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04.10.2019 | Fenster | Im Fokus | Onlineartikel

Eckige Glasfronten

Autor:
Christoph Berger

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM haben eine Methode entwickelt, mit der sich eckige Glasfronten realisieren lassen – ohne Einbußen bei der optischen Qualität zu erleiden. Dafür konstruierten sie eigens einen Spezialofen.

Forschern des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg ist es gelungen, Glasscheiben nahezu scharfkantig zu biegen – beispielsweise um 90 Grad, ohne dass das Glas dabei an seiner optischen Qualität einbüßt. Die Ecke ist somit in das Glas eingebaut, die Fenster sind nicht am Eck über eine Metallschiene verbunden oder miteinander verklebt. Wie Glas ansonsten gebogen wird, wird ausführlich im Kapitel "Bearbeitung von Glas" des Springer Fachbuchs "Glasbau" erläutert.

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2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Bearbeitung von Glas

Nach der Herstellung des Basisglases können verschiedene Bearbeitungsschritte erfolgen, bis das fertige Bauprodukt einsatzbereit ist. Üblich sind ein Zuschnitt auf die gewünschten Abmessungen, eine Bearbeitung der Glaskanten, das Einbringen von …

Die IWM-Forscher haben ihr Ziel mithilfe eines selbst entwickelten Spezialofens erreicht. In dem wird während des Biegeprozesses nicht die gesamte Scheibe so stark erhitzt, dass sie weich wird, sondern nur der zu biegende Bereich. Dazu wird der Ofen auf knapp 500 Grad Celsius vorgeheizt. Er bleibt damit unter dem Glasübergangspunkt, das Glas wird noch nicht weich. Dann wird ein Laser mit Spiegeln über die entsprechende Stelle geführt, er muss das Glas an der entsprechenden Stelle für die Umformung nur leicht erhitzen. Aufgrund der Platzierung im Ofen wird das Glas allein durch die Schwerkraft gebogen; in der Biegung hat es keinen Kontakt zur Unterlage. Und da nicht die ganze Scheibe bis zum Weichwerden erhitzt wird, entstehen an den Auflagepunkten keine Druckstellen, außer an der Biegestelle bleibe die Glasscheibe perfekt glatt, so die IWM-Forscher.

Einsatzmöglichkeiten in der Architektur, der Medizintechnik oder auch im Industriedesign

Allerdings wurden die eckigen Gläser bisher nur in der Laboranlage des IWM verarbeitet, die Größen von maximal einem Quadratmeter zulässt. Gesucht werden daher Partner, mit denen das Glas auf große Formate skaliert werden kann. Einsatzmöglichkeiten für ihr eckiges Glas sehen die Forscher in der Architektur, der Medizintechnik oder im Industriedesign.

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