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Über dieses Buch

In diesem Band wird der Amazonas und sein angrenzender Regenwald in allen wichtigen Facetten dargestellt: Zum einen ist es das riesige Flusssystem selbst mit seinem Geflecht aus Weiß-, Schwarz- und Klarwasserflüssen. Aus den unterschiedlichen Wasserqualitäten resultieren enorme Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen. Zum anderen werden die Menschen beschrieben, die an diesem "Rio Mar", dem Meeres-Fluss, leben. Es sind die Caboclos, die Nachfahren der europäischen Einwanderer und der Urbevölkerung, und es sind die unterschiedlichen indigenen Völker, die sich meist an den Flussufern niedergelassen haben, da die Flüsse hier die Straßen ersetzen und überhaupt erst einen Kontakt zu anderen Menschen ermöglichen. Diese Volksgruppen sind zwar seit Generationen mit der westlichen Zivilisation in Kontakt, doch sie haben überraschenderweise auch heute noch eine Reihe bemerkenswerter Traditionen bewahrt, die hier beschrieben werden. Der Schatz der Amazonasregion sind seine Pflanzen und Tiere. Deshalb werden ausführlich die faszinierendsten Blütenpflanzen, darunter zahlreiche Heilpflanzen, Bäume, Epiphyten und Lianen unterschiedlicher Lebensräume beschrieben und mit hervorragenden Fotos illustriert. Schließlich sind es die Tiere, vor allem im und am Fluss, aber auch im angrenzenden Regenwald, die uns Europäer seit Alexander von Humboldt schon immer fasziniert haben. Hier wird nicht nur die Lebensweise der legendären Rosa-Delfine, Piranhas und Vogelspinnen erläutert, sondern auch auf eindrucksvolle Amphibien, Reptilien und Säugetiere des Urwaldes eingegangen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: Was Reisende auf ihrer Reise in den Regenwald wirklich sehen können

Zusammenfassung
Der größte Fluss der Erde hat mich schon zu meiner Studentenzeit fasziniert. Seit Ende der 1970er-Jahre habe ich immer wieder – bis heute bestimmt 30-mal – die Region zwischen Nauta in Peru und dem Mündungsgebiet westlich von Belem in Brasilien besucht. Anfangs reiste ich auch zu wissenschaftlichen Zwecken in die Amazonasregion.
Lothar Staeck

Kapitel 2. Der Amazonas – größter Fluss der Erde

Zusammenfassung
Der Amazonas ist ein Fluss der Extreme. In diesem Kapitel werden seine statistischen Daten ausführlich beschrieben. Weiterhin wird der Flussverlauf von seiner Quelle über diverse Zuflüsse bis zu seiner Mündung nachvollzogen. Die erdgeschichtliche Entwicklung dieses Flusses hat im Verlauf der letzten 25 Mio. Jahren eine unglaubliche Kehrtwendung erlebt, die sich auch heute noch vielerorts an seinen Uferprofilen ablesen lässt. Hinzu kommt, dass eine große Zahl der heute im Fluss vorkommenden Lebewesen diese Umkehrung von einer Meeresbucht zu einem Süßwasserfluss dokumentiert. Durch die jahreszeitlichen Schwankungen des Flusspegels ändert sich ständig die Morphologie der beiden Uferseiten. Sowohl am sogenannten Prallufer, das steile Ufer an der Außenseite einer Flusskrümmung, als auch am Gleitufer, das Ufer an der gegenüberliegenden Innenseite, entstanden im Verlauf der Jahre neue Landschaftsformen und Flussverläufe (vgl. Abschn. 2.4). Außerdem bilden sich während der Regenzeit typische Lebensräume heraus: die Überschwemmungswiesen (Várzeas) und die Überschwemmungswälder ( Igapós ). Diese und der trockene Hochwald (Terra-Firme) beherbergen eine spezifische Tier- und Pflanzenwelt. Schließlich gehören zu dem Flusssystem Amazonas auch Flüsse mit völlig unterschiedlicher chemischer Beschaffenheit. So gibt es Weißwasser-, Schwarzwasser- und Klarwasserflüsse, die die Existenz ganz unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten ermöglichen.
Lothar Staeck

Kapitel 3. Städte am Amazonas

Zusammenfassung
Bei allen Siedlungen und Städten am Amazonas existieren keine Straßenverbindung nach außen in das Hinterland. Trotzdem gibt es heute überall Autos und vor allem Motorräder, die das Leben der Menschen in diesem schwül-heißem Klima erleichtern. Der gesamte Warenverkehr am Amazonas wird hingegen nicht über die Straße, sondern über Schiffe abgewickelt, im geringen Umfang auch per Flugzeug oder über Graspisten. In diesem Kapitel wird das Leben der Menschen in folgenden Städten beschrieben: Iquitos (Peru), Leticia (Kolumbien), Manaus (Brasilien), Parintins (Brasilien), Santarém (Brasilien) und Belém (Brasilien). Vor allem sind es die Märkte, die einen guten Einblick in die dortige Lebenswirklichkeit vermitteln. Darüber hinaus werden interessante Sehenswürdigkeiten und attraktive Ausflugziele vorgestellt.
Lothar Staeck

Kapitel 4. Die Menschen am Amazonas

Zusammenfassung
Im Amazonas-Tiefland leben überwiegend Caboclos, die Nachfahren europäischer Einwanderer und der Ureinwohner, und verschiedene indigene Völker. Bei beiden Gruppen wird ausführlich unter anderem ihr alltägliches Leben, ihr Nahrungserwerb, ihre Familienstruktur und ihre dörfliche Zivilgesellschaft behandelt. Es wird auch thematisiert, wie die indigenen Völker überhaupt im Regenwald bis heute (über-)leben konnten und wie sie gegenwärtig mit der modernen westlichen Zivilisation zurechtkommen. In diesem Zusammenhang werden auch die heute noch benutzten traditionellen Gemeinschaftshäuser ( Malocas ) vorgestellt und auch die traditionellen Bräuche behandelt, die bis heute überdauert haben. Folgende indigene Gruppen werden behandelt: Yagua, Ticuna, Huitoto, Bora, Desano und Tupi. Die Caboclos leben wie die Ureinwohner mehrheitlich in kleinen Siedlungen und Dörfern an den Ufern der Flüsse. Es gibt aber auch zahlreiche Familien, die weit entfernt von jeder Infrastruktur leben – ganz auf sich gestellt in einfachen auf Stelzen errichteten Holzhütten – und dort ihrem Lebensunterhalt nachgehen, also Fische fangen und eine kleine Plantage bewirtschaften. Es wird erläutert, in welchem Umfang sie heute noch im Einklang mit der Natur leben können.
Lothar Staeck

Kapitel 5. Der Regenwald

Zusammenfassung
Die tropischen Tiefland-Regenwälder im Amazonas-Becken gehören mit rund 50 Mio. Jahren zu den ältesten Wäldern der Erde. Die von Norden kommenden Eiszeiten haben niemals die Amazonas-Region erreicht und damit die Evolution dieser Wälder nicht unterbrechen können, wie es zum Beispiel in Europa häufiger passiert ist. Es gab lediglich längere Phasen von Trockenzeiten, die vorübergehend die üppige Vegetation beeinträchtigt haben. Die Pflanzen des tropischen Regenwaldes sind vor allem auf drei Faktoren angewiesen: Licht, Wärme, Feuchtigkeit. Je günstiger diese Bedingungen sind, umso üppiger ist ihr Wachstum umso vielfältiger ihr Artenspektrum. Deshalb finden wir in dem riesigen Amazonas-Regenwald die größte Lebensfülle auf der Erde.
Lothar Staeck

Kapitel 6. Blütenpflanzen am und im Wasser

Zusammenfassung
Im Amazonas-Becken ist der Reisende vor allem auf
  • dem Amazonas selbst,
  • seinen unglaublich vielen, zumeist Weißwasser-, aber auch Schwarzwassernebenflüssen,
  • den Igarapés, das sind die engen, natürlichen Verbindungskanäle,
  • den Weißwasser- und Schwarzwasserseen
  • sowie in der Regenzeit auch auf den überfluteten Várzeas (Flussauen) und Igapós (Überschwemmungswäldern)
unterwegs. An den Ufern dieser Gewässer, die den ganzen Tag über sonnenbestrahlt sind, findet man vor allem während der Regenzeit zwischen Februar und Mai die meisten blühenden Bäume, Epiphyten (Abschn. 6.5), Lianen, Sträucher und Stauden. Nachfolgend werden solche Pflanzen aus diesen morphologisch verschiedenen Gruppen vorgestellt, denen der Reisende vom Kanu oder Schlauchboot aus begegnen kann. Die im ersten Teil dieses Kapitels vorgestellten Baumarten kommen hier und da auch im Waldesinneren vor oder werden gelegentlich in Parkanlagen oder als Straßenbäume in den Siedlungen entlang des Amazonas angepflanzt. Sie sind entweder laufabwerfend (meist am Ende der Regenzeit) oder immergrün. Letzteres bedeutet jedoch nicht, dass die Laubblätter für immer am Baum bleiben. Kein Laubblatt hält ewig! Vielmehr hat jede Baumart ihren individuellen Biorhythmus, wann sie ihre Blätter abwirft und erneuert. Dies kann bei den „immergrünen“ Arten nach zwei, drei Jahren der Fall sein oder auch erst nach fünf oder mehr Jahren. Lediglich auf dem Hauptstrom – dem Amazonas – wird man sich in der Regel nicht dicht am Ufer fortbewegen, sodass blühende Bäume, Epiphyten (Abschn. 6.5 sowie Abschn. 5.9) und Lianen kaum oder nur mit dem Fernglas auszumachen sind. Zudem ist die Uferkante der fortwährenden Erosion ausgesetzt, was der kontinuierlichen Entwicklung von Pflanzen entgegensteht. Im zweiten Teil dieses Kapitels werden Wasserpflanzen vorgestellt. Diese schwimmen entweder auf der Wasseroberfläche der überwiegend strömungsfreien Várzeas und Weißwasserseen oder säumen die Ufer schwach strömender Igarapés beziehungsweise kleiner Nebenflüsse. Während der Regenzeit können sich im flachen Wasser bis zu 20 verschiedene Schwimmblattpflanzen entwickeln und auch zur Blüte gelangen.
Lothar Staeck

Kapitel 7. Blütenpflanzen im Regenwald

Zusammenfassung
Das Innere des amazonischen Regenwaldes – die Terra-Firme – ist ein völlig anderer Lebensraum als die sonnenüberfluteten Ufer der Flüsse oder die Wasserflächen selbst. Wenn man vom Ufer aus in den Primärwald eindringt, nimmt die Lichtintensität schnell ab. Schon nach etwa zehn Metern herrscht nur noch ein Dämmerlicht – vergleichbar mit den Lichtverhältnissen etwa 40 Minuten vor Sonnenuntergang in unseren Breiten. Meist gelangen nur noch ein bis zwei Prozent des Sonnenlichtes bis zum Urwaldboden. Hier unten wachsen in erster Linie blütenlose Pflanzen wie Moose, Pilze, Farne und Bärlappgewächse (Moosfarne; Selaginella) sowie Zwergpalmen und Jungpflanzen unterschiedlichster Baumarten – die „Oskars“ – und wenige Sträucher. Die Blüten der Regenwaldbäume befinden sich hingegen in den oberen Stockwerken des Waldes, wo ausreichend Sonne hingelangt. Dort oben blühen die Bäume sowie auch Lianen und Epiphyten. Vor allem an Lichtungen kann man blühende Bäume der Terra-Firme entdecken. In diesem Kapitel wird eine Reihe bedeutender Baumarten vorgestellt.
Lothar Staeck

Kapitel 8. Tierbeobachtungen am und im Wasser

Zusammenfassung
Trotz der großen Zahl von Wirbeltierarten im Amazonas-Tiefland wird man während eines kurzen Aufenthaltes nur wenige Tiere sehen. Hier werden solche Arten vorgestellt, die man bei den Fahrten entlang der Flussufer und bei Wanderungen im Urwald mithilfe seiner Führer und eines Fernglases tatsächlich beobachten kann. Allen den in diesem Kapitel vorgestellten Tieren aus den Wirbeltierfamilien der Fische, der Amphibien, der Reptilien, der Vögel und der Säugetiere sowie den Schmetterlingen oder ihren Raupenstadien bin ich auf ganz normalen Reisen mit dem Boot oder bei Exkursionen durch den Urwald selbst begegnet.
Lothar Staeck

Kapitel 9. Tierbeobachtungen im Regenwald

Zusammenfassung
Tierbeobachtungen im Regenwald sind noch schwieriger als am Flussufer. Als Mensch ist man sowohl in den Igapós (Überschwemmungswäldern) als auch in der Terra-Firme von hohen Bäumen umgeben. Der Unterwuchs ist zwar meist gering, trotzdem kann man nur wenige Meter ohne Sichtbehinderung vorausschauen. Vögel des Regenwaldes kann man deshalb eher sehen, wenn sie ein Gewässer überfliegen (zum Beispiel Tukane oder Papageienvögel) oder auf ufernahen Bäumen sitzen. Baumbewohnende Säugetiere lassen sich leichter in den lichteren Überschwemmungswäldern ausmachen. Nachfolgend werden zwei interessante Vertreter der Pfeilgiftfrösche, zwei Reptilienarten (Basilisken und Anolis), verschiedene Vogel- und Affenarten, drei Vertreter aus der Familie der Stachelschweinverwandten, die Vogelspinne, drei bedeutende Ameisenarten des Regenwaldes (Blattschneider-, Azteken- und Bullenameisen), Termiten, der Riesen-Naskornkäfer und die Gottesanbeterin vorgestellt.
Lothar Staeck

Kapitel 10. Schlussbemerkung: Wie geht die Entwicklung im Amazonas-Tiefland weiter?

Zusammenfassung
Nichts ist schwerer vorauszusagen als die Zukunft. Die in absehbarer Zeit eintretenden Folgen menschlichen Handelns und globaler Ereignisse in der Amazonas-Region lassen sich nur aus Daten der jüngeren und längeren Vergangenheit abschätzen. Die bislang vorliegenden Fakten führen zur folgender Prognose: Die Aussichten für den Erhalt des einzigartigen Ökosystems Amazonas-Tiefland sind nicht gut.
Lothar Staeck

Backmatter

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