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14.07.2015 | Fertigungstechnik | Im Fokus | Onlineartikel

3D-Druck von organischem Gewebe

Autor:
Dieter Beste

Eine neue lasergestützte Bioprint-Technologie, mit der organisches Gewebe reproduziert werden kann, ermöglicht eine präzise Anordnung von Hautzellen in dreidimensionalen Strukturen.

Das französische Startup-Unternehmen Poietis – 2014 Gewinner des französischen Gründerwettbewerbs für innovative Technologieunternehmen – hat eine innovative 3D-Bioprinting-Technologie entwickelt, mit der sich organisches Gewebe herstellen lässt. Das auf dem 3D-Druck basierende Verfahren ordnet gezüchtete Hautzellen mehrschichtig in vorgefertigte dreidimensionale Strukturen an. Nach eigenen Angaben ist Poietis somit in der Lage, komplexere und widerstandsfähigere Gewebestrukturen zu produzieren, als dies mit herkömmlichen Methoden in der Zell- und Gewebekultivierung möglich sei.

Mithilfe des Tissue Engineering, der Gewebekonstruktion, lässt sich durch künstlich außerhalb des menschlichen Körpers neu gezüchtetes Gewebe etwa das kranke Gewebe bei Patienten ersetzen oder wieder herstellen. Dabei verbinden sich Methoden aus den Ingenieurswissenschaften mit denen aus der medizinischen Wissenschaft. Und, so Springer-Autorin Petra Fastermann in „3D-Druck/Rapid Prototyping“: In Verbindung mit 3D-Druck-Technik könnte das Tissue Engineering bislang „unvorstellbare Anwendungen“ finden (Seite 103)

Neue Lösungen für die Dermokosmetik

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Jetzt hat BASF bekanntgegeben, die 3D-Bioprinting-Technologie von Poietis für die Erforschung und Entwicklung von innovativen Hauptpflegeprodukten einsetzen zu wollen. „Wir sind äußerst glücklich über diese Kooperation. Dank ihrer langjährigen Expertise, was Lösungen für die Dermokosmetik betrifft, hat die BASF erkannt, welche Vorteile das 3D-lasergestützte Bioprint-Verfahren gegenüber konventionellen Verfahren zur Zellzüchtung und anderen Bioprint-Verfahren hat. Die Partnerschaft zielt auch darauf ab, durch Bioprint-Gewebemodelle eine Alternative zu Tierversuchen im Bereich Kosmetik und Dermopharmazie zu schaffen“ kommentiert Fabien Guillemot, Gründer und Präsident von Poietis, die Zusammenarbeit. Die 3D-lasergestützte Bioprint-Technologie will man bei BASF in einem ersten Schritt dazu nutzen, das unter dem Handelsnamen Mimeskin bekanntes Hautmodell des Unternehmens automatisiert zu reproduzieren. Später sollen Modelle entwickelt werden, die weitere Zelltypen enthalten.

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Bioverfahrenstechnik

Quelle:
Dubbel

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