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Fernsehen

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Kapitel 5. Vertragsstrukturen in der Kultur- und Kreativwirtschaft

Im folgenden Kapitel werden die gewonnen wirtschaftlichen Erkenntnisse mit Fragen juristischer Natur verbunden, vor allem im Hinblick auf Vertragsstrukturen. Ziel dieses Kapitels ist es also, Nichtjuristen juristische Strukturen und Konzepte, die sich aus den vorangegangenen Kapiteln ergeben, näherzubringen. Dabei kann ich auf die Erfahrungen aus meiner langjährigen anwaltlichen Beratungstätigkeit für Unternehmen der Kultur- und Kreativbranche zurückgreifen. Ausgangspunkt ist der Ansatz, dass sich viele der oben behandelten Themenkomplexe in Vertragsstrukturen manifestieren. Verträge dienen insoweit als Kristallisationspunkte der wirtschaftlichen Aushandlungsprozesse. Sie sind aber auch handwerkliche Produkte, die besser oder schlechter gemacht werden können. Dabei kommt es auf sehr unterschiedliche Dinge an. Die Qualität eines Vertrages hat – wie viele Laien annehmen – weder etwas mit seiner Länge noch mit dem Vorhandensein einer salvatorischen Klausel zu tun. Ein guter Vertrag ist mehr als ein guter Deal, wenn er die Interessen beider Parteien auf gleicher Augenhöhe berücksichtigt. Gerade in Situationen ungleicher Machtverteilung sollte dies beiden Parteien bewusst sein. Wichtig ist, dass es sich hier nicht um eine abschließende juristische Abhandlung handelt, sondern um eine praxisnahe Vermittlung von Schlüsselkonzepten und Begriffen. Mir ist es wichtig, dass Sie verstehen, was hinter den juristischen Konstruktionen steckt, die Ihnen in diesem Zusammenhang begegnen werden. Nach der Lektüre dieses Kapitels haben Sie das grundsätzliche Rüstzeug für das Verständnis von Verträgen in den Creative Industries. Sie werden sie lesen und bewerten können. Wenn Sie in die Verhandlung einsteigen, sollten Sie aber trotzdem noch einen Anwalt hinzuziehen.

Malte Behrmann

Kapitel 4. Finanzierungsstrategien

Von der Finanzierungsstrategie hängt es ab, ob ein Projekt wirklich realisiert wird oder nicht. Das macht diese Fragestellungen so wichtig und ist der Grund dafür, dass ihnen ein eigenes Kapitel gewidmet ist. In den letzten zwanzig Jahren habe ich viele Unternehmer beraten und lasse die Ergebnisse dieser Tätigkeit in das folgende Kapitel einfließen, um Ihnen das etwas komplexere Thema der Finanzierung möglichst praxisnah zu schildern. Wenn Sie dieses Kapitel gelesen haben, sollten Sie grundlegende Vorstellung davon haben, wie man an die Finanzierung eines Projekts im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft herangeht.

Malte Behrmann

Kapitel 2. Besonderheiten der Creative Industries im Lichte des digital shift

Verschiedene Autoren haben Besonderheiten der Creative Industries bzw. Merkmale der Medienökonomik benannt, die hier zunächst gebündelt und kompakt vorgestellt werden. Ausgehend von den in der Literatur – insbesondere von Caves und Kiefer – entwickelten Besonderheiten der Creative Industries beschäftigt sich dieses Kapitel mit dem digital shift und den Veränderungen, die die Creative Industries dadurch erfahren haben. Dabei werden Prinzipien identifiziert, die als Blaupause für die gesamte Wirtschaft dienen können, denn der digital shift ist in den Creative Industries besonders frühzeitig aufgetreten. Im dritten Teil dieses Kapitels untersuchen wir die Auswirkungen des digital shift in Bezug auf die Wertschöpfungsketten der einzelnen Sektoren der Kultur- und Kreativwirtschaft. Wenn Sie dieses Kapitel gelesen haben, haben Sie ein grobes Verständnis der Veränderungen, die durch den digital shift Einzug gehalten haben.

Malte Behrmann

Kapitel 1. Begriff der Creative Industries

Ziel dieses Kapitels ist, genauer zu verstehen, worüber wir reden, wenn wir von Creative Industries sprechen. Dazu werde ich die verschiedenen Definitionen und Definitionsmöglichkeiten des Gegenstandes dieses Buches vorstellen und der Genese und Bedeutung des Begriffs nachgehen, der in jüngster Zeit als Bezeichnung für die Kreativ- und Kulturwirtschaft verwendet wird – eine der größten Branchen, die ein stetiges Wachstum erlebt. Bei der Begriffsbestimmung besteht eine gewisse Ambivalenz, denn es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, um den Begriff Creative Industries zu definieren. Im Wesentlichen sind es drei Schulen der Begriffsdefinition: Die erste orientiert sich an den Unternehmen der Branche, kategorisiert und zählt sie. Die zweite Schule geht vom Produkt als Artefakt aus, wobei aus eher philosophisch-soziologischer Perspektive kritische Fragen an die ästhetische Ökonomie gestellt werden. Die dritte Schule rekurriert auf die Kreativen als schöpferisch handelnde Personen. Die unterschiedlichen Methoden führen naturgemäß zu unterschiedlichen Definitionen und beantworten dabei unterschiedliche generelle Fragestellungen. Bestimmte Teile der Branche werden jeweils nur über eine der Definitionen erreicht. Am Ende des Kapitels werden Sie mit der vieldimensionalen Definition des Begriffs vertraut sein und Kenntnisse darüber erlangt haben, welche Fragestellungen die jeweilige Begriffsbestimmung leiten.

Malte Behrmann

Kapitel 1. Einleitung

Auflehnung und Proteste gehören zum täglichen Bild in Fernsehen, Internet und in den sozialen Netzwerken. Sie sind Ausdruck und Merkmal einer Demokratie und Symbol der freien Meinungsäußerung. Umweltbewegungen bilden dabei einen thematisch fokussierten Bereich, der sich intensiv für die Erhaltung der Umwelt und Mitwelt einsetzt.

Jens Boscheinen, Laurens Bortfeldt

Kapitel 3. Umweltbewegung der Gegenwart – Analyse der Fridays for Future-Bewegung als jüngste Protestbewegung

Als am 20. August 2018 die 15-jährige Schülerin Greta Thunberg vor dem schwedischen Reichstagsgebäude saß und ein selbstgeschriebenes Schild mit der Aufschrift ‚Skolstrejk för klimatet‘ (Schulstreik fürs Klima) hielt, rechneten wohl keiner damit, dass dies die Geburtsstunde einer neuen, weltweiten Umweltbewegung sein wird, mit Greta Thunberg als Galions- und Identifikationsfigur (Haunss & Sommer, 2020b, S. 10). Dass der Impuls einer Bewegung zunächst maßgeblich von einer Person ausgeht, ist eher selten (Wehrden et al., 2019, S. 307), doch auch bereits vor Thunberg prägten einzelne Aktivist:innen Umweltbewegungen und führten zu internationaler Aufmerksamkeit und Beachtung. Die Aktivistin Wangari Maathai und ihr Engagement für das Green Belt Movement (1977) fanden durch Aufforstungsprogramme in Kenia internationale Beachtung.

Jens Boscheinen, Laurens Bortfeldt

Strategische Medienarbeit im Public-Affairs-Management

Die Durchsicht der einschlägigen Fachliteratur erweckt den Eindruck, als sei der Umgang mit Öffentlichkeit und Medien im Zusammenhang mit Public Affairs ein randständiges Phänomen. Betont wird in aller Regel der direkte Kontakt zu politischen und administrativen Entscheidungsträgern mittels Lobbying. Auf Medienarbeit und damit den unternehmensseitigen Umgang mit politischen Themen in der Öffentlichkeit wird dagegen nicht tiefer eingegangen. Ziel des nachfolgenden Beitrags ist es deshalb, die besondere Funktion von Medienarbeit im Rahmen des Public-Affairs-Management und deren natürliche strategische Verknüpfung mit Lobbying aufzuzeigen. Wir sprechen dabei von Pressuring als dem Versuch, über Präsenz von Themen und Positionen in der Öffentlichkeit Zustimmung zu gewinnen, Erwartungen zu wecken und Einfluss auf das politisch-administrative System nachzusuchen.

Peter Szyszka

Mediatisierung und Medialisierung des Politischen als Rahmenbedingung der Unternehmenskommunikation

Im Rahmen von Public Affairs spielen Medien als Vermittler zwischen Politik und Unternehmen eine entscheidende Rolle. Im Zentrum dieses Kapitels steht die sich mediatisierende und medialisierende Politik als Rahmenbedingung von Unternehmenskommunikation. Der Beitrag unterscheidet Medialisierung und Mediatisierung, betont aber auch die Notwendigkeit der Verbindung beider Ansätze in Bezug auf die Politik und versucht darüber hinaus, Rückschlüsse für Unternehmen und Organisationen zu ziehen, die sich aus der Medialisierung und Mediatisierung der Politik für sie ergeben.

Thomas Birkner

Kapitel 22. Media-for-Equity (M4E) Finanzierungen – Analyse aus Unternehmenssicht

Media-for-Equity (M4E) ist eine besondere Form der Wachstumsfinanzierung, bei der Medienhäuser oder auch spezialisierte Fonds Medienleistungen (wie beispielsweise TV, Print, Radio oder Out-of-Home) zur Verfügung stellen, um durch Erbringung dieser Medienleistungen Anteile am Eigenkapital eines Unternehmens zu erhalten. In diesem Beitrag werden neben der Funktionsweise auch die Vor- und Nachteile sowie Besonderheiten von M4E aus Unternehmensperspektive beleuchtet.

Simon Baldus, Felix Müller, Christoph Samwer

Kapitel 2. Vertrauen

Es existieren individuelles Vertrauen zwischen zwei Individuen, generalisiertes Vertrauen zu Fremden und Vertrauen in Institutionen (Grünberg 2014). Die Funktion von Vertrauen kann soziologisch als Reduktion von Komplexität verstanden werden (vgl. Giddens 1996a; Luhmann 2000 [1968]).Staatliche Institutionen benötigen Vertrauen, damit sie funktionieren und effektiv arbeiten können (Gamson 1968). Werden staatliche Institutionen generell über längere Zeit durch die Bürgerinnen unterstützt, legitimiert dies die Institutionen (Benz 2002; Grünberg 2014; Wagenblass 2004). Vertrauen in die Polizei kann als Spezialfall allgemeinen Vertrauens der Bürger in staatliche Institutionen betrachtet werden. Besonders für die Polizei ist es wichtig, dass ihr die Bevölkerung Vertrauen entgegenbringt, weil sie der sichtbarste Teil der Staatsinstitutionen ist (Ivković 2008). Die Polizei benötigt das Vertrauen der Bevölkerung, um ihre Arbeit effektiv ausführen zu können (Bradford et al. 2009; Jackson et al. 2012; van Damme 2013). Global betrachtet, agieren Polizeiorganisationen zwischen high policing und low policing (Cao & Dai 2006). High policing stellt die Sicherheit des Staates über die Sicherheit der Bürger, low policing vice versa (Brodeur 1983).

Sabrina Pfister

Die Palliativmedizin

Gegenstand der Untersuchung ist die ärztlich geschuldete Leistung in der Palliativmedizin. Dementsprechend ist es unerlässlich, den Begriff der Palliativmedizin zu definieren und abzugrenzen. Das Verständnis dieses Begriffes ist weder einheitlich noch eindeutig.

Julia Berke

Technik des Wohnens

Die Techniken des Wohnens sind vielfältig. Sie umfassen Haushaltsgeräte im Bereich der Reproduktionsarbeit ebenso wie Unterhaltungs-, Informations- und Telekommunikationstechniken und den gesamten Bereich der Gebäudetechnik und Infrastruktur. Einfache, unbewegte Werkzeuge sind in Wohnungen ebenso zuhause, wie elektrisch betriebene und softwaregesteuerte Maschinen. Wohnräume werden von kybernetischen Systemen reguliert und zunehmend mit digitalen Technologien ausgestattet. Dabei ziehen Technologien aber nicht einfach zu unterschiedlichen historischen Zeitpunkten in unsere Wohnungen ein oder wieder aus. Vielmehr verändern sie die materielle Gestalt der Wohnräume selbst und nehmen Einfluss auf die hier angesiedelten sozialen Praktiken, Beziehungen und Selbstverhältnisse sowie die Verbindungen zur Außenwelt. Technische Ausstattungen spiegeln Lebensstile nicht nur wider, sondern gestalten das Wohnen als eine räumliche Form der Lebensführung wesentlich mit. Der Beitrag führt in sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung zum Zusammenhang von Wohnen und Technik ein und fokussiert auf drei Debatten, die den Wohnraum als soziotechnische Sphäre in den Mittelpunkt gerückt haben: Erstens geht es um die feministische Technikforschung der 1970er- und 1980er-Jahre, die die sozialen Effekte der Haushaltstechnisierung im Zuge von Elektrifizierung und Maschinisierung in den Blick genommen hat. Zweitens wird die Forschung zur „Domestizierung“ von Unterhaltungs-, Informations- und Kommunikationstechnologien in den Medienwissenschaften der 1990er-Jahre vorgestellt, die die Dynamiken der Aneignung und alltäglichen Nutzung von Medientechnologien im Haushalt untersucht hat. Drittens wird Einblick in das aktuell wachsende Forschungsfeld zur Digitalisierung des Wohnens gegeben, das der Frage nachgeht, wie Wohnräume durch sogenannte smarte Technologien in interaktive, lernende Umwelten transformiert werden sollen.

Nadine Marquardt

Umsatz statt Vorsatz: Veränderungen realisieren und Resultate erzielen

In der Umsetzung von Strategien und Plänen gibt es drei wesentliche Führungsherausforderungen, die über Erfolg und Misserfolg bestimmen. Resultate zu erzielen, ist der erste und übergeordnete Zweck jeder Managementaufgabe und er sorgt bei den leistungsorientierten Führungskräften für Motivation und Engagement. Die zweite große Herausforderung liegt in der Reduktion von Komplexität über klare Strukturen, Prozesse, Entscheidungen, Zuständigkeiten usw. Da Menschen Neuem grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen, muss Führung sie drittens dabei unterstützen, regelmäßig die eigene bestehende Komfortzone zu überwinden, um sie so auszudehnen. Agilität ist das Gebot der Stunde, und eine gute Organisation kann sicherstellen, dass große Institutionen und agile Arbeitsweisen kein Widerspruch sein müssen. Alle Unternehmen, welche überleben konnten, haben im Laufe der Zeit großartige Fähigkeiten entwickelt, welche für wichtige Herausforderungen aus ihren Bereichen herausgezogen und zusammengeführt werden sollen. Während die strategische Planung eine ausgereifte Disziplin ist, dominieren in der Umsetzung oft Improvisation und spontanes Handeln. Rapid-Result-Projekte sind das Werkzeug der Transformation und an ihnen zeigt sich, dass die Vorteile im Denken und Handeln bei Start-up-Unternehmen auch in traditionellen Unternehmen übernommen werden können. Ihre Idee ist aus der Erkenntnis entstanden, dass das, was in 100 Tagen nicht getan wird, in der Regel gar nicht mehr bewältigt wird. Ein starker Sense of Urgency ist die erste Voraussetzung für gelingenden Change. Deshalb werden große Vorhaben in überschaubare Scheiben mit einem griffigen Ziel geschnitten, sodass qualifizierte Teams die Aufgabe in relativ kurzer Zeit angehen und bewältigen können. Rasche Ergebnisse halten die Aufmerksamkeit und die Motivation hoch, vermitteln Zuversicht zur Machbarkeit des Vorhabens und bilden eine wertvolle Plattform für den Aufbau echter High-Performance-Teams. Diese Teams entwickeln aufgrund ihrer intensiven Interaktionen leichter als ganze Unternehmen eine wirksame Kultur, in der aktiv voneinander gelernt und offen mit Feedbacks und Fehlern umgegangen wird.

Kai von Rappard

Qualität von Nachrichtenmedien aus der Publikumsperspektive

Ziel des Beitrags ist es, publikumsbezogene Indikatoren für die Qualität von Nachrichtenmedien und ihres Beitrags zur öffentlichen Diskussion zu entwickeln und zu erproben. Dazu wird ein konzeptioneller Rahmen vorgeschlagen, der die Reichweite des betreffenden Angebots, die Struktur des erreichten Publikums, die Motivation, Nachrichten zu nutzen, das Vertrauen in Nachrichtenmedien und die wahrgenommenen Leistungen dieser Medien umfasst. Dieser Rahmen wird dann anhand der für Deutschland vorliegenden Daten aus dem Reuters Institute Digi-tal News Survey 2019 angewendet. Auf der Grundlage dieser Daten wurden ver-schiedene Muster publikumsbezogener Medienqualität ermittelt, die die Mehrdi-mensionalität normativer Erwartungen an die Leistungen der Medien widerspie-geln. Die Befunde werden abschließend im Hinblick auf Schlussfolgerungen für die Einrichtung kontinuierlicher Evaluationen der kommunikativen Leistungen von Nachrichtenmedien diskutiert.

Uwe Hasebrink

Lebens- und Arbeitsbedingungen von Journalisten im internationalen Vergleich. Die Pionierstudie des Internationalen Arbeitsamts (1928) und ihre Replikationen

The subject of this article is the largely unknown pioneering study on journalism research organised by the International Labour Organistion (ILO) in the 1920s. It describes how the study came about and how it was set up. The focus is on its results, which provides an overview and comparison of journalistic working conditions in many countries. The reception of the study and its later replications are also included.

Jürgen Wilke

Demokratie benötigt Journalismus und Medien

Zur anhaltenden Relevanz publizistischer Medien für die gesamtgesellschaftliche Kommunikation
Otfried Jarren

Die Demokratie? Die Öffentlichkeit? Die Rolle der Medien?

Medienöffentlichkeit im Wandel – Implikationen für die Medienqualitätsanalyse

Wie kann demokratische Medienqualität vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen und medien-strukturellen Veränderungen wissenschaftlich untersucht werden? Da sich diese Veränderungen auf die Vorstellungen dessen auswirken, was Demokratie bedeutet, versucht der Beitrag theoretisch fundiert zu beschreiben, wie die in der Gesellschaft zu beobachtenden Grundkonzepte von Demokratie mit divergierenden normativen Vorstellungen darüber einhergehen, wie Öffentlichkeit konstituiert sein soll. Daraus ergeben sich spezifische Rollenzuschreibungen an die Medien, die wiederum mit spezifischen Medienfunktionen korrespondieren. Es wird vorgeschlagen, wie die Forschung mittels eines heuristischen Stufenmodells diese theoretisch-normative Dimension mit der empirisch greifbaren Medienwirklichkeit der Angebotsdimension sowie jener der Mediennutzung in Beziehung setzen kann.

Maren Beaufort

Warum die Demokratie die Medien braucht

Medien haben eine Lautsprecherfunktion in der und für die Demokratie – insbesondere in Krisenzeiten. Medien leisten folglich einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie. Diese Thematik steht auch im Mittelpunkt von Arbeiten des Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Der Beitrag beleuchtet die (Dys-)Funktionen von Medien in und für die Demokratie und die wandelnde Rolle von Medien und Öffentlichkeit unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen wie der Plattformisierung der Medien. Diese Betrachtungen erfolgen in Bezug zur Historie und den Arbeiten des Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Birgit Stark, Uta Rußmann, Melanie Magin

Nachrichtennutzung in der Corona-Krise und ihre Auswirkung auf die Akzeptanz der politischen Maßnahmen

Nachrichten bzw. die aktuelle Berichterstattung von Medien (klassische Massenmedien oder verschiedene Formen von öffentlichkeitsrelevanten Onlinemedien) sind für moderne Demokratien von fundamentaler Bedeutung. Die präsentierten Informationen und ihre Einordnung tragen zur gegenseitigen Verständigung über wichtige Themen, anstehende Probleme und deren Lösungsmöglichkeiten in komplexen Gesellschaften bei. Sie geben BürgerInnen Orientierung in einer unüberschaubaren Welt und helfen, sich in ihr zurecht zu finden.

Hans-Bernd Brosius, Christina Peter

Kapitel 2. Skandale und die Besonderheiten von medialen Skandalen

Auch wenn Skandale heute zwangsläufig in den Medien stattfinden und losgelöst von ihnen kaum mehr vorstellbar sind, ist der Skandal kein Phänomen, das erst mit der Entwicklung der Massenmedien aufgekommen ist. Vielmehr beschäftigen Skandale schon seit vielen Jahrhunderten die Gesellschaft und haben zu zahlreichen Umschwüngen und Zäsuren in ihrer Entwicklung geführt. Trotz seiner langen Geschichte und Bedeutung für die Gesellschaft ist der Skandal international lange Zeit von den Sozialwissenschaften weitgehend unbeachtet geblieben.

Natascha Wehlisch

Kapitel 8. Logik der Aggregation und die Erklärung sozialer Phänomene und Prozesse

Mit Hilfe des dargestellten Handlungsmodells auf Basis der Frame-Selektions-Theorie lässt sich das Handeln einzelner Journalisten in Skandalsituationen gut nachvollziehen. Für die Erklärung von Makroeffekten, wie die Entstehung des Skandals, oder sozialer Prozesse, wie der Zunahme medialer Skandalisierung, reicht die Handlungstheorie alleine jedoch nicht aus, da das Handeln der Journalisten stets in sozialen Situationen stattfindet, in denen weitere Akteure vorkommen. Dies sind neben anderen Journalisten, u. a. Rezipienten, Skandalisierte oder Informanten, die sich „wechselseitig als handlungsfähige, entscheidende und daher im Prinzip auch zu strategischen Überlegungen fähige und bereite ‚Subjekte‘ wahrnehmen“.

Natascha Wehlisch

Kapitel 6. Handlungsanalyse – Zusammenführung von theoretischen Erkenntnissen und Expertenaussagen

Nachdem mit der Gruppendiskussion explorativ Erkenntnisse zu Handlungsbedingungen in Skandalsituationen, der Bewertung verschiedener Handlungsoptionen sowie der Einschätzung möglicher Handlungskonsequenzen gesammelt wurden, soll mithilfe der qualitativen Daten der Experteninterviews eine detaillierte Analyse des journalistischen Handelns in Skandalsituationen erfolgen. Im Sinne des methodologischen Individualismus wird in den folgenden Abschnitten in drei Analyseschritten das Handeln von Journalisten in Skandalsituationen genauer unter die Lupe genommen und bestehende Erkenntnisse im Sinne der Integration theoretischen Vorwissens mit den Ergebnissen der Expertenbefragung zusammengeführt.

Natascha Wehlisch

Kapitel 2. Unternehmen und technologischer Wandel als Teile der Gesellschaft

Die in Kap. 1 bereits einleitend skizzierte sozioökonomische Auffassung von Unternehmen wird im Rahmen dieses Kapitels vor dem Hintergrund sozialwissenschaftlich-theoretischer Konzeptionen ausgebaut. Zunächst werden anhand der sozialwissenschaftlich relevanten Legitimitätstheorie, die in ihren interdependenten, übergeordneten Zusammenhang mit anderen betriebswirtschaftlichen Theorien eingeordnet wird, grundlegende Überlegungen zur Rolle und Funktion von Unternehmen in der Gesellschaft vorgenommen. Auf Basis der wissenschaftlichen Literatur wird gezeigt, dass es sich bei den zahlreich vorhandenen theoretischen Konstrukten in der Betriebswirtschaft, etwa der Ressourcenabhängigkeitstheorie, der Stakeholder-Theorie sowie der Institutionentheorie, um Erklärungsversuche des sozialen Normen- und Wertesystems aus unterschiedlicher Perspektive handelt. Dies fortsetzend wird der gesellschaftliche Wandel unter besonderer Berücksichtigung technologischen Wandels näher diskutiert und es wird gezeigt, dass diese beiden Wandlungsprozesse in einem engen, zwei Seiten der gleichen Medaille widerspiegelnden Zusammenhang zueinanderstehen. Anschließend ergeht eine nähere Betrachtung der Wirkungsweisen technologischen Wandels auf individuell-menschliche Bedürfnisstrukturen. Nach diesen Ausführungen werden Unternehmen als Bestandteil ihrer gesellschaftlichen Umwelt fokussiert, indem ihr Zielfindungsprozess anhand des Koalitionsmodells sowie die Rolle von Informationen, insbesondere ihre betriebswirtschaftliche Relevanz, näher untersucht und charakterisiert werden. Dabei werden auch theoretisch-konzeptionelle Verbindungen mit den eingangs angeführten sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen aufgezeigt. Das Kapitel schließt mit einer vertieften Auseinandersetzung einiger – aus Sicht des Autors – wesentlicher, technologischen Wandel hervorrufender technologischer Errungenschaften, die einerseits historisch-chronologisch aufgearbeitet, andererseits über die Digitalisierung in aktueller Perspektive und Relevanz eruiert werden. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung werden hier die mit der Digitalisierung einhergehenden Phänomene Big Data, Distributed Ledger-Technologie, Cloud-Computing, Erweiterte und Virtuelle Realität sowie Künstliche Intelligenz näher betrachtet.

Christoph Deiminger

Kapitel 3. Konzepte zur Unternehmensberichterstattung vor dem Hintergrund technologischen Wandels

Einleitend werden der derzeitige Status Quo sowie wesentliche, ein Umdenken hinsichtlich der Konzeption zur Unternehmensberichterstattung bewirkende Beweggründe dargestellt. Dabei werden bereits in der Literatur identifzierte Beweggründe, die zu einem Wandel der Konzeption der Unternehmenberichterstattung führten, aufgegriffen und vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen aufgearbeitet. Im Rahmen der Diskussion der gesellschaftlich-transformatorischen Auswirkungen technologischen Wandels zeigt sich, dass auch die abnehmende Bedeutung überwiegend papierbasierter Kommunikationsformate einen wesentlichen Beitrag für sowie zugleich eine Erklärungskomponente des konzeptionellen Wandels in der Unternehmensberichterstattung darstellt. Anschließend werden die aus Sicht des Autors wesentlichen Konzepte zur Unternehmensberichterstattung - das Business bzw. Value Reporting, die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie die integrierte Berichterstattung - tiefergehend untersucht. Nicht nur zeigt sich, dass die Konzepte zur Unternehmensberichterstattung einen Spiegel der gesellschaftlich-technologischen Entwicklungen ihrer Zeit darstellen und damit die im vorhergehenden Kap. 2 dargestellten sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse inkorporieren; es wird zudem evident, dass der technologische Wandel maßgeblich zur Entwicklung dieser Konzepte beigetragen hat. So finden sich beispielsweise im Rahmen des Business Reporting - eine Weiterentwicklung, die im Wesentlichen Anfang der 1990er Jahre begann - Hin- und Verweise auf eine zunehmende internetgestützte Ausrichtung der Unternehmensberichterstattung. Beinahe zeitgleich wurde das zunächst nur für wissenschaftliche Zwecke ausgelegte Internet für jedermann zugänglich gemacht. Am deutlichsten wird der Zusammenhang zwischen gesellschaftlich-technologischen Entwicklungen und der Konzeption zur Unternehmensberichterstattung im Rahmen der integrierten Berichterstattung. Hier werden zahlreiche konzeptionelle Überschneidungspunkte herausgearbeitet. Die Untersuchung zeigt im Ergebnis einen erkennbaren Niederschlag der durch technologischen Wandel hervorgerufenen Prägung der menschlichen, damit auch gesellschaftlichen Denkweisen, wie in Kap. 2 erläutert, in den Konzepten zur Unternehmensberichterstattung.

Christoph Deiminger

Kapitel 6. Weiterentwicklung: Den stetigen Wandel gestalten

In der Kommunikations- und Medienwissenschaft sehen Campbell und Kollegen vier Schwerpunkte. Ihnen folgend fokussiert sich seit Beginn der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Mediennutzung und den dabei wirkenden Effekten die Forschung auf die Fragen „wer“, „was“, „wann“ und „wo“ kommuniziert (wird) (Campbell et al. 2015, S. 518). Auch in der vorliegenden kommunikations- und medienwissenschaftlichen Arbeit findet sich dieser Horizont im Forschungsinteresse wieder.

Christopher M. Brinkmann

Kapitel 4. Empirische Befunde: Perspektiven und Deutungen kommunaler Akteure

Die Ergebnisdarstellung der empirischen Untersuchung (Leitfadeninterviews ergänzt durch Feldnotizen) in diesem Kapitel bereitete die vorliegende Arbeit in den vorangegangenen Ausführungen vor. Die theoretische Fundierung, die Einführung in das Forschungsinteresse und der Einblick in das Erhebungsverfahren bildeten hierbei die zentralen Punkte. Die Präsentation der empirischen Untersuchungsergebnisse baut auf diese Grundlage auf, entwickelt dabei eigene Konzepte und führt bestehende Erkenntnisse aus der Literatur im Schwerpunkt auf dialogorientiert-informelle Bürgerbeteiligung, crossmediale Kommunikation und Wissensmanagement in Kommunen weiter.

Christopher M. Brinkmann

Kapitel 2. Bürgerbeteiligung und Wissensmanagement auf kommunaler Ebene

Dieses Kapitel ist der Darstellung theoretischer Grundlagen von Bürgerbeteiligungsverfahren gewidmet. Die Kommunikation in Kommunen und der Themenkreis Netzwerke werden ebenfalls hier betrachtet. Die konzeptionellen und definitorischen Bestimmungen in diesem Kapitel enden mit einem Blick auf das Wissensmanagement in Unternehmen und einer Einschätzung darüber, wie es auf die kommunale Ebene übertragen werden kann.

Christopher M. Brinkmann

Kapitel 4. Empirische Untersuchung

Wie in Kapitel 2 dargelegt, stehen Private Equity Gesellschaften vor der Herausforderung, neue Wege zu finden, das Wachstum in ihren Portfoliounternehmen zu steigern, um dadurch trotz hoher Akquisitionskosten eine hohe Rendite für ihre Investoren zu generieren und gleichzeitig den gestiegenen Anspruch von strategischen Investoren an die nachhaltige Neupositionierung der Portfoliounternehmen zu erfüllen.

Carl-Philipp Barth

Kapitel 2. Forschungsstand und Forschungsfragen

Schichtarbeitende in der Industrie müssen in ihrer alltäglichen Lebensführung zwei grundsätzliche Herausforderungen meistern. Zum einen müssen sie mit körperlichen Belastungen, die sich aus der Lage der Arbeitszeiten ergeben, sowie mit Arbeitsbelastungen der (taktgebundenen) industriellen Fertigung umgehen. Zum anderen müssen die Schichtarbeitenden in ihrem Alltag mehr oder weniger widersprüchliche Zeitbindungen aus dem Arbeits- und Privatleben miteinander koordinieren. Dadurch unterscheiden sie sich deutlich von Nicht-Schichtarbeitenden. Im Rahmen des zweiten Kapitels wird eine Vielzahl von Variablen erläutert, die in diesem Spannungsfeld wirken (dürften) und es werden zudem Veränderungsprozesse aufgezeigt, die den Schichtarbeitenden heute andere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Privatleben und Erwerbsarbeit setzen. Zu den entsprechenden Zusammenhängen werden verschiedene Hypothesen aufgestellt, beispielsweise auch zu den Effekten verschiedener Schichtmodelltypen.

Ann-Kathrin Dohme

LAN – Grundbaustein des Internets

Kaum ein Rechner steht noch für sich. Wie gelingt es, tausende davon zu einem großen Netzwerk zusammenzuschließen? Die LAN-Technologie macht es möglich.

Christoph Meinel, Maxim Asjoma

Vier Millionen Likes pro Minute

Am Anfang war das Web eine Einbahnstraße, doch dann kam plötzlich Gegenverkehr auf. Wie funktioniert das, dass jeder mitmachen kann im Web?

Christoph Meinel, Maxim Asjoma

Vom Daumenkino zum Videostreaming

Ein Video ist nichts anderes als eine gewaltige Folge von Bildern. Um die im Internet zu übertragen, braucht es Komprimierungen, die die Datenmengen auf ein handhabbares Maß reduzieren.

Christoph Meinel, Maxim Asjoma

Kapitel 2. Gegenwart und Zukunft

Unsere Erde ist eine fast kugelrunde Masse, die um die Sonne kreist, weit weg von Milliarden anderer Himmelskörper. Wir sind alleine im All. Wir sind aber auch ganz besonders privilegiert. Bei uns gibt es Leben. Weil es flüssiges Wasser, Kohlenstoff, Sauerstoff und Schwefel gibt.

Friedrich Schmidt-Bleek

Einleitung: Parallele Welten der Digitalisierung im Betrieb

Projekte der Digitalisierung enthalten das Versprechen einer datengesteuerten Überprüfung und Neugestaltung aller Arbeitsprozesse im Betrieb. Ein erheblicher Aufwand technischer, sozialer und mentaler Art wird betrieben, damit die Prozesse im Betrieb einfacher, schneller und effizienter werden. Im Zentrum aller Bemühungen steht die Frage, was die Rechner leisten und was sie nicht leisten. Die Beiträge dieses Bandes legen organisationssoziologische und berufspädagogische Überlegungen vor, die einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt, „Kommunikation, Innovation und Lernen in der Produktionsorganisation unter Bedingungen agiler Digitalisierung“ (KILPaD), zugrunde liegen. Das Projekt bewegt sich in den parallelen Welten der Kommunikation und des Lernens, der Theorie und der Praxis und der Arbeit mit Menschen und der Arbeit mit Computern. Entsprechend steht das Konzept der Schnittstelle im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit dieses Projekt. Die Einleitung benennt unsere Fragestellungen und skizziert den Inhalt der Beiträge des Bandes.

Dirk Baecker, Uwe Elsholz

Könnte, müsste? Machen! Europa braucht uns alle – Interview mit Dr. Daniel Röder, Pulse of Europe

Der Erhalt eines vereinten Europas und seine zukunftsfähige Gestaltung sind wichtiger denn je. Die Engagierten von Pulse of Europe stellen sich den destruktiven und zerstörerischen Stimmen entgegen und sind überzeugt von der Reformierbarkeit und dem Willen zur Weiterentwicklung der Europäischen Union. Sie sagen: „Der europäische Pulsschlag muss spürbar sein! Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die gemeinsame Zukunft und um die Frage, in welcher Welt wir leben möchten. Wir Europäer müssen unser Schicksal beherzt in die Hand nehmen. Jetzt ist die Zeit, sich einzubringen und aktiv zu werden – nicht gegen, sondern für etwas. … Es ist die Zeit, für die Grundlagen unserer Wertegemeinschaft im positiven Sinne einzustehen.“ Und dafür bringen sie so viele Menschen wie möglich an so vielen Orten wie möglich zusammen im Sinne von Civic Social Responsibility. Interview mit Dr. Daniel Röder.

Anke Trischler

7. Digitale Güter und Dienstleistungen als Leistungsergebnisse

In diesem Kapitel werden digitale Güter (► Abschn. 7.1) und Dienstleistungen (► Abschn. 7.2) als wichtige Eckpfeiler der modernen Wirtschaftsinformatik eingeführt. Die Vernetzung und Digitalisierung mit dem Kunden im Mittelpunkt ändern dabei grundlegende Spielregeln. Alte Geschäftsmodelle, wie sie heute noch in vielen Bereichen zu finden sind, können mittlerweile längst überholt sein, während neue und hochprofitable Geschäftsmodelle entstehen. Immer neue Entwicklungen in der Hardware- und Software-Entwicklung ermöglichen die Entstehung von innovativen digitalen Gütern, welche neue Mehrwerte für Kunden, Organisationen und Gesellschaften schaffen. Auf Basis dieser Technologien und somit der entstandenen Möglichkeiten – aber auch neuer Trends wie z. B. veränderte Kundennachfrage oder Marktentwicklungen – können innovative und zukunftsweisende Leistungen bereitgestellt werden, die zunehmend zu massiven Veränderungen in der Dienstleistungsgesellschaft führen. Zentral in diesem Zusammenhang ist zudem, dass der ausschließliche Verkauf von Produkten immer schwieriger wird. Dies führt dazu, dass IT-ermöglichte Dienstleistungen an Bedeutung gewinnen und neue Geschäftsmodelle in Form von neuen Angeboten auf Basis von Produkt- und Dienstleistungsbündeln entstehen, die zunehmend auf die individuellen und problemorientierten Bedürfnisse des Kunden – im Sinne des Grundgedankens (► Abschn. 1.3 ) zugeschnitten werden.

Jan Marco Leimeister

2. Technische Grundlagen von Informations- und Kommunikationssystemen

Sei es der Computer im Büro oder das Smartphone, der die Kaffeemaschine als Internet-of-Things-Gerät im Netzwerk verfügbar macht. Computersysteme sind heutzutage allgegenwärtig und nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den technischen Grundlagen von Informations- und Kommunikationssystemen (IKT). Es wird ein Einblick in die vier Bereiche Hardware, Software, Datenorganisation sowie Rechnernetze gegeben. Die Basis eines Computersystems bildet die Hardware. Dies ist die elektronische Ausrüstung, z. B. in Form von Speicher, Prozessor sowie Eingabe- und Ausgabegeräten. Diese Hardware ist notwendig, um Software wie Betriebssysteme (z. B. Apple macOS und Microsoft Windows) zu betreiben. Diese ermöglichen den Einsatz von Anwendungssoftware wie den Internetbrowser oder das Textverarbeitungsprogramm. Dabei kommen Verfahren wie Quantum Computing zum Einsatz, die nicht nur eine Alternative zu klassischen Rechnerarchitekturen mit sich bringen, sondern auch Auswirkungen auf die Bereiche der Kryptographie oder Datenbanksuche haben. Nahezu jeder aktuelle Computer ist zudem über Rechnernetze mit anderen Rechnern verbunden, wodurch Distributed-Ledger-Technologien (DLT) wie Blockchain (z. B. zur dezentralen Datenspeicherung als elektronische Währung oder zur Manipulationssicherheit) Verwendung finden. Dabei nimmt das Internet eine sehr wichtige Rolle ein. Zum Beispiel die Verwendung von Edge Computing zur Berechnung und Verarbeitung von Daten oder zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten (z. B. mit Google Docs). Die Etablierung neuer Geschäftsmodelle unter Verwendung von z. B. Cloud Computing in Kombination mit Digital Twins schafft dabei ganz neue Möglichkeiten für Nachhaltigkeit, Effizienz und Optimierung des ganzheitlichen Systems. Das Internet stellt viele Kommunikationskanäle wie E-Mail, Chats oder soziale Netzwerke zur Verfügung und bietet Zugriff auf Informationen und Dienste. Dabei spielen die Themen IT-Sicherheit und Datenschutz eine immer größere Rolle. Die einzelnen Abschnitte dieses Kapitels vermitteln dem Leser ein Grundverständnis für diese Technologien, die heute nahezu alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens nachhaltig beeinflussen und deren Möglichkeiten auch unsere Gesellschaft immer stärker verändern.

Jan Marco Leimeister

Kapitel 6. Synopse: Wirkung von AfD und FPÖ innerhalb der Demokratie

Nachdem die populistischen Wirkprofile von AfD und FPÖ bereits getrennt zusammengefasst wurden, erfolgt nun ein strukturiertes, breiter angelegtes Resümee der zentralen empirischen Analyseergebnisse. Von diesen ausgehend werden theoretische Schlussfolgerungen gezogen, mit Blick auf beide Fallbeispiele AfD und FPÖ sowie die Wirkung von (Rechts-)Populismus innerhalb der Demokratie generell, ausgerichtet an den ersten beiden Forschungsfragen. Daneben werden die Ergebnisse der Analysen dahingehend ausgewertet, ob sie darauf hindeuten, dass sich die empirische Wirkung (rechts-)populistischer Akteure entlang eines Kontinuums strukturieren lässt.

Raphael Gritschmeier

Kapitel 5. Analyse: Wie wirkt Populismus innerhalb der Demokratie?

Dem Überblick über die politische Entwicklungsgeschichte beider Fallbeispiele folgt nun die empirische Analyse. Sie untersucht die in der Überschrift zum fünften Kapitel enthaltene Frage nach der Wirkung von Populismus innerhalb der demokratischen Ordnung akteursspezifisch und konkret an den Beispielen AfD sowie FPÖ. Sie nimmt innerhalb der vorliegenden Arbeit breiten Raum ein, denn sie nimmt insgesamt sechszehn Einzelstudien vor, ausgerichtet am theoretisch entwickelten Funktionstableau von Populismus.

Raphael Gritschmeier

Persönlicher und politischer Stil – Aspekte für die Politikanalyse

Die politikdidaktische Entwicklung des Stilbegriffes, welche sich u. a. an dem symbolischen Interaktionismus von Blumer und Mead orientiert, zeigt emotionale und normative Verwendungen des Stilbegriffes im Alltag. Die weitergehende Ausdifferenzierung des Stilbegriffes erschließt dessen Bedeutung als politikdidaktische Kategorie. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, in welcher Weise die politisch Lernenden ihre eigene politische Rolle, andererseits die politisch Handelnden in deren politischer Rolle unter den institutionellen und den politisch–kulturellen Bedingungen, aber auch im jeweiligen Regel- und Wertesystem wahrnehmen. Hieraus wird die Bedeutung der Kategorie „politischer Stil“ für die Praxis der politischen Bildung abgeleitet und veranschaulicht.

Carl Deichmann

Kapitel 14. Neue Verbrauchergenerationen: Wie Menschen morgen Marken begegnen

Als Digital Natives bildet die Gen Z (Jahrgänge 1995 bis 2009) die Kohorten ab, die bereits von Kindesbeinen an intuitiv die Digitalisierung lebt. „Always connected“ bietet auf der einen Seite durchgehendes Networking, schnelle und effiziente Informationsverarbeitung, aber auch zahlreiche Möglichkeiten der persönlichen Selbstverwirklichung. Für Marken werden die Zugänge zu den nachwachsenden Verbrauchergenerationen nicht einfacher, da sich einesteils die alltägliche Informationsfülle weiter erhöhen und Werbebotschaften häufig als Reklame-Spam unbeachtet bleiben. Auch wenn sozial bewusster Konsum und Nachhaltigkeitsthemen die Skala von Konsumwünschen anführen, entscheidet Gen Z meistens pragmatisch und sehr effizient in Kontexten: Was in Entscheidungssituationen unmittelbar die bestmögliche Lösung bietet, erhöht den Vorzug vor der vermeintlich besten Lösung. Marken, die in Vergessenheit gerieten, oder Marken ohne Kontextrelevanz und simplifizierte Codierung haben in dieser Generation mit ihren schnelllebigen Alltagsentwürfen kaum Chancen auf Gehör.

Uwe H. Lebok

Kapitel 3. Vorbereitung – Vorgehen und Instrumente für die Erstellung von Gesundheitsinformationen

In diesem Kapitel beantworten wir die Fragen: Was ist ein Methodenpapier? Welche vorbereitenden Schritte und Maßnahmen sind zu ergreifen? Warum ist es wichtig, das Ziel beziehungsweise den Zweck zu definieren? Wo kann gute Gesundheitsinformation gefunden und wie können Gesundheitsinformationen bewertet werden?

Magdalena Hoffmann, Christine Maria Schwarz, Felice Gallé, Daniela Schoberer, Eva Jabinger, Claudia Voithofer, Gerald Sendlhofer

Kapitel 9. Information Data Models: Das Fundament einer guten Information Strategy

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Voraussetzungen und Leitlinien einer nachhaltig erfolgreichen Data Science Strategie. Sie soll angehenden Data Scientists und Data Architects einen Einblick in die aktuelle Wirtschaftssituation vermitteln, erklären warum aktuelle Verhältnisse normativ wirken und deren Ursprung erklären. Es wird erarbeitet, dass die Hürden zu einer nativ-homogenen Informations-Architektur systemisch sind und die Möglichkeit des Überspringens dieser Hürden maßgeblich im Bereich der Bereitschaft zur Veränderung der handelnden Individuen begründet liegen.Weiter wird aufgezeigt, in welcher technologischen Phase der Informations-Architektur die Mehrzahl der Akteure eingeordnet werden können, der „Application Centric“ Ära. Nach einer Definition der Begrifflichkeiten Application Centric, Data Driven und Data Centric Architecture wird wiederlegt, dass die „Data Driven“ Ära eine Übergangsphase zu Data Centric Architecture darstellt und nahtlos ist. Aufgezeigt wird ebenfalls, dass eine gewisse Größe von Strukturen und deren gewachsene Organisationen ein großes Hemmnis darstellen und warum sich Startups oft mit diesen Problemen nicht so massiv konfrontiert sehen. Dem Leser wird ebenfalls vermittelt, wie Quick-Wins erzeugt werden um ein entsprechend positiveres Mindset zu erzeugen. Abschließend wird dargelegt, weshalb die Public Cloud ein Weg aus der Zwickmühle sein kann.Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind – Albert Einstein (vgl. Einstein o. J.)

Christian Rupert Maierhofer

Das Leben in Vietnam genießen

Das Leben in Vietnam besteht nicht nur aus Karriere, Arbeiten und Geschäfte machen. Vielmehr ist es wichtig, das richtige Maß des Genusses zu finden. Vietnam bietet dafür viele Möglichkeiten. Es wäre schade, diese in den Monaten, Jahren oder Jahrzehnten des Aufenthaltes einfach so verstreichen zu lassen. Dies gilt im besonderen Maße für die Partner, die den Expat begleiten (Olga Hase-Bergen). Es ist wichtig, im wahrsten Sinne des Wortes anzukommen. Dabei hilft die Kulinarik, da die Liebe bekanntlich durch den Magen geht. Dass die Küche Vietnams einzigartig ist, soll sie an dieser Stelle des Buches nicht unterschlagen werden (Long Quang Phạm). Eine ganz besondere Situation entsteht indes, wenn man eine eigene Familie in Vietnam gründet und sozusagen direkten Familienanschluss zu einer vietnamesischen Großfamilie erhält (Borries Plass). Letztlich kommt es darauf an, sich auf das Land mit ganzem Herzen einzulassen (Andreas Stoffers). Einige abschließende Empfehlungen runden dieses Kapitel ab (Andreas Stoffers und Long Quang Phạm).

Olga Hase-Bergen, Long Quang Phạm, Borries Plass, Andreas Stoffers

Kapitel 6. Spektakuläre Ethik: Das Trolley-Problem

Sollen wir uns in ethischen Fragen von unserer Intuition leiten lassen oder vom Verstand? Das Problem stellt sich bei selbstfahrenden Autos oder bei den fiktiven Fällen einer außer Kontrolle geratenen Straßenbahn. Beides spielt eine Rolle: Intuitionen liefern uns wichtige Orientierungspunkte. Wir dürfen ihnen aber auch nicht blind folgen, nicht unbesehen. So weltfremd die Dilemmata auf den ersten Blick anmuten, tatsächlich stellen sie sich im Leben häufiger, als wir meinen.

Dr. Richard Egger

Kapitel 1. Unsere evolutionäre Abkopplung von der natürlichen Selektion?

Die natürliche Selektion ist der Hauptmechanismus darwinscher Evolution und der heute gängigen Evolutionstheorie. Sie hat die Evolution des Menschen auch in historischer Zeit mitbestimmt, etwa durch die lokal unterschiedlich starke Ausprägung der Milchverträglichkeit oder durch unterschiedliche Anpassungen an Sauerstoffmangel bei Bergvölkern. Das Gewicht der natürlichen Selektion ändert sich jedoch mit dem modernen Menschen. Homo sapiens will sich in der Technosphäre von ihren Fesseln lösen, indem er zielgerichtet in seine eigene Evolution eingreift. Natürliche Selektion wird zunehmend von künstlicher Selektion überlagert. Damit ist Evolution nicht mehr „blind“, ungerichtet und ungeplant, wie sie Darwin und die Standardtheorie verstehen. Unsere evolutionäre Gegenwart und Zukunft verlaufen zunehmend als untrennbare Natur-Kultur-Koevolution. In dieser Koevolution macht der Mensch seine eigene Evolution planbar. In der zielgerichteten modernen Biologie und Medizin wird potenziell jeder fit gemacht. Das Survival of the Fittest und biologische Grenzen gelten dann nicht mehr, so die Vorstellung. Völlig ausschalten lassen sich die natürliche Selektion und Anpassung jedoch nicht.

Axel Lange

Kapitel 9. Immer älter – von Methusalem-Genen bis Verjüngung und Unsterblichkeit

Die Wissenschaft lernt, das Altern besser zu verstehen. Die Lebensspanne hat sich in den letzten 100 Jahren significant erhöht; das wurde vor allem durch bessere Beherrschung von Krankheiten möglich. Der Übergang zum Studium der Faktoren, die das Altern selbst bestimmen, wird erst heute vollzogen. Hier werden große Fortschritte erwartet, die sich in körperlich und geistig gesundem höheren Alter für viele Menschen niederschlagen. Dabei sollen die maximale Lebensspanne deutlich erhöht sowie Verjüngung und Regeneration dabei ermöglicht werden. Das ökonomische Potenzial auf diesem Gebiet ist unermesslich hoch. In nicht allzu ferner Zukunft werden große Teile der Gesellschaft in hoch entwickelten Ländern mit kapitalkräftigem Publikum weit über 100 Jahre alt sein und neue Rollen und gesellschaftliche Akzeptanz finden müssen.

Axel Lange

Kapitel 3. Wie Wissenschaft mit der Zukunft umgeht

Mit den Entwicklungen der synthetischen Biologie und künstlichen Intelligenz wird in der Technosphäre verstärkt zielgerichtet in die menschliche Evolution eingegriffen. Damit wird diese auch zu einem möglichen Gegenstand der Zukunftsforschung. Die in den USA entstandene Wissenschaftsdisziplin Futures Studies arbeitet mit Grundprinzipien und professionellen Methoden, um alternative Zukunftsszenarien menschlicher Evolution zu erstellen. Futures Studies erstellen keine statistisch berechneten Prognosen wie Unternehmen und Politik, sondern alternative Szenarien, meist Wunschszenarien, die verglichen werden und auch gleichzeitig eintreten können.

Axel Lange

10. Neukunden über Empfehlungsmarketing

Viele Makler klagen über zu wenige Objekte und zu wenige Kontakte. Empfehlungsgeber sind Ihr bestes Vermarktungspotenzial. Dieses Kapitel behandelt den Aufbau von potenziellen Empfehlungsgebern – ohne Anbiedern bei Neukunden, sondern mit einem herzlichen Empfang. Gewinnen Sie einen Einblick in die Kunst des Empfehlungsmarketings.

Oliver-D. Helfrich

7. Kaufvertrag und Mietvertrag

Dieses Kapitel begleitet Sie durch einen kompletten Verkaufsprozess. Sie erhalten Einblicke in die Möglichkeiten Ihrer Vorbereitung und des Ablaufs am Tage des Beurkundungstermins bis hin zur Unterschrift auf dem Kaufvertrag und die Zeit bis zur Objektübergabe. Zudem erhalten Sie Hilfestellungen für die Vorbereitung, Nachbereitung und verbale Ausschmückung des Termins der Mietvertragsunterzeichnung.

Oliver-D. Helfrich

Kapitel 7. Das Ziel und der Weg

Will man seine Kommunikation verbessern, muss man sich ihrer bewusst werden und systematisch vorgehen. Dazu verwendet man am besten ein vom Autor in seiner Berufspraxis entwickeltes und seit Jahrzehnten erfolgreich benutztes Modell. Es teilt die Kommunikation in fünf Stufen ein, die hier anhand eines Elvis-Hits einfach erklärt und dann Schritt für Schritt vertieft werden: 1) Ziele, 2) Zielgruppen, 3) Botschaften, 4) Inhalte und 5) Instrumente, Kanäle, Massnahmen.

Stefan Bannwart

Kapitel 5. Dunkle Kräfte

Beim Erzählen von Geschichten spielen Bösewichte eine wesentliche Rolle. Alfred Hitchcock, der grosse Regisseur, ging so weit, zu sagen: «Je gelungener der Bösewicht, umso gelungener der Film». Dieses Prinzip wird auch in der Kommunikation, etwa in Politik oder im Marketing, gerne verwendet, wobei aus dem (moralisch schlechten) Bösewicht oft ein (moralisch neutraler) Antagonist wird oder schlicht ein Problem, das es zu lösen gilt. Besonders anschaulich hat das Steve Jobs in diversen berühmten Kampagnen für Apple getan. Die Faszination des Menschen mit Bösewichten und Antagonisten lässt sich mit Jungs Konzept des Schattens erklären. Damit sind die nicht wahrgenommenen, verdrängten dunklen Seiten des Menschen gemeint. Der Schatten ist eine Art Gegenstück zur Persona: das, was man an sich nicht wahrnehmen und nicht erkennen will. Doch das Erlangen von Ganzheit, und damit Authentizität, bedingt Bewusstmachen und Integrieren von Schattenanteilen.

Stefan Bannwart

Grundrechte

Gemäß Art. 6 Abs. 1 EUV ist die EGRC mit ihren Grundrechten fest anerkannt und mit den Verträgen rechtlich gleichrangig. Besonders aktuell sind der Datenschutz (Vorratsdatenspeicherung) und der Klimaschutz. Beide werden neben den anderen Grundrechtsentwicklungen (Corona-Maßnahmen; Terrorabwehr) wie auch den allgemeinen Lehren ausführlich dargestellt.

Walter Frenz

Der innere Kompass: Wie wir heute richtig entscheiden

Es wird heute immer wichtiger, den eigenen Orientierungssinn zu nutzen, um Antworten zu finden, die dabei helfen, Komplexität, Unsicherheiten und Ängste auszuhalten und zu lernen, die Wirklichkeit besser zu verstehen und nachhaltig zu gestalten. Wir benötigen ein gemeinsames Verständnis von Wirklichkeit, denn nur auf dessen Fundament können wir auch unsere Debatten austragen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir zu unseren Entscheidungen kommen. Der Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Forschungsergebnisse zum Thema Bauchgefühl, das wegen seiner Fehleranfälligkeit („kognitive Verzerrungen“) allerdings auch umstritten ist. Zahlreiche Beispiele aus der Unternehmenspraxis und Erfahrungsberichte belegen, dass Bauchentscheidungen vor allem dann gebraucht werden, wenn Risiken nicht berechnet werden können und unter hoher Unsicherheit entschieden werden muss.

Alexandra Hildebrandt, Werner Neumüller

Wie Karrieren durch ein verlässliches Bauchgefühl zum Erfolg geführt werden können

Peter Hanraths, der als Entdecker der Klitschko-Brüder, „Tiger“ Dariusz Michalczewski, Felix Sturm und Jürgen Brähmer gilt, berichtet von seiner Zeit als Geschäftsführer der einstigen Weltmeisterschmiede Universum Box-Promotion. Seine Inspiration, das Richtige zu tun, kam dabei wieder aus dem Bauch heraus – wie fast immer bei wichtigen Entscheidungen. In zahlreichen Anekdoten berichtet er von Signalen, die vom Unterbewusstsein gesendet werden und in ihm unbewusste Impulse auslösen, die ihn zum instinktiven Handeln anregen. Das schließt rationales Agieren allerdings nicht aus.

Peter Hanraths

Bauchgefühl bei Start-up Investments

In seinem Beitrag veranschaulicht Alexander Stoeckel anhand eines Fallbeispiels aus der Start-up-Szene, dass Gründer und Investoren, die sich nachhaltig darum bemühen, die Faktengrundlage ihrer Entscheidungen zu verbessern, grundsätzlich bessere Entscheidungen treffen und erfolgreicher agieren.

Alexander Stoeckel

Kapitel 10. Nachwort

Eine erfolgreiche Corporate Security zu schaffen hängt nicht nur davon ab, ob Sie ein Experte auf Ihrem Gebiet sind und ob die Weichen im Unternehmen richtiggestellt worden oder ob ein entsprechendes Budget vorhanden ist. Der Erfolg der Unternehmenssicherheit hängt im Wesentlichen an Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Integrität, der Art, wie Sie kommunizieren und Ihrer Bereitschaft zur Adaption und Flexibilität. Die so oft als „soft skills“ titulierten Eigenschaften der Persönlichkeit und des Charakters sind in Wirklichkeit der Schlüssel zum Erfolg. Warum es wichtig ist, einerseits ein Experte zu sein, Loyalität zu zeigen, wirklich zu führen, sich zu entwickeln – erläutere ich in diesem Nachwort.

Felix Timtschenko

Kapitel 4. Methodik der empirischen Untersuchung

Um zu erfassen, ob und wie sich Menschen innerhalb ihres sozialen Nahraums über Medieninhalte austauschen, setzt die vorliegende Studie auf die Kombination einer verdeckten Feldbeobachtung von Alltagsgesprächen mit einer anschließenden Befragung der beobachteten Gesprächsgruppen und einer Analyse der von ihnen thematisierten Medieninhalte. Das Herzstück bildet die Feldbeobachtung von mehr als 2.500 natürlichen Kleingruppen, deren Gespräche 40 geschulte Beobachter im Frühjahr 2016 mit einem standardisierten Beobachtungsschema erfassten. Inspiriert wurde die Beobachtungsstudie durch eine Untersuchung von Hans Mathias Kepplinger und Verena Martin (1986). Als methodisches Novum kann die Kopplung einer verdeckten Beobachtung mit einer mündlich-persönlichen Anschlussbefragung beobachteter Personen gelten. Das besondere Design der Studie ermöglicht zum einen extern valide Aussagen über den Stellenwert, den Medieninhalte in Alltagsgesprächen besitzen. Zum anderen bezieht die Studie medieninhaltsseitige, personale und Gruppenfaktoren ein, die das Zustandekommen und den Verlauf von Anschlusskommunikation beeinflussen, durch Beobachtung aber nicht zugänglich sind.

Nicole Podschuweit

Kapitel 6. Fazit

Die vorliegende Studie verweist auf ein großes Einflusspotenzial interpersonaler Kommunikation im Medienwirkungsprozess. Ihr zufolge bedarf es in jedem dritten Alltagsgespräch weniger als 20 Minuten, bis die Teilnehmer auf die Massenmedien zu sprechen kommen. Harte Nachrichtenthemen ohne Bezug zur Lebenswirklichkeit der Rezipienten sind für die Alltagskommunikation eher nachrangig bzw. ungeeignet. Als anschluss- und konsensfähig erweisen sich vor allem obtrusive Medienthemen und unterhaltende Medienangebote. Will man ihre Wirkung erforschen, sollte man interpersonaler Anschlusskommunikation demnach besondere Beachtung schenken. Da Medieninhalte, die Eingang in die Alltagskommunikation finden, bei den Interaktionsteilnehmern hohe Akzeptanz finden, dürfte interpersonale Kommunikation ihre Wirkung in aller Regel verstärken. Die Funktionen von Medienverweisen legen nahe, dass interpersonale Kommunikation neben kognitiven und persuasiven Medieneffekten vor allem affektive Medienwirkungen beeinflusst. Wie massenmediale (Unterhaltungs-)Angebote und Anschlusskommunikation bei der Entstehung bzw. Festigung subjektiver Realitätsvorstellungen zusammenwirken, sollte demnach weiter erforscht werden.

Nicole Podschuweit

Kapitel 1. Einleitung

In modernen Informationsgesellschaften erfüllen Massenmedien für die interpersonale Alltagskommunikation eine Thematisierungsfunktion. Wie wir über Medieninhalte denken, wird nach der vorherrschenden wissenschaftlichen Sichtweise indes vor allem durch unser persönliches Umfeld beeinflusst. Obgleich das große Einflusspotenzial interpersonaler Kommunikation früh erkannt wurde, blieb sie in kommunikationswissenschaftlichen Untersuchungen jahrzehntelang außen vor. Die vorliegende Studie leistet einen Beitrag zur Erforschung des komplexen Wechselspiels zwischen beiden Kommunikationsformen. Im Fokus stehen drei Fragen: Erstens, woraus ergibt sich das Einflusspotenzial interpersonaler Kommunikation? Zweitens, fungiert interpersonale Kommunikation eher als Verstärker oder als Hemmer von Medienwirkungen? Drittens, auf welche Medienwirkungen nimmt interpersonale Kommunikation Einfluss? Antworten gibt eine komplexe Feldstudie, die auf breiter empirischer Basis Einblicke in den Umgang von Menschen mit Medieninhalten in Alltagsgesprächen innerhalb des sozialen Nahraums gewährt.

Nicole Podschuweit

Kapitel 5. Empirische Befunde

Die wichtigsten Ergebnisse der empirischen Untersuchung lassen sich in sieben Punkten zusammenfassen: Erstens, 2016 waren Medieninhalte weniger salient in Alltagsgesprächen als im vordigitalen Zeitalter. Zweitens, Themen der aktuellen Berichterstattung schlagen sich mit einer Verzugszeit von etwa einem Tag auf der Gesprächsagenda nieder. Drittens, Meinungsführer tragen entscheidend dazu bei, dass Menschen sich über Medieninhalte austauschen und dass interpersonale Kommunikation ihr Einflusspotenzial entfalten kann. Viertens, gemeinsame Interessen und Medienpräferenzen fördern Erwähnungen der Massenmedien ebenso wie eine hohe Altershomogenität und Gruppenkohäsion. Fünftens, Medieninhalte werden vor allem zuhause und in größeren Gruppen zum Gesprächsgegenstand. Sechstens, Medienverweise gehen häufig mit positiven Bewertungen der Gesprächsteilnehmer einher. Siebtens, die vorliegende Studie bestätigt zum einen die große Bedeutung der Informations- und Persuasionsfunktion der Massenmedien für die Alltagskommunikation; zum anderen verweist sie auf eine hohe Relevanz der gemeinsamen affektiven Verarbeitung von Medieninhalten innerhalb des sozialen Nahraums.

Nicole Podschuweit

Kapitel 3. Zusammenführung der theoretischen Vorüberlegungen

In diesem Kapitel werden die theoretischen Überlegungen und die referierten Forschungsbefunde zum sozialen Einfluss, zur Rolle von Meinungsführern im Kommunikationsprozess, zum Umgang von Menschen mit Medieninhalten in der interpersonalen Kommunikation und zur Medienrezeption zusammengefasst und in ein theoretisches Modell integriert. Das Modell gibt einen Überblick über Faktoren, die erklären können, ob Menschen Medieninhalte in ihre Alltagskommunikation einbringen, wie sie sie darstellen und welche Funktionen ihre Medienverweise für ihre sozialen Interaktionen erfüllen. Aus dem Modell werden theoretische Annahmen über Einflüsse dieser Faktoren abgeleitet und im weiteren Verlauf dieser Arbeit empirisch geprüft (operationale Modellebene). Weitere Annahmen sind auf einer rein theoretischen Modellebene anzusiedeln. Sie betreffen das Einflusspotenzial interpersonaler Kommunikation im Medienwirkungsprozess, das sich ausgehend vom Umgang mit Medieninhalten in konkreten Interaktionssituationen prognostizieren lässt.

Nicole Podschuweit

Kapitel 2. Theoretischer Rahmen

Ziel der theoretischen Ausführungen ist die Beantwortung zweier Fragen: Erstens, warum ist anzunehmen, dass interpersonale Kommunikation das Potenzial hat, Medienwirkungen zu beeinflussen? Zweitens, anhand welcher Faktoren lassen sich Stärke, Richtung und Art etwaiger Einflüsse interpersonaler Kommunikation im Medienwirkungsprozess prognostizieren? Den Ausgangspunkt für die Beantwortung der ersten Frage bilden die Überlegungen von Katz und Lazarsfeld (1955) zur Wirkmacht sozialer Normen und zur Schlüsselrolle von Meinungsführern im Kommunikationsprozess. Erweitert wird die theoretische Perspektive durch die Theorie der sozialen Realitätsbildung von Hardin und Higgins (1996). In der vorliegenden Arbeit wird die aus der Sozialpsychologie stammende Theorie erstmals herangezogen, um zu erklären, welche Bedeutung interpersonaler Kommunikation für die Validierung von Vorstellungen zukommt, die Massenmedien Individuen vermitteln. Zentrale Ausgangspunkte für die Beantwortung der zweiten Frage bilden empirische Befunde der Forschung zum sozialen Einfluss, zu Meinungsführern, zur Anschlusskommunikation und zur Medienrezeption.

Nicole Podschuweit

Bulgarien: Wachstum, Disparität und die Macht des Populismus

In Bulgarien existiert dreißig Jahre nach dem politischen Systemwechsel eine funktionierende Demokratie, die jedoch seit langem mit institutionellen Problemen ringt, zu denen eine übermächtige Generalstaatsanwaltschaft, Korruption und ein von wenigen, politisch einflussreichen Wirtschaftsakteur*innen abhängiges Mediensystem gehören. Das hohe Wirtschaftswachstum der 2010er Jahre war mit anhaltender Armut und zunehmenden sozioökonomischen Disparitäten verbunden, die zu Politikverdrossenheit und zur Entstehung neuer, populistischer und extremistischer politischer Kräfte beitrugen.

Boyan Zahariev, Elitsa Markova

Tschechien: Herausforderungen durch Polarisierung und Machtfusion

In den vergangenen 30 Jahren erlebte die Tschechische Republik eine Demokratisierung, ökonomische Transformation und Neudefinition des Nationalstaates. Sie verfügt heute über konsolidierte demokratische und marktwirtschaftliche Institutionen, die jedoch durch die Ballung ökonomischer, politischer und medialer Macht bei dem amtierenden Ministerpräsidenten herausgefordert werden. Der von ihm repräsentierte technokratische Populismus steht im Gegensatz zur liberalen Idee einer demokratischen Gewaltenkontrolle und hat zur politischen Polarisierung beigetragen.

Petra Guasti, Zdenka Mansfeldová

Slowakei: Zwischen nationalem Populismus und liberaler Demokratie

Die Slowakei gilt seit 1998 als konsolidierte Demokratie. Politische Korruption, Machtmissbrauch und regionale Disparitäten haben jedoch Politikverdrossenheit erzeugt und populistische Rhetorik, rechtsextreme Systemgegner gestärkt. Die Konfrontation zwischen nationalpopulistischen und liberalen Lagern gefährdet die Demokratie. Allerdings konnten zivilgesellschaftliche, Medien- und politische Oppositionsakteure bisher eine Machtübernahme durch autoritäre Kräfte verhindern, auch dank der Erfahrungen des Kampfes gegen die autoritäre Regierungsführung Vladimír Mečiars in den 1990er Jahren.

Darina Malová, Branislav Dolný

Litauen: Widerstand gegen populistische Versuchungen

Litauens Demokratie basiert auf funktionsfähigen Institutionen und einer in der Unabhängigkeitsbewegung gegen die Sowjetherrschaft wurzelnden Legitimität. Politische Korruption und die wachsenden Abhängigkeiten privater Medien stellen gravierende Probleme dar. Populistische Parteien wurden bisher von den traditionellen Parteien integriert, zur Respektierung der Regeln bewegt oder marginalisiert. Litauens Volkswirtschaft erlebte in den 2000er Jahren ein dynamisches Wachstum. Nun geht es darum, wertschöpfungsintensivere Produkte zu erzeugen und die großen sozialen Ungleichheiten zu verringern.

Darius Žeruolis

Kroatien: Schwierige Zeiten für eine Verbesserung der Demokratie

Das Kapitel analysiert die demokratische Entwicklung und die ökonomische Transformation in Kroatien seit 1990. Nach einem von Krieg und semi-autoritärem Regieren geprägten Jahrzehnt entstand im Jahr 2000 ein parlamentarisches Regierungssystem mit einer moderat polarisierten, pluralistischen Parteienlandschaft. Trotz der erzielten Demokratisierungsfortschritte sind politische Korruption und Klientelismus noch immer weit verbreitet. Kroatiens Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 2013 trug zur weiteren Demokratisierung und ökonomischen Transformation bei.

Zdravko Petak

24. Soziale Roboter im sexuellen Bereich

Forschungsstand, neomaterialistische Perspektiven und queeres Potenzial

Der Beitrag diskutiert den Einsatz von sozialen Robotern im sexuellen Bereich. Er zeichnet die aktuelle Debatte um Sexroboter nach und lotet das durch neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion eröffnete Potenzial einer posthumanistischen Sozialität aus. Dabei wird zunächst definiert, was überhaupt unter einem Sexroboter zu verstehen ist und welche Design- und Konfigurationsoptionen aktuell angeboten werden. Im nächsten Schritt wird der Forschungsstand zum Thema knapp skizziert. Schließlich wird aus genderqueerer und feministischer STS-Perspektive diskutiert, inwiefern Sexroboter uns nicht nur in die Lage versetzen, neue, nie da gewesene Arten von Sexualität und sexueller Befriedigung zu erreichen, sondern auch die Möglichkeit bergen, das anthropozentrische Denken der Moderne zu überwinden.

Tanja Kubes

2. Der Hype, die Medien und die Angst

Während Menschen einerseits gewohnt sind, körperliche Arbeit von Maschinen erledigen zu lassen und es hier auch keine Konkurrenz hinsichtlich der Kräfte gibt, werden Nachrichten über kognitive Überlegenheit von Maschinen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. In den Medien werden diese Nachrichten jeweils genutzt, um die Auflage bzw. Aufruf- und Klickzahlen mit reißerischen Überschriften zu optimieren. Mit schwindender menschlicher Kontrolle wächst der Bedarf nach sogenannter KI-Ethik und es entstehen entsprechende Biotope in großen Unternehmen. Insgesamt besteht wirtschaftlich großer Optimismus bei gleichzeitiger relativer Unwissenheit. In dieser Atmosphäre werden die reißerischen Szenarios der Presse z. T. durch dystopische Gedankenspiele seriöser Wissenschaftler/-innen unterstützt. Das Ergebnis ist, dass viele Menschen künstlicher Intelligenz misstrauen oder sogar Angst vor ihr haben.

Sven Krüger

3. Was ist KI und was nicht

Die Geschichte maschineller Informationsverarbeitung reicht fast 200 Jahre zurück. Trotzdem stehen wir noch am Anfang der Entwicklung von KI. Künstliche Intelligenz zu definieren führt zu der Erkenntnis, dass der Intelligenzbegriff selbst nicht 100-prozentig definiert ist, und dass es unterschiedliche Arten von Intelligenz mit inhaltlichen Abstufungen gibt. Generell ist KI die Nachahmung menschlicher Problemlösungsfähigkeiten mithilfe von Computern. Sie ist kein Lebewesen.

Sven Krüger

7. KI und Verantwortung

Verantwortung in Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz ist ein weites Feld. „Der in den meisten Fällen kommerzielle Einsatz der Technologie lädt ein, das Thema auf Produkthaftung zu reduzieren,“ aber algorithmische Entscheidungsunterstützungs- und Automatisierungssysteme sind weit mehr als ein Haufen Apps, mit denen Musik, Filme, Bilder und Texte usw. leichter gefunden und sortiert werden können. Die Einsatzfelder reichen von der Medien- und Unterhaltungsindustrie über die Finanz- und Versicherungswirtschaft, alle produzierenden Gewerbe bis in das Bildungssystem, die öffentliche Verwaltung und die militärischen Organisationen der Nationalstaaten. Geheimdienste gehören zu den aktivsten Anwendern. Die Ergebnisse der KI-Anwendung werden Grundlagen vieler gesellschaftlicher und individueller Entscheidungen. Nicht selten entscheiden Algorithmen über wirtschaftliche Existenzen und sogar Leben und Tod. Entsprechend relevant ist, wer wofür und wie verantwortlich ist.

Sven Krüger

Kapitel 3. Chaos, Täterschaft und (potenzielle) Unterlegenheit

Die ersten beiden Fallbeispiele sind geprägt von Bildern, die die Gesellschaft der Bundesrepublik im Kontext von Flüchtlingsaufnahme vor allem als übereinstimmend mit Normen und Werten zeigen, die den Bestand gesellschaftlicher Ordnungsvorstellungen und moralischer Integrität bestätigen. Über diese Bilder wird die Aufnahme von ‚Flüchtlingen‘ legitimiert. Die folgenden beiden Fallbeispiele zur Berichterstattung über das Asylverfahren in den 1980er Jahren und der Berichterstattung im Vorfeld des ‚Asylkompromisses‘ lassen sich entlang dieser Parameter vornehmlich auf der gegenüberliegenden Seite verorten.

Lisa-Katharina Weimar

Kapitel 2. Ordnung, Gut-Sein und Überlegenheit

Wie bereits in der Einleitung dargelegt, hat sich im Verlauf der Untersuchung eine Gliederung der empirischen Befunde in zwei Großkapitel als plausibel herausgestellt. Diese zeigt eine Zäsur in der visuellen Repräsentation von Migration und bundesdeutscher Gesellschaft an. In den ersten beiden Fallbeispielen wird die Existenz der Gesellschaft der Bundesrepublik und ihrer Institutionen im Bild als abgesichert gezeigt.

Lisa-Katharina Weimar

Kapitel 4. Industrielle Revolutionen und die neue Energiewelt

Industrielle Revolutionen vollziehen sich, dem Ökonomen Rifkin folgend, in drei Grundelementen: der Kommunikation, der Energie und der Logistik. Die zweite und dritte industrielle Revolution stützen sich bei der Energie auf die Dampfkraft, die Elektrizität und das Öl. Revolutionen sind stets durch disruptive Elemente gekennzeichnet. Die Analyse zeigt, wir befinden uns bereits in der 4. Industriellen Revolution. Die Elemente Kommunikation und Logistik zeigen schon disruptive Veränderungen, der Wandel in der Energie hängt dem noch hinterher. Dezentrale Kommunikationstechnologien treffen jetzt auf dezentrale Energiekomponenten und bilden eine neue Kommunikation-Energie-Matrix. Auch die Energiewelt wird sich in Teilen disruptiv verändern. Die neue Energiewelt wird wesentlich gekennzeichnet sein durch dezentrale Strukturen, regenerative Energien und intelligente Systeme. Die Energiewende beschreibt den Wandel hin zu diesem neuen Zustand.

Josef Gochermann

Kapitel 3. Globalisierung und Migration im Wechselspiel

Historisch haben Globalisierungsschübe nicht nur den Austausch von Gütern und kulturellen Errungenschaften begünstigt, sie haben auch dazu beigetragen, die Neugier der Menschen nach Erforschung der unbekannten Ferne anzufachen. Zwischen Globalisierung und Völkerwanderungen besteht somit eine enge Wechselbeziehung. Letztere können Globalisierungswellen begünstigen, doch gibt es auch den umgekehrten Einfluss von Globalisierung auf Wanderungsströme. Oltmer (2016) betont diese Interdependenz und bringt als Beispiele die koloniale Expansion im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie die kriegsbedingten Wanderungen im Laufe des 20. Jahrhunderts. In der Geschichte der Menschheit kann man sehr weit zurück immer wieder Bestätigungen hierfür finden.In diesem Kapitel wird auf wichtige Globalisierungswellen hingewiesen, es werden markante Beispiele für Wanderungsströme angeführt und die Probleme erörtert, die Auswanderer in Herkunfts- und Zielländern auslösen bzw. selbst erleben.

Heinz Handler

Kapitel 15. Unterrichtskonzeptionen für die Förderung prozessbezogener Kompetenzen

Prozessbezogene Kompetenzen beziehen sich auf Fähigkeiten, naturwissenschaftlich zu arbeiten, zu argumentieren und naturwissenschaftliches Wissen bei Handlungsentscheidungen heranzuziehen. Zunächst wird eine Konzeption vorgestellt, die Grundbegriffe naturwissenschaftlichen Denkens (z. B. Variable, Hypothese) systematisch einführt. Danach geht es um das Verständnis des Modellbegriffs in Verbindung mit einem Unterricht über das Teilchenmodell. Eine weitere Konzeption stellt anhand eines aktuellen Umweltthemas die Bewertungskompetenz in das Zentrum des Physikunterrichts. Der fachlichen Kommunikationskompetenz widmen sich drei Beispiele zum physikalischen Argumentieren, sachbezogenen Darstellen und adressatengemäßen Erklären. Drei weitere vorgestellte Konzeptionen zur Variablenkontrolle, Strukturierung experimenteller Untersuchungen und zum Umgang mit Messunsicherheiten fallen in den Bereich der experimentellen Kompetenz.

Horst Schecker, Dietmar Höttecke

2. Baby Boomer und Generation X – Charakteristika der etablierten Beschäftigten-Generationen

Im Fokus dieses Beitrags steht die Charakterisierung der beiden im deutschen Arbeitsleben etablierten Generationen der Baby Boomer (Geburtsjahrgänge ca. ab 1956 bis 1965) und der Generation X (Geburtsjahrgänge ca. ab 1966 bis 1980). Diese beiden Generationen dominieren, sowohl was ihre Anzahl als auch was ihre hierarchische Positionierung angeht, zurzeit noch die deutsche Arbeitswelt. Um das Potenzial dieser beiden Generationen optimal nutzen und das Zusammenspiel und damit die Teamleistung aller, auch der nachfolgenden Generationen, bestmöglich gestalten zu können, ist die Kenntnis ihrer für das Berufsleben relevanten Besonderheiten erforderlich. Es werden daher Unterschiede und Gemeinsamkeiten bezüglich ihrer Generationenprägung, ihrer Werte und ihres Verhaltens dargestellt. Darüber hinaus werden die besonderen Bedürfnisse herausgearbeitet, welche die Angehörigen der Generation X und der Baby Boomer vor dem Hintergrund ihrer aktuellen Lebensphase und der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation im Arbeitsleben haben. Mit Hilfe dieses Gesamtbildes werden abschließend die Herausforderungen aufgezeigt, welche diese beiden Generationen an das Personalmanagement stellen.

Jutta Oertel

Chapter 2. Media Change as a Cultural Phenomenon

This chapter formulates five theses on the connection between media change and the future.

Christoph Ernst, Jens Schröter

Kapitel 5. Auswertung und Interpretation der Teilstudie II

Um der dem Ziel der ganzheitlichen Betrachtung von Formaten für Digital Natives gerecht zu werden, wird das dritte Gebiet „Content“ vor dem Hintergrund der Forschungsfrage F3 und deren Subfragen diskutiert. Die Forschungen zeigen, dass dem Publikum beider Formate trotz subjektiver Berichterstattung Raum gegeben wird, sich eine eigene Meinung zu bilden. Grund dafür ist das multiperspektivische Beleuchten von Themen. Zudem bedient sich besonders STRG_F am Prinzip des Prozessjournalismus und greift häufiger als YK alte Folge unter Einbezug von Publikumsreaktionen auf. Als Möglichkeiten zur Innovation auf Content-Ebene werden die Integration von Social Media in die Dramaturgie, der intensive und gezielte Einsatz von bei der Zielgruppe beliebter Musik, Humor, fiktionale Momente, Autoreferenzialität und Authentizität identifiziert. Transparenz wird durch offene Subjektivität, Prozesshaftigkeit sowie Reflexion der eigenen Rolle geschaffen und durch das Nutzen plattformspezifischer Möglichkeiten unterstützt.

Kira Drössler

Kapitel 4. Auswertung und Interpretation der Teilstudie I

Nach der ausführlichen Darlegung der Interaktion zwischen Organisation/Management und Entwicklung im Literaturteil, werden diese theoretischen Erkenntnisse nun praktisch mit den Ergebnissen von Teilstudie I erweitert, welche die Intensivinterviews mit Führungspersonen, Formatentwickler_innen sowie den fallbezogenen Redakteuren umfasst. Damit werden im Folgenden zwei der eingangs gestellten Forschungsfragen beantwortet.

Kira Drössler

Kapitel 2. Theorie und Forschungsstand

Wie im vorherigen Kapitel angedeutet, spielt sich der Wertschöpfungsprozess von Formaten auf einer Vielzahl von Ebenen ab. Vor diesem Hintergrund entsteht im Rahmen der Thematik „Innovative journalistische Formate für Digital Natives“ ein interdisziplinäres und komplexes Forschungsinteresse mit den drei Themenschwerpunkten Management, Entwicklung und Content. Mit ihnen schließt der in diesem Kapitel erläuterte theoretische Bezugsrahmen sowohl die Perspektiven der Managementforschung und Medienökonomie als auch die der (praktischen) Journalismusforschung ein.

Kira Drössler

Kapitel 2. Daten und Fakten von Gewalt

Statistische Betrachtung des Hell- und Dunkelfeldes von Straftaten

Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wird regelmäßig durch Soziale und klassische Medien beeinflusst. Die Angst, selbst Opfer einer schweren Gewalttat zu werden, wächst, wenn Vorfälle in der Öffentlichkeit bekannt und häufig in den Medien thematisiert werden. Im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt, Körperverletzung und anderen Straftaten entstehen dadurch zum Teil unbegründete Ängste, da beispielsweise ein- und dieselbe Tat sehr häufig in den Medien thematisiert wird. Dieses Kapitel soll dem Leser einen Überblick über die im Hellfeld bekannten Daten und Fakten geben. Weiterhin werden mögliche Vakanzen zwischen dem Hell- und Dunkelfeld aufgezeigt und Mythen aufgelöst. Hierzu zählen unter anderem Themen wie die potentielle Bewaffnung von Tätern, die Beziehung zwischen Täter und Opfer sowie die Häufigkeit von Amoktaten.

Chris Hörnberger

Kapitel 3. Ursachen abweichenden Verhaltens

Ätiologie

Die Motivation eines Täters ist für die sofortige Reaktion einer betroffenen Person innerhalb eines eskalierenden Konfliktes zunächst wenig bedeutend. Sie vollständig zu vernachlässigen, wäre jedoch verfehlt, da sich aus den Ursachen im Idealfall Hinweise für den Umgang mit Opfern ableiten lassen. Weniger von Bedeutung ist an dieser Stelle tatsächlich, ob durch eine Handlung Straftaten verübt werden oder ob es sich lediglich um ein einfaches normabweichendes Verhalten handelt. Die Anzahl der Erklärungsansätze für abweichendes Verhalten ist schier unerschöpflich. Daher erfolgt hier eine Konzentration auf die wichtigsten biologischen und lernpsychologischen Theorien – neben einem Kurzüberblick zu weiteren Ansätzen. Daran wird der symbiotische Ansatz des Integrationsmodells angefügt.

Rudi Heimann

Kapitel 4. Qualitative Untersuchung

Die Anzahl an wissenschaftlichen Untersuchungen zu den Auswirkungen des Einsatzes überwachender Technologien bei sog. Demenz ist bei aller Vielfalt noch überschaubar. Das Hauptaugenmerk wurde von den Forscherteams bisher auf den Einsatz GPS-basierter Trackingsysteme gerichtet.

Jasmin Lehmann

Kapitel 4. Technologie und Glück

Technologien prägen unseren Alltag: Smartphone, Tablet und Laptop sind heute unsere täglichen Begleiter bei der Arbeit und im Privatleben. Ihre ständige Verfügbarkeit führt dazu, dass wir zunehmend in eine digitale Abhängigkeit, die suchtähnliche Züge hat, geraten. „Digital Detox“ und „Digital Breaks“ wiederum sollen dazu führen, sich von diesen Abhängigkeiten zu lösen. Doch es gibt auch technologische Einsatzmöglichkeiten, die das subjektive Wohlbefinden und damit das Glück steigern sollen: Transformative Technologien, auch Well-being Technologien genannt. Der Markt für Sensor-Tech, Bio- und Neurofeedback-Tech, Sleep-Tech und diverse weitere Anwendungsfelder entwickelt sich ausgesprochen dynamisch. So ist es heute jedem privaten Nutzer möglich, mittels kleiner Gadgets nicht nur seine physische, sondern auch seine emotionale Verfassung zu messen. Damit lassen sich auch überraschende Erkenntnisse über das eigene Verhalten gewinnen, wodurch Verhaltensänderungen, die zu einer Steigerung des Glücks führen können, angestoßen werden können. In jedem Fall ist jedoch ein sehr bewusster Umgang mit den eingesetzten Technologien gefragt.

Christian Schmidkonz

Tech-Demo/Tech-Doku. Zur Wirklichkeit des Animierens

Der Beitrag befasst sich mit verschiedenen Arten und Weisen, in denen Wirklichkeit und Animation miteinander verwoben sind. Ausgangspunkt bilden dabei drei Fragehorizonte: Was ist ‚in Wirklichkeit Animation‘ (definitorisch)? Wie ist ‚Animation in Wirklichkeit‘ eingebettet (produktions-, distributions- und rezeptionstechnisch)? Und wie ist zugleich ‚Wirklichkeit in Animation‘ gegeben (thematisch und ästhetisch)? Illustriert werden diese Fragehorizonte mit Blick auf zwei spezifische Phänomenbereiche, einerseits so genannte Tech-Demos (Demonstrationsvideos, die z. B. neue Animationstechniken präsentieren) und andererseits Tech-Dokus (z. B. technikaffine Making-ofs zu Animationsfilmen, die deren Machart offenlegen).

Julia Eckel

Animation als Teil des faktualen Erzählens in Filmberichten der Kino-Wochenschau (1950–1965)

Der Beitrag zeigt die historische Nutzung von Animationen in der direkten und indirekten Informationsvermittlung in der west- und ostdeutschen Nachkriegs-Wochenschau von 1950–1965. Animationen hatten dabei in den seltensten Fällen das Ziel zu unterhalten, sondern unterstützten die Aussage faktualer Filmberichte. Sie dienten dazu, Abstraktes zu erklären und politische Botschaften des Kalten Krieges zu senden sowie das Publikum zu normengerechtem Verhalten zu ‚erziehen‘. Animationen waren daher ein bedeutender Bestandteil der Wochenschauen: angefangen vom Titel- und Kartentrick über kurze Zeichentrickfilme bis hin zu hybriden Formen aus Spielszenen, Realfilm und Zeichentrickfilm. Animationen sind Teil von Erzählstrategien und Stereotypisierungen, sie bedienen so kognitive Schemata und können das Verständnis von Narrationen fördern.

Sigrun Lehnert

Die Realität der Animationsbranche. Ein Spagat zwischen Kreativität und Finanzierungsnot

In Deutschland wird zwar ein großes Potenzial zur Entwicklung hochwertiger und innovativer Animation mit guten Ausbildungsstätten, erfahrenen Produzent*innen, vielen Expert*innen und kreativen Köpfen attestiert. Das vielseitiges Fördersystem, welches auf regionaler und bundesweiter Ebene für die Finanzierung von Filmproduktionen existiert, eignet sich aber nur bedingt für die Anforderungen in der Animationsbranche. Außerdem investieren die deutschen Fernsehsender kaum in eigene Animationsfilmproduktionen und bieten Animation aus Deutschland zudem selten eine Plattform. Der Beitrag beschreibt die gegenwärtige Situation der deutschen Animationsfilmbranche. Anhand von Daten aus verschiedenen Studien der AG Animationsfilm wird die Realität der Filmschaffenden betrachtet und die Bedingungen für einen notwendigen Richtungswechsel vorgestellt.

Annegret Richter, Susanne Molter

Positive Geschlechterrollenbilder in UNICEFs Meena Cartoons

Animierte Lehrfilme, die junge Frauen über Gesundheit und Hygiene unterrichten, gehen mit Disneys Story of Menstruation bis in die 1940er Jahre zurück. Diese Filme zielen darauf ab, dem weiblichen Publikum Anregungen zur kontinuierlichen Verbesserung ihres gegenwärtigen Lebensstils zu geben. Die UNICEF-Initiative „Meena Communication“ (MCI) aus den 1990er Jahren hat gezeigt, dass die Schaffung positiver geschlechtsspezifischer Rollenmodelle diese Botschaften nachhaltiger und dauerhafter machen kann. Im Artikel werden sechs Filme aus der Meena-Animationsserie (IN/BD/NP/PK 1991–) unter Verwendung feministischer Literatur aus nächster Nähe gelesen. Es wird gezeigt, dass ein tiefes Verständnis des Publikums und seiner Kultur dazu beitragen kann, Figuren zu schaffen, die beim Publikum Resonanz finden, als Darstellung ihrer selbst und als mögliches Streben in ihrem Leben.

Naima Alam

In Wirklichkeit Animation … Einleitung

Wirklichkeit und Animation erscheinen im ersten Moment als Gegensatz – auf der einen Seite das Reale, Nicht- oder Vor-Mediale, Tatsächliche und Ursprüngliche und auf der anderen Seite das per Illusion in Bewegung gesetzte, künstlich Gemachte, Verwandelte und Fiktive. Doch gerade aus diesem vermeintlichen Kontrast ergibt sich ein produktives Spannungsfeld. Dieses wird im bereits vierten Sammelband der AG Animation der Gesellschaft für Medienwissenschaft mit dem Titel „In Wirklichkeit Animation ...“ ausgelotet. Die Publikation geht auf eine Konferenz zurück, bei der sich im Winter 2018 interdisziplinäre und internationale Animationsforscher*innen an der Fachhochschule St. Pölten zusammenfanden, um das Spannungsfeld zwischen Animation und Realität auszuloten. Neben wissenschaftlichen Beiträgen fanden auch die praktische Realität des wissenschaftlichen sowie künstlerischen Lehrens und Arbeitens mit Animation Eingang in diese Publikation.

Franziska Bruckner, Juergen Hagler, Holger Lang, Maike Sarah Reinerth

Kapitel 6. Experteninterviews

Experteninterview 1

Paul Steiner

Kapitel 4. Sound Marketing

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Markenwerte durch möglichst viele Sinne zu vermitteln, um damit die Unternehmens- und Produktmarken von der Konkurrenz explizit abzuheben und Konsumenten langfristig an ihre Marke zu binden. Dabei erscheint es nicht immer ausreichend, den Konsumenten lediglich über optische Reize anzusprechen. Marken werden mit allen Sinnen wahrgenommen, doch Klang wird im Vergleich zur visuellen Gestaltung stiefmütterlich behandelt. Grundsätzlich können durch Sound Marketing alle Marken gestärkt werden, wobei es hier genau zu analysieren gilt, in welchen Medien die Marke (akustisch) kommuniziert werden kann bzw. soll. Ziel ist es, ein konsistentes und umfassendes akustisches Bild der Marke entstehen zu lassen, einen unverwechselbaren Markenklang. Quer durch alle Branchen finden sich Beispiele bekannter Marken, die Sound Marketing erfolgreich einsetzen, wie u. a. Audi, Deutsche Telekom, Hyundai, Intel, Lufthansa, Nokia, Siemens und die Wiener Linien.

Paul Steiner

Kapitel 2. Digitale Karriereberatung

Digitale Karriereberatung erweitert das Aufgabenfeld von Arbeits- und Organisationspsycholog*innen und bietet enormes Potenzial zum Einbinden psychologischer Expertise. Hat man sich früher für einen Gesprächstermin bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldet und nach solch einem Gespräch mithilfe dicker Bücher versucht, sich einen Überblick über unterschiedliche Berufsfelder zu verschaffen, so gibt es mittlerweile digitale Plattformen, die bedarfsorientiert und ohne vorherige Terminabsprache diagnostisch wie beratend bei der zukünftigen beruflichen Karriere unterstützten können. Im Rahmen dieses Kapitels wird eine solche Plattform vorgestellt, die sich erfolgreich am Markt etabliert hat.

Nida ul Habib Bajwa, Markus Langer, Cornelius J. König

Kapitel 2. Kennzeichnung(en) des Growth Hackings

Um Growth Hacking vollständig zu erfassen, ist es wichtig, die Bedeutung der beiden Begriffe, aus denen sich Growth Hacking zusammensetzt, zu verstehen. Aufgrund dessen werden zunächst beide Begriffe einzeln im Zusammenhang mit Growth Hacking betrachtet und ihre Bedeutung im Kontext definiert.

Lukas Gassner

Kapitel 12. Eine tägliche Portion Finanzbildung – ein Praxisbericht

Bürger*innen in Ihrer Entscheidungsfähigkeit zu stärken, ist das Anliegen des „boerse vor acht“ Teams. Bürger*innen zu helfen, mündiger bei einem Thema zu werden, das alle betrifft und das in Deutschland wenig Begeisterung auslöst, ist dabei eine Mammutaufgabe. Aber eine gesellschaftliche äußerst bedeutsame. Dieser Werkstattbericht erläutert das „boerse vor acht“-Prinzip und wie aus einer Börsensendung binnen kurzer Zeit eine Sendung vor allem aus der Börse wurde.

Markus Gürne

Kapitel 7. Verluste gibt es doch immer!

Wenn man Verfahren wie den Huff man’schen Algorithmus zusammen mit der Burrows-Wheeler-Transformation geschickt anwendet, kann man Texte auf sehr wenige Daten schrumpfen (ca. 10 % bis 20 %). Das funktioniert leider nicht gleich eff ektiv mit multimedialen Daten, also Bildern, Tönen (Musik) oder Filmen. Außerdem sind solche Daten oft so immens groß, dass sich hier eine noch weitergehende Reduzierung der Datenmenge lohnt. Die Frage ist, wie man so etwas zustande bringt.

Jens Gallenbacher

Kapitel 9. Paketpost

Das Internet ist heute allgegenwärtig. Innerhalb eines Jahrzehnts wurde aus einem weitgehend wissenschaftlich genutzten Kommunikationsmittel ein Medium, das gleichberechtigt neben Fernsehen und Rundfunk steht. Heute hat es die traditionellen Medien in der Bedeutung bereits längst überholt. Statt eigener Festplatten und anderer persönlicher Datenspeicher haben viele Menschen heute überall Zugriff auf ihren Teil der „Cloud“, die das Internet als hauptsächliche Infrastruktur nutzt.

Jens Gallenbacher

Feels ever Feals

Der wachsende Einfluss von neuen Medien im Internet wirkt sich stark auf unsere Gesellschaft und die kulturelle Entwicklung der letzten Jahrzehnte aus. Dieses Phänomen wurde von Jean Baudrillard beschrieben, es wurde oft in Science-Fiction thematisiert und in der Kulturphilosophie von Mark Fisher kontextualisiert. Zuletzt wurde es in Subkulturen des Internets aufgegriffen, wo eine dazugehörige visuelle Sprache und dezentrale Gemeinschaft geschaffen wurden. Die Arbeiten von Hannah Neckel rezipieren diese und stellen eine neue Theorie zur Realitätswahrnehmung auf, bestehend aus Traum, Realität und Internet. Darin wird der Wunsch nach Singularität und dem ursprünglichen utopischen Potenzial des Internets geäußert.

Hannah Neckel

Kapitel 3. Europäische Policy-Themen: Ähnliche Anreize, aber unterschiedliche Möglichkeiten für innerparteiliche Akteure

Dieses Kapitel widmet sich dem theoretischen Rahmen der Arbeit. Dafür wird als erstes die leitgebende Fragestellung, weshalb sich nationale Parteien europäischen Themen und insbesondere europäischen Policy-Themen über die gesamte Wahlperiode widmen, theoretisch beantwortet. Als zweites wird auf der Grundannahme des rationalen Verhaltens von politischen Akteure über die Bedeutung der Politikartikulation reflektiert und darauf zugespitzt, welcher Umgang der Parteien mit europäischen Themen zu erwartet ist. Hier steht die grundlegende Themenselektionsstrategie einer Partei im Mittelpunkt, die zusätzlich in eine Parteiorganisationsperspektive gesetzt wird. Ausgehend von den theoretischen Ausführungen erfolgt die Herleitung empirisch überprüfbarer Hypothesen, die die Varianz in der Themenselektion zwischen innerparteilichen Akteuren, verschiedenen Parteiorganisationen und zwischen dem Wahl- und Nichtwahlkontext zum Gegenstand haben.

Stefanie John

6. Das Prinzip Schärfung (II): Kristallisation – Herausbildung und Weiterentwicklung von musikalischen Gestalten

In den Kristallisationsprozessen wird das Material verwendet, das durch dieFilterung (Kap. 5 ) herausgearbeitet wurde. Die Idee des Werkes entwickelt sich zu einem immer reicheren, mehr und mehrkonkreten Gestalt in den verschiedenen Phasen des Werkprozesses (siehe ‚Die 13 Existenzformen‘)Kap. 2 , 4 und 5 ). Das musikalische Motiv, z. B. unser „Leitmotiv“ BACH, ist eine Keimzelle der Gestaltfindung, sowohl beim Komponieren als auch beim Improvisieren. Werkzeuge für die Produktion des Drehpunkts ‚Abstrakter Tonsatz‘ sind Partimento und Generalbass, dann ergänzt durch Verzierungen, Anweisungen für die Ausführung, Instrumentierung bis hin zur Partiturform. Unschärfen durch menschliche Interpretierende werden durch direkte Komposition der Klangform ohne Notation umgangen über Automatophone, „Musique concrète“ und „Elektronische Musik“. Auch die Wahrnehmung wird geschärft. Die Dialektik der Schärfung durch Verwirschung manifestiert sich in der Entwicklung der europäischen melodischen Mehrstimmigkeit bzw. Polyphonie einschließlich der Polytextualität, mit Fuzzy Logic als einer partiellen Logik der Kompositionsgeschichte (s.u. Kap. 9 ).

Hanns-Werner Heister

4. Das Prinzip Ähnlichkeit. Die Resultante aus Gleichheit und Andersheit

Die Musik als Spiegelbild der Welt ist so wie und anders als diese: Sie ist ähnlich. Die Wirklichkeit wird in einem bestimmten Material dargestellt und so reproduziert, umgestaltet und in eine künstlerische Form gebracht. Wir müssen die Kluft zwischen Zeichen und Bezeichnetem beachten, wie zwischen dem Bereich der Materie und dem Bereich der Ideen – die Landkarte ist nicht das Territorium. Die Unschärfe ist die Lücke, der Unterschied zwischen dem Reflektierenden und dem Reflektierten. Kap. 4 verwendet die klassischen ästhetischen Begriffe Mimesis und Poiesis, um den künstlerischen Zugang zur Welt zu analysieren. Zu diesem Zweck wird das Arbeiten mit ikonischen und symbolischen Zeichen, mit Material – reale Klängen, Ready-mades, Zahlen, geometrische Elemente – und mit Intertextualität (Musik, Texte und Bilder) sowie die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Komponenten analysiert. Darauf aufbauend und unter erneuter Einbeziehung des B-A-C-H-Motivs diskutiere ich, wie sich Fuzzy Logic und Musikanalyse beim Erkennen der verschiedenen Phänomene und Ähnlichkeitsdimensionen im Kunstwerk ergänzen.

Hanns-Werner Heister

Open Access

Kapitel 2. Forschungsstand

In diesem Kapitel werden unterschiedliche Berufswahltheorien vorgestellt und ausgewählte Studien zu den Vorstellungen über die Arbeitswelt von Jugendlichen aus dem deutschsprachigen Raum präsentiert. Anschließend wird die Relevanz von Übergangsfaktoren, wie soziale Herkunft, die Kategorie Geschlecht, der Migrationshintergrund und der Einfluss der Medien, diskutiert. Auf dieser Basis werden Ansätze erörtert, die einen Beitrag zur Verbesserung der beruflichen Orientierung leisten können.

Sarah Straub, Iris Baumgardt, Dirk Lange

Open Access

Kapitel 3. Empirische Studie

Die empirische Studie gliedert sich in eine quantitative Fragebogenstudie und eine tiefergehende qualitative Interviewstudie. Es werden relevante Daten erhoben, um zu verstehen, welche allgemeinen Vorstellungen Jugendliche von der Arbeitswelt haben, wodurch Berufs- und Bildungsentscheidungen beeinfluss werden und wodurch die Schüler*innen Unterstützung bei der Berufswahl erfahren.

Sarah Straub, Iris Baumgardt, Dirk Lange

Kapitel 5. Inferenzstatistik

Eine Grundidee der Inferenzstatistik oder schließenden Statistik besteht in der Annahme, dass Ausprägungen von Merkmalen in Stichproben Realisierungen von Zufallsvariablen sind. Bei einem Münzwurf ist zum Beispiel die Annahme, dass der Ausgang des Zufallsexperiments durch eine diskrete Zufallsvariable X1 bestimmt wird, die mit gleicher Wahrscheinlichkeit die Werte Null („Zahl“) oder Eins („Kopf“) annimmt: Pr(X1 = 0) = Pr(X1 = 1) = 1/2. Wird das Experiment unter identischen Bedingungen wiederholt, so können wir annehmen, dass dessen Ausgang von einer von X1 unabhängigen Stichprobenvariablen X2 beschrieben werden kann, welche dieselbe Verteilung aufweist: Pr(X2 = 0) = Pr(X2 = 1) = 1/2.

Matthias Plaue

Kapitel 10. Rechtliche Rahmenbedingungen

Das ausgestellte Fahrrad kann kein Angebot im Rechtssinne darstellen, weil sich Herr Riedinger sonst gegenüber sämtlichen Personen, die das Fahrrad betrachten, rechtlich binden würde. Das ist ihm unmöglich. Es kann daher nur eine Aufforderung an die möglichen Käufer sein, ein Kaufgebot abzugeben.

Wolfgang Grundmann, Marion Leuenroth

Kapitel 9. INFOTEIL

Das Grundkapital muss auf einen ccdv Nennbetrag in Euro lauten.

Wolfgang Grundmann, Marion Leuenroth

4. Wettbewerbsbeschränkungen durch Vereinbarung, Beschluss und abgestimmtes Verhalten

Einer der zentralen Dreh- und Angelpunkte des Kartellrechts ist das Kartellverbot. Danach sind alle Vereinbarungen, Beschlüsse von Unternehmensvereinigungen und abgestimmten Verhaltensweisen, welche eine Wettbewerbsbeschränkung bezwecken oder bewirken, grundsätzlich unzulässig. Das klassische Beispiel für das Kartellverbot sind die so genannten Hardcore-Kartelle (Preisabsprachen, Submissionsabsprachen, Quotenabsprachen, Kunden- und Gebietsabsprachen etc.). Eine Freistellung vom Kartellverbot kommt in diesen Fällen höchst selten vor.Neben diesen Hardcore-Kartellen gibt es noch eine ganze Reihe von kartellrechtlich ambivalenten Verhaltensweisen von Unternehmen, die sowohl kartellrechtsneutral als auch kartellrechtswidrig sein können. Für diese Beschränkungen kommt im Einzelfall daher eine Freistellung vom Kartellverbot in Betracht. Beispiele hierfür sind: Informationsaustausch (einschließlich Marktinformationsverfahren), Verbandsarbeit, Einkaufskooperationen, Vermarktungsvereinbarungen, Internetportale, F & E-Kooperationen, Normenkartelle, Produktionsvereinbarungen, Spezialisierungsvereinbarungen, Rationalisierungskartelle, Strukturkrisenkartelle und Mittelstandskartelle.Im Gegensatz zu den horizontalen Wettbewerbsbeschränkungen stehen die vertikalen Wettbewerbsbeschränkungen. Diese werden im Kartellrecht grundsätzlich sehr viel wohlwollender behandelt, da sie im Regelfall einen ambivalenten Charakter (vielfach wettbewerbsbefördernd und nur zum Teil wettbewerbsbehindernd) haben können. Hier stehen im Vordergrund vertikale Preisbindung/Preisempfehlung, Kunden/Gebietsbeschränkungen, selektiver Vertrieb, Internetvertrieb, Ausschließlichkeitsbindungen, Beschränkungen in Zuliefervereinbarungen/OEM-Verträgen, Franchiseverträgen, Handelsvertreter-/Kommissionsverträgen sowie Lizenzverträgen. Eine große Rolle bei der Beurteilung dieser vertikalen Beschränkungen spielt die Gruppenfreistellungsverordnung der EU-Kommission für vertikale Beschränkungen (so genannte Vertikal-GVO).

Thomas Kapp, Sebastian Janka, Guido Jansen

Kapitel 15. PR-Controlling: Kommunikation steuern, Wertbeitrag messen

Da PR eindeutig zum Unternehmenserfolg beiträgt und somit eine Führungsaufgabe ist, muss PR auch durch Controlling als Managementunterstützung, Steuerungsinstanz und Transparenzinstrument erfasst werden (können). Eine wesentliche Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass die Leistungen und Erfolge von PR nicht unmittelbar in Geldeinheiten ausgedrückt werden können. Damit ist eine rein finanzielle Sicht auf das PR-Controlling weder möglich noch sinnvoll. Dieser Artikel zeigt, wie nützlich Controlling für PR ist, wie strategisches und operatives Controlling ineinandergreifen und welche Instrumente dafür eingesetzt werden können. Das strategische PR-Controlling verfolgt dabei das Ziel, den Beitrag von Kommunikation zur Wertschöpfung des Unternehmens sichtbar zu machen. Das operative PR-Controlling soll die laufenden Prozesse und Ergebnisse der Kommunikationsaktivitäten erfassen und bewerten.

Julia Wippersberg

Kapitel 2. Grundlagen und Stand der Forschung

Für einen eindeutigen Umgang der verschiedenen Begrifflichkeiten und Themen in dieser Arbeit ist eine genaue Definition notwendig. Daher werden im folgenden Kapitel zunächst die für diese Arbeit geltenden Begriffsbestimmungen und Definitionen dargestellt. Dabei wird das hier zugrunde gelegte Verständnis der Wahrnehmung von Landschaft verdeutlicht.

Lucas Kaußen

Kapitel 9. Wirkungsvolle Techniken im Selbstmarketing

Zwei sehr wirkungsvolle Techniken können Sie nutzen, um sich durch Selbstmarketing als Wissenschaftler*in zu profilieren: Bilder und Storytelling. Beides sind im Selbstmarketing noch zu wenig entdeckt und genutzt. In diesem Kapitel erfahren Sie zum einen, welche Bilder am stärksten wirken; zum anderen zeigen wir Ihnen eine einfache Technik, mit der Sie Ihre eigene Geschichte als Wissenschaftler*in erzählen können.

D. Georg Adlmaier-Herbst, Annette Mayer

Kapitel 15. Wie funktioniert das Internet?

Das Internet ist ein phänomenales Gebilde. Obwohl von Menschenhand geschaffen, weiß niemand, wie es aussieht. In jeder Sekunde flitzen unzählige Datenpakete quer über den Globus und finden zuverlässig ihren Weg in dem riesigen Computernetzwerk. Egal ob wir gerade zu Hause, in den Ferien oder bei der Arbeit sind: Wir können über unseren Computer einen Videoanruf zu unseren Freunden tätigen und sind immer miteinander verbunden. Doch wie kann das gehen, woher weiß mein Computer, wo der andere Computer ist? Und wie werden die Daten transportiert, wenn doch zwischendurch elektrischen Leitungen, Funkantennen, Glasfaser und andere Technologien passiert werden müssen? In diesem Kapitel geht es um das, was das Internet im Innersten zusammenhält. Es geht um Internetadressen, Router und ähnliche Zauberworte, die uns im Alltag immer wieder begegnen, ohne dass wir wissen, was dahintersteckt.

Eckart Zitzler

Kapitel 8. Organisationale Rituale und ihre Bedeutung für verlässliche Kooperation

Die Mittagspause mit Kollegen, die Abschiedsfeier, das Weihnachtsfest: Alle diese Rituale erfüllen Funktionen für die Gemeinschaft, indem sie die Herausforderungen des kollektiven Handelns in Gruppen adressieren. Auch Organisationen begegnen der Herausforderung, ihre Belegschaft zur Erreichung gemeinsamer Ziele zu koordinieren. Rituale können dies unterstützen, indem sie Zusammengehörigkeitsgefühl und Gruppennormen fördern. In unserer Forschung haben wir durch experimentelle, qualitative und metaanalytische Studien einen Ritualmechanismus untersucht: interpersonelle Synchronizität. Dieser Begriff beschreibt Situationen, in denen Personen ihre Bewegungen, Emotionen oder Empfindungen gleichzeitig erleben. Rituale fungieren als sozialer Klebstoff, weil sie Menschen in ihren aktuellen Erfahrungen vereinigen. Neben interpersoneller Synchronizität weist die Literatur auf weitere Mechanismen hin, wie Rituale funktionieren. Der Beitrag formuliert Empfehlungen für den Einsatz von Ritualen in Organisationen, um eine verlässliche Kooperation – auch in Zeiten der Digitalisierung – zu fördern.

Miriam Rennung, Anja S. Göritz

Kapitel 13. Frauen im digitalen Zeitalter: Neue Chancen vs. alte Stereotype

Frauen arbeiten bereits digital, überwiegend als pragmatische Nutzerinnen und weniger als Programmiererinnen und Gestalterinnen der digitalen Transformation. Sie sind seltener in MINT-Berufen und in Entscheidungspositionen vertreten und verfügen über geringere digitale Kompetenz als Männer. Andererseits besitzen Frauen gefragte fachliche, soziale und Führungskompetenzen für die Arbeitswelt 4.0. Geschlechtergemischte Arbeits- und Führungsteams fördern ausgewogene Entscheidungen und Innovationen für neue Produkte, Geschäftsmodelle und Arbeitsgestaltung, die Unternehmen und ihren Belegschaften zugutekommen. Wegen bestehender Geschlechterstereotype werden Frauen beim Aufstieg in die Entscheidungspositionen benachteiligt, haben oft geringes Selbstbewusstsein, leiden unter höheren Belastungen als Mütter und Hausfrauen parallel zum Beruf. Auch lernende Algorithmen und künstliche Intelligenz, die aus bestehenden Daten lernen, extrapolieren diese Ungleichheiten in die Zukunft. Damit Frauen ihre Potenziale für ein digitales Zeitalter entfalten können, sind vorurteilsfreie Strukturen und Denkweisen unabdingbar.

Swetlana Franken

Kapitel 3. Gegenstandsbestimmung: Die Produktion von Unterhaltung für das Fernsehen

Die Analyse der Fernsehunterhaltungsproduktion setzt eine Bestimmung des Gegenstandes und der ihn bestimmenden Begriffe voraus. Im Folgenden werden daher die wesentlichen Forschungsstränge zur (Fernseh-)Unterhaltung kurz skizziert, um darauf aufbauend eine Definition von Fernsehunterhaltung, der diese Untersuchung analytisch folgt, ebenso wie zentrale Begriffe zur Differenzierung von Fernsehunterhaltungsinhalten zu spezifizieren. Die Beschreibung der Ökonomie und Organisation der Fernseh(unterhaltungs)produktion wiederum legt die zentralen Strukturen dieses Praxisfeldes dar und erlaubt es folglich, den Gegenstand genauer zu fassen.

Pamela Nölleke-Przybylski

3. Auf die richtige Balance kommt es an: Image- vs. Performance-Marketing

Eine direkte Implikation davon, dass Marketinginvestitionen kurzfristige und langfristige Wirkungen haben, ist die Frage der richtigen Budgetverteilung zwischen diesen beiden wesentlichen Zielstellungen der Marketinginvestitionen:

Sascha Stürze, Markus Hoyer, Claudio Righetti, Matthias Rasztar

Kapitel 4. Kreativität: Theoretische Konzepte und empirische Verortung

Die Moderne – so stellen Kurt und Göttlich (2012) fest – ist „im Kern kreativitätsversessen“ (2012: 12). „Die kulturelle Idee der Kreativität hat sich mittlerweile als Leitkategorie der Moderne in den Tiefenschichten unserer sozialen Institutionen und individuellen Interessen sedimentiert.“ (Ebd., S. 9) Ist eine Betrachtung der Kreativität in der Fernsehunterhaltungsproduktion damit nicht auch Auswuchs dieser Versessenheit? Die Antwort lautet: Nein. Kreativität, so wird hier argumentiert, spielt eine spezifische Rolle im Feld der Fernsehunterhaltungsproduktion. Wie groß diese Rolle ist, ob sie über- oder unterschätzt wird, soll im Verlauf der Ausführungen erläutert werden.

Pamela Nölleke-Przybylski

Kapitel 1. Einleitung

Kreativität charakterisiert die Fernsehunterhaltungsproduktion. Die vorliegende Arbeit greift diese Prämisse auf und zeichnet systematisch nach, wie und wo Kreativität im Feld der Fernsehunterhaltungsproduktion tatsächlich eine Rolle spielt – auf der Ebene der Prozesse, der Produkte und der im Feld tätigen Personen. Die Arbeit bringt Praxis- und Kreativitätstheorien zusammen und entwickelt auf dieser Basis ein Modell sozialer und spezifisch auch kreativer Praxis im Feld der Unterhaltungsproduktion. Das Modell liefert konkrete Anknüpfungspunkte nicht nur für eine empirische Analyse des Feldes, sondern auch für das Management des Produktionsprozesses.

Pamela Nölleke-Przybylski

Kapitel 2. Praxistheoretische Anlage der Arbeit

Eine angemessene Analyse der Fernsehunterhaltungsproduktion setzt aufgrund ihrer Besonderheiten die Schaffung eines eigenen Forschungsfeldes Unterhaltungsproduktion (oder auch Unterhaltungsbeschaffung und -produktion) voraus – dies impliziert auch und vor allem die Entwicklung, Anpassung und/oder Anwendung passender Theoriekonzepte und theoretischer Sichtweisen. Theoretische Fundierung ist auch deshalb wichtig, „um empirische Ergebnisse in nachhaltiger verwendbare Aussagen zu transferieren“.

Pamela Nölleke-Przybylski

7. Individuelles Targeting und Privacy

In Kap. 3 sind wir auf die immensen Größenordnungen an Investments eingegangen, die mittlerweile in digitales Marketing fließen und auf den Anteil, der möglichst individuell ausgesteuert wird.

Sascha Stürze, Markus Hoyer, Claudio Righetti, Matthias Rasztar

Kapitel 5. Kreativität im Kontext der Fernsehunterhaltungsproduktion

Die unterschiedlichen Kontexte, in denen Kreativität und (insbesondere unterhaltende) Medienproduktion empirisch und/oder theoretisch in Beziehung zueinander gesetzt werden, lassen sich entlang der drei zentralen Kreativitätsträger Prozess, Produkt und Person systematisch beschreiben. Es sind diese Träger – eingebettet in feldspezifische Strukturen – die einen Zugang zum Begriff der Kreativität erst möglich machen und verdeutlichen, dass Kreativität für die Fernsehunterhaltungsproduktion eine wesentliche Rolle spielt.

Pamela Nölleke-Przybylski

4. Stranger than Fiction

Von alternativen Fakten und fiktionalen Epistemologien

Ausgehend vom Terminus alternative facts und seinen epistemologischen Implikationen werden drei Diskursfelder zusammengeführt: das der öffentlichen Rhetorik einer neuen politischen ‚Generation Fake‘, das der postmodernen respektive poststrukturalistischen Medientheorie und das fiktionaler Epistemologien, wie sie sich in Beispielen postmoderner Literatur sowie des zeitgenössischen Films finden. Ziel dessen ist es, den epistemologischen Gehalt der neuen politischen Rhetorik des Postfaktischen zu prüfen, einerseits auf die ihr zugrunde liegende Wirklichkeitstheorie, anderseits auf die von ihr herausgeforderte Wahrheitstheorie.

Christer Petersen

5. Die marxistisch-leninistische Faschismusdefinition und der Mauerbau

Individuelle Folgen medial verbreiteter Fake News und Verschwörungstheorien

Dieter Hötger war 1962 im Haftkrankenhaus der zentralen MfS-Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert, weil er versucht hatte, seine Ehefrau und deren Kinder mit Hilfe eines Tunnels nach Westberlin zu schleusen – unter Umgehung des Antifaschistischen Schutzwalls. Anhand der medialen Berichterstattung zu seinem Fall, der Urteilsschrift des Verfahrens und internen Ermittlungsaufzeichnungen wird das Wesen von Fake News herausgearbeitet. Dies wird in einen Zusammenhang mit der im Marxismus-Leninismus herrschenden Faschismusdefinition nach Georgi Dimitroff gestellt – Kernelement der Anklage gegen Hötger – und so deren verschwörungstheoretisches Potenzial aufgezeigt. Anschließend beschreibt der Text den von der Dimitroff-These abgeleiteten Antifaschismus als den DDR-Gründungsmythos, bevor in den Schlussabschnitten auf dessen mediale Aufbereitung in Nachrichtenmedien sowie in fiktionalen Film- und Serienproduktionen der DDR speziell in Bezug auf die Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls eingegangen wird.

Andreas Neumann

Kapitel 2. Out-of-Home-Marketingkommunikation

Im Quartett des Marketingmix aus „product, price, place, promotion“ ist das Phänomen „Out of Home“-Kommunikation mit seinen Ausprägungen ein Subinstrument der werblichen Kommunikationspolitik (Werbung, Mediawerbung, Marketingkommunikation, Produktkommunikation) von Unternehmen. Häufig werden Outdoor-, Außen-, Plakat-, Licht-, Leucht-, Ambient-, Transportmedien- und Verkehrsmittelwerbung synonym für die umfassendere und treffendere Bezeichnung „Out of Home“-Marketingkommunikation verwendet. OOH-Medien wirken in einem grundsätzlich jedem Konsumenten zugänglichen öffentlichen Raum, außerhalb von Arbeitsstätte und Wohnraum („home“) werblich auf Menschen ein.

Michael Kleinjohann

Kapitel 2. Geschäftsmodell: Smarter Ökostromlieferant und Dienstleister

Karlheinz Bozem, Anna Nagl und Max-Robert Salzer beschreiben in diesem Kapitel die Entwicklung eines komplexen Geschäftsmodells zur Nutzung von Strom aus Photovoltaikanlagen in Kombination mit Mehrwertdienstleistungen. An diesem Beispiel wird anschaulich die Anwendung des in Kap. 1 beschriebenen Business Model Builders gezeigt. Die Entwicklung und Umsetzung dieses Geschäftsmodells wurde im Rahmen des innovativen, hochschulübergreifenden Kooperationsprojektes „BürgerEnergieWende“ im Rahmen der Fördermaßnahme des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK Kap. 1403 Titelgruppe 75) gefördert.

Karlheinz Bozem, Anna Nagl

Wie frei und fair war die Bundestagswahl 2017? Elektorale Integrität aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger

Wahlen bilden den institutionellen Kern der repräsentativen Demokratie. Als reine Techniken, um Personen für Führungsämter zu bestimmen, sind sie jedoch nicht a priori demokratisch. Die Beschreibung „demokratisch“ verdienen sie nur, wenn sie kompetitiv, also durch effektiven Wettbewerb gekennzeichnet sind.

Rüdiger Schmitt-Beck, Thorsten Faas

Parteiidentifikation, Kognitive Mobilisierung und die Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl 2017

Dieser Beitrag untersucht, welche Rolle eine langfristige Parteibindung für die Wahlentscheidung bei der letzten Bundestagswahl 2017 spielte. Insofern wird in diesem Beitrag zunächst „Wahlberichterstattung“ betrieben, indem eine der wesentlichen Erklärungsgrößen in der empirischen Wahlforschung auf ihre Relevanz in der Gegenwart hin geprüft wird.

Dieter Ohr, Robert Stelzle

2. Grundlagen

Die Zeitungsredaktionen haben vor Jahrzehnten mit dem Newsroom ein Organisationskonzept entwickelt, das sie dabei unterstützt, Themen zu entwickeln und zu steuern, um so effizient wie möglich zu arbeiten. Mit dem Sprung ins digitale Zeitalter haben Unternehmen dieses Erfolgskonzept übernommen und unter der Bezeichnung „Corporate Newsroom“ für ihre Zwecke adaptiert. Zuerst war die Presse alleinige Zielgruppe, mit dem unvergleichlichen Siegeszug der sozialen Netzwerke wurde die Ausrichtung angepasst. Heutzutage stellt sich nicht mehr die Frage, ob Unternehmen eine digitale Plattform für ausgewählte Zielgruppen betreiben, sondern in welcher Ausprägung sie es tun. Es zeichnet sich ein deutlicher Trend zu einem umfassenden Modell ab, das alle Interessensgruppen berücksichtigt und mit multimedialen Inhalten versorgt. Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die einzelnen Entwicklungsschritte hin zu einem digitalen Kommunikationsprodukt, das eine hohe Flexibilität mitbringt und sich individuell an die Unternehmensbedürfnisse anpassen lässt. Im Anschluss an eine umfassende Analyse, bei der unter anderem die Akteure wie auch die Zielgruppen identifiziert werden, können alle Adressaten mit maßgeschneidertem Content versorgt werden; sowohl inhaltlich wie medial sind kreativen Impulsen keine Grenzen gesetzt.

Andreas Kohne, Marc J. Friedrich, Christine Siepe

Kapitel 3. Kundenkontakt und -kommunikation – Die Rolle des Kunden für den Unternehmenserfolg

Kapitel 3 zeigt Ihnen, wie Sie einen effektiven Marketing-Mix gestalten, um potenzielle Kunden und Bestandskunden optimal zu adressieren, wie ein digitaler Vertriebsprozess Kunden und Unternehmensbereiche ganzheitlich integriert und starkes Wachstum ermöglicht und wie Sie Ihren Service zu einem digitalen Kundenerlebnis entwickeln und somit vom Cost- zum Profitcenter überführen.

Gordon Müller-Seitz, Jonas Metzger, Florian Ritter, Marc Schmüser, Jannik Westram

Privatisierung staatlicher Strafverfolgung durch interne Ermittlungen

Privatisierungstendenzen der Strafverfolgung sind mannigfaltig; solche in Form der sog. internen Ermittlungen stehen nicht nur für einen faktisch-partiellen Rückzug staatlicher Strafverfolgung, sondern könnten auch in rechtlicher Hinsicht erhebliche Konsequenzen für die Geltung anerkannter strafprozessualer Maximen zeitigen, sollten sie insoweit nicht domestiziert werden. Im Falle der Umsetzung eines Verbandsstrafrechts dürfte sich die Bedeutung der internen Aufklärungsbemühungen noch steigern; ohnehin bestehende Zielkonflikte würden sich dann voraussichtlich verschärfen. Dieser Beitrag macht mit Blick auf die Verwertbarkeit von im Rahmen interner Ermittlungen gefertigter Interviews den Vorschlag einer Zurechnungslösung.

Ralf Peter Anders

Kapitel 4. Führung

Das führt uns zum letzten Thema dieser kleinen Schrift: den Führungskräften und ihrer Arbeit. Um gleich ganz viel Gewicht von den Schultern der Leser zu nehmen, die als Führungskräfte tätig sind: Nein, Sie sind nicht unmittelbar dafür verantwortlich, dass Ihre Mitarbeiter begeistert sind. Sie sind in meinen Augen nicht einmal dafür zuständig, dass diese zufrieden sind.

Frank Weber

Mythen der Alltagspsychologie – Was Menschen über Forschungsergebnisse der Psychologie zu wissen glauben

Als vor mehr als 140 Jahren Wilhelm Wundt an der Universität Leipzig das weltweit erste psychologische Forschungslabor gründete, war dies so etwas wie die Geburtsstunde einer neuen Wissenschaft. Die moderne akademische Psychologie wollte sich loslösen von ihren philosophischen Wurzeln. Sie wollte das menschliche Verhalten und Erleben nach dem Vorbild der Naturwissenschaften erforschen.

Uwe Peter Kanning, Meinald T. Thielsch

Kapitel 8. CrowdServ – Konzept für ein hybrides Entscheidungsunterstützungssystem zur Validierung von Geschäftsmodellen

Eine der kritischsten Aufgaben für Start-ups ist die Validierung ihres Geschäftsmodells. Daher versuchen Gründer, Informationen wie z. B. Feedback von anderen Akteuren zu sammeln, um die Gültigkeit ihrer Annahmen zu bewerten und Entscheidungen zu treffen. Bisherige Arbeiten über Entscheidungshilfen für die Validierung von Geschäftsmodellen bieten jedoch keine Lösung für den höchst unsicheren und komplexen Kontext von Start-ups in der Frühphase. Der Zweck dieser Studie ist daher die Entwicklung von Entwurfsprinzipien für ein hybrides Entscheidungsunterstützungssystem (HIDSS), das die komplementären Fähigkeiten von menschlicher und maschineller Intelligenz kombiniert. Wir verfolgen einen gestaltungsorientierten Forschungsansatz, um ein Prototyp-Artefakt und eine Reihe von Designprinzipien zu entwerfen. Unsere Studie liefert präskriptives Wissen für HIDSS und trägt zu früheren Arbeiten über Entscheidungsunterstützung für Geschäftsmodelle, über die Anwendung der komplementären Stärken von Mensch und Maschine zur Entscheidungsfindung und über Unterstützungssysteme für extrem unsichere Entscheidungsprobleme bei.

Dominik Dellermann, Nikolaus Lipusch, Philipp Ebel, Jan Marco Leimeister

Kapitel 3. Empirie: Effektivität von Werbung

Die vorstehenden Ausführungen sollten zeigen, warum es Werbung aus ökonomischer Sicht gibt und welche Funktionen sie hat. Die nun anschließend erörterte Frage lautet: Was bringt es? Dieser Frage kann man sich aus einzel- und aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive nähern. Das einzelne Werbung treibende Unternehmen interessiert natürlich, ob das für Marketingkommunikation investierte Geld gut angelegt ist, die Werbung also die gewünschten Effekte erzielt. Hier geht es letztlich auch um die Frage der Allokation von (knappen) Ressourcen. Soll der Marketing-Manager mehr Geld in Werbung investieren? Oder lieber kurzfristig auf Margen verzichten und mal den Preis senken? Der Nachweis der Effektivität von Marketingkommunikation hat hier eine nicht zu unterschätzende Bedeutung.

Ralf Nöcker

Kapitel 4. Ökonomische Analyse der Agenturen

Verlassen wir nunmehr die Ebene der Gesamtwirtschaft und beschäftigen uns im Folgenden auf einzelwirtschaftlicher Ebene mit den Dienstleistern, die Werbung oder Marketing-Kommunikation als ihr Tätigkeitsfeld ausweisen. Tatsächlich ist dies bisher in der ökonomischen Forschung kaum geschehen. Über das Innenleben einer Agentur erfährt man in der akademischen Welt bisher wenig bis nichts. Zunächst aber gilt es, sich über den Begriff Werbeagentur klar zu werden. Und das ist gar nicht so einfach. Schauen wir, um Klarheit zu erhalten, erst einmal in die Historie.

Ralf Nöcker

Kapitel 5. Etablierte Geschäftsmodelle von Agenturen

Im Folgenden wollen wir uns aus betriebswirtschaftlicher Sicht intensiver der Agentur als Wirtschaftssubjekt widmen. Ideen, so haben wir im Abschn. 4.2 festgestellt, haben an sich keinen Wert. Gleichzeitig sind sie das wesentliche Produkt einer Agentur. Daher ist die Frage nach einem GeschäftsmodellGeschäftsmodell, das aus diesem im strengen ökonomischen Sinne wertlosen Produkt dennoch Erträge entstehen lässt, von großem Interesse.

Ralf Nöcker

Kapitel 6. Zukunft der Werbung und der Agenturen

Wer in Seoul aus der U-Bahn steigt, der kommt sich mitunter vor, als sei er nicht auf einem Bahnsteig, sondern in einem Supermarkt gelandet. Und er liegt damit gar nicht so falsch. Denn was an den Wänden der Station auf täuschend echt fotografierten Regalwänden zu sehen ist, kann man tatsächlich kaufen, und zwar gleich vor Ort.

Ralf Nöcker

Kapitel 1. Der Werbemarkt heute

Jede Auseinandersetzung, mit welchem Thema auch immer, sollte auf der Grundlage einer Begriffsdefinition erfolgen. Das ist im vorliegenden Falle schwierig, was in diesem Abschnitt gezeigt werden soll. Was also verstehen Praxis und Wissenschaft unter dem Begriff „Werbung“?

Ralf Nöcker

Kapitel 2. Ökonomische Theorie und Werbung

Die Welt der klassischen ökonomischen Theorie muss uns aus heutiger Perspektive reichlich seltsam vorkommen. Es gibt zwar Güter, es gibt auch Geld, und es gibt – wenn auch charakterlich deutlich eingeschränkte – Akteure (den sogenannten „Homo oeconomicusHomo oeconomicus“).

Ralf Nöcker

ZWEITER TEIL – Das Grundstück und seine Bebauung

§ 4 regelt die Voraussetzungen der Bebauung der Grundstücke mit Gebäuden. Absatz 1 der Vorschrift soll sicherstellen, dass ein Berliner Grundstück nur dann mit einem Gebäude bebaut werden darf, wenn den mit der Nutzung einhergehenden Gefahren für die öffentliche Sicherheit jederzeit angemessen begegnet werden kann (OVG Bln, U. v. 30.07.2003 – 2 B 11/00 –, LKV 2004, 86). Zu diesem Zweck ist es erforderlich, die Zugänglichkeit von Gebäuden durch eine angemessene Verbindung der Grundstücke mit einer befahrbaren öffentlichen Verkehrsfläche zu gewährleisten, denn im Interesse der öffentlichen Sicherheit (vgl. § 3 Abs. 1) müssen die Gebäude für Fahrzeuge der Feuerwehr, des Rettungs- und Gesundheitswesens, der Polizei, der Abfallbeseitigung, der Postdienstleister, der Besucher und der Benutzer erreichbar sein (OVG Bln, U. v. 30.07.2003, aaO). Absatz 2 geht von dem – nicht explizit geregelten – Grundsatz aus, dass ein Gebäude nicht die Grundstücksgrenzen überschreiten darf, und regelt die Voraussetzungen dafür, dass ein Überbau über die Grundstücksgrenze hinaus ausnahmsweise bauordnungsrechtlich zulässig ist.

Thomas Meyer, Justus Achelis, Annegret von Alven-Döring, Mathias Hellriegel, Matthias Kohl, Markus Rau

ERSTER TEIL – Allgemeine Vorschriften

Die BauO Bln wird durch einen „Ersten Teil“ eingeleitet, der die §§ 1 bis 3 als „allgemeine Vorschriften“ umfasst. Sie sind für alle übrigen fünf Teile des Gesetzes maßgeblich. § 1 legt den Anwendungsbereich der BauO Bln fest und bestimmt damit, für welche Gegenstände sie gelten soll. Sein Abs. 1 nennt die vom Gesetz erfassten Gegenstände; ihm ist zu entnehmen, ob es sich bei einem technischen Geschehen um einen der BauO Bln unterliegenden Vorgang handelt (vgl. OVG Bln, B. v. 07.05.1999 – 2 B 2/96 –, LKV 2000, 123 (123)). Absatz 2 schließt für einige Sachgruppen die Geltung des Gesetzes aus. Neben dem hierdurch geregelten sachlichen Anwendungsbereich finden sich in der BauO Bln Vorschriften über ihren persönlichen Anwendungsbereich (§§ 52 bis 56), also über ihre Adressaten. Der zeitliche Anwendungsbereich ergibt sich dagegen nicht aus der BauO Bln selbst, sondern, da sie Bestandteil eines Artikelgesetzes ist, aus Art. VI des Gesetzes zur Vereinfachung des Berliner Baurechts (Bauvereinfachungsgesetz – BauVG Bln) vom 29.09.2005 (GVBl. 495) und aus den dem BauVG Bln nachfolgenden Änderungsgesetzen.

Thomas Meyer, Justus Achelis, Annegret von Alven-Döring, Mathias Hellriegel, Matthias Kohl, Markus Rau

3. Zeit

Das größte Kapital, dass Sie haben, ist Ihre persönliche Zeit. Wenn Sie sich manchmal fragen, wieso andere Personen in einer relativ überschaubaren Zeit viele Dinge schaffen, und es von außen so ausschaut, als ob diese einen Zwilling haben, weil sie so viele Projekte gleichzeitig abarbeiten, und das auch erfolgreich tun, dann liegt das einfach daran, dass diese Personen über die Jahre sich antrainiert haben, ihre Zeit zu schützen, sich so zu organisieren, dass sie ihre Zeit strategisch gut nutzen können, und im Rahmen dieser Zeit die Dinge tun und umsetzen, die sie sich vorgenommen haben.Es gibt also eine mehrstufige Vorgehensweise: Zeitschutz, Zeitplanung und Zeitumsetzung.Sie werden sich vorstellen können, dass innerhalb meines privaten und beruflichen Umfeldes der lustigste Satz, den ich hören kann, der ist: „Ich habe keine Zeit.“ Wenn ich im Zusammenhang mit einer privaten oder beruflichen Verabredung oder einem Projekt höre, „Ich habe keine Zeit“, dann ist es das Gleiche wie aus der Kategorie „Ich habe kein Geld, ich habe kein Interesse.“ Das heißt, es ist eigentlich nur ein vorgeschobener Grund. Aber darauf gehe ich später noch mal explizit ein. Es ist Ihre Zeit!

Philipp Plugmann

1. Der Startschuss zum Fixstern

Der Startschuss zu Ihrem Fixstern ist erfolgt und ich wünsche Ihnen aus dem gesamten Buch den höchstmöglichen Nutzen zu gewinnen. Die Erfahrung zeigt, dass bei der Verwirklichung der persönlichen Lebensziele man sich auf sich selbst am besten verlässt und nicht auf andere. Es wird niemand kommen, um einen zu retten, und die Wahrscheinlichkeit, dass auf dem Weg zu Ihrem Fixstern jemand Ihr Talent oder Ihr Potenzial erkennt, Sie an der Hand nimmt und zu diesem Stern führt, ist verhältnismäßig gering. Ausgeschlossen werden kann es natürlich nicht, aber am besten verlassen Sie sich auf sich selbst. Das erspart Ihnen auch jede Menge Enttäuschungen. Von anderen nichts zu erwarten, bringt einen selbst in eine entspannte Verfassung. Wenn Sie diese Erkenntnis einmal verinnerlicht haben, dass Sie sich ausschließlich auf sich selbst verlassen können oder besser gesagt, Sie die einzige Person sind, auf die Sie sich 100 % verlassen können, werden Sie merken, dass Sie die einzige Person sind, die Verantwortung und Führung für das Erreichen Ihrer Ziele übernehmen kann, und niemand sonst. Das wiederum führt zur Erkenntnis, dass Sie sich in einen dauerhaften Geisteszustand, einbringen müssen, in dem Sie hochmotiviert sind und ständig daran arbeiten, Ihre eigenen Grenzen zu überschreiten. Dabei möchte Ihnen dieses Buch helfen, seien es kleine, mittlere oder große Ziele, privat, familiär, nichtakademisch, akademisch oder rein beruflich.

Philipp Plugmann

Kapitel 3. Corporate Governance Systeme

Dieses Kapitel ist den Akteuren der Corporate Governance gewidmet. Nach der Abgrenzung der beiden unterschiedlichen Governance-Systeme (monistisch vs. dualistisch) wird der Fokus auf das dualistische System gelegt. Die zentralen Akteure des dualistischen Systems, nämlichen Vorstand und Aufsichtsrat, sowie deren Aufgaben und Beziehungen untereinander werden beschrieben. Im Rahmen der Besetzung des Aufsichtsrats wird der Einfluss der Mitbestimmung auf die gute Corporate Governance, sowie der Einfluss von Multimandaten auf die Unabhängigkeit diskutiert. Im zweiten Teil des Kapitels werden neben den zentralen Governance-Akteuren weitere interne und externe Governance-Organe sowie deren Rolle und Interaktion im Kontext guter Corporate Governance vorgestellt. Den Einstieg in diese Thematik bildet die Erläuterung des Three-Lines-of-Defense-Model, sowie die Darstellung seiner aktualisierten Version (Three Lines Modell). Abschließend werden Governance-Mechanismen zur Reduzierung der aus der Trennung von Eigentum und Kontrolle resultierenden Informationsasymmetrie aufgezeigt und die Problematik der Konflikte zwischen Führungs- und Überwachungsaufgaben erläutert.

Martin K. Welge, Marc Eulerich

Kapitel 5. Ergebnisse der Analyse: Die Konstruktion digitaler Parteistrukturen

Im nun folgenden Ergebniskapitel werden in Anlehnung an die fünf Fragestellungen der Studie Analyseergebnisse aus fünf Teilbereichen präsentiert. Dieser eher deskriptiven Darstellung der Ergebnisse folgt eine Diskussion ihrer Bedeutung in Bezug auf das theoretische Vorwissen im Abschlusskapitel. Die fünf Teilbereiche dieses Ergebniskapitels behandeln die Chronologie des Reformprozesses, Begründungsmuster der Parteiführung und der mittleren Parteiebene, Bedeutung und Zweck, die die digitalen Instrumente laut Parteiführung erfüllen sollen, Erwartungen der mittlere Parteiebene an eine Digitalisierung der Partei sowie Folgen der Digitalisierung, die sich in der technisch vermittelten Willensbildung der Partei zeigen.

Dennis Michels

Kapitel 1. Einleitung

Einleitend wird das systematische und theoretisch angeleitete Vorgehen zur Untersuchung der alltäglichen, gesellschaftlichen Weitergabe von Wissen über die Shoah durch digitale Praktiken entlang der Fragestellung der Arbeit entwickelt. Neben einem ersten, allgemeinen Begriffsverständnis (Gedächtnis, Erinnerung, Vergessen, Erinnerungskulturen) sowie einer Reflektion von Begriffen (Auschwitz, Holocaust und Shoah) wird der Begriff der (Re-)Konfigurationen in Anlehnung an Norbert Elias Figurationen dargelegt. Mit diesem werden medienvermittelte soziale Prozesse in Erinnerungskulturen in der Studie untersucht.

Mathias Scheicher

Kapitel 4. Konfigurationen: Praxis

Die Weitergabe von Wissen über die Shoah wird durch visuelle Praktiken bestimmt. Ausgehend von den sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie (Pierre Bourdieu) sowie gegenwärtigen theoretischen Diskursen – beispielsweise zu Selfies – wird dies in verschiedenen Erinnerungsperformances (Kirstin Frieden) in der Alltagskommunikation und populärer Kultur sowie Kunst in unterschiedlichen Analysen betrachtet. Die analysierten, heterogenen Konfigurationen sind entlang verschiedener Community-Plattformen – Instagram, YouTube, Facebook, Twitter sowie Niantic – strukturiert. Im Ergebnis zeigt sich unter anderem anhand unterschiedlicher Ausprägungen eine zunehmende Hybridisierung des prozesshaften Erinnerungsraums.

Mathias Scheicher

Kapitel 3. Kartografie des Neulands

Vor dem Hintergrund der Ausführungen des vorangegangenen Kapitels erscheint die Beschreibung des Internets als „Neuland“ mit Blick auf viele Kultureinrichtungen doch noch als brauchbar: Kommunikationskultur, -regeln und -prinzipien sind dynamisch und keinesfalls schon überall verinnerlicht. Oder anders und mit Dirk Baecker gesagt: Der „Überschusssinn“, den die digitalen Medien mit sich bringen, ist erst anfänglich erschlossen, was man alles mit ihnen anfangen kann, ist Gegenstand eines laufenden Erkundungsprozesses. Natürlich lässt sich dieses Neuland einfach aufs Geratewohl erforschen, mit der Gefahr, sich zu verirren, im Kreis zu laufen, nur die wenig attraktiven, wüsten Landstriche zu entdecken oder möglicherweise gar zu verdursten oder zu verhungern. Die Frage ist daher: Wie lässt sich dieses Neuland kartografieren, sodass man sich dort gemäß der eigenen Abenteuerlust, Kondition und persönlichen Präferenzen bewegen kann? Oder etwas weniger metaphorisch gefragt: Welche Strategien gibt es, um in diesem Neuland erfolgreich zu agieren?

Christian Holst

Kapitel 2. Expedition ins Neuland

Für den Ausspruch, dass das Internet „für uns alle Neuland“ sei (Kämper, 2013), hat Angela Merkel im Jahr 2013 viel Spott kassiert. Sie machte diese Bemerkung im Zusammenhang mit einer Frage nach der Balance von Freiheit und Sicherheit im Netz, bei der sie darauf hinweisen wollte, dass dieses Abwägungsproblem noch nicht lange existiere und politisch erst bearbeitet werden müsse. Zu der Zeit nutzten bereits drei Viertel aller Deutschen das Internet, fast die Hälfte der Bevölkerung besaß bereits ein Smartphone. Vor diesem Hintergrund bot die Aussage eine Steilvorlage für zahlreiche spöttische MemesMeme in den digitalen Netzwerken. Tatsächlich ist das Internet bei Weitem nicht so neu, wie es einem erscheinen mag, wenn man seine massenmediale Nutzung als Maßstab zugrunde legt. Die technischen Grundlagen und Prototypen des World Wide Web wurden bereits Jahrzehnte vorher entwickelt. Die soziokulturellen Bedingungen, die den Bedarf an digitalen Medien und Kommunikationsmöglichkeiten begründen, entstanden sogar noch früher.

Christian Holst

Kapitel 4. Information und Wissen

Dieses Kapitel geht der Frage nach, wie aus Informationen Wissen wird. Hierzu wird zunächst geklärt, was man unter Information und Wissen versteht. Ich werde einen epistemischen Kontextualismus vertreten, nach dem Wissen stets kontextsensitiv ist und es verschiedene Grade des Wissens gibt. Es wird gezeigt, dass Wissen aus zweiter Hand nicht immer vertrauenswürdig ist und Google nicht immer eine zuverlässige Wissensquelle darstellt. Google kann zwar viele Informationen liefern, aber um etwas zu wissen, muss man Informationen verstehen und in einen Wissenskontext einordnen können. Es bedarf aufgeklärter Mediennutzer, die in der Lage sind, zwischen wahren und falschen Informationen zu unterscheiden und nicht blind der Meinung anderer vertrauen.

Thomas Zoglauer

Kapitel 1. Phänomenologie des Postfaktischen

Der Postfaktualismus bezeichnet einen Zustand, bei dem Wahrheit nicht mehr respektiert wird, Tatsachen nicht anerkannt werden und Menschen zunehmend nach Gefühl und Gruppenzugehörigkeit urteilen. Es werden verschiedene Erscheinungsformen des Postfaktualismus vorgestellt, wie z. B. Fake News, Verschwörungstheorien, Wissenschaftsskeptizismus und Pseudowissenschaften, und deren Folgen aufgezeigt. Postfaktisches Denken führt zur Entstehung von Filterblasen und Echokammern, fördert die Gruppenpolarisierung und stellt eine Gefahr für die Demokratie dar.

Thomas Zoglauer

Kapitel 1. Social Media Influencer als Resultat veränderten Mediennutzungsverhaltens

Die zunehmende Relevanz des Internets und die daraus resultierenden technischen Entwicklungen haben das Mediennutzungsverhalten grundlegend verändert. Eine jährliche Studie von ARD und ZDF zeigt auf, dass mittlerweile 63 Millionen Deutsche einen Internetzugang besitzen. Hiervon nutzen 54 Mio.

Andre Jann Lienemann

Kapitel 13. Implikationen für Markenmanager und SMIs

SMIs sind in der Lage, das Kaufverhalten von Konsumenten zu beeinflussen. Markenmanager sollten daher über den Einsatz von SMIs nachdenken. Die Auswahl des richtigen SMIs spielt hierbei jedoch eine ernstzunehmende Rolle. Es zeigte sich, dass die Kaufintention der Konsumenten sowohl vom Fit zwischen der Marke und dem SMI, als auch vom Attachment des Konsumenten zum SMI beeinflusst wird. Diese Erkenntnisse sind für Markenmanager von großer Relevanz. Die Berücksichtigung dieser beiden Konstrukte bei der Auswahl geeigneter SMIs bietet eine Entscheidungsgrundlage für Markenmanager, um das Influencer Branding möglichst zielorientiert zu gestalten.

Andre Jann Lienemann

Missverständnisse über direkte Demokratie

Über das Wesen und die Funktionsweise der direkten Demokratie gibt es zahlreiche falsche Vorstellungen. In diesem Beitrag werden fünfzehn gängige Missverständnisse über direkte Demokratie erläutert. Direkte Demokratie ist kein politisches Allheilmittel, aber – wenn sie „von unten“ ausgeht – eine wichtige Ergänzung zur repräsentativen Demokratie, welche die Politiker näher an die Menschen und die Menschen näher an die Politik bringt. Bürgerräte sind eine Ergänzung dazu, aber kein Ersatz dafür.

Silvano Moeckli

Was will das Volk? Der „Volkswille“ als Machtfaktor im Prozess der öffentlichen Meinung

Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts geschah zunächst in FrankreichFrankreich und den sich neu gründenden Vereinigten StaatenUSA von Amerika, in der Folge aber auch in vielen anderen Ländern, etwas fundamental Revolutionäres, was weit über die konkreten politischen Umstürze in diesen Ländern hinausging. Nach und nach, immer wieder mit Rückschlägen, aber letztlich doch unaufhaltsam, wechselte die Legitimierung staatlicher Gewalt.

Thomas Petersen

Kapitel 7. Schließen mit Unsicherheit

Das in vielen Anwendungen benötigte Schließen mit unsicherem und unvollständigem Wissen wird, basierend auf der bewährten Wahrscheinlichkeitstheorie, eingeführt. Neben der MaxEnt-Methode als Goldstandard wird das Schließen mit Bayes-Netzen vorgestellt und am Beispiel des medizinischen Diagnosesystems LEXMED angewendet.

Wolfgang Ertel

I

Die europäische und asiatische Ideengeschichte räumt der künstlichen Kreatur breiten Raum ein. Diese wird in unterschiedlicher Weise geschaffen, aus unterschiedlichen Materialien, und sie verfügt über unterschiedliche Fähigkeiten. Meist ist sie unheimlich oder erregend, oft erschreckend oder erschreckend schön – und stumm.

Oliver Bendel

Kapitel 3. Umdenkprozesse

Wenn man mit Menschen diskutiert, die einem antiwissenschaftlichen Glaubenssystem anhängt, dann erscheint es zunächst einmal als naheliegendes Ziel, sie zum Umdenken bewegen zu wollen. Wie realistisch ist aber ein solches Ziel, und wie kommt man ihm näher? Um das zu beleuchten, haben wir mit einer Reihe von Menschen gesprochen, die selbst schon einmal den Weg aus einem solchen Glaubenssystem heraus gefunden haben. Ihre Erfahrungen und Eindrücke sind vielfältig, aber sie zeigen vor allem eins: Gläubige überzeugen zu wollen, ist eine schwierige Aufgabe.

Holm Gero Hümmler, Ulrike Schiesser

Kapitel 2. Warum glauben die das? Und warum glauben wir vielleicht etwas ebenso Unsinniges?

So seltsam uns Esoterik, Verschwörungsglaube und religiöser oder politischer Fanatismus erscheinen mögen: Dahinter stecken großenteils psychologische Mechanismen, die bei jedem von uns ablaufen. Diese Mechanismen sind zu einem großen Teil nützlich für unseren Alltag, zum Teil sogar notwendig für unser Überleben. Sie können uns aber auch aufs Glatteis führen, antiwissenschaftliche Glaubenssysteme begründen und stabilisieren. Und gegen alle diese psychologischen Mechanismen kämpfen wir an, wenn wir versuchen, Gläubige zu überzeugen.

Holm Gero Hümmler, Ulrike Schiesser

Kapitel 1. Medienbegriff, Zugangsvoraussetzungen zu und Konsum von Kommunikationsmedien im Wandel der Zeit

Der Begriff Medien unterliegt einer Vielzahl an Definitionsversuchen, weshalb es für diese Arbeit notwendig ist, darzulegen, was unter dem Begriff verstanden wird. Neben der Begriffsdefinition von Medien wird in diesem Kapitel ferner eine Begriffskonzeption von Mediatisierung dargelegt und ein Abriss der Mediengeschichte skizziert. Auch wird in diesem Abschnitt der Frage nachgegangen, welche Medienzugangsvoraussetzungen es für verschiedene Medien auch heute noch zu attestieren gibt. Die Beantwortung dieser Frage ist deswegen von Interesse, da es auch bei digitalisierten Dienstleistungsangeboten der Pfarren zu Ausgrenzungen von benachteiligten Menschen kommen kann. Das Kapitel schließt mit einem Überblick gegenwärtiger Mediennutzungstendenzen sowie aktuellen Daten zur Diffusion digitaler Medien.

Fabio Wurzer

Kapitel 2. Vertiefung zu Mediatisierung

Weitestgehend alle Lebensbereiche sind heute als mediatisiert zu beschreiben, d. h. sie sind mit Technologien zur digitalen Vernetzung durchsetzt. Ein Leben und Arbeiten ohne IuK-Technologien sind deshalb für Menschen aus hochentwickelten Ländern nicht mehr denkbar.

Fabio Wurzer

„Catch me if you can!“ – Interventionsforschung in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft

Dieser Beitrag stellt die Anwendung der Interventionsforschung als Forschungsmethode in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe vor. Zuerst wird darauf eingegangen, weshalb und wozu Kinder und Jugendliche in solchen Wohngemeinschaften leben und welche allgemeinen Problemlagen damit einhergehen. Darauffolgend wird die zentrale Bedeutung der Kooperation zwischen BetreuerInnen und BewohnerInnen thematisiert, welche letztlich die Qualität und den Erfolg einer Wohngemeinschaft bestimmt.Dieser Beitrag stellt die Anwendung der Interventionsforschung als Forschungsmethode in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe vor. Zuerst wird darauf eingegangen, weshalb und wozu Kinder und Jugendliche in solchen Wohngemeinschaften leben und welche allgemeinen Problemlagen damit einhergehen. Darauffolgend wird die zentrale Bedeutung der Kooperation zwischen BetreuerInnen und BewohnerInnen thematisiert, welche letztlich die Qualität und den Erfolg einer Wohngemeinschaft bestimmt. Wie die Interventionsforschung, angepasst an die realen Umstände und Erfordernisse, in der Praxis umgesetzt wurde und mit welchem Ergebnis, beschreibt der letzte Abschnitt des Beitrags.

Reinhard Heinetsberger

Kapitel 2. Theorie

Der Einstieg in den theoretischen Teil erfolgt mit den facettenreichen Kommunikationsmöglichkeiten, die sich durch Sponsoring ergeben und führt hin zum Sport als Mittel zu wirkungsvollem Sponsoring. Anschliessend wird die Aktivierung als Kernelement von Sponsoring vertieft. Im Zwischenfazit werden die theoretischen Erkenntnisse zusammengefasst.

Dominik Schwizer

Kapitel 7. Projektrealisierungen zur Aktivierung im Sportsponsoring

Die Realisierung von Aktivierungsprojekten im Sportsponsoring beeinflusst nebst deren strategischer Konzeptualisierung die Wirksamkeit von Sportsponsoring-Partnerschaften für Sponsoren wesentlich.

Dominik Schwizer

Kapitel 4. Themenlandkarte zum Sportsponsoring-Management

Das Management von Sportsponsoring-Partnerschaften beinhaltet sieben Themenfelder, die sich in die Teilbereiche Grundlagen und Aktivierung aufteilen lassen.

Dominik Schwizer

Kapitel 5. Typologie zur Aktivierung im Sportsponsoring

Aktivierung im Sportsponsoring nimmt unterschiedliche Ausprägungsformen an. In diesem Kapitel wird eine Typologie von vier Aktivierungstypen entwickelt, die Sponsoring-Verantwortlichen eine Orientierung bei der Ausrichtung von Aktivierungsmassnahmen im Sportsponsoring ermöglichen.

Dominik Schwizer

Kapitel 3. Unterstützung der UNziele durch Bilanz- und Steuerpolitik

1 Welche Bedeutung haben Wahlrechte für die Unternehmensführung? 2 Welche handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wahlrechte gibt es? 3 Welche Grenzen dem Grunde nach (Ansatz) und der Höhe nach (Bewertung) gibt es? 4 Welche Bedeutung haben Unternehmensbeteiligungen? 5 Welcher Zielkonflikt existiert zwischen Steuer- und Bilanzpolitik? 6 Was ist das Maßgeblichkeitsprinzip gem. § 5 Abs. 1 EStG?

Anna Karin Spångberg Zepezauer

1. Projekte

Dieses erste Kapitel führt Sie auf einen „Rundflug“ über die Projekt‐„Landschaft“. Auch wenn es manchmal anders aussieht: nicht jedes Vorhaben ist ein Projekt! Zunächst werden anhand von Beispielen die charakteristischen Merkmale erläutert, die Projekte kennzeichnen und von Nicht‐Projekten unterscheiden.Danach lernen Sie die systemische Sicht auf Projekte kennen, die Ihnen hilft, sowohl den Projektgegenstand als auch das Gesamt‐Projekt als ein System zu sehen. Sie werden dadurch in die Lage versetzt, Projektaufgaben aus System‐Perspektive zu analysieren und das Projekt systematisch zu planen und zu steuern.Anschließend wird gezeigt, dass jedes Projekt ein spezieller Problemlösungsprozess ist. Methoden zur Lösung von Problemen bilden daher elementare Werkzeuge in Projekten. Das Kapitel endet mit der Definition des Begriffs Projektmanagement und Sie werden mit dem Projektmanagement‐Lebenszyklus sowie dessen Unterteilung in verschiedene Prozesse und Phasen vertraut gemacht.

Walter Jakoby

2. Kapitel: Vorbemerkungen und Bestandsaufnahme

In diesem Kapitel werden zunächst wichtige Begrifflichkeiten erläutert, eine Einordnung des Crowdfundings in das deutsche Recht vorgenommen und ein kurzer Überblick über den Gesetzgebungsprozess dargestellt. Anschließend erfolgt eine rechtstatsächliche Untersuchung verschiedener Crowdfunding-Plattformen.

Malte J. Drews

3. Kapitel: Rechtliche Qualifizierung der Plattformen und ihrer Tätigkeiten und vertragliche Beziehungen

Nach einer Betrachtung der vertraglichen Beziehungen der Plattformen wird in diesem Kapitel auf die aufsichtsrechtliche Qualifizierung und sonstige Einordnung der Plattformen eingegangen.

Malte J. Drews

Was geht hier eigentlich vor? – Interpretatorische Überlegungen zum Theresienstadtfilm

In diesem Aufsatz wird versucht, mithilfe der wissenssoziologischen Videohermeneutik, die Ergebnisse einer Filmanalyse über den zweiten Theresienstadtfilm darzustellen. Der Theresienstadtfilm – unvollständig und als Teil der NS-Propaganda – ist für die Analyse besonders geeignet, da er teilweise professionelle filmtechnische Standards verwendet und andererseits im Bildmotiv alltäglich bleibt, dass man vergessen könnte, wo der Film gedreht wurde. Ein wissenssoziologischer Zugriff ist deshalb interessant, da so verschiedene Sinnkonstitutionen dargestellt werden können.

Lara Pellner

Narrative Kontinuitäten? Der Theresienstadtfilm im Kontext der NS-Propaganda über die Ghettos und die „Judenfrage“

Was ist besonders am Theresienstadtfilm? Der Beitrag vergleicht den Film mit anderen visuellen nationalsozialistischen Propagandaprodukten über die Ghettos und die „Lösung der Judenfrage“. Dabei spielen Bilder und Fotoreportagen der illustrierten Massenpresse die Hauptrolle. Gezeigt wird, welche Motive und Sujets über die Jahre lediglich variierten, und welche Darstellungen und Darstellungsformen einzigartig sind. Am markantesten erweist sich aus dieser vergleichenden Perspektive der NS-Propaganda das Fehlen eines visuellen antisemitischen Topos: des jüdischen Handels. Auch in dieser Hinsicht ist der Film motivisch-thematisch überraschenderweise am ehesten mit einer Fotoreportage zu vergleichen, die 1934 im Angriff erschien.

Harriet Scharnberg

Kapitel 15. Übungsklausur zum Kapitel Bilanzierung

Die Bachelor GmbH hat für das Jahr 01 einen steuerpflichtigen Gewinn in Höhe von 500.000 € ohne Berücksichtigung der nachfolgenden Geschäftsvorfälle ermittelt.

Anna Karin Spångberg Zepezauer

1. Grundlagen der identitätsbasierten Markenführung

Die Führung von Marken ist bereits seit vielen Jahren ein Schlüsselthema der Unternehmensführung. Im Jahr 2019 wurden knapp 79.000 Marken beim Deutschen Patentamt neu angemeldet und insgesamt sind etwa 830.000 Marken in Deutschland registriert. Diese beeindruckenden Zahlen lassen sich auf die große Bedeutung von Marken für Mitarbeiter und Nachfrager und den daraus resultierenden hohen ökonomischen Wert von Marken zurückführen. Dabei können nur Marken erfolgreich sein, deren Identität nach Innen (Mitarbeiter) und Außen (Nachfrager) eine besondere Haltung vermittelt sowie Sinn stiftet und dadurch die funktionalen Leistungen der Marke anreichert und positiv differenziert. Die identitätsbasierte Markenführung eignet sich in besonderer Weise, die aufgezeigten Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Die Grundlagen der identitätsbasierten Markenführung werden in diesem Kapitel erläutert.

Christoph Burmann, Tilo Halaszovich, Michael Schade, Kristina Klein, Rico Piehler

7. Optik

Optik ist die Lehre vom Licht, vor allem von seiner Ausbreitung. Als Licht bezeichnet man zunächst einmal diejenige Strahlung, die das Auge des Menschen wahrnimmt, also elektromagnetische Wellen in einem sehr schmalen Spektralbereich. In erweitertem Sinn werden auch die benachbarten Gebiete als Licht bezeichnet. Kennzeichen der Wellenausbreitung sind Interferenz und Beugung. Allerdings machen sie sich im makroskopischen Alltag meist gar nicht bemerkbar, weil die Wellenlänge sichtbaren Lichtes zu klein ist. Dann gelten die Regeln der geometrischen Optik. Licht überträgt Energie. Der selektiven Empfindlichkeit des menschlichen Auges wegen müssen für den Strahlungsfluss einer elektromagnetischen Welle und den Lichtstrom verschiedene Messverfahren und Einheiten definiert werden. Sichtbares Licht wird von Atomen und Molekülen emittiert und absorbiert. Weil sie so klein sind und weil die kurzen Wellenlängen hohe Frequenzen zur Folge haben, spielt hier eine Eigenschaft der Natur eine bedeutsame Rolle, die sich im Alltag sonst nicht bemerkbar macht: die Quantelung der Energie.

Ulrich Harten

Kapitel 6. Radikale Milieus und Ressourcenmobilisierung

Terroristische Gruppen entstehen häufig aus spezifischen Milieus in sozialen Bewegungen. Diese radikalen Milieus sind Räume individueller wie kollektiver Radikalisierung. Ihre Analyse ermöglicht es, Radikalisierung(sprozesse) in Relation zu Dynamiken in der Bewegung zu rekonstruieren. Im Fall des NSU kommt sie zu dem Ergebnis, dass sich die Bedeutung der radikalen Milieus Thüringer Heimatschutz sowie Blood & Honour Thüringen und B&H Sachsen nicht auf die einer die Radikalisierung befördernden Umwelt einerseits oder eines Unterstützungsnetzwerks andererseits beschränken lässt, sondern dass es vielmehr vielfältige und durchaus ambivalente Bezüge zwischen dem NSU und seinem Bewegungsumfeld gegeben hat, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten dessen Struktur und Handeln jeweils spezifisch geprägt haben. Es kann deutlich gezeigt werden, dass der NSU kein isoliertes Phänomenen war, sondern Folge von Radikalisierungsprozessen, die untrennbar verbunden sind mit der Bewegung.

Jan Schedler

Kapitel 1. Einführung in die empirische Datenanalyse

In diesem einleitenden Kapitel werden die in diesem Buch behandelten acht Methoden der multivariaten Datenanalyse vorgestellt, charakterisiert und klassifiziert. Bei der Anwendung von Methoden der multivariaten Analyse (MVA) werden mehrere Variablen gleichzeitig betrachtet und ihre Zusammenhänge quantitativ analysiert. Ziel der Methoden der multivariaten Analyse ist es, die Zusammenhänge zu beschreiben, zu erklären oder zukünftige Entwicklungen vorherzusagen. Ein Sonderfall der MVA sind bivariate Analysen, bei denen jeweils nur zwei Variablen gleichzeitig betrachtet werden. Methoden der multivariaten Analyse gehören heute zu den Grundlagen der empirischen Forschung in der Wissenschaft.Weiterhin werden in diesem Kapitel auch Grundlagen der empirischen Datenanalyse vorgestellt, die für alle behandelten Analysemethoden relevant sind. Da die meisten Leser mit diesen Grundlagen vertraut sein werden, dienen diese Darstellungen primär der Wiederholung oder der Möglichkeit, wichtige Aspekte der quantitativen Datenanalyse nochmals nachzuschlagen: Zunächst werden statistische Basiskonzepte vorgestellt (z. B. Mittelwert, Standardabweichung, Kovarianz) und der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität aufgezeigt. Darüber hinaus werden die Grundlagen des statistischen Testens zusammenfassend am Beispiel des Mittelwerttests und des Anteilstests dargestellt. Schließlich wird auf den Umgang mit Ausreißern und Missing Values eingegangen, und das in diesem Buch verwendete Statistikpaket IBM SPSS Statistics wird kurz vorgestellt.

Klaus Backhaus, Bernd Erichson, Sonja Gensler, Rolf Weiber, Thomas Weiber

Kapitel 2. Regressionsanalyse

Die Regressionsanalyse bildet eines der flexibelsten und am häufigsten eingesetzten statistischen Analyseverfahren. Sie dient der Analyse von Beziehungen zwischen einer metrisch skalierten abhängigen Variablen und einer oder mehreren metrisch skalierten unabhängigen Variablen. Insbesondere wird sie eingesetzt, um Zusammenhänge quantitativ zu beschreiben und sie zu erklären, Werte der abhängigen Variablen zu schätzen bzw. zu prognostizieren. Die Regressionsanalyse ist von eminenter Wichtigkeit für Wissenschaft und Praxis.

Klaus Backhaus, Bernd Erichson, Sonja Gensler, Rolf Weiber, Thomas Weiber

Kapitel 2. Mediale Unterhaltung

Das zweite Kapitel befasst sich mit der zentralen abhängigen Variablen dieser Arbeit – dem Erleben von Unterhaltung. Im Rahmen einer ausführlichen Aufarbeitung der medienpsychologischen Unterhaltungsforschung (Abschnitt 2.1) werden die Konzepte ‚Enjoyment‘ und ‚Appreciation‘ zur Charakterisierung von hedonischen und eudaimonischen Unterhaltungserlebnissen ausgewählt und in Arbeitsdefinitionen präzisiert. Weiterhin werden zentrale Ansätze zur Erklärung der Unterhaltungsentstehung vorgestellt und in sieben Annahmen zusammengefasst. Anschließend (Abschnitt 2.2) werden die Besonderheiten des medialen Fallbeispiels dieser Arbeit – Videospiele – herausgearbeitet und die Annahmen zur Unterhaltungsentstehung vor diesem Hintergrund präzisiert. Abschließend (Abschnitt 2.3) wird erläutert, wie die theoretische Exploration von Staunen, Faszination und Ehrfurcht dazu beitragen kann, Forschungslücken der Unterhaltungstheorie zu schließen.

Daniel Possler

Kapitel 4. Modellschritt I: Entstehung von Awe beim Videospielen

Im vierten Kapitel wird die Entstehung von Awe bei der Videospielnutzung in zwei Schritten modelliert: In einem ersten Schritt wird geklärt, wie Awe bei der Mediennutzung allgemein entstehen kann. In Abschnitt 4.1 werden die hierzu vorliegenden empirischen Erkenntnisse präsentiert. Da der Forschungsstand noch recht defizitär ist, wird anschließend theoriegeleitet diskutiert, welche Stimuli und Prozesse potenziell in die Genese der Emotion bei der Mediennutzung involviert sind (Abschnitt 4.2). Vor diesem Hintergrund wird in einem zweiten Schritt dann ein Modell zur Erklärung der Entstehung der Emotion bei der Videospielnutzung mit insgesamt sechs Modellaussagen entworfen (Abschnitt 4.3). Die zentralen Erkenntnisse werden in Abschnitt 4.4 resümiert.

Daniel Possler

Kapitel 5. Modellschritt II: Unterhaltsame Qualität von Awe

Im fünften Kapitel wird der Zusammenhang von Awe mit der Unterhaltungserfahrung modelliert. Da zwei Varianten der Unterhaltungserfahrung herausgearbeitet wurden – Enjoyment und Appreciation –, gliedert sich das Kapitel in zwei Teile. Im ersten Part des Kapitels wird betrachtet, wie Awe zu Enjoyment beitragen kann (Abschnitt 5.1). Der zweite Teil widmet sich dann dem konzeptuellen Zusammenhang von Awe und Appreciation (Abschnitt 5.2). Dabei werden insgesamt elf Modellaussagen entwickelt. Die beiden Abschnitte werden dabei noch einmal in zwei Schritte unterteilt. Zunächst wird jeweils betrachtet, wie Awe zum Unterhaltungserleben bei der Medienrezeption im Allgemeinen beitragen kann. Im zweiten Schritt werden diese Aussagen dann für die Videospielnutzung im Speziellen diskutiert und präzisiert (Abschnitte 5.1.3 & 5.2.5). Die zentralen Erkenntnisse werden in Abschnitt 5.3 resümiert.

Daniel Possler

Kapitel 9. How not to – Klassische Krisenfälle, die Geschichte schrieben

Eigentlich sollte man meinen, dass bei so viel Literatur, so vielen Kongressen und Veranstaltungen und so vielen Spezialisten Unternehmen oder auch Prominente mit Krisen trefflich umzugehen wissen. Weit gefehlt – schaut man sich die Medienschlachten der letzten Jahre an, so wird deutlich, dass nur wenige Betroffene für Notfälle dieser Art gut aufgestellt sind. Die klassischen Krisenfälle, die wir hier zusammengestellt haben, zeigen deutlich, wie Krisenkommunikation unweigerlich scheitern muss.

Susanne Bachmann, Anabel Ternès von Hattburg

Kapitel 1. Einleitung

Das Kapitel zeigt auf, dass Medien – insbesondere Videospiele – ihre Nutzer*innen wohl vielfach in Staunen und Faszination versetzen. Mit Bezug auf Befunde aus der Philosophie und Emotionspsychologie wird zudem vermutet, dass diese Erlebnisse höchst unterhaltsam sind. In der medienpsychologischen Unterhaltungsforschung wurden Staunen und Faszination allerdings bislang weitestgehend vernachlässigt. Vor diesem Hintergrund wird das Ziel der vorliegenden Arbeit begründet: Die theoretische Erklärung der Entstehung sowie der Unterhaltsamkeit von Staunen und Faszination bei der Medienrezeption, insbesondere bei der Videospielnutzung. Abschließend wird der Aufbau der Arbeit skizziert.

Daniel Possler

Kapitel 2. Das Fundament der Zivilisation

„Was ist der Mensch?“, lautet eine der grundlegenden philosophischen Fragen. Für Aristoteles ist der Mensch das einzige Lebewesen mit Vernunft und Sprache. Nach Kant wird der Mensch durch drei Eigenschaften bestimmt: Er kann hoffen und glauben, strebt nach Wissen und kann sich moralisch verhalten, weil er Gut von Böse zu unterscheiden vermag.

Lars Jaeger

Kapitel 5. Ausdrucksformen von Bewertungen

Bewertungen können über verschiedene, vom Systembetreiber vorgegebene Content-Formate zum Ausdruck gebracht werden. Dabei muss unterschieden werden zwischen der Person, die eine Bewertung schreibt, und der Person, die als Bewertungsleser Signale als Reaktion auf eine Bewertung sendet. Für das initiale Verfassen einer Bewertung stehen die Content-Formate Text, Video, Bild und Rating zur Verfügung. Signalisierende Reaktionen können den Lesern in Form einer Kommentarfunktion, eines Ratings und der Meldemöglichkeit eines Missbrauchsverdachts an den Systembetreiber angeboten werden.

Frank Deges

Kapitel 4. Juristische Aspekte der Artikulation und Publikation von Bewertungen

Aufgrund der ökonomischen Bedeutung von Kundenbewertungen auf die Kaufentscheidung der Konsumenten und damit auf den Umsatz der Leistungsanbieter ist ein latenter Anreiz zum Missbrauch gegeben. Durch gezielte Manipulationen versucht man die eigene oder die Reputation eines Konkurrenten in die intendierte positive oder negative Richtung zu lenken. Wie Abb. 4.1 visualisiert, schaden manipulierte Bewertungen den Betreibern der Bewertungssysteme und den Adressaten von Bewertungen, dies sind zum einen die Verbraucher als Nutzer des Bewertungssystems sowie die direkt von einer Manipulation betroffenen Leistungsanbieter.

Frank Deges

14. Wie Social Commerce die Welt des Online-Handels verändert

Seitdem soziale Medien leichter zugänglich sind, nutzen immer mehr Personen diese als eine Informationsquelle zu Unternehmen, Marken, Produkten und Dienstleistungen. Social Commerce, die Nutzung von sozialen Medien in der Rolle als Konsumentin und Konsument, erhält in dieser Entwicklung immer mehr Aufmerksamkeit. Personen tauschen sich schnell und effizient über Produkte und Dienstleistungen aus, nehmen an Gruppenaktivitäten teil und sichern sich Angebote über integrierte Zahlungssysteme. Social Commerce manifestiert sich nirgendwo in der Welt besser als China, dem größten E-Commerce-Markt der Welt. Auch im Westen zeigen sich Trends zu Social Commerce, die jedoch kaum mit den Entwicklungen in China zu vergleichen sind. Das vorliegende Kapitel soll ein grundlegendes Verständnis für das Phänomen Social Commerce schaffen. Insbesondere wird auf die Motivation und den Nutzen hinter Social-Commerce-Aktivitäten und das damit verbundene Kaufverhalten eingegangen. Zudem werden aktuelle Entwicklungen und Trends in China und westlichen Ländern gegenübergestellt.

Lema Ghani, Sebastian Hofreiter

1. Instrumente, Erfolgsfaktoren und Ziele des Online-Marketings

In diesem Kapitel erfahren sie, was man unter Online-Marketing versteht und welche Erscheinungsformen des Online-Marketings zu unterscheiden sind. Sie werden mit den wichtigsten Begriffen und Erscheinungsformen des Online-Marketings vertraut gemacht. Nach dem Lesen dieses Kapitels verstehen Sie, warum Online-Marketing an Bedeutung gewonnen hat, Sie können die Entwicklung des Online-Marketings nachvollziehen, Sie beherrschen wichtige Erfolgsfaktoren des Online-Marketings und Sie kennen die generellen Erwartungen und Motive der Online-Nutzer.

Ralf T. Kreutzer

3. Instrumente des Online-Marketings

Nach der Durcharbeitung dieses Kapitels verstehen Sie, wie eine Corporate Website aufzubauen ist, Sie können Sie die Usability sicherstellen und wissen, wie der Frequenzaufbau erfolgt. Außerdem sind Sie imstande, verschiedene Formate der Online-Werbung zu unterscheiden und relevante Kennzahlen zur Bewertung einzusetzen, Sie können Suchmaschinenwerbung zielorientiert einsetzen und Sie kennen sich damit aus, worauf bei der Online-Werbung zu achten ist. Weiterhin beherrschen Sie nach der Lektüre Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung und Sie können verschiedene Maßnahmen zur On-Site- und Off-Site-Optimierung konzipieren. Sie beherrschen die Grundlagen des E-Mail-Marketings und können dessen Erfolgsfaktoren berücksichtigen. Sie beherrschen die Grundlagen des Mobile Marketings und können Anwendungsfelder unterscheiden. Zudem beherrschen Sie die Ausgestaltungsformen und Ziele des Social-Media-Marketings, Sie sind in der Lage, die relevante Plattformen für das Social-Media-Marketing einzusetzen, und Sie kennen die Möglichkeiten, um den Einsatz des Social-Media-Marketings zu überwachen.

Ralf T. Kreutzer

Kapitel 6. Statische und dynamische Objektbewertung mit Hilfe von Scoring-Modellen

Ziel dieses Hauptkapitels ist es, Bewertungen von Einzelobjekten aufzuzeigen. Diese können statisch verwendet werden, wenn die Ergebnisse – der Score – beispielsweise mit einem Sollwert verglichen, aber auch dynamisch, wenn Veränderungen des Scores über einen Zeitverlauf beobachtet werden sollen. Natürlich könnten auch die Scores mehrerer Objekte miteinander verglichen werden, womit wir aber wieder bei der NWA wären, und tatsächlich sind die in den Hauptkapiteln 5, 6 und 7 beschriebenen Anwendungsfälle nicht überschneidungsfrei voneinander abzugrenzen. Lassen wir hier etwas akademische Unschärfe zu!

Jörg B. Kühnapfel

Kapitel 8. Facebook Futures: Mark Zuckerbergs diskursive Konstruktion einer besseren Welt

Dieses Kapitel widmet sich Facebooks unternehmerischem Zukunftsdiskurs und Mark Zuckerbergs Konstruktion einer ‚besseren Welt‘. Das Ziel der ersten Fallstudie ist die Rekonstruktion dieser ‚Facebook Futures‘ und die Interpretation ihrer gesellschaftlichen und organisationsbezogenen Implikationen.

Joachim Haupt

Kapitel 3. Für die Hilfsmittel gibt es kein Patentrezept

Es gibt nicht die eine einzige richtige Methode, mit der gute Lehre funktioniert. Oft hängt die beste Methode vom Thema ab, was die Arbeit der Dozierenden noch erschwert. Das Schreiben an die Tafel ist mit großer Vorsicht zu genießen; es muss wohldosiert sein. Die neuen Medien können helfen, sind als Lehr- und Lernhilfen aber nicht per se besser als herkömmliche Maßnahmen. Für bestimmte Aufgaben sind die neuen Medien vorteilhaft; aber sie können bei anderen Aufgaben sogar vom Wesentlichen ablenken. Vielfalt in der Darstellung kann zu viel sein. Einfalt ist schlecht. Mehrfalt ist meistens der beste Weg.

Henning Fouckhardt

Kapitel 14. Kommentar 3 – „Wozu soll das gut sein?“

Transparenz, gepaart mit Mitbestimmungsmöglichkeiten, ist heute eine wichtige Forderung, und das ist gut so. Dozierende sollten viel häufiger und konsequent erwähnen, warum sie eine Thematik behandeln. Eine erlaubte Erklärung mag an der einen oder anderen Stelle dann aber auch sein, dass das zum Allgemeinwissen und zur Kultur gehört. Die Lernenden sollten erstens bereit dazu sein, diese Bemerkungen zu hören und aufzunehmen, um ihres eigenen Verständnisses willen. Und zweitens sollten sie auch ein wenig Vertrauen zu ihren Dozentinnen/Dozenten aufbringen. Diese haben sich Gedanken gemacht, warum sie ein uncooles Thema durchnehmen, obwohl sie mit einem coolen doch viel mehr Punkte sammeln könnten. Niemandem zu glauben oder zu vertrauen, ist nicht die richtige Konsequenz aus dem Wunsch nach Transparenz und Mitbestimmung!

Henning Fouckhardt

Kapitel 1. Gegenstand und Fragestellung

Das erste einleitende Kapitel behandelt die Fragen, was unter einem ‚Video‘ zu verstehen ist und welche Besonderheiten das Video als Forschungsgegenstand ausmachen. Dieser Forschungsgegenstand bedarf einer besonderen methodischen Vorgehensweise: der hermeneutisch-wissenssoziologischen Videoanalyse. Entstanden ist die Idee zu dieser Methode im Rahmen eines DFG-Forschungsprojektes zum Thema ‚Medien als Akteure der Inneren Sicherheit in Deutschland‘.

Jo Reichertz, Carina Jasmin Englert

Kapitel 6. Die Handlung des Zeigens als bedeutsame Geste oder: Medien als eigenständige Akteure

In diesem Kapitel wird erläutert, dass die Produktion eines Videos als Handlung des Zeigens verstanden werden muss. Diese Handlung geht auf einen kooperierten Akteur zurück und sie ist Ausdruck einer ‚geteilten Absicht‘. Dieser Absicht des Zeigens muss bei der Analyse von Videos besondere Aufmerksamkeit zukommen.

Jo Reichertz, Carina Jasmin Englert

Kapitel 5. Die Videoanalyse

In diesem Kapitel wird die ausführliche Analyse eines Videos dokumentiert. Ausgehend von den Problemen bei der Darstellung von Sequenzanalysen wird zuerst die Einbettung der untersuchten Sequenz analysiert, dann die Sequenz selbst. Zudem werden verschiedene Formen der Notation von Videos vorgestellt und diskutiert.

Jo Reichertz, Carina Jasmin Englert

Kapitel 19. Ergebnisse der empirischen Untersuchung

Im Rahmen des folgenden Kapitels werden die Ergebnisse der empirischen Untersuchung anhand des Codierparadigmas der Grounded Theory Methodologie dargelegt. Da es sich bei dem vorliegenden Untersuchungsgegenstand um ein äußerst komplexes und vielschichtiges Zusammenspiel des unternehmerischen Eigentumserlebens und der Identität des Inhabers handelt, ist ein umfassendes Verständnis dieser, sich gegenseitig beeinflussenden Bereiche elementar. Aufgrund dessen werden im Rahmen der Ergebnisdarstellung in einem ersten Schritt das zentrale Phänomen des PO, die ursächlichen Bedingungen für die Entstehung von PO, die Kontextbedingungen sowie die Handlungs- und Interaktionsstrategien zum Umgang mit PO aufgezeigt, um anschließend tiefer in die Beantwortung der Forschungsfragen einsteigen zu können.

Sophie Ruckau

Wirtschaftsordnungen, Wettbewerb und Marketing

Welche Aufgaben charakterisieren den Idealtypus der „Marktwirtschaft“?

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs, Marion Leuenroth

Kapitel 10. Energiewende

Die Energiewende ist ein Thema, das uns seit einigen Jahren beschäftigt, erst aufgrund der Beschlüsse zum Ausstieg aus der Kernenergie, heute zusätzlich aufgrund des Klimawandels und dem damit verbundenen Abschalten von Kohlekraftwerken. Photovoltaik und Windenergie sollen die wesentlichen Energiequellen der Zukunft sein. Die Entwicklungen dazu erscheinen oft wenig strukturiert und rational: Es werden z. B. große Kapazitäten an Photovoltaik geschaffen, aber ohne die dazu notwendigen Speicherkapazitäten zu berücksichtigen. Der Ausbau der Windenergie wird verlangsamt durch Abstandsregelungen und Widerstand aus der Bevölkerung. Wir werfen hier einen Blick auf die Stromerzeugung und Verteilung, die wir künftig benötigen.

Werner Mäntele

4. Aktionsfelder der Resilienz

Aus ihrer Zeit als Bundesministerin für Arbeit und Soziales stammt das Zitat von Ursula von der Leyen „Unser Ziel ist Resilienz, also Widerstandsfähigkeit – nicht nur für jeden einzelnen Beschäftigten, sondern vor allem auch für die Unternehmen als Ganzes.“ Damit Resilienz auf allen Ebenen, intra- und interpersonal als auch intra- und in Ansätzen auch interorganisational Wirkung entfalten kann, braucht es ein Ineinandergreifen diesbezüglicher Konzepte, persönlicher Einsichten und praktischer Werkzeuge, die Mitarbeitende und Führungskräfte dabei unterstützen, in Herausforderungen nicht nur zu bestehen, sondern sich zu entwickeln. Und dies sowohl als Einzelne/r wie auch als Team und als organisationale Gemeinschaft. Dabei werden interdisziplinäre Ansätze und Erkenntnisse in die Tat umgesetzt, um Orientierung zu geben, was wie getan werden kann, damit Resilienz in der Organisation entsteht.In diesem Kapitel erfahren Sie, dass personale wie auch organisationale Resilienz … erfordert, eine Beziehungsperspektive einzunehmen, sich über bisher bewährtes Denken, Verhalten und Handeln hinweg zu öffnen, Vertrauen zu sich selbst und anderen aufzubauen, Orientierung und eine fundierte Entscheidungsfindung integriert, die verschiedene Perspektiven einbezieht und Auswirkungen über das Hier und Jetzt hinaus berücksichtigt, Offenheit für das eigene Potenzial und für Signale aus der komplexen, sich verändernden Umwelt braucht, den Abbau von festen Orientierungen wie auch unbewussten Vorurteilen erfordert und die Bereitschaft, die eigene Komfortzone zu verlassen, dabei unterstützt, das Unbekannte zu erkunden. Die Kombination aus innerer Erkundung und ständiger Beobachtung des kontextuellen Umfelds führt zu schnellem Wachstum und Lernen, die Voraussicht und Agilität erzeugt, die erforderlich ist, um in sich verändernden Kontexten effektive Wege zu beschreiten, dabei unterstützt, neue Möglichkeiten zu sehen und durch Kreativität die Zukunft zu gestalten.

Erich R. Unkrig
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