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2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

8. Fazit und Ausblick

verfasst von: Martin Fensch

Erschienen in: News und Fake News zum Thema Impfen

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Bei Rezipienten von Fake News wird das „Lernen“ unterbunden, bestehende Urteile verfestigen sich, Positionen können sich nicht weiterentwickeln und an neue Umstände anpassen. Dies geschieht in zweierlei Hinsicht. Erstens: Die moralischen Bezüge der Fake News erzeugen unmittelbar Zustimmung oder Ablehnung, dies wiederum macht eine Verarbeitung von Informationen unwahrscheinlich, erschwert sie mindestens. Die Bereitschaft, gegenteilige, abweichende Informationen zu verarbeiten, sinkt; bestärkende, bestätigende Informationen dagegen werden gesucht. Zweitens: Der rekonstruktive Prozess der individuellen Wirklichkeitserzeugung wird fehlgeleitet. Fake News erzeugen keine oder falsche Rekonstruktionen, eine Optimierung des eigenen Wirklichkeitsbildes findet nicht mehr statt, da die falschen Informationen zu keiner besseren Anpassung an die reale Welt führen können. Der Mensch verliert Orientierung. Die Ausübung der Techniken der Wissens- und Wahrheitsfindung geraten unter Druck - zum einen ökonomisch, zum anderen untergraben Fake News das den Techniken und ihrer Akzeptanz zugrunde liegende Vertrauen mit erheblichen Auswirkungen für die Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Gesellschaft. In Anlehnung an Habermas kann von einem Post-Feudalismus gesprochen werden. Google, Facebook und Co. entziehen sich nicht nur der Verantwortung für die von ihnen verbreiteten Inhalte, sondern bestreiten im Grunde auch eine Beziehung zu den Millionen Nutzern, die ihre Plattformen erst mit Leben füllen. Abschließend skizziert die Arbeit Ansätze, um Qualitätsjournalismus und Techniken der Verifizierung und Falsifizierung zu stärken, Fake News effektiver zu bekämpfen und die Impfkommunikation zu optimieren.
Metadaten
Titel
Fazit und Ausblick
verfasst von
Martin Fensch
Copyright-Jahr
2022
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-38032-8_8