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Über dieses Buch

Welche Bedeutung hat Feedback für Lernleistungen von Kindern im Grundschulalter? Und welchen Effekt hat es auf Aspekte ihrer leistungsbezogenen Persönlichkeitskonstrukte? Hinweise darauf geben die Befunde der vorliegenden querschnittlichen Untersuchung mit 692 Schülerinnen und Schülern des dritten und vierten Schuljahres. Im Detail werden die Zusammenhänge von wahrgenommenen positiven, negativen und instruktionalen Rückmeldungen mit lesebezogenen Attributionen, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen und intrinsischen Motivationen in einem Strukturgleichungsmodell analysiert. Bei der Berechnung von multiplen Gruppenvergleichen stellte sich ferner eine partielle Moderation der berechneten Zusammenhänge durch das Geschlecht der Kinder heraus.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Als eine zentrale Aufgabe von Lehrpersonen im schulischen Unterricht gilt es, Lernsituationen von Schülerinnen und Schülern zu gestalten, zu begleiten und zu unterstützen. So lassen sich zum Beispiel in den von dem Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (2014) verabschiedeten „Standards der Lehrerbildung: Bildungswissenschaften“ Prämissen finden, die im Rahmen des ersten Kompetenzbereichs „Unterrichten“ Lehrkräfte unter anderem dazu auffordern, Schülerinnen und Schüler zum Lernen zu aktivieren und zu motivieren. Im Detail sollen Lehrerinnen und Lehrer „Formen des Lernens an[regen]“ und „bei Schülerinnen und Schülern Lern- und Leistungsbereitschaft [wecken und stärken]“ (Kultusministerkonferenz, 2014, S. 8). Doch wie können Lern- und Leistungsmotivationen von Schülerinnen und Schülern geweckt und Formen von Lernunterstützungen adäquat umgesetzt werden? Helmke (2015) subsumiert als eine Form der Lernunterstützung „lernförderliches Feedback1“ in seinen zehn Merkmalen guten Unterrichts unter dem Qualitätsmerkmal „Aktivierung“. Dabei stützt er seine Ausführungen auf Ergebnisse einer Meta-Analyse von Hattie (2013), die günstige Effekte schulischen Feedbacks auf die Leistung von Schülerinnen und Schülern konstatieren.
Margarita Knickenberg

Theoretische Grundlagen und empirischer Forschungsstand

Frontmatter

Kapitel 2. Lesekompetenz in der Grundschule

Zusammenfassung
Blickt man in die gegenwärtige Forschungsliteratur, können verschiedene Konzeptionen und Definitionen der Lesekompetenz ausgemacht werden, die häufig im Zusammenhang mit Begriffen wie Leseverständnis, Lesefähigkeiten oder -fertigkeiten auftreten. Im Allgemeinen umschreibt der Kompetenzbegriff „Fähigkeiten, über die ein Individuum verfügt und die es in gegebenen Situationen angemessen einsetzt“ (Spinner, 2013, S. 7). In der vorliegenden Arbeit wird von einem Verständnis der Lesekompetenz ausgegangen, das auch der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) zugrunde liegt. Darunter wird generell „die Fähigkeit verstanden, verschiedene Arten von text- und lesebezogenen Anforderungen erfolgreich zu bewältigen“ (Lankes, 2011, S. 122). Der Begriff der Lesekompetenz umschreibt also nicht nur den reinen Dekodierprozess, also das Entziffern von Buchstaben, Wörtern und Sätzen, sondern darüber hinaus einen weitaus komplexeren Prozess, der auch die Sinnentnahme aus Worten und Sätzen, Herstellung von Gesamtzusammenhängen und die Verknüpfung des neuen Wissens mit dem eigenen Vorwissen umschließt (Christmann & Groeben, 1999).
Margarita Knickenberg

Kapitel 3. Determinanten und Prädiktoren der Lesekompetenz

Zusammenfassung
Wie können Leistungsunterschiede in der Lesekompetenz von Grundschulkindern erklärt werden? Autoren zahlreicher Untersuchungen und Arbeiten der letzten Jahrzehnte haben sich zum Ziel gesetzt, Determinanten und Prädiktoren der Lesekompetenz zu ergründen und zu erforschen, um mögliche praktische Implikationen zur Förderung von Lesefähigkeiten von Grundschülerinnen und -schülern ableiten zu können. Als wesentliche Prädiktoren konnten neben familiären und soziologischen Merkmalen wie dem Leseverhalten der Eltern, dem sozioökonomischen Status und dem Bildungshintergrund der Familie (Hurrelmann, 2004) auch kognitive und metakognitive Faktoren wie u. a. Gedächtnisprozesse eines Individuums (Schnotz & Dutke, 2004), das Vorwissen (Artelt et al., 2001; Schnotz & Dutke, 2004) oder der Einsatz von Lesestrategien (Artelt et al., 2001) herausgestellt werden. Untersuchungen zeigen zudem, dass Mädchen im Lesen höhere Kompetenzen als Jungen aufweisen (u. a. Logan & Johnston, 2010; Tarelli et al., 2012). In der pädagogisch-psychologischen Forschung gelten auch Facetten selbstbezogener Kognitionen und Motivationen, die in dieser Arbeit vorwiegend fokussiert werden sollen, als wichtige Determinanten der Lesekompetenz, die in den folgenden Kapiteln ausführlich definiert, thematisiert und in einen Gesamtzusammenhang gebracht werden. Konkret soll die Bedeutung von Attributionen von Leseerfolgen und -misserfolgen für die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern auf theoretischer und empirischer Ebene herausgestellt werden.
Margarita Knickenberg

Kapitel 4. Ziele und Fragestellungen der Arbeit

Zusammenfassung
Als eines der zentralen Desiderate in der Grundschulforschung gilt es, Zusammenhänge zwischen Schulleistungen von Kindern und Konstrukten selbstbezogener Kognitionen und Motivationen herauszustellen. Allerdings werden in empirischen Studien häufig nur einzelne Zusammenhänge zwischen Prädiktoren und Schulleistungen, nicht jedoch Zusammenhänge zwischen den zu untersuchenden unabhängigen Konstrukten betrachtet (Lohbeck, Hagenauer & Moschner, 2016). In der vorliegenden Arbeit soll der Versuch unternommen werden, die zuvor dargestellten Konstrukte in Anlehnung an das Erwartungs-Wert-Modell der Lesekompetenz (vgl. Abbildung 1.1 in Kapitel 1) in einem Gesamtkontext zu verknüpfen und zu untersuchen.
Margarita Knickenberg

Empirische Untersuchung

Frontmatter

Kapitel 5. Erläuterung der statistischen Verfahren

Zusammenfassung
Bevor in Kapitel 7 im Zuge der Beantwortung der Forschungsfragen die Darstellung der Ergebnisse erfolgt, sollen zunächst in diesem Abschnitt der Arbeit im Sinne eines besseren Verständnis und einer klaren Transparenz die grundlegenden Elemente, Merkmale und Konventionen der verwendeten statistischen Verfahren vorgestellt werden.
Margarita Knickenberg

Kapitel 6. Beschreibung der Studie

Zusammenfassung
An der Untersuchung nahmen insgesamt N=692 Grundschülerinnen und -schüler der dritten und vierten Jahrgangsstufen aus 46 Klassen – die wiederum aus insgesamt 14 verschiedenen Schulen stammten – teil. Davon befanden sich zum Zeitpunkt der Befragung 57,7% (n=399) in der dritten Klasse, 42,3% (n=292, eine fehlende Angabe) besuchten eine vierte Klasse. Der Fokus in dieser Untersuchung lag gezielt ausschließlich auf dritten und vierten Jahrgangsstufen, da ab etwa der dritten Klasse angenommen werden kann, dass diese Schülerinnen und Schüler über die für die Teilnahme an der Studie notwendigen basalen Lesefähigkeiten verfügen (McElvany et al., 2008).
Margarita Knickenberg

Kapitel 7. Ergebnisse

Zusammenfassung
Nachdem zuvor in Kapitel 5 die theoretischen Grundlagen der statistischen Verfahren, die in dieser Arbeit verwendet werden, grob skizziert wurden, folgt nun die Darstellung der Ergebnisse auf der Grundlage der in der Untersuchung gewonnenen Daten. Dabei wird so vorgegangen, dass zunächst die eingesetzten Messinstrumente analysiert werden (Kapitel 7.1), die essentiell für die unverzerrte Berechnung weiterer Analysen sind. Zur Überprüfung der Zusammenhangshypothesen folgen daraufhin Darstellungen von Interkorrelationen (Kapitel 7.2), denen sich Regressionsanalysen (Kapitel 7.3) anschließen. Im Rahmen der Spezifizierung von Strukturgleichungsmodellen (Kapitel 7.4) wird auf der Grundlage der bereits getätigten Korrelations- und Regressionsanalysen, die eine erste Beziehungsstruktur der abhängigen und unabhängigen Variablen erkennen lassen, das postulierte Modell für die vorliegenden Daten empirisch geprüft. Um einen Moderatoreffekt des Geschlechts der befragten Schülerinnen und Schüler zu untersuchen, schließen sich multiple Gruppenvergleiche an (Kapitel 7.5). Die hier vorgestellten statistischen Verfahren und Analysen wurden mit den Statistikprogrammen IBM SPSS 23 und Mplus 7.3 (Muthén & Muthén, 1998 – 2010) berechnet.
Margarita Knickenberg

Kapitel 8. Zusammenfassung und Diskussion der Befunde

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, die Bedeutung von allgemeinem positiven und negativen sowie instruktionalem Feedback im Zusammenhang mit anstrengungs- und fähigkeitsbezogenen Attributionen von Leseerfolgen und -misserfolgen für das Leseverständnis von Grundschülerinnen und -schülern der dritten und vierten Jahrgangsstufe zu untersuchen. In Anlehnung an das Erwartungs-Wert-Modell der Lesekompetenz nach Möller und Schiefele (2004, S. 105; in Anlehnung an das Erwartungs- Wert-Modell nach Eccles, 1994) wurden zudem mediierende Effekte der lesebezogenen intrinsischen Motivationen, der Selbstwirksamkeitserwartungen und des Hilflosigkeitsempfindens der Kinder zwischen dem Feedback sowie dem Attributionsverhalten und der Leseleistung postuliert. Demzufolge stellten die angenommenen Mediatoren auch theoretische Determinanten des Leseverständnisses dar, die es zu untersuchen galt.
Margarita Knickenberg

Kapitel 9. Offene Fragestellungen und Ausblick

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund der bisher diskutierten Befunde sollen in diesem letzten Kapitel der Arbeit weitere offene Fragestellungen und mögliche Implikationen zukünftiger Forschungen abgeleitet und herausgestellt werden. Dabei können die offenen Fragestellungen als wichtige Anhaltspunkte für die Planung und Umsetzung folgender Untersuchungen dienen. Bekannt ist, dass das von den Schülerinnen und Schülern wahrgenommene Feedback im Leseunterricht in einem bedeutsamen Zusammenhang mit ihrem Leseverständnis sowie mit ihren lern- und lesebezogenen motivationalen Variablen steht.
Margarita Knickenberg

Backmatter

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