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Über dieses Buch

Entdecken Sie mit diesem Buch die wissenschaftliche Diskussion zum Technologie- und Innovationsmanagement. Dieses Fallstudienbuch über das Technologie- und Innovationsmanagement ermöglicht anhand lokaler Beispiele und realer Probleme anschauliches und praxisorientiertes Lehren und Lernen. Da die Fallstudien in sich abgeschlossen sind, können sie in beliebiger Reihenfolge je nach Schwerpunkt und Interesse behandelt werden. So setzen Sie das Buch zielgenau ein. Dozierende können dieses Buch vielfältig einsetzen, und Studierende können auch im Selbststudium lernen, die theoretischen Inhalte der Vorlesungen auf reale Probleme anzuwenden. Zu diesem Zweck enthält das Buch zu jeder Case Study eine Vielzahl an Fragen und Denkanstößen sowie Praxistipps zu betriebswirtschaftlichen Technologiestrategien. Zahlreiche Fragen und Lösungsmöglichkeiten runden das Buch ab. Mit spielerischem Praxisbezug zu Lösungen und IdeenIn einer kurzen Zusammenfassung werden zu Beginn der Fallbeispiele nur die nötigsten Informationen (etwa die Branche oder das Problem) genannt. Das soll dem Leser die Möglichkeit geben, tiefer in das Problem einzusteigen oder eine andere Fallstudie auszuwählen. Des Weiteren liefert das Buch wichtige Hintergrundinformationen über das Technologie- und Innovationsmanagement, die helfen, das Problem zu verstehen. Die besondere Anschaulichkeit der Situationsbeschreibungen erleichtert es den Lesern, sich in einen Mitarbeiter des Industrieunternehmens hineinzuversetzen. Sobald er sich für eine Fallstudie entschieden hat, ist es seine Aufgabe, in die Rolle interner Berater zu schlüpfen, die Informationen zu filtern und die Ursache des Problems zu finden. Der dritte Teil des jeweiligen Falles enthält schließlich einen Überblick über die Konzepte, die zu einer sinnvollen Lösung führen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Einleitung bietet einen Überblick über die im Buch enthaltenen Fallstudien. Es wird gezeigt, welche Fallstudien welches Fachgebiet und welche Branche behandeln, was die Fallstudie vermittelt und welche Theorien, Konzepte und Methoden angewendet werden.
Thomas Abele

Kapitel 2. Corporate Foresight

Der Stadtwagen Smart, Daimler AG
Zusammenfassung
Seit den 1970er-Jahren wurde im Daimler-Konzern an der Idee eines kleinen Stadtautos getüftelt. Anlass dafür waren erste ökologische Themen, die rund um die Studie über „Grenzen des Wachstums“ die damalige politische Diskussion prägten und im Unternehmen entsprechende Projektionen veranlassten, was diese veränderte Situation für die urbane Mobilität der Zukunft bedeuten würde. Dies führte zur Gründung der Corporate-Foresight-Abteilung des Konzerns, in der das Konzept des Smarts – ohne Vorbilder – entwickelt wurde. Die Fallstudie zeichnet typische Konfliktfelder mit klassisch betriebswirtschaftlichen Zugriffen auf Innovationsmanagement nach, stellt demgegenüber Prinzipien zukunftsforscherischer Erneuerungen heraus und ordnet diesen Innovationstypus in die aktuelle Debatte über schwindende Planungssicherheit bzw. eine globale „VUCA-Welt“ ein.
Friederike Müller-Friemauth

Kapitel 3. Strategische Vorausschau mit Szenarien

Auf in die Zukünfte
Zusammenfassung
In diesem Fallbeispiel wird ein Einblick in die Vorgehensweise zur Erarbeitung von Zukunftsszenarien und in die drei erarbeiteten möglichen Zukunftsbilder gewährt. Die Szenariotechnik ist eine etablierte Methode zur Erarbeitung von Zukunftsbildern. In diesem Beitrag wird eine Vorgehensweise zur simulationsgestützten Szenarioerstellung vorgestellt. Der fünfstufige Prozess von der Festlegung des Betrachtungsfelds bis zum Transfer der Szenarien wird anhand eines Praxisbeispiels aus der Bauindustrie dargestellt. Szenarien wagen einen Blick in eine unscharfe Zukunft. Daher liegt es in der Natur der Sache, dass die Zukunftsbilder mit Ungewissheiten behaftet sind. Trotzdem kann eine strukturierte Vorgehensweise dazu beitragen, den möglichen Lösungsraum durch verschiedene Projektionen abzudecken. Ist die Methode in sich stimmig, ist auch sichergestellt, dass trotz aller Unsicherheiten in der Vorausschau plausible Bilder mit einer hohen Praxisrelevanz entstehen. Ziel der Bilder ist es, Unternehmen bei der Entwicklung einer robusten langfristigen Strategie zu unterstützen. Auf Basis der Szenarien können Unternehmen zukunftsrelevante Technologien und Trends ableiten und ihre Roadmaps entsprechend gestalten.
Stephan Schüle, Liza Wohlfart, Jonathan Masior

Kapitel 4. Erfolgreiches Roadmapping: Der Halo-Effekt einer guten Visualisierung

Zusammenfassung
Das wachsende Bewusstsein für Umweltschutz und Ressourceneffizienz führt dazu, dass Umwelttechnologien zunehmend an Bedeutung gewinnen. Baden-Württemberg ist eine der aktivsten Regionen in der Umwelttechnik, insbesondere durch sein Netzwerk von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Umwelttechnik BW GmbH, die Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz Baden-Württemberg. Ihre Hauptaufgabe ist es ist, Unternehmen der Branche zu unterstützen, insbesondere dadurch, dass sie Forschungseinrichtungen und Industrie zusammenführt und den Informationsfluss zwischen ihnen verbessert.
Sven Schimpf, Claus Lang-Koetz

Kapitel 5. Aktivitäten und Herausforderungen im Umfeld-Scanning

Zusammenfassung
Innovationsmanagement wird in der heutigen Zeit für die Überlebensfähigkeit und das Wachstum von Unternehmen immer wichtiger. Hier spielt vor allem das Umfeld-Scanning zur Suche nach relevanten Trends und Technologien im Unternehmensumfeld eine essenzielle Rolle. In dieser Fallstudie werden die Umfeld-Scanning-Aktivitäten eines Großunternehmens untersucht. Das betrachtete Technologieunternehmen NEXT, das mehr als 80.000 Mitarbeiter hat, existiert seit über 100 Jahren am Markt und zählt in seiner Branche zu einem der führenden Unternehmen weltweit. Das Produktportfolio zeichnet sich durch technologische B2B-Güter aus, die vorwiegend für die Automobilherstellung von Bedeutung sind. Das Umfeld-Scanning der Innovationsmanagementabteilung der NEXT lässt sich in folgende vier Aktivitäten unterteilen: 1) Das Trendmanagement zur Schaffung einer breiten Wissensbasis; 2) Die Beobachtung der Wettbewerber zum regelmäßigen Leistungsvergleich; 3) Das Netzwerken zum Austausch mit Kunden und der direkten Konkurrenz; 4) Das Durchführen von sogenannten Deep Dives zur tiefergehenden Recherche von Trends und Technologien. Im Rahmen dieses Beitrags werden die vier Umfeld-Scanning-Aktivtäten im Detail untersucht und Herausforderungen beschrieben. Durch die Bearbeitung der Fragen im zweiten Teil der Fallstudie lernt der Leser u. a., wie die beschriebenen Herausforderungen gelöst werden können, welche Informationsquellen im Innovationsmanagement eine Rolle spielen und welche technologischen Hilfsmittel auf der Suche nach Trends und Technologien zum Einsatz kommen.
Fabian Wiser, Carolin Durst, Philipp Maron

Kapitel 6. Geschäftsmodellentwicklung für den boomenden Markt des E-Sports

Zusammenfassung
Kaum eine andere Branche hat in den vergangenen Jahren ein so rasantes Wachstum entwickelt wie der sogenannte „E-Sport“. Fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit werden in diesem Geschäftsfeld inzwischen Umsätze entwickelt, die größer sind als in der klassischen Film- und Kino-Branche. Erst langsam begreifen auch große Unternehmen, welche Potenziale in diesem boomenden Bereich vorhanden sind, und investieren zumindest in Werbung und Sponsoring. Damit entwickeln sich rund um den E-Sport zahlreiche weitere Geschäftspotenziale, die insbesondere von kleinen, kreativen und schnellen Unternehmen der IT und Digitalbranche genutzt werden können. E-Sport erreicht über das Internet täglich und rund um die Uhr mehrere Millionen Nutzer verteilt über alle Kontinente der Erde. Dabei entstehen Unmengen von Daten, die wiederum für Spieleentwickler und Werbetreibende wertvoll sein können. Genau hier wird versucht, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das mithilfe einer intelligenten und schnellen Analysesoftware verwertbare Auswertungen selektieren und damit Sponsoren und Werbetreibende unterstützen kann. In dieser Fallstudie soll für das IT Unternehmen vAudience mithilfe der Business Model Canvas ein Geschäftsmodell entwickelt und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
Gerhard Hube, Toni Wagner

Kapitel 7. Businessmodellinnovation im Bereich von Cross-Media- und Digital-Content-Services

Zusammenfassung
In dieser Fallstudie besteht die Aufgabe darin, für einen Special-Interest-Verlag ein neues Online-Geschäftsmodell zu entwickeln, welches den Nutzern interaktive Erfahrungen mit hohem Mehrwert vermittelt. Vor dem Hintergrund bestimmter Rahmenbedingungen im Bereich E-Publishing und einer Kurzcharakterisierung der Ausgangssituation soll ein (mobiles) Angebot für den übergeordneten Use-Case „Jakobsweg mit dem Rad“ entwickelt werden. Hierzu wird eine Reihe von Tools präsentiert, mit denen die Fallstudie bearbeitet werden kann. Zentrales Instrument ist eine Business Modell Canvas, welche die Entwicklung des Businessmodells in strukturierter Weise unterstützt. Die Fallstudie eignet sich insbesondere für Gruppenarbeiten bis zu fünf Personen.
Joachim Hafkesbrink, Sarah Samuttis

Kapitel 8. Customer Centricity für digitale Geschäftsmodelle und Innovationen im Smart-Home-Bereich

Zusammenfassung
Für die Anbieter analoger Angebote spielt es keine Rolle, ob der Kunde ein gekauftes Produkt jemals nutzt. Das sieht in der digitalen Welt völlig anders aus. Die meisten digitalen Produkte werden als Pay-per-Use-Modell angeboten, was absolut wörtlich genommen werden kann: No Use – No Pay. Aber wie kann man noch während der Entwicklung ermitteln, ob ein digitales Angebot im Markt auch wirklich genutzt werden wird? Diese Fallstudie stellt einen Ansatz zur Prognose der Nutzung vor und zeigt an einem Beispiel aus dem Smart-Home-Bereich, wie Design-Thinking, Akzeptanzbewertung und andere Methoden der Berücksichtigung der Kundensicht im Entwicklungsprozess zusammenspielen.
Axel Sprenger, Oliver Böpple

Kapitel 9. Vom analogen Produkt zum Smart Product durch den Einsatz von Digitalisierung und neuen Technologien

Zusammenfassung
Dieser Beitrag beleuchtet sowohl Herausforderungen als auch Chancen in der Uhrenbranche und zeigt auf, wie der Weg vom analogen Produkt hin zu einem zeitgemäßen Wearable gelingen kann. Im Zeitalter der Digitalisierung gelten klassische Armbanduhren als rückständig. „Digitale Hypochonder“ nutzen die Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Geräten und auch dem Internet (IoT), um vielfältige Gesundheitsservices zu nutzen. Das Potenzial von Wearables ist hoch sowohl für die End-User als auch für Hersteller und Anbieter von digitalen Diensten. Am Ende des Tages entscheidet jedes Unternehmen selbst, ob es sich zukünftig in diesem Umfeld beteiligen möchte und damit sein bisheriges Produktportfolio oder sogar Geschäftsmodell anpasst oder ein zusätzliches neues digitales Geschäftsmodell etabliert. Die Anawatch GmbH als Usecase im Beitrag steht genau vor solchen Herausforderungen. Anhand operativer Einblicke in das Geschäft wird dargestellt, wie die Transformation des Unternehmens in die Digitalisierung gelingen kann.
Carsten Weber, Silvia Rummel

Kapitel 10. Vom Auftragsverarbeiter zum Original Equipment Manufacturer

Zusammenfassung
Die Auftragsfertigung ist ein Industriebereich, der sich auf die effiziente Abarbeitung meist weitgehend vorgegebener Kundenaufträge spezialisiert hat. Im dieser Fallstudie gerät ein Auftragsfertiger in eine existenzielle Krise und muss den Bereich der reinen Abarbeitung von Aufträgen verlassen. Basis für die notwendige Geschäftsprozessinnovation sind eine genaue Analyse der Stärken und Schwächen des Unternehmens und der daraus folgende Aufbau von erweiterten oder ganz neuen Kernkompetenzen. Zwei unterschiedliche Innovationsrichtungen führen zum einen zu einem Full-Service-Angebot im Bereich des Maschinenbaus und zum anderen zur Entwicklung eigener Endprodukte. Auf dem Weg dahin sind verschiedene Hürden in der Organisation, der Generierung von Produktideen und der Unternehmenskultur zu überwinden. Die in dieser Fallstudie behandelten formalen Methoden und Ansätze sind: Kernkompetenzanalyse, Market-based View of Strategy, Ressource-based View of Strategy, Synectics, Stage-Gates, Quality-Function-Deployment.
Arnd Schaff

Kapitel 11. Vom einfachen Sägewerk zum Weltmarktführer in der Bierdeckel-Produktion

300 Jahre Tradition und Leidenschaft aus dem Schwarzwald
Zusammenfassung
Im Jahr 1716 wurde in Süddeutschland, im Murgtal, nicht weit von der Stadt Baden-Baden der Grundstein gelegt, in einem kleinen Sägewerk, das sich über drei Jahrhunderte zum Weltmarktführer der Bierdeckel-Produktion in Europa, Nord-, Zentral- und Südamerika, aber auch in Asien und Australien entwickelte. Mit dem nachwachsenden Rohstoff, Fichtenholz, das lokal aus der nachhaltigen Forstwirtschaft bezogen wird, werden heute auch Produkte für die Bauindustrie hergestellt. Das Unternehmen Katz überlebte zwei Weltkriege, Turbulenzen, Management-Buy-outs wie auch eine Insolvenz und wird heute von einem Traditionsunternehmen, der Papierfabrik August Koehler SE, geführt, nachdem sich Private-Equity-Investoren für die Bierdeckelproduktion begeistern konnten. Die Muttergesellschaft investiert bis heute Beträge in Millionenhöhe, um eine Expansion vor allem auch auf dem amerikanischen Markt mit zwei Niederlassungen immer weiter voranzutreiben. Der ökologische Ansatz des Bierdeckelproduzenten begeistert die Medien und lässt das kleine Örtchen Weisenbach mit nur 2500 Einwohnern stolz auf die Papierfabrik sein. Es stellt sich die Frage, ob der Bierdeckel, der großen Brauereien und Getränkeherstellern als Werbemittel dient, eine Zukunft hat. So macht sich das Management des Unternehmens gemeinsam mit den Eigentümern Gedanken, welche Produkte sich noch aus Holzschliff herstellen lassen. Der Einstieg in die Bauindustrie – als Zulieferer für Fußbodenprodukte – lag nahe. Doch der Weg war nicht immer einfach.
Georg Bouché, Christoph J. Kansy

Kapitel 12. Erschließen neuer Märkte durch frugale Innovationen

Zusammenfassung
Frugale Innovationen bieten eine gute Qualität zu niedrigen Preisen. Ein bekanntes Beispiel sind die günstigen Angebote von Fluglinien wie Eurowings und Ryanair. Im produzierenden Bereich überzeugen schlanke, robuste Produkte wie der kleine Mähdrescher Crop Tiger des Unternehmens Claas, der speziell für den asiatischen Markt entwickelt wurde. Gemeinsam ist all diesen Innovationen, dass sie keine Abstriche in Bezug auf die hohe Wertigkeit der Lösung machen, um Kosten zu sparen. Stattdessen setzen sie auf eine bewusste Beschränkung von Funktionsumfang und Leistungsniveau. Dies gelingt, indem die Lösung radikal auf eine bestimmte Kundengruppe ausgerichtet wird. Overengineering und Technikverliebtheit weichen damit einem klaren Blick auf das, was die Kunden wirklich brauchen und wertschätzen. Wie die Entwicklung frugaler Innovationen gelingt, zeigt der Beitrag am fiktiven Beispiel des Mittelständlers SoulMöbel, der individualisierte Büromöbel für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz herstellt. Der Premiumanbieter möchte zukünftig auch potenzielle Kunden bedienen, die Interesse am Portfolio von SoulMöbel haben, sich dieses zurzeit aber nicht leisten können oder wollen. Mithilfe einer Kombination verschiedener Innovationsmethoden gelingt es dem Unternehmen, eine erste frugale Lösung zu entwickeln, die am Markt überzeugen kann. Das Fallbeispiel wurde auf Basis verschiedener Projekte des Fraunhofer IAO mit Unternehmen im In- und Ausland entwickelt. Die vorgestellte Methodik hat sich insbesondere auch in der Arbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen bewährt. Insgesamt steigt die Bedeutung frugaler Innovationen und zwar nicht nur aufgrund der wachsenden Mittelschicht in Schwellenländern. Auch in westlichen Märkten setzen viele Kunden vermehrt auf bewusste Beschränkung und Vereinfachung. Diese Entwicklung wird durch aktuelle gesellschaftliche Trends wie den Neo-Minimalismus weiter angetrieben.
Liza Wohlfart, Flavius Sturm, Frank Wagner

Kapitel 13. Neugeschäftgenerierung mithilfe der Cross-Industry-Innovation-Methode (Inside-Out)

Zusammenfassung
Diese Fallstudie zeigt anhand der Automotive-Branche, wie Neugeschäftgenerierung mithilfe der Cross-Industry-Innovation-Methode funktioniert und wie mithilfe eines systematischen Ansatzes auf Basis bestehender Kompetenzen neue Felder identifiziert und Umsätze generiert werden können. Eingesetzt werden unter anderem die Ansoff-Matrix und Methoden zur Abstraktion, ähnlich TRIZ.
Zeynep Yaman, Thomas Abele

Kapitel 14. Servicemanagement im Maschinenbau als Prozessinnovation

Zusammenfassung
Während Produktinnovationen häufig systematisch durchgeführt werden, verlaufen Prozessinnovationen (Optimierung von organisatorischen Abläufen) nicht selten unstrukturiert und werden nur inkonsequent als „Stückwerk“ neben dem Tagesgeschäft praktiziert. Neben der Zeit fehlt es häufig an instrumentellem Wissen. Auch wird der Aufwand einer organisationalen Innovation oft als zu hoch und der Nutzen als zu gering eingeschätzt. In dieser Fallstudie wird eine Prozessinnovation diskutiert, die im Zuge der Digitalisierung von Produktionsprozessen (Stichwort: Industrie 4.0) einen hohen Aktualitätsgrad besitzt. Zur Anwendung kommen ganzheitliche Überlegung aus der Systemtheorie, der Verhaltensökonomie, der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und des Wissensmanagements.
Michael Schaffner

Kapitel 15. Vom Produkt- zum Service-Geschäftsmodell

Zusammenfassung
Die Ära der Konzentration auf den Kunden ist da. Das bedeutet ein radikales Umdenken für Produkthersteller – den Übergang für Unternehmen vom Produkthersteller zum Dienstleistungsanbieter. Vor allem der klassische Mittelstand ist davon betroffen, um auch zukünftig im Wettbewerb bestehen zu können. Aber wie kann eine so radikale Veränderung gelingen, ohne das bestehende Geschäftsmodell zu gefährden? Es bedarf einer neuen strategischen Ausrichtung, der Serviceorientierung der Organisation und Systeme, einer Veränderung der Unternehmenskultur und -werte, aber auch der Implementierung eines kundenzentrierten Innovationsmanagements. In der Folge verändert sich die Geschäftslogik hin zum Serviceangebot und neue unabhängige Geschäftsmodelle entstehen als eigenständige Services auf der Ebene digitaler Plattformen. Im Vordergrund steht zukünftig der Nutzen als Werteversprechen und Ergebnis im Leistungserstellungsprozess. Die Bengele Schweißtechnik GmbH ist ein mittelständischer Investitionsgüterhersteller mit langjähriger Erfahrung in der Schweißtechnik, der weiß, wie man qualitativ hochwertige und technisch pfiffige Schweißgeräte baut. Doch die technische Vergleichbarkeit von Schweißgeräten und der allgemeine Wettbewerb haben stark zugenommen. In der Produktentwicklung wird es immer aufwendiger, Alleinstellungsmerkmale zu definieren, um das Angebot vom Wettbewerb abzuheben. Hermann Bartels, Inhaber der Bengele Schweißtechnik, ist sich der Notwendigkeit bewusst, das Geschäftsmodell seines Unternehmens neu auf die Bedürfnisse seiner Kunden auszurichten. Dazu hat er sich im Rahmen einer Situationsanalyse ein umfangreiches Bild gemacht und entsprechende Handlungsfelder identifiziert. Nun engagiert er Sie als Berater, um den Change-Prozess zu begleiten. Sie haben nicht viel Zeit, um sich in die Materie einzuarbeiten. Das Kick-off-Meeting bei Bengele ist nächsten Montag um 10 Uhr geplant. Nutzen Sie die Möglichkeit, um sich anhand von zehn zentralen Leitfragen und dazugehörigen Lösungshinweisen einzuarbeiten. Viel Erfolg!
Steffen Weimann, Sebastian Arnold

Kapitel 16. Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Innovationsprozess

Zusammenfassung
Eisenmann ist ein seit fast 70 Jahren nahezu ausschließlich organisch gewachsener Maschinen- und Anlagenbauer. Über die Zeit haben sich Technologien und Fachwissen immer weiter ausdifferenziert, sodass heute viele Querschnittsthemen existieren, die sich durch mehrere Unternehmensbereiche und Kundensegmente ziehen. Eine wichtige Aufgabe ist es, Synergiepotenziale zwischen den Bereichen zu heben und Austausch zu fördern, um effizient und effektiv innovative Produkte in einer immer komplexeren Welt auf den Markt bringen zu können. Zwei wichtige Aktivitäten von Eisenmann sind dabei das Fachexpertensystem und eine Softwareplattform für Technologieradar und Ideenmanagement. Sie sollen helfen, Informationsverteilung, Austausch und Zusammenarbeit über Bereichs- und Disziplingrenzen zu verbessern.
Philipp Wichert

Kapitel 17. Erfolgsfaktoren im Value Engineering anhand von fluidtechnischen Produkten

Zusammenfassung
Value Engineering (VE) ist eine Methode, mit deren Hilfe der Wert eines Produktes durch das Gegenüberstellen erforderlicher Funktionen und der Produktionskosten gesteigert wird. Häufig wird unter Kostenreduzierung nur die Tätigkeit des Einkaufs verstanden, günstigere Preise bei Zulieferern zu verhandeln. Hier liegt das Potenzial oftmals in der Größenordnung von zwei Prozent pro Jahr und kann schnell erschöpft sein. Mit der Methodik des Value Engineerings und der Überarbeitung des Produktdesigns lässt sich diese Quote verzehnfachen und somit lassen sich durchaus Einsparungen im Bereich von 20 bis 30 % generieren. Der „Value Improvement Process“ ist eine wertvolle Methode, die alle Bereiche des Unternehmens auf dem Weg zu einem optimierten Produktdesign begleitet und dazu überflüssige Komponenten und Produktionsprozesse sowohl beim Lieferanten als auch in der eigenen Fertigung eliminiert. Eine intensive Zusammenarbeit der Fachbereiche stellt einen entscheidenden Faktor für erfolgreiches VE dar. Ob ein Produkt Potenzial zur Überarbeitung aufweist, lässt sich anhand von Produktselektionskriterien feststellen. Dazu zählen unter anderem die Stückzahl, der Umsatz und negative Margen. Es ist wichtig, in Form von Workshops oder Meetings das selektierte Produkt mit allen relevanten Fachbereichen zu beleuchten und gemeinsam eine Priorisierung der Kosten und des Nutzens des möglichen Projektes zu erstellen. Auf der Kostenseite lassen sich z. B. Entwicklungs- und Werkzeugkosten, auf der Nutzenseite unter anderem Einsparungen pro Stück und der Return on Investment aufzeigen. Das VE-Projekt durchläuft die vier Prozessschritte Funktionsanalyse (Functional Analysis), Kostenanalyse (Cost Analysis), Handhabungsanalyse (Handling Analysis) und Montage- und Fehleranalyse (Assembly & Mistake Proofing Analysis). Das Vorgehen wird anhand eines Überströmventils und das Potenzial der Methode am Praxisbeispiel eines VE-Projekts bei einem Pneumatik-Zylinder-Enddeckel aufgezeigt.
Hendrik Rust, Daniel Nowack
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