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Über dieses Buch

Dieses Standardwerk zur Fertigungstechnik stellt das Wissen zur Verfügung, das Produktionsplaner, Fertigungstechniker und Konstrukteure brauchen, um Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen zu erreichen. Dazu gehören neben dem Grundlagenwissen auch ausreichende Kenntnisse über die neuesten technologischen Entwicklungen.

Die Wirtschaftlichkeit der industriellen Produktion hängt wesentlich von der optimalen Auswahl der Fertigungsverfahren ab. Daher wurde der Klassiker der Fertigungstechnik auch für die 12. Auflage auf den aktuellen Stand gebracht. Die Abschnitte zum Gießen von Motoren im Pkw-Leichtbau wurden aktualisiert. Neu hinzugekommen ist das Fügen durch Umformen, da es eine wichtige Rolle für die Kfz-Fertigung spielt. Ebenfalls neu aufgenommen wurden Abschnitte zu den Fertigungsschritten für Windkraftanlagen. Das Kapitel über additive Fertigungsverfahren (Rapid Prototyping) wurde wegen der rasanten Entwicklung auf diesem Gebiet wesentlich erweitert.

Die Grundlagen der Fertigungstechnik werden in diesem Standardwerk bewusst knapp, aber leicht verständlich behandelt. Die Fertigungsverfahren werden mit zahlreichen Bildern und Diagrammen anschaulich beschrieben. Alle Kapitel enthalten jeweils einen ausführlichen Abschnitt über die zweckmäßige konstruktive und fertigungstechnische Gestaltung der einzelnen Werkstücke. Das Buch dient Studierenden als Basisliteratur. Für Praktiker in Fertigungsbetrieben sowie in Konstruktions- und Ingenieurbüros ist es ein kompaktes Nachschlagewerk.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einteilung der Fertigungsverfahren

Die Fertigungstechnik ist ein Teil der übergeordneten Produktionstechnik. Sie erzeugt Produkte, die durch stoffliche und geometrische Merkmale gekennzeichnet sind. Die Vielfalt der bekannten und der zukünftigen Fertigungsverfahren lässt sich nach DIN 8580 unter dem Ordnungsgesichtspunkt Stoffzusammenhalt (nämlich: schaffen, beibehalten, vermindern oder vermehren) in fünf Hauptgruppen untergliedern: 1. Urformen; 2. Umformen; 3. Trennen; 4. Fügen; 5. Beschichten. Hinzu kommt dann noch die letzte Hauptgruppe: 6. Stoffeigenschaften ändern. Diese Hauptgruppen werden in Gruppen weiter unterteilt und darin dann die speziellen Fertigungsverfahren in Untergruppen gekennzeichnet. Diese Systematik wird nach den Regeln der Dezimalklassifikation mit Ordnungsnummern belegt.
In diesem Kapitel werden die erreichbaren Genauigkeiten der verschiedenen Fertigungsverfahren verglichen und die Zielsetzungen für die industrielle Produktion diskutiert. Früher standen Kostensenkung und Erhöhung der Qualität und der Produktivität im Vordergrund, heute gehören Flexibilität, Energie- und Ressourcen-Effizienz zu den Zielsetzungen einer nachhaltigen Gestaltung der Produktion.
Klaus-Dieter Kühn

2. Urformen

Die Hauptgruppe Urformen wird als Fertigungsverfahren nach DIN 8580 definiert: Urformen ist das Fertigen eines festen Körpers aus formlosem Stoff durch Schaffen des Zusammenhalts. Dabei lassen sich die Stoffeigenschaften des Werkstücks messtechnisch bestimmen. Als formloser Stoff werden Gase, Flüssigkeiten, Pulver, Fasern und Späne bezeichnet. Die wichtigsten Verfahren zur Erzeugung von festen Körpern durch Urformen sind die Herstellung
  • aus dem flüssigen oder breiigem Zustand (Gießen von metallischen Werkstücken),
  • aus dem festen, körnigen oder pulverigen Zustand (Pulvermetallurgie: pressen, danach sintern),
  • additive Fertigungsverfahren (schichtweiser Aufbau von Bauteilen mit fast beliebiger Geometrie).
Die meisten Werkstücke werden durch Gießen hergestellt. Die Gießverfahren stellen den kürzesten Weg von der Konstruktion bis zum fertigen Rohteil dar. Bei hohen Genauigkeitsanforderungen werden oft spanende Fertigungsverfahren nachgeschaltet. Durch Sintern können Werkstoffe hergestellt werden, die in flüssigem Zustand nicht mischbar sind sowie sog. Pseudolegierungen aus Metallen und Nichtmetallen.
Die Additiven Fertigungsverfahren wurden früher zum Herstellen von Design- und Funktions-Prototypen eingesetzt. Nach einer stürmischen Weiterentwicklung können sie heute z. T. klassische Fertigungsschritte vollständig ersetzen.
Die Abschnitte zum Gießen von Motoren im Pkw-Leichtbau wurden aktualisiert. Neu aufgenommen wurde das Gießen von Komponenten für Windkraftanlagen.
Alfred Herbert Fritz, Jörg Schmütz, Burghilde Wieneke-Toutaoui

3. Umformen

Beim Umformen werden die Stoffteilchen in eine andere Zwischen- oder Fertigteilform verschoben, ohne dass der Stoffzusammenhalt verloren geht. Die Masse bleibt demnach ebenfalls unverändert. Die Einteilung der Verfahren richtet sich nach DIN 8582 nach den wirksamen Spannungen in der Umformzone. So gehören zum Druckumformen das Walzen von Profilen und Blechen, die Schmiedeverfahren Frei- und Gesenkformen sowie das Strang- und Fließpressen. Zum Zugdruckumformen zählen das Drahtziehen, das Tiefziehen von Hohlkörpern aus Blech sowie die Drückverfahren für rotationssymmetrische Hohlkörper. Beim Zugumformen wirkt vorwiegend eine Zugbeanspruchung zum Längen, Weiten und das Streckziehen von Busdächern oder Flugzeugteilen. Eine größere praktische Bedeutung haben auch die Biegeverfahren. Ein besonderer Abschnitt behandelt das Innen-Hochdruck-Umformen (IHU) für die integrierte Bauteilherstellung für die Kfz-Industrie. Wegen der weiterhin angestrebten Minimierung von Kosten, Gewicht und Schadstoff-Emissionen bei Kraftfahrzeugen wurde der Abschnitt der sog. Gebauten Nockenwellen (durch Umformen hergestellt) aktualisiert.
Alfred Herbert Fritz

4. Trennen

Trennen ist das Fertigen durch Ändern der Form eines festen Körpers. Dabei wird der Zusammenhalt örtlich aufgehoben, im Ganzen also vermindert. Dazu gehören in der Hauptgruppe nach DIN 8580 die wichtigen Fertigungsverfahren Zerteilen (Scherschneiden von Blechen), Spanen (mit geometrisch bestimmten und unbestimmten Schneiden), Abtragen, thermisches Schneiden und das Wasserstrahlschneiden. Nach dem industriellen Einsatz dürfte die Gruppe Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden die wichtigste sein. Dazu gehören die spangebenden Verfahren Drehen, Bohren, Fräsen, Hobeln und Räumen. In der Gruppe Spanen mit geometrisch unbestimmten Schneiden übernimmt das Schleifen außer dem Fertigungsziel der guten Endqualität zunehmend die Aufgabe des eigentlichen Werkstoffabtrags, so dass früher vorgeschaltete Verfahren (z. B. Fräsen) entfallen können. Für das Zuschneiden von Rohteilen für Schweißkonstruktionen ist das Thermische Schneiden am weitesten verbreitet. Seit einigen Jahren hat auch das Wasserstrahlschneiden verstärkt Einsatz in der Praxis gefunden.
Völlig neu erstellt wurde der Abschnitt über das Thermische Abtragen. Der Abschnitt Scherschneiden wurde durch das Verfahren Feinschneiden erweitert.
Klaus-Dieter Kühn, Alfred Herbert Fritz, Ralf Förster, Hans-Werner Hoffmeister

5. Fügen

Beim Fügen wird der Stoffzusammenhalt vermehrt (ebenso beim Beschichten). Die Werkstücke werden also miteinander verbunden (oder erhalten eine fest anhaftende Oberflächenschicht). In der Hauptgruppe 4 Fügen nach DIN 8580 sind die wichtigsten Fügeverfahren das Schweißen, Löten und Kleben. Beim Schmelzschweißen werden die Fügeflächen angeschmolzen. Meist wird mit einem Schweißzusatz gearbeitet, eine äußere Kraft wird nicht angewendet. Beim Pressschweißen dagegen wirkt eine äußere Kraft und es findet eine plastische Verformung statt. Dabei wird ohne Schweißzusatz gearbeitet. Das Löten ist ein Fügeprozess, bei dem die zu verbindenden Teile nicht aufgeschmolzen werden. Es entsteht (wie beim Schweißen) eine nicht lösbare Verbindung durch das Aufschmelzen des Lotes als Zusatzwerkstoff. Beim Kleben wird die Verbindung von Fügeteilen durch eine dünne Klebstoffschicht erreicht. Die Festigkeit hängt von der Eigenfestigkeit der Klebstoffe ab (Kohäsion) sowie von den Bindekräften zwischen Klebstoffschicht und Fügeteiloberfläche (Adhäsion).
Die Schweißverfahren wurden gestrafft und aktualisiert. Neu hinzugekommen ist das Fügen durch Umformen (Nieten, Bördeln, Clinchen). Diese Verfahren spielen eine wichtige Rolle für die Kfz-Fertigung.
Alfred Herbert Fritz

Backmatter

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