle of Population“. Die Argumentationskette von Malthus in seinem Buch war scheinbar zwingend.
Thomas Unnerstall

Kapitel 6. Landnutzung

Zusammenfassung
Machen Sie mit bei einem kleinen Experiment? Was schätzen Sie, wie viel Prozent der Erdoberfläche (inkl. der Ozeane) sind bis heute vom Menschen grundsätzlich umgestaltet worden, d. h. werden für Gebäude, Verkehrswege, Ackerflächen und Rohstoffabbau genutzt?
Thomas Unnerstall

Kapitel 7. Nahrungsmittel

Zusammenfassung
Das Jahr 2015 markiert wohl den bisherigen Höhepunkt bei der internationalen Verständigung über die wesentlichen Herausforderungen für die Menschheit. Zum einen wurde im Dezember 2015 das Pariser Klimaabkommen von praktisch allen Nationen unterzeichnet, zum anderen fand im September 2015 ein UN-Gipfeltreffen statt, bei dem einstimmig die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet wurde.
Thomas Unnerstall

Kapitel 8. Trinkwasser

Zusammenfassung
„Die globale Trinkwasserkrise gefährdet auch unseren Wohlstand“, titelte Die Welt im August 2019. „3,6 Mrd. Menschen von Wasserknappheit betroffen“ schrieb Die Zeit im März 2018. „Der Welt steht eine historische Trinkwasserknappheit bevor“, stand vor ein paar Jahren im Stern zu lesen. Oder gar: „Der Planet verdurstet“, so formulierte es 2016 der bekannte Wissenschaftler Harald Lesch. Die Sorge um Wasserknappheit ist dabei schon viel älter: „Der nächste Krieg im Nahen Osten wird ums Wasser geführt“, prophezeite zum Beispiel 1985 der damalige UN-Generalsekretär Boutros Ghali.
Thomas Unnerstall

Energie und Rohstoffe

Frontmatter

Kapitel 9. Energie

Zusammenfassung
Wenn es eine einzelne Größe gibt, an der die so oft angeprangerte mangelnde Nachhaltigkeit der jetzigen Lebens- und Wirtschaftsweise der Menschheit am häufigsten festgemacht wird, dann ist es wohl der Energieverbrauch. In der Tat: Der globale Energieverbrauch ist in den letzten 100 Jahren regelrecht explodiert und liegt heute fast neunmal höher als 1920, während die Weltbevölkerung nur um den Faktor vier gewachsen ist. Etwa 85 % dieses Energieverbrauchs werden dabei durch die sogenannten fossilen Energieträger gedeckt (d. h. Energieträger, die in vorangegangenen Erdepochen entstanden und in der Erdkruste gelagert sind): Kohle, Erdöl und Erdgas.
Thomas Unnerstall

Kapitel 10. Rohstoffe

Zusammenfassung
1972, vor knapp 50 Jahren, erschien ein Buch, das wie kein anderes die weltweite Diskussion um ökologische Fragestellungen geprägt, ja diese Diskussion in gewisser Weise überhaupt erst angestoßen hat: „Die Grenzen des Wachstums“ (engl. „The Limits to Growth“, Bericht an den Club of Rome) von Dennis Meadows und seinen Mitarbeitern.
Thomas Unnerstall

Ökologische Brennpunkte

Frontmatter

Kapitel 11. Der „ökologische Fußabdruck“

Zusammenfassung
Es gibt nur wenige in den Naturwissenschaften entstandene und dort klar definierte Begriffe, die in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen worden sind. Der Begriff „ökologischer Fußabdruck“ hat es geschafft. Er wurde vor 25 Jahren erfunden und hat sich seitdem zum wahrscheinlich prominentesten „Nachhaltigkeitsindikator“ entwickelt: An ihm wird – vor allem am bereits in der Einleitung erwähnten jährlichen „Earth Overshoot Day“ – in den Medien und in vielen gesellschaftlichen Diskussionen regelmäßig festgemacht, dass die Menschheit die Ressourcen der Erde überbeanspruche. Mehr noch: Die Tatsache, dass in den USA und der EU der ökologische Fußabdruck sogar noch einmal deutlich höher ist als im Weltdurchschnitt, ist eines der wichtigsten Argumente bei der zunehmenden Grundsatzkritik am westlichen Lebensstil und Wirtschaftssystem.
Thomas Unnerstall

Kapitel 12. Artensterben und Biodiversität

Zusammenfassung
Diese oder eine ähnliche Schlagzeile haben Sie bestimmt in den letzten Jahren einmal gehört oder gelesen. Artensterben/Biodiversität zählt neben Klimawandel, Ressourcenverbrauch der Menschheit, Verlust der Regenwälder und evtl. noch Plastikmüll in den Meeren zu den prominentesten und präsentesten ökologischen Themen der Gegenwart.
Thomas Unnerstall

Kapitel 13. Waldverlust – Abholzung der Regenwälder

Zusammenfassung
„Wald“ – dieses Wort weckt bei den meisten von uns positive Assoziationen. Wir verbinden ihn mit Ruhe, Erholung, Natur, oder auch – vor allem in der Spezifizierung „tropischer Regenwald“ – mit Exotik, faszinierender Tier- und Pflanzenwelt, Abenteuer. Diese emotionale Verbindung des Menschen zum Wald ist kein Wunder. Jahrtausendelang war der Wald für die zivilisatorische Entwicklung des Menschen von entscheidender Bedeutung: nicht nur als Lieferant von Feuerholz zum Kochen und Heizen, sondern auch als Quelle von Baumaterial für Häuser, Transportmittel, Bewässerungssysteme, Zäune für Viehherden und vieles andere. Ohne Baumstämme hätte der Mensch vor 40.000 Jahren Australien nicht besiedeln, hätten die Römer ihr Riesenreich nicht aufbauen können. Die „Santa Maria“ des Kolumbus vor 500 Jahren war ein reines Holzschiff, und noch heute ist fast jeder Mensch auf der Erde im Alltag von Möbeln umgeben, deren Material im Wald gewachsen ist.
Thomas Unnerstall

Kapitel 14. Plastikmüll in den Meeren

Zusammenfassung
Wer im Sommer 2019 in eine Buchhandlung ging und dort die (ziemlich kleine) Ecke mit Büchern zu ökologischen Fragestellungen aufsuchte, der fand in erster Linie – nicht etwa Bücher über Energiewende und Klimaschutz, sondern – Bücher zum Thema Plastik. „Plastikfrei für Einsteiger“, „Plastik sparen“, „Weniger Plastik ins Meer“, „Für eine Umwelt ohne Plastik“, so oder ähnlich lauteten die Titel. Gleichzeitig gab es zahlreiche Diskussionen und Berichte zum Für und Wider von Plastiktüten, über das EU-Verbot von Plastikstrohhalmen oder auch über Deutschlands Exporte von Plastikabfällen in ferne Länder.
Thomas Unnerstall

Kapitel 15. Tote Zonen in den Meeren – der P/N-Kreislauf

Zusammenfassung
„Wasser ist Leben“ – diesen Satz lernen wir schon in der Grundschule. Alles Leben auf unserem Planeten ist im Wasser entstanden, und noch heute leben über die Hälfte aller höher entwickelten Tierarten ganz oder teilweise im Wasser. Seit einigen Jahren ist jetzt aber zunehmend von „toten Zonen im Meer“ als einem der globalen ökologischen Brennpunkte die Rede, d. h. sozusagen vom Gegenteil. Was hat es damit auf sich?
Thomas Unnerstall

Kapitel 16. Schadstoffe in der Umwelt

Zusammenfassung
Der 8. Dezember 1970 ist für den Umweltschutz ein historisches Datum: Das weltweit erste Umweltministerium wurde gegründet, und zwar – wer hätte das gedacht? – in Bayern. Wenn man heute, 50 Jahre später, die damalige Begründung der bayerischen Staatsregierung und die in den darauffolgenden Jahren verabschiedeten ersten Umweltprogramme der deutschen Bundesregierung liest, wird man zunächst überrascht sein. Die heute im Vordergrund stehenden ökologischen Brennpunkte, die ich bisher in diesem Teil IV unter die Lupe genommen habe, spielen dort praktisch keine Rolle. Im Vordergrund steht viel mehr ein ganz anderes Thema: die Reinhaltung von Luft und Wasser.
Thomas Unnerstall

Backmatter

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