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21.09.2018 | Fassade | Im Fokus | Onlineartikel

Fassadensanierung am Haus der Statistik

Autor:
Christoph Berger

Seit 2008 steht das Haus der Statistik in Berlin Mitte leer. Nun soll es saniert werden, mitsamt der Fassade. Für diese war ein Wettbewerb ausgeschrieben worden, dessen Gewinner Ende August 2018 bekanntgegeben wurde.

Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) zeichnet sich verantwortlich für die Herrichtung und Sanierung des Hauses der Statistik. Das Gebäude entstand von 1968 bis 1970 als dreiteiliger sowie neun- bis zwölfgeschossiger Stahlskelettbau. Gebaut worden war es für die Zentralverwaltung für Statistik der DDR. Es wurde jedoch gemischt genutzt. Außerdem gehörte es zu einem Gebäudekomplex, der aus sieben mehrgeschossigen Bauteilen und Flachbauten bestand.

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2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Sanierung von Fassaden

Ausgehend von der geschichtlichen Entwicklung der Errichtung und Gestaltung von Wohnstätten werden im Kapitel "Sanierung von Fassaden" traditionelle und aktuelle Bauweisen und Instandsetzungsvarianten für das "Gesicht des Hauses" betrachtet.


Seit 2008 steht das Haus der Statistik leer. 2017 ist es mitsamt dem 32.000 Quadratmeter großem Areal in Landeseigentum überführt worden. Und geplant ist, dass es künftig als Ort für Verwaltung, ein neues Rathaus für Mitte sowie Kultur, Bildung, Soziales und Wohnen dienen soll. Doch während für ergänzende Neubauten und Umnutzungen des Gebäudeensembles in einem kooperativen Planungsverfahren sowie damit verknüpften öffentlichen Workshops Konzepte entwickelt werden, hatte die BIM für die Fassade des Hauses der Statistik im Februar 2018 einen Fassadenwettbewerb initiiert.

Mit öffentlichen Dachgärten

Als Sieger aus dem Wettbewerb ist das Berliner Architekturbüro de+ architekten hervorgegangen. Der gekürte Entwurf sieht eine moderne Wiederherstellung der Fassade vor, farblich fast komplett in Weiß gehalten. Die Brüstungselemente werden aus Carbonbeton, Dämmkern und konstruktivem Leichtbeton konzipiert und auf die bereits bestehenden Decken montiert. Um die "Sanierung von Fassaden" geht es auch im gleichnamigen Buchkapitel des Springer-Fachbuchs "Sanierung von Fassaden, Putzen, Fugen".

Darüber hinaus ist auch ein neuer Baukörper geplant. Er soll entlang der Otto-Braun-Straße entstehen und mit einem öffentlichen Dachgarten sowie einer Grünfassade versehen werden. Ebenso sollen die Dachflächen des Bestandsgebäudes, insofern die Voraussetzungen stimmen, eine extensive Begrünung erhalten. Neubau und Bestandsgebäude werden über das Erdgeschoss mit einer Begegnungsszone verknüpft.

Bewahren des geschichtlichen Erbes

Ziel des Wettbewerbs war es einerseits, dem Haus der Statistik ein neues und modernes Gesicht zu verleihen. Andererseits wollten die Wettbewerbsausrichter, dass sich das Gebäudeensemble nahtlos in das historische und für Berlin typische Stadtbild einfügt unter Wahrung der Vergangenheit. Immerhin wären viele Menschen mit dem Gebäude als Zeugnis des DDR-Städtebaus auch emotional verbunden, so die BIM.

Die Realisierung des neuen Konzeptes soll in zwei Bauabschnitten erfolgen: Im ersten Abschnitt wird die Fassade wiederhergestellt. Da die Realisierung von Ergänzungsbauten jedoch noch unter dem Vorbehalt der bisher noch nicht erfolgten und damit noch nicht sichergestellten Finanzierung steht und außerdem die baurechtlichen Genehmigungen fehlen, soll der zweite Bauabschnitt zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. Nach derzeitigem Stand ist der Rückbau der Fassade sowie die anschließende Errichtung der neuen Fassade ab Anfang 2022 geplant. Mitte 2023 soll die neue Fassade fertig sein.

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