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Über dieses Buch

Unternehmer sind Personen, die technologie- oder marktbasierte Chancen erkennen und trotz gewisser Unsicherheiten Organisationen schaffen, um die Chancen zu realisieren. Die hier präsentierten Fallbeispiele zeigen, dass ein nicht unerheblicher Teil des unternehmerischen Erfolgs dieser Persönlichkeiten in ihren Fähigkeiten, Erfahrungen und Verhaltensroutinen zu finden ist.​ Das Buch möchte den Lesern anhand von Praxisbeispielen aufzeigen, welche strategisch wichtigen Aufgaben und Handlungsfelder für die Gründung und den Aufbau eines innovativen Unternehmens von Bedeutung sind.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Handlungskompetenzen und Aufgabenfelder erfolgreicher Gründer

Frontmatter

Management-Herausforderungen in der frühen Entwicklung junger Unternehmen und deren Einfluss auf das Überleben akademischer Spin-offs

Technologieorientierte akademische Spin-offs bergen eine große Chance der wirtschaftlichen Verwertung von Wissen. Die Gründer sind jedoch häufig naturwissenschaftlich oder technisch ausgebildet und besitzen wenig bis keine Erfahrung in der Industrie. Sie sind auch nach dem Unternehmensstart sehr produkt- und innovationsorientiert, während wichtige wirtschaftliche Aspekte der Gründung, etwa eine nachhaltige und ganzheitliche Zielmarktanalyse, oftmals vernachlässigt werden. Fehler in der Anfangszeit eines jungen Unternehmens können sich jedoch noch Jahre später auf dessen Leistungsfähigkeit auswirken, insbesondere wenn die Ressourcen des Spin-offs stark limitiert sind. Im vorliegenden Beitrag werden in zwei Fällen die entwicklungsbezogenen Herausforderungen dargestellt und analysiert, denen insbesondere Spin-offs aus einer akademischen Mutterorganisation gegenüberstehen. Beide Unternehmen haben bereits im Rahmen der Gründung elementare Aufgaben vernachlässigt. Gleichzeitig wurde Wissen, das für die langfristig erfolgreiche Führung des Unternehmens benötigt wurde, nicht entwickelt oder mittels entsprechender Mitarbeiter integriert. Während dies in einem Fall zu einer kontinuierlichen Schwächung und schließlich zur Insolvenz des Spin-offs führte, zeigte sich im zweiten Fall das Risiko eines solchen Verhaltens erst sehr spät, resultierte aber schließlich ebenfalls in der Insolvenz. Durch den Vergleich beider Unternehmen wird der Einfluss verschiedener Managementaktivitäten auf die Leistungsfähigkeit von Spin-offs veranschaulicht. Daraus werden Empfehlungen für die Führung von akademischen Ausgründungen abgeleitet.

Carmen Schüler, Claudio Heitkamp

Unternehmerische Chancen in dem frühen Entwicklungsprozess akademischer Spin-Offs

Der Einfluss des Humankapitals im Kontext des wissensbasierten Ansatzes

Akademische Spin-Offs sind gewerbliche Ausgründungen von Hochschulabsolventen oder Mitarbeitern öffentlicher Forschungseinrichtungen. Mittels der Kommerzialisierung von Technologien aus der akademischen Mutterorganisation können derartige Unternehmen einen wertvollen Beitrag zum technologischen und ökonomischen Fortschritt einer Volkswirtschaft leisten. Voraussetzung für die Entstehung entsprechender Effekte ist die Identifikation unternehmerischer Chancen und deren erfolgreiche Überführung in marktfähige Anwendungen. In diesem Zusammenhang ist das Humankapital der Gründer von höchster Relevanz. In Abhängigkeit des Humankapitals ergeben sich unterschiedliche Erfolgspotentiale für ein akademisches Spin-Off. Dessen Bedeutung muss jedoch mit dem Entwicklungsprozess eines akademischen Spin-Offs und in Abhängigkeit zu der Natur einer Chance differenziert betrachtet werden.

Bezugnehmend fokussiert die vorliegende ganzheitliche und explorativ ausgerichtete Studie konzeptionelle und methodische Grundlagen zu der Beziehung des Humankapitals akademischer Spin-Offs und dem Umgang mit unternehmerischen Chancen. Vor diesem Hintergrund ist diese Untersuchung in der klassischen Entrepreneurship-Forschung zu verorten. Der Bezugsrahmen erstreckt sich über die Analyse der frühen Phasen des Entwicklungsprozesses akademischer Ausgründungen und untersucht hierbei die differenzierte Bedeutung des Humankapitals im Zeitverlauf und dessen determinierende Wirkung auf die Natur einer Chance. Anhand einer Fallstudie über ein akademisches Spin-Off im frühen Entwicklungsstadium werden diese Zusammenhänge dezidiert aufgezeigt. Gleichzeitig werden basistheoretische Annahmen im Kontext des wissensbasierten Ansatzes analysiert und hinterfragt.

Andreas Winkelbach

Marktorientierte Produktentwicklung aus Sicht der Humankapitaltheorie

In dieser Fallstudie wird anhand einer bewussten Auswahl von drei sehr ähnlichen technologiebasierten akademischen Spin-offs analysiert, wie Unterschiede in den Kenntnissen und Erfahrungen der Gründer über die angestrebten Zielmärkte den Erfolg ihrer Unternehmen beeinflussen. Es kann für die betrachteten Fälle gezeigt werden, dass eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung und Kompetenzen der Wissenschaftler zur Wahrnehmung langfristig lohnenderer Marktchancen und zu einer stärker kundenorientierten Produktentwicklung führen. Die in der Literatur häufig konstatierte positive Wirkung der Branchenerfahrung konnte nicht gefunden und muss sogar abgelehnt werden. Mögliche Gründe dafür werden aufgezeigt.

Joachim Tischler, Tim Gerken

Wertschaffend Kooperieren in der Gründungs- und frühen Unternehmensphase

Frontmatter

Kooperationen Junger Technologieunternehmen mit Wettbewerbern

Der Einfluss von Vertragsvereinbarungen und Beziehungskapital auf den Kooperationserfolg

Für junge Technologieunternehmen sind Kooperationen mit Konkurrenten, so genannte Koopetitionen, eine viel versprechende Möglichkeit, um im Innovationswettbewerb durch synergetische Effekte einzigartige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und anzubieten. Vorangegangene Studien legen jedoch nahe, dass der Wettbewerb zwischen den Partnern den Erfolg solch koopetitiver Zusammenarbeiten erodieren lässt. Unternehmen, die diesen Zusammenhang antizipieren, versuchen mögliche negative Effekte durch vertragliche Schutzvereinbarungen und den Aufbau von Beziehungskapital weitestgehend zu verhindern. In dem vorliegenden Beitrag dokumentieren wir, wie zwei junge Hightech-Unternehmen mit diesen Maßnahmen ihre Kooperationen mit internationalen Wettbewerbern erfolgreich absichern. In einem Fall können die Unternehmen auf bereits vor der Zusammenarbeit etabliertes, belastbares Beziehungskapital zurückgreifen und auf vertragliche Schutzvereinbarungen verzichten. In einem zweiten Fall nutzen die Unternehmen formale Verträge und die dem Vertragsschluss vorausgehenden Verhandlungen, um Unsicherheit zu reduzieren und Beziehungskapital zu bilden. Wir belegen empirisch den Einfluss von Beziehungskapital und formaler Schutzvereinbarungen und leiten Empfehlungen für das Management von Koopetitionen ab.

Berit Egge (verh. Wilckens), Dirk Müller

Organisationale Kooperationsfähigkeit – Wie Gründer die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens nachhaltig steigern können

Zur Anbahnung und Gestaltung wertschaffender inter-organisationaler Beziehungen entwickeln erfolgreiche Unternehmen eine organisationale Kooperationsfähigkeit ([13]; [25]). Unabhängig vom Kontext und der Konzeptualisierung dieser Fähigkeit (z. B. Allianzfähigkeit, Netzwerk-Kompetenz) besteht in der Literatur Einigkeit in Bezug auf deren Erfolgsrelevanz ([30]; [23]; [26]).

Über die Entstehung einer solchen organisationalen Fähigkeit ist hingegen bisher nur wenig bekannt. Die vorliegende Fallstudie soll einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke leisten, indem sie die Etablierung von Kooperationsfähigkeit am Beispiel zweier junger technologieorientierter Unternehmen beschreibt. Dabei zeigt sich, dass vornehmlich das Verhalten des Unternehmensgründers maßgeblich für den Aufbau von Kooperationsfähigkeit ist.

Claudio Heitkamp, Anke Rasmus

Multi-Channel-Vertrieb: Eine Erfolgsstrategie für privatwirtschaftliche Spin-outs

Für junge, technologieorientierte Unternehmen ist der Vertrieb ihrer innovativen Produkte von größter Bedeutung, um langfristig in den von ihnen fokussierten Märkten zu überleben. Mittels der Ausgestaltung des Vertriebskanalsystems kann das Manage-ment eines jungen Unternehmens aktiv Einfluss auf den Absatzerfolg der Produkte und den Fortbestand des Unternehmens im Markt nehmen. Unter den möglichen Vertriebskanal-Designvarianten stellt insbesondere ein multiples Vertriebskanalsystem ein vielversprechendes Distributionsdesign dar, um das von jungen Unternehmen aufgrund ihrer „liability of newness“ erhöhte Risiko zu scheitern zu reduzieren. In dem vorliegenden Beitrag wird aus Sicht eines privatwirtschaftlichen Spin-outs beschrieben, warum die Multi-Channel-Strategie als eine Erfolgsstrategie für junge Unternehmen anzusehen ist.

Nora Otte

Strategisches Gründungsmanagement und institutionelle Gründungsförderung

Frontmatter

Conaris Research Institute AG

Für junge Biotechnologieunternehmen, deren Geschäftsmodell auf der kommerziellen Entwicklung von Wirkstoffen basiert, steht in jeder Phase ihrer Arbeit viel auf dem Spiel. Forschungs- und Entwicklungsausgaben in der klinischen Phase können sehr schnell die Millionengrenze überschreiten. Die Frage nach einer geeigneten Finanzierungsstrategie ist damit elementar für den Erfolg eines Unternehmens. Sollten bspw. Kapitalgeber akquiriert und damit die Entwicklung eines potentiellen Wirkstoffkandidaten in Eigenregie fortgesetzt oder sollte hinsichtlich potentieller Risiken möglichst frühzeitig, d. h. noch vor Beginn der klinischen Phase an ein großes Pharmaunternehmen auslizenziert werden. Im Kern geht es also um eine Risikoabschätzung für den besten Zeitpunkt der Auslizenzierung. Diese Entscheidung hatte auch das junge Unternehmen Conaris hinsichtlich der Entwicklung eines Wirkstoffes gegen chronisch entzündliche Darmkrankheiten zu treffen.

Dirk Bickmann, Inga Niemann, Maik Kehlbeck

TENIRS

Mit ihrer innovativen Technologie zur Messung und Optimierung der Stoffzusammensetzung trüber Flüssigkeiten bietet TENIRS potentielle Problemlösungen für unterschiedliche Anwendungsgebiete. Die Fallstudie zeigt die Entwicklung der Technologie für den Einsatz an Biogasanlagen auf. Neben dem Hintergrund der Unternehmensgründung werden die Situation im dynamischen Biogas-Markt und das Wettbewerbsumfeld in der Mess- und Regelungstechnik dargestellt. Darüber hinaus wird die Bedeutung von Kooperationen für junge Technologie-Unternehmen verdeutlicht, insbesondere hinsichtlich der Einbindung von Pilotkunden bei der Entwicklung eines marktreifen Produktes.

Steffen Hoffmann, Maria Saev, Natalie Wehlert

Campus Suite

Die Campus Suite ist ein Unternehmen aus der Systemgastronomie, das seit Gründung ein rasantes Wachstum verzeichnet und ihr „Lifestyle-Konzept“ erfolgreich an norddeutschen Hochschulstandorten etabliert hat. Neben dem vielfältigen Angebot und der hohen Qualität zu studentischen Preisen tragen vor allem die Branchenerfahrung und das soziale Netzwerk der Gründer zu dem Unternehmenserfolg bei. In der Fallstudie werden die zentralen Erfolgsfaktoren thematisiert sowie auch die Grenzen, an welche ein schnell wachsendes Unternehmen stoßen kann. Mit Franchising und weiteren strategischen Entscheidungen zum Geschäftsmodell wird aufgezeigt, wie die Campus Suite sich den mit dem Wachstum verbundenen Herausforderungen stellt.

Markus Kubach, Cornelius Seidler, Patrick Vosshall

Campus Suite in 2011

Aufbauend auf dem vorangegangenen Beitrag zeigt die Fallstudie die Weiterentwicklung der Campus Suite in den folgenden Jahren auf. Dabei werden zunächst strategische Entscheidungen zur Anpassung interner Strukturen und Prozesse dargestellt, mit denen das Unternehmen den wachstumsbasierten Herausforderungen begegnet. Zum anderen wird auf die Bedeutung von lokalen Partnern bei der Erschließung ausländischer Märkte eingegangen. Weiterhin werden die Erfahrungen aus der Franchising-Pilotphase sowie die daraus resultierenden Anpassungen des Franchise-Konzeptes erläutert. Abschließend werden Strategien der Marktentwicklung erörtert, die das zukünftige Wachstum und den Erfolg der Campus Suite fortführen sollen.

Petra Dickel

Regionale akademische Gründungsförderung in Schleswig-Holstein -Ergebnisse und Implikationen der Evaluation der I-SH-Gründerstipendien

Im bundesweiten Vergleich nimmt Schleswig-Holstein bei den High-Tech-Gründungen einen Platz im Mittelfeld ein. Gründungen aus Hochschulen und öffentlichen Forschungsinstituten sowie von Absolventen sind ein Ansatzpunkt, um technologie- bzw. wissensorientierte Gründungen zu stimulieren und damit innovatives akademisches Gründerpotential in Schleswig-Holstein zu heben. Absolventenstipendien auf Bundes- und Landesebene bieten Unterstützung bei der Vorbereitung zumeist innovativer technologieorientierter und wissensbasierter Gründungsvorhaben. Ähnliche Förderungsschwerpunkte und regionale Flexibilität der Stipendiaten führen zu einem bundesweiten Wettbewerb um das innovative akademische Gründungspotential. Vor diesem Hintergrund ist eine Diskussion zu führen, ob Schleswig-Holstein nach der Auflösung der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein und dem damit einhergehenden Wegfallen der I-SH-Gründerstipendien ein neues eigenes landesspezifisches Absolventenstipendium benötigt und wenn ja, wie dieses aussehen könnte. Die Evaluation der I-SH-Gründerstipendien, deren Ergebnisse und Implikationen sollen zu dieser Diskussion beitragen. Sie bilden den Hauptteil dieses Beitrages.

Dirk Ludewig, Grit Müller, Stefanie Jordt
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