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09.07.2014 | Fertigungstechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Klebstoff verbindet die Fußballwelt

Autor:
Rainer Dettmar

Brasilien 2014: Nicht nur die Nationalmannschaft setzt Zeichen bei der Fußball-WM. Deutsche Klebtechnik ist von der Eröffnungsfeier bis zum Finale mit im Spiel.

Fußball und Kleben sind für Frank Haug fest verbunden: „Klebstoffe nehmen in vielen Bereichen des WM-Alltags im wahrsten Sinne eine tragende Rolle ein“, so der Geschäftsführer des Zulieferers Bodo Möller Chemie. „Auf dem Spielfeld halten sie den Ball, die Fußballschuhe oder die Torwarthandschuhe zuverlässig zusammen. Aber auch wer daheim die WM schaut, ist umgeben von Klebstoffen, z.B. im Panini-Sammelalbum, an der Bierflasche oder bei vielen Fanartikeln.“

Thermo-Bonding sorgt für den perfekten Flug

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Welche Bedeutung Klebstoffe im Leistungssport haben, zeigt sich am Beispiel des Balls: Die Wettkampfmodelle sind längst nicht mehr aus Leder genäht, sondern aus Kunststoff geklebt. Die nahtlose Oberfläche sorgt dafür, dass der Ball maximal abriebfest ist, bei Regen kaum Wasser aufnimmt und seine Flugeigenschaften bis zum Abfiff nicht verändert. Der WM-Ball „Brazuca“ besteht aus einer luftgefüllten Latexblase, umhüllt von Textilgewebe, das insgesamt fünf Polyurethan-Schichten trägt. Während die Oberfläche herkömmlicher Fußbälle aus 12 bis 32 Panels besteht, sind es beim Brazuca lediglich sechs, um Nahtstellen zu minimieren. Verklebt werden die Panels mit einem wärmeaktivierbaren Klebstoff auf Basis wässriger, anionischer Dispersionen aus hochmolekularen aliphatischen Polyesterpolyurethanen von Bayer MaterialsScience.
Klebstoffe sorgen auch für einen perfekten Sitz sowie hohe Widerstandsfähigkeit der Schuhe. Die aktuellen ultra-light-Modelle der WM-Stars wiegen kaum mehr als 100 Gramm, was die Spieler schneller macht und ihre Kräfte schont. Sie werden mithilfe von Hochleistungsklebstoffen hergestellt, wie sie etwa Henkel produziert. Eine der neuesten Entwicklungen des Konzerns ist ein Polyurethan-Klebstoff, der Oberschuh und Sohle in einem Arbeitsschritt und mit einem einzigen Auftrag fest verbindet. So benötigen die Hersteller laut Henkel weniger Klebstoff und produzieren nachhaltiger.

Ohne Klebstoff geht bei der WM gar nichts

Der Industrieverband Klebstoffe e.V. nannte aus Anlass der WM weitere Beispiele, „warum Fußball nur mit Klebstoffen überlebensfähig ist“: Beflockungsklebstoff für Spielernamen und Rückennummern, Bauklebstoffe im Stadion, Werbebanden und auf Eintrittskarten geklebte Chips gehören dazu. „Auch sämtliche Elektronik im Stadion bedarf der Klebstoffe, sonst wäre es zappenduster – auch auf unserem Fernsehschirm“, so der Verband. Und die Zuschauer kämen nur barfuß oder gar nicht zum Spiel, „weil ja moderne Schuhe, Autos und sogar Flugzeuge mit ungeheuer starken Klebstoffen geklebt sind“.

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