Skip to main content
main-content

15.08.2016 | Fernsehen | Im Fokus | Onlineartikel

Streaming-Dienste machen TV Konkurrenz

Autor:
Anja Schüür-Langkau

Immer mehr Internetnutzer streamen Filme und TV-Inhalte. Fernsehanbieter müssen sich mit crossmedialen Konzepten gegen die Konkurrenz aus dem Netz wappnen.

Streaming liegt im Trend. 16 Prozent der Deutschen nutzen schon heute kostenpflichtige Streaming-Dienste. Damit liegt Deutschland in punkto Online-Anbieter sogar fünf Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Weltweit sind inzwischen 26 Prozent der Befragten bereit, für Video-on-Demand-Dienste wie Hulu, Netflix oder Amazon zu bezahlen.

Die Ergebnisse stammen aus der Studie "Video on Demand" für die das Marktforschungsinstitut Nielsen in 61 Ländern weltweit untersucht hat, wie Verbraucher Video-on-Demand nutzen. 

Beliebt sind Filme und TV-Programme

68 Prozent der Deutschen streamen Video-on Demand-Dienste (VDO) über den Computer, 46 Prozent nutzen Smart-TV und 41 Prozent Tablets. Am beliebtesten sind Filme (76 Prozent), gefolgt von TV-Programmen (49 Prozent) und Dokumentationen (36 Prozent). 73 Prozent der Deutschen nutzen Streaming-Dienste, um zeitlich flexibler zu sein. 53 Prozent wünschen sich ein größeres Angebot  und damit mehr Wettbewerb. 

Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf den Absatz von DVDs. In Großbritannien werden die Briten in diesem Jahr erstmals mehr Geld für Streaming-Angebote und Downloads ausgeben, als für DVDs, ermittelt eine Studie des Marktforschungsinstituts Strategy Analytics

Empfehlung der Redaktion

2015 | Buch

Innovationsmanagement für TV-Unternehmen

Implikationen crossmedialer Contentkreation für Organisation und Personalwirtschaft

Wie die Revitalisierung des TV-Kerngeschäfts erreicht und die Zukunftsfähigkeit der TV-Unternehmen durch crossmediale Contentdiversifikation nachhaltig gesichert werden kann, ist Kern des vorliegenden Buches. Dem durch erodierende Grenzen zwischen In


Von dieser Entwicklung wollen inzwischen noch andere Medienanbieter profitieren. So hat beispielsweise der Verlag Time Inc. einen eigenen Videostreaming-Dienst für die Titel People und Entertainment Weekly angekündigt, berichtet das amerikanische Fachmagazin "Adweek"

Herausforderung für TV-Unternehmen

Offene Video-on-Demand- Angebote wie Hulu, Netflix aber auch Youtube haben den Vorteil, dass sie einfach und barrierefrei verfügbar sind und in der Regel über mehrere Endgeräte nutzbar sind, schreibt Springer-Autor Marc-Etienne Geser in seinem Beitrag "Geschäftsmodelle und strategischen Herausforderungen"

"Während der Markt für VOD-Unterhaltung klar von Netflix dominiert wird, einem relativ jungen und vor allem durch direkte Nutzerentgelte finanzierten Akteur, haben Fernsehunternehmen große Schwierigkeiten, im Markt Fuß zu fassen. Hier mangelt es an Klarheit hinsichtlich des Geschäftsmodells, hinsichtlich der Diversifikation der Erlösströme und hinsichtlich der Entschlossenheit, mit der der digitale Markt bearbeitet werden soll", schreibt er in seinem Fazit auf Seite 127.

Erfolgsfaktoren crossmedialer Konzepte 

Damit wächst der Druck für TV-Unternehmen, ihre Inhalte crossmedial auszubereiten und zu vermarkten. "Im Fokus steht ab dem frühesten Zeitpunkt der Ideenfindung die Realisierung eines ganzheitlichen crossmedialen Konzeptes zur Steigerung des inhaltlichen und des wirtschaftlichen Mehrwerts durch die sinnhafte Vernetzung unterschiedlicher medialer Kanäle. Auch aus monetärer Sicht, das heißt im Hinblick auf Werbeeinnahmen und Sponsoring, ist es entscheidend, programmliche Highlights vor, während und nach einer TV-Ausstrahlung zu stärken", bestätigt Janina Schüller im Buchkapitel "Crossmediale Contentproduktion in TV-Unternehmen" auf Seite 73. Zu den Erfolgsfaktoren zählt die Autorin (127 ff.):

  • Nutzergewohnheiten und Zielgruppe als Basis crossmedialer Inhalte
  • Komplexität von Charakteren und Geschichten
  • Involvement und Interaktion
  • Unmittelbarkeit, Authentizität und Stringenz
  • Optimierung crossmedialer Formatauswertung durch Priorisierung

Neben neuen vernetzen Formaten müssen TV-Sender zudem ihre Werbekunden bei der Stange halten. Die sind jedoch derzeit mit den Preis-Leistungsverhältnis nicht zufrieden. So beklagt die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), dass die Schere zwischen Preis und Leistung immer weiter auseinander geht. OWM-Vorsitzende Tina Beuchler fordert deshalb ein neues Abrechnungsmodell: "Durch die Arbeit mit dem überholten Modell der durchschnittlichen Werbeblockreichweite inklusive Programmtrailer sowie Venture Spots wird diese Entwicklung sogar noch geschönt. Diese Abrechnungsform muss beendet werden und eine Umstellung auf Preismodelle auf Basis echter Spot-Reichweiten erfolgen."

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

22.09.2015 | Marketing + Vertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Fernsehen ohne Flimmerkasten

09.07.2015 | Marketing + Vertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Ist Streaming das neue Fernsehen?

11.07.2014 | Medien | Im Fokus | Onlineartikel

Warum On-Demand guten Content braucht

    Bildnachweise