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Family Corruption in Business and Public Administration

Parents, Spouses, and In-Laws in Illicit Transactions

  • Open Access
  • 2026
  • Open Access
  • Buch

Über dieses Buch

Dieses Open-Access-Buch untersucht die komplizierte Verbindung zwischen Familie und Korruption sowohl in der Wirtschaft als auch in der Regierung. Während Korruption üblicherweise als sozial schädliches und ethisch falsches Phänomen charakterisiert wird und Familie typischerweise als grundlegend für den sozialen Zusammenhalt angesehen wird, argumentiert dieses Buch, dass sich diese Konstrukte in realen Situationen häufig überschneiden. Verwandtschaftsbeziehungen funktionieren oft nicht nur als Quellen emotionaler Solidarität, sondern auch als Kanäle, die illegale Transaktionen und die Veruntreuung von Ressourcen ermöglichen. Von kleinerer Vetternwirtschaft bis hin zur Vereinnahmung durch den Staat im großen Stil bestimmen Familienbeziehungen häufig, wie Korruption organisiert, gerechtfertigt und aufrechterhalten wird. Ausgehend von interdisziplinären Theorien und Fallbeispielen entwickelt dieses Buch eine dringend benötigte Theorie der Korruption in der Familie. Indem sie die herkömmliche Dichotomie in Frage stellt, die Familie von formalen Institutionen trennt, zeigt die Analyse, wie tief familiäre Beziehungen in alltägliche gesellschaftliche Ordnungen eingebettet sind, universalistische Normen verdrängen und rationale bürokratische Überlegungen überwiegen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Chapter 1. Introduction

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel vertieft sich in das komplexe Wechselspiel zwischen Familiendynamik und Korruption und enthüllt, wie Familienbande korrupte Praktiken erleichtern und aufrechterhalten können. Sie untersucht verschiedene Formen der Korruption in der Familie, von Vetternwirtschaft auf niedriger Ebene bis hin zu großen Korruptionsprogrammen, und untersucht ihre sozialen Auswirkungen. Der Text führt einen konzeptionellen Rahmen für das Verständnis von Korruption in der Familie ein und unterscheidet fünf Arten, die auf der Position der Familienmitglieder, den Motivationen der Akteure und Koordinationsmechanismen beruhen. Sie stellt auch die vorherrschende utilitaristische Sicht der Korruption in Frage und betont die Bedeutung sozialer Beziehungen bei korrupten Transaktionen. Das Kapitel schließt mit der Hervorhebung der einzigartigen Widerstandskraft und der Folgen der familiären Korruption aufgrund der Tiefe, Dauerhaftigkeit und normativen Kraft verwandtschaftlicher Bindungen.
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  2. Chapter 2. Family, Corruption, and Family Corruption

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel bietet eine soziologische Analyse der Familie als grundlegender sozialer Einheit und untersucht ihre Verbindung zur Korruption. Es beginnt mit einem Überblick über die Konzepte und Funktionen der Familie und diskutiert, wie Verwandtschaftsbeziehungen komplexe Netzwerke von Intimität, Macht und wirtschaftlichem Austausch bilden. Das Kapitel wendet sich dann dem Konzept der Korruption zu und kontrastiert utilitaristische und konstruktivistische Ansätze, bevor es einen neuen soziologischen Rahmen präsentiert. Schließlich untersucht er das Konzept der Korruption in der Familie - die Konvergenz von Familien- und Korruptionspraktiken - als ein untertheoretisches, aber global allgegenwärtiges Phänomen. Ausgehend von klassischen soziologischen Dichotomien kritisiert das Kapitel die gängige Ansicht, dass das Eindringen der Familie in das öffentliche und organisatorische Leben von Natur aus zu Korruption führt. Stattdessen tritt sie für ein differenzierteres Verständnis der Korruption in der Familie ein und betont die komplexen und oft fließenden Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Bereich. Das Kapitel behandelt auch die Rolle der Familie bei wirtschaftlichen Aktivitäten, Konflikten und Gewalt sowie die rechtlichen Aspekte der Familiendynamik. Abschließend werden traditionelle Dichotomien in Frage gestellt und ein neuartiger soziologischer Rahmen für das Verständnis von Korruption in der Familie präsentiert, der eine umfassende Analyse der Schnittmenge zwischen familiären Dynamiken und korrupten Praktiken bietet.
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  3. Chapter 3. Family for Corruption

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel befasst sich mit dem Phänomen Familie für Korruption, wo Familienbande strategisch genutzt werden, um die Transaktionskosten im Zusammenhang mit korrupten Börsen zu senken. Anhand überzeugender Fallstudien wird gezeigt, wie Vertrauen in Familienbeziehungen illegale Aktivitäten erleichtert und einen verlässlichen Schutz vor Opportunismus bei hochriskanten, nicht vertraglichen Geschäften bietet. Das Kapitel untersucht verschiedene Formen der familiären Verwicklung in Korruption, einschließlich Familienmitglieder, die als Agenten, Makler oder Bürgen fungieren, und beleuchtet den instrumentellen Einsatz von Familie für finanziellen Gewinn. Sie untersucht auch die Geschlechterdynamik innerhalb dieser korrupten Arrangements und fordert weitere Forschungen zu wenig erforschten Bereichen wie Verwandtschaftsstrukturen und dem rationalen Kalkül, das dahinter steckt, Familie als risikoarme, kostengünstige Infrastruktur für illegale Geschäfte zu nutzen. Das Kapitel schließt mit der Betonung der Notwendigkeit eines tieferen Verständnisses, wie rationales Kalkül die Entscheidungen der Akteure beeinflusst, wenn sie Familie bei korrupten Transaktionen strategisch einsetzen.
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  4. Chapter 4. Corruption for Family

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel vertieft sich in das Konzept der Korruption in der Familie, bei der Einzelne ihre formale Position nutzen, um Verwandte zu begünstigen, angetrieben von familiären Normen und Verwandtschaftsverpflichtungen. Anhand von Fällen aus Strafverfolgungsbehörden, Grenzkontrollen und globalen Bürokratien argumentiert das Kapitel, dass derartige Korruption gesellschaftlich integrativ ist und familiäre Intimität, Reputation und Verpflichtungen stärkt. Die Analyse ordnet dieses Phänomen in einen funktionalistischen Rahmen ein und zeigt, wie Korruption in der Familie latenten sozialen Funktionen wie Zusammenhalt, Solidarität und symbolischem Kapital dienen kann. Das Kapitel untersucht auch das Spannungsverhältnis zwischen universellen Werten und partikularistischen Loyalitäten und zeigt auf, wie familiäre Verpflichtungen formale Organisationsregeln und Rechtsvorschriften außer Kraft setzen können. Zu den Schlüsselthemen zählen der Skandal um Fahrkartenmanipulationen in der NYPD, die Rolle von Familiennormen bei der Korruption und die funktionalistischen Erklärungen von Korruption für die Familie. Das Kapitel schließt mit dem Hinweis, dass Korruption für Familien moralische Grenzen verwischt und eine mächtige, aber übersehene Form alltäglicher Korruption mit tiefen sozialen Wurzeln darstellt.
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  5. Chapter 5. Corruption for Survival through Family

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel befasst sich mit der komplizierten Dynamik der Korruption, die durch Familiennetzwerke in Kontexten ermöglicht wird, in denen formale Institutionen schwach oder dysfunktional sind. Darin wird untersucht, wie informelle Institutionen wie Blat in Russland und Guanxi in China als Reaktionen auf Knappheit, bürokratische Rigidität oder systemische Ineffizienzen entstehen. Das Kapitel veranschaulicht anhand ethnografischer Beispiele aus Ungarn, postsowjetischen Staaten und China, wie familiäre Korruption unter dem Vorwand des Systemversagens normalisiert und moralisch gerechtfertigt wird. Sie unterstreicht die Rolle der Familien als primäre Akteure der Sozialisierung und vermittelt informelle Normen und Strategien auf Makroebene, die es Individuen ermöglichen, innerhalb fehlerhafter formaler Systeme zu navigieren und zu überleben. Das Kapitel untersucht auch die Konvergenz von Korruption, Informalität und Familie als miteinander verflochtene soziale Arrangements, die umfassendere informelle Institutionen widerspiegeln und reproduzieren, die den Alltag bestimmen. Anhand detaillierter Fallstudien wird aufgezeigt, wie diese informellen Netzwerke als Überlebenswerkzeuge funktionieren und Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie Arbeitsplätzen, Gesundheitsversorgung und Wohnraum bieten. Das Kapitel schließt mit der Erörterung der sozialen Funktionen von Korruption in der Familie, einschließlich der Beseitigung institutioneller Defizite auf Makroebene und der Förderung gesellschaftlicher Normen.
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  6. Chapter 6. Corruption for the Family Firm

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel taucht in die komplexe Welt der Korruption innerhalb von Familienunternehmen ein und zeigt, wie ihre hybride Struktur - die formale Geschäftssysteme mit informeller Familiendynamik kombiniert - die Korruptionsrisiken erhöhen kann. Sie untersucht, wie zentralisierte Autoritäten und kulturelle Normen innerhalb dieser Firmen korrupte Praktiken koordinieren können, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem koreanischen Chaebol-System als zentraler Fallstudie liegt. Das Kapitel untersucht, wie Erbschaftskonflikte, schwache interne Kontrollen und politische Absprachen zu einer Form von Familienkorruption führen können, die als Vereinnahmung durch den Staat bekannt ist und über die typische korrupte Organisation hinausgeht. Außerdem wird diskutiert, wie Familienunternehmen trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und ethischen Ambitionen aufgrund ihrer Struktur, Führungsmuster und familiären Loyalität besonders anfällig für Korruption sind. Das Kapitel enthält eine detaillierte Analyse der Koordinierungsmechanismen, die Korruption innerhalb von Familienunternehmen begünstigen, einschließlich zentralisierter Macht und einer korrupten Organisationskultur. Sie untersucht auch das Phänomen der Vereinnahmung des Staates durch Familienunternehmen, wo mächtige Akteure den politischen Entscheidungsprozess manipulieren, um ihren Interessen zu dienen. Das Kapitel schließt mit der Diskussion der einzigartigen Herausforderungen und Dynamiken der Korruption innerhalb von Familienunternehmen und bietet wertvolle Erkenntnisse für Fachleute in den Bereichen Corporate Governance, Compliance und Unternehmensethik.
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  7. Chapter 7. Dynastic State Capture

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel befasst sich mit dem Konzept der dynastischen Vereinnahmung durch den Staat, einer Form der großen Korruption, bei der eine einzige Familie die staatlichen Institutionen dominiert, um politische Macht in privaten Reichtum umzuwandeln. Am Beispiel Ungarns unter Ministerpräsident Viktor Orbán untersucht das Kapitel, wie familiäre Netzwerke formale Autorität mobilisieren, Rechtssysteme manipulieren und sich zur Umleitung öffentlicher Ressourcen sowohl auf offizielle Kanäle als auch auf informelle Verbindungen stützen. Das Kapitel untersucht auch den historischen und theoretischen Kontext von Patrimonialismus und Neopatrimonialismus und hebt das Wiederaufleben dieser Praktiken in zeitgenössischen Regierungen hervor. Er diskutiert die Unternehmungen der Orbán-Familie und ihre Verbindungen zur politischen Landschaft Ungarns und veranschaulicht, wie die Vereinnahmung durch den dynastischen Staat demokratische Institutionen untergräbt und dauerhafte Familienreiche festigt. Das Kapitel schließt mit der Betonung der Notwendigkeit weiterer Forschung, um die Variationen und Implikationen staatlicher Vereinnahmung zu verstehen, insbesondere im Kontext der dynastischen Vereinnahmung von Staaten.
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  8. Chapter 8. Policy Implications of Family Corruption

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel vertieft sich in die komplexe Welt der Familienkorruption und untersucht, wie sie sich auf Mikro-, Mezzo- und Makroebene der Gesellschaft manifestiert. Er identifiziert fünf Arten von Korruption in der Familie und analysiert die Wirksamkeit verschiedener politischer Maßnahmen, von oben nach unten bis unten und von innen nach außen. Das Kapitel kommt zu dem Schluss, dass einheitliche Strategien häufig unzureichend sind und dass Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung Loyalitäten zwischen Verwandten, soziale Normen, organisatorische Zusammenhänge und soziale Kräfte auf Makroebene berücksichtigen müssen. Außerdem werden die einzigartigen Herausforderungen untersucht, die sich aus der Korruption innerhalb der Familie in verschiedenen Kontexten ergeben, wie Familienunternehmen und die Vereinnahmung durch dynastische Staaten. Das Kapitel vermittelt ein differenziertes Verständnis der Korruption in der Familie und bietet Einblicke, wie Antikorruptionspolitiken auf ihre einzigartige Dynamik zugeschnitten werden können.
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  9. Chapter 9. Concluding Remark

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    David Jancsics
    Dieses Kapitel vertieft sich in die komplizierte Beziehung zwischen Familienstrukturen und korrupten Praktiken und präsentiert einen neuartigen theoretischen Rahmen, um dieses Phänomen zu verstehen. Sie führt eine fünffache Typologie von Familienkorruption ein, darunter "Familie für Korruption", "Korruption für Familie", "Korruption für das Überleben durch Familie", "Korruption für das Familienunternehmen" und "dynastische Vereinnahmung durch den Staat". Jeder dieser Typen wird durch verschiedene theoretische Linsen erforscht, wie etwa durch neue institutionelle Ökonomie, Soziologie, Anthropologie und Unternehmenskriminalität. Der Text diskutiert auch die unterschiedlichen Analyseebenen, von zwischenmenschlichen Beziehungen auf Mikroebene bis hin zu institutionellen Strukturen auf Makroebene. Darüber hinaus unterstreicht er die politischen Implikationen des Verständnisses dieser vielfältigen Formen von Familienkorruption und betont die Notwendigkeit maßgeschneiderter Antikorruptionsstrategien, die die spezifischen Muster und Logiken von Verwandtschaft berücksichtigen. Das Kapitel schließt mit der Betonung der Bedeutung zukünftiger empirischer Forschung zur Validierung und Erweiterung dieses Rahmens, wobei letztendlich das Ziel verfolgt wird, die Untersuchung der Korruption in der Familie über individuelle Motivationen hinaus in die tieferen sozialen Strukturen zu verlagern, die sie aufrechterhalten.
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Titel
Family Corruption in Business and Public Administration
Verfasst von
David Jancsics
Copyright-Jahr
2026
Electronic ISBN
978-3-032-08298-5
Print ISBN
978-3-032-08297-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-032-08298-5

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