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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen der Analyse Familialer Entscheidungen

Kapitel 1. Problemstellung und methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
Die vielleicht bedeutsamsten Wandlungen der familialen Verhaltensweisen in den vergangenen Jahrzehnten in den entwik-kelten Industriegesellschaften sind durch eine erhebliche Verlangsamung des Bevölkerungswachstums bzw. einen Rückgang der Geburtenzahl und eine Zunahme der Erwerbstätigkeit der Ehefrauen gekennzeichnet. Die daraus folgende negative Korrelation zwischen Fertilität und Erwerbstätigkeit ist als eine der wichtigsten und stabilsten Fakten familialen Verhaltens und als theoretisch höchst plausibel bezeichnet worden.l) Allerdings ist die kausale Interpretation zeitgleicher Korrelation zunehmend umstritten, wenn auch in vielen Studien von Wechselwirkungen zwischen beiden Variablen ausgegangen wird.2)
Klaus F. Zimmermann

Kapitel 2. Die Familie in der Bundesrepublik Deutschland: Strukturen und Trends 1960 – 1979

Zusammenfassung
Die Entwicklung der Familie im Rahmen des wirtschaftlichen. und sozialen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland ist in den vergangenen Jahren stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Durch Beschluß des Deutschen Bundes-tages vom 23. Juni 1965 ist die Bundesregierung aufgefordert, regelmäßig über die Lage der Familien in der Bundesrepublik Deutschland zu berichten. Inzwischen liegen drei Familienberichte vor.1) Die Berichterstattung bietet jeweils Anlaß zur Diskussion der familienpolitischen Grundsätze der Bundesregierung und der Parteien.
Klaus F. Zimmermann

Kapitel 3. Ökonomische Theorien familialer Entscheidungsprozesse

Zusammenfassung
Familiale Entscheidungen, seien sie ökonomischer oder nichtökonomischer Art, fallen in einem komplexen Geflecht von Beziehungen, das von biologischen, soziologischen, medizinischen, psychologischen, politischen, demographischen wie ökonomischen Faktoren beeinflußt wird. Diese komplizierten Ursache-Wirkungszusammenhänge verbieten monokausale Erklärungen und legen interdisziplinäre Ansätze zur Analyse des Untersuchungsgegenstandes nahe. Isolierte Ansätze der einzelnen Disziplinen sind somit als Vorarbeiten zu einem Gesamtansatz zu verstehen.
Klaus F. Zimmermann

Backmatter

Fertilität und Arbeitsangebot im Entscheidungsgeflecht der Familie: Theorie und Probleme der Formulierung der Empirischen Forschungsstrategie

Kapitel 4. Dualitätstheorie, Haushaltsproduktion und Staatsaktivität: Eine theoretische Analyse des allgemeinen familialen Entscheidungsprozesses mit nichtlinearen Budgetrestriktionen

Zusammenfassung
Die Modellierung familialer Entscheidungsprozesse ist komplex, sofern man die üblichen vereinfachenden Annahmen über lineare Restriktionen aufgeben und die Effekte der Haushaltsproduktion in die Analyse einbeziehen will. Der zu entwickelnde Modelltyp für die Planung des Ehelebenszyklus geht von einer zu bildenden vollständigen Familie aus. Der Familienzyklus ist Teil des Ehelebenszyklus. Während des Familienzyklus werden die Auflösungsprozesse Scheidung, Trennung und Tod ausgeschlossen. Für die Ehe steht die Gesamtzeit T zur Verfügung, die für beide Partner auf Hausarbeitszeit (h i) und vermarktete Arbeitszeit (l i) aufgeteilt wird:
$$T = {h_i} + {l_i} i = 1,2$$
(4.1)
Die Lebenserwartung ist annahmegemäß für beide Partner gleich und exogen gegeben. Die Aufteilung gemäß Gleichung (4.1) unterliegt keinen institutionellen Restriktionen.
Klaus F. Zimmermann

Kapitel 5. Probleme der Umsetzung modelltheoretischer Überlegungen in eine empirische Forschungsstrategie und Stand der empirischen Forschung

Zusammenfassung
Wie nützlich ist das Modell der Haushaltsproduktionstheorie für empirische Untersuchungen? Läßt sich die Strukturform identifizieren, ist sie gar überflüssig in dem Sinne, daß sie sich aus der reduzierten Form direkt ermitteln läßt? Flaig (1983, S.128ff, insbesondere S.142f) bestreitet die grundsätzliche Möglichkeit begründbarer interdependenter Systeme auf der Mikroebene. Das System (4.39), bzw. sein Spezialfall
$$Z = g(q,y*)$$
(4.10)
$$q = m(\tilde{P},Z)$$
(4.24)
$$\tilde{x} = \tilde{f}(\tilde{P},Z)$$
(4.23)
ist ein natürliches Gegenbeispiel. (Dieses System wird rasch komplex interdependent, wenn man ein progressives Steuersystem oder endogene Humankapitalbildung zuläßt, da dann \(\tilde{P}\) und y* von \(\tilde{X}\) abhängen.1)) (4.10), (4.23) und (4.24) soll als die Strukturform des Haushaltsoptimierungsproblems verstanden werden. Von Vorteil ist unter den getroffenen Annahmen, daß nur Z und q interdependent sind. Entscheidend dafür ist ∂q/ ∂Z=B0. Dies gilt nicht, sofern keine Verbundproduktion vorliegt. (Vgl. Abschnitt 4.3) Dann ist wegen \(\partial q/\partial \tilde{P} = (\partial \tilde{X}/\partial Z)' = E\) die Struktur von (4.24) bereits durch (4.23) bestimmt.
Klaus F. Zimmermann

Kapitel 6. Ein intertemporales familiales Entscheidungsmodell

Zusammenfassung
Ziel dieses Kapitels ist es, ein kleines Modell zu entwickeln, das die wichtigsten Aspekte familialer Entscheidungen reflektiert, und das als Referenzmodell für die empirischen Untersuchungen dienen kann. Unterstellt wird ein rationaler Haushalt, der dem Konzept der intertemporalen Nutzenmaximierung folgt und über drei Aktivitäten entscheidet: Ein Konsumgut C, Freizeit F und Kinder K. Bevor diese Aktivitäten Nutzen stiften, müssen Ressourcen eingesetzt werden, wobei dieser Prozeß zu einer nichtlinearen Budgetrestriktion führt. Im Falle einer progressiven Besteuerung erhöht sich die Komplexität des Constraints.
Klaus F. Zimmermann

Backmatter

Empirische Mikroanalyse: Familiale Entscheidungen im Lebenszyklus

Kapitel 7. Datenmaterial und statistische Analysekonzepte

Zusammenfassung
Ziel dieses Teils der Arbeit ist eine vergleichende Studie zentraler Aspekte der familialen Entscheidungen bezüglich der Erwerbstätigkeit der Ehefrau und ihrer Fertilität, die einen längeren Zeitraum auf der Mikroebene erfaßt und es ermöglicht, die Konsistenz und die Stabilität der gefundenen Relationen zu prüfen. Ein denkbarer und wünschenswerter Ansatz wäre die Verfolgung einer Alterskohorte etwa über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren. Eine günstige Datenbasis ergäbe sich auch bei Existenz eines kürzeren. Panels oder zumindest der wiederholten Verwendung eines Standardfrageprogramms bei unterschiedlichen Stichproben.
Klaus F. Zimmermann

Kapitel 8. Humankapital, Familiengröße und Erwerbsbeteiligung: Vergleichende Analysen für Datenerhebungen zwischen 1969 und 1980

Zusammenfassung
In den Kapiteln 8 und 9 werden die in Abschnitt 7.1 beschriebenen Datensätze des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (1969/70), des Zweiten Familienberichts (1973), einer Studie zum Bildungs- und Weiterbildungsverhalten (1975) und der ersten Welle der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS 1980) verwendet. Alle Datensätze enthalten vollständige Angaben zum Bildungs- und Ausbildungsgang der Ehepartner, zum Alter und der Konfession der Frau sowie zu der Größe des Wohnortes, in dem die Familie lebt. Damit kann in einer vergleichenden Analyse der Kern des familienökonomischen Modells abgebildet werden. Es wird im Abschnitt 8.2 ein gemeinsames Grundmodell geschätzt, das die Erwerbsbeteiligung der Frau (E) und ihre Fertilität (F) im Ablauf des Lebenszyklus als Funktion des Lebensalters der Frau (AL), des Humankapitals von Mann (AM) und Frau (AF), der Konfession der Frau (REL) und der Gemeindegrößenklasse (GG) darstellt.
Klaus F. Zimmermann

Kapitel 9. Rationalität, Rationierung und Präferenzen

Zusammenfassung
In diesem und den folgenden Teilen des Kapitels 9 werden einige Spezialprobleme untersucht, soweit dies anhand der Angaben in einzelnen Datensätzen möglich ist. Systematische Vergleiche sind wegen den sehr unterschiedlichen Frageprogrammen ausgeschlossen. Dennoch wird in diesen Untersuchungen eine Chance gesehen, die Gültigkeit des familienökonomischen Modells weiter zu prüfen.
Klaus F. Zimmermann

Backmatter

Empirische Makroanalyse: Dynamische Modelle und Gewohnheitsbildung

Kapitel 10. Kausalanalyse und Datenmaterial

Zusammenfassung
In der Regressionsanalyse dynamischer Systeme sind inzwischen zwei prinzipielle Ausrichtungen etabliert: Der Zeitreihenansatz (ZA) und das dynamische strukturelle ökonomische Modell (struktureller Ansatz — SA). Der strukturelle Ansatz steht in direktem Bezug zu einer formulierten ökonomischen Theorie. Der Zeitreihenansatz ist dagegen zunächst der Versuch, eine Zeitreihe oder den Vektor von Zeitreihen als dynamischen stochastischen univariaten Prozeß oder als entsprechenden Vektorprozeß statistisch zu beschreiben. Während im strukturellen Ansatz sehr präzise Restriktionen eingehalten werden müssen,1) die im Rahmen dynamischer Systeme zu sehr komplizierten Spezifikationsvorschriften für die Schätzung führen können,2) kann der Zeitreihenansatz insbesondere bei Untersuchung vektorieller Prozesse als explorativer Ansatz verstanden werden, und paßt insofern zu der in dieser Arbeit gewählten Forschungskonzeption der empirischen Analyse. Allerdings besteht zwischen der Strukturform linearer dynamischer Modelle (dem SA) und dem Zeitreihenansatz (ZA) über die finale Form des SA ein direkter, auch empirisch nutzbarer Zusammenhang. SA und ZA sind somit keine Gegensätze. Von großer Bedeutung für die empirische Anwendung ist auch, daß sich vektorielle stochastische Prozesse in univariate stochastische Prozesse zerlegen lassen.
Klaus F. Zimmermann

Kapitel 11. Empirische Ergebnisse

Zusammenfassung
Grundlage der empirischen Analyse dieses Abschnitts sind die in Abschnitt 10.2 beschriebenen Zeitreihen des Fertilitätsindexes (FI) und des Erwerbstätigkeitsindexes (FE). Eine Transformation der Form
$$F = \Delta \log FI$$
$$E = \Delta \log EI$$
erwies sich als hinreichend, um Stationarität zu erzielen. Der Differenzenoperator steht dabei für erste Differenzen. Eine Analyse der Zeitreihen mit Hilfe des partiellen Autokorrelogrammes zeigte, daß eine maximale Lag-Länge von 8 Perioden für univariate Prozesse als ausreichend angesehen werden kann. Diese Ordnung des Prozesses wurde auch für die bivariaten Untersuchungen a priori vorgegeben. Um Vergleiche zu ermöglichen, ist die bivariate Kausalitätsanalyse sowohl nach dem Verfahren von Hsiao (im folgenden Strategie I) wie nach dem in Abschnitt 10.1 vorgeschlagenen Verfahren (im folgenden Strategie II) vorgenommen worden.
Klaus F. Zimmermann

Backmatter

Familienpolitik und Ökonomie: Welche Entscheidungsalternativen Hat der Staat?

Kapitel 12. Instrumente und theoretische Wirkungsanalyse

Zusammenfassung
Für die seit einigen Jahren andauernde familien- und bevölkerungspolitische Diskussion in der Bundesrepublik Deutschland sind folgende empirische Befunde wesentlich:
a)
Die Nettoreproduktionsrate — sie gibt an, inwieweit bei gegebenen altersspezifischen Geburten — und Sterblichkeitsraten eine Frauengeneration durch die von diesen Frauen geborenen Mädchen ersetzt wird — ist von 1,17 im Jahre 1965 auf 0,67 im Jahre 1981 abgesunken und liegt damit weit unter der zur Bestandserhaltung erforderlichen Zahl von 1. Modellrechnungen lassen einen Rückgang der Gesamtbevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland von 61,55 Mill am 1.1.1983 auf ca. 59,14 Mill. im Jahre 2000 und auf ca. 45,74 Mill im Jahre 2030 als möglich erscheinen.1)
 
b)
Die Erwerbsquote verheirateter Frauen im Alter von 15–45 Jahren ist in allen Altersklassen deutlich angestiegen. Ermittelt man zur Bereinigung von Altersstruktureffekten die Erwerbsquote dieser Gruppe als arithmetisches Mittel der (in den Statistischen Jahrbüchern) in. Fünfjahresschritten vorliegenden altersspezifischen Quoten, so erhält man für 1965 43,6%, für 1982 56,5%. Die Arbeitslosenquote für alle Frauen betrug 1965 noch 0,5% (Männer: 0,7%), 1983 dagegen 10,1% (Männer: 8,4%). Frauen haben somit heute ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko, wobei die Problematik der „versteckten“ — d.h. nicht erfaßten — Arbeitslosigkeit noch gar nicht berücksichtigt ist.
 
c)
Es besteht weitgehend Übereinstimmung darüber, daß die finanzielle Situation der Familien im Vergleich zu Ehepaaren ohne Kinder mit sonst gleichen Charakteristika ein Mißverhältnis aufweist. Trotz zahlreicher staatlicher Förderungsmaßnahmen müssen nach einer Schätzung des Dritten Familienberichts die Familien 73% der Aufwendungen für die nachwachsende Generation selbst tragen. Der sich durch eine Berufsaufgabe der Frau ergebende Einkommensverzicht wurde in dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt. Es gibt ferner Belege, daß sich diese Situation in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert hat.l)
 
Klaus F. Zimmermann

Kapitel 13. Empirische Ergebnisse

Zusammenfassung
Die empirischen Untersuchungen beschäftigen sich mit zwei speziellen Fragestellungen. Einmal geht es um die Erfolgschance einer Politik, junge Mütter durch Zahlung eines Transfers (Erziehungsgeld) zur temporären Aufgabe ihrer erwerbstätigkeit zu bewegen, damit sie sich ihrer Familie widmen können. Die hier interessierenden Fragen sind, welche Geldmittel eingesetzt werden müssen, um eine bestimmte Austrittswahrscheinlichkeit zu erreichen und welche Charakteristika die ausscheidenden Frauen aufweisen. Zum anderen soll der Frage nachgegangen werden, welche alternativen familienpolitischen Maßnahmen die größten Erfolgschancen für eine Beeinflussung des generativen Verhaltens besitzen. Die Qualität der Antworten auf diese Fragen hängt sehr stark von dem verfügbaren Datenmaterial ab. Beide Fragenkomplexe werden mit (verschiedenen) Mikrodatensätzen untersucht. Das Datenmaterial ist überwiegend nichtstetig oder klassifiziert. Dies gilt insbesondere für die verwendeten endogenen Variablen, so daß sich zur Analyse wieder log-lineare Wahrscheinlichkeitsmodelle anbieten.1)
Klaus F. Zimmermann

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