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20.09.2017 | Feuchteschutz | Im Fokus | Onlineartikel

Untersuchung von Bautrocknungsstechniken

Autor:
Christoph Berger

Wegen jährlich mehr als einer Million Leitungswasserschäden in Deutschland untersuchte das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP konventionelle und neuartige Trocknungsvarianten. Klar wurde dabei, dass auf technische Trocknungsmaßnahmen nicht verzichtet werden kann.

Die Entstehung von Feuchtigkeit resultiert laut dem Kapitel "Schimmelpilzbewuchs – gilt noch immer das 80 % r. F. Kriterium?" des Springer-Fachbuchs "Aachener Bausachverständigentage 2016" in der Regel in Gebäuden aus Baurestfeuchte, Kondenswasserschäden oder Durchfeuchtungsschäden, die auf verschiedene Quellen und Ursachen zurückgehen. Dazu zählen unter anderem konstruktiv wie technisch bedingte Wasserschäden aufgrund mangelhafter Abdichtungen, Leitungswasserschäden oder Überschwemmungen.

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Laut dem IBP sind in Deutschland jährlich alleine mehr als eine Million Leitungswasserschäden zu beheben – mit einem daraus resultierenden zunehmenden Kostenanstieg. Diese Tatsache veranlasste den Verband der öffentlichen Versicherer dazu, das IBP mit einer Reihe von Versuchen zu beauftragen. Denn: Bisher gab es kaum systematische wissenschaftliche Untersuchungen zur technischen Trocknung der betroffenen Bauteile. Außerdem sollte ein Modell für die rechnerische, hygrothermische Simulation der Trocknung eingesetzt und anhand der ersten Versuche validiert werden, um die jeweils wirksamste Trocknungsmethode vorab bestimmen zu können.

Konventionelle und neue Bautrocknungstechniken

So wurden nasse Wand-, Fußboden- und Deckenaufbauten zum einen mit konventionellen Bautrocknungstechniken, darüber hinaus aber auch mit neuen Trocknungsvarianten untersucht. Es wurde eine Serie von gängigen Bauteilen erforscht wie beispielsweise Wände aus Porenbeton, Gipswandbauplatten, Vollziegel, Hochlochziegel und Leichtbauwände sowie die Wandoberflächen mit und ohne Fliesen und mit verschiedenen Putzoberflächen. Getestet wurden außerdem Holzbalkendecken mit Schlacke- und Lehmpelletfüllung, Fußbodenaufbauten mit unterschiedlichen Dämmstoffen unter dem Estrich sowie diese mit und ohne Fliesenbelag.

Um die Temperatur- und Feuchteverläufe der unterschiedlichen Bauteiloberflächen und der darunterliegenden Schichten messen und damit die Durchfeuchtung und den anschließenden Trocknungsvorgang detailliert erfassen zu können, wurden die Bauteile mit etwa 300 Sensoren bestückt. Zum Einsatz kamen zudem unter anderem IR-Strahlungsheizplatten und ein- oder zweiseitig angebrachte Folienzelte zusammen mit Adsorptionstrocknern.

Nicht ohne technische Trocknungsmaßnahmen

Bei den Untersuchungen kam heraus, dass in keinem Fall die natürliche Trocknung ausreichend war und auf technische Trocknungsmaßnahmen nicht verzichtet werden konnte. Kurz zusammengefasst wurde außerdem festgestellt, dass bei den Wänden die Folienzelte mit Adsorptionstrocknern ähnlich wirksam wie die IR-Heizplatten waren, wobei in beiden Fällen die Trocknung der bodennahen Bereiche verbesserungswürdig erscheint. Am Beispiel der Trittschalldämmplatten aus Mineralfaser konnte außerdem festgestellt werden, dass weder die wärmedämmenden Eigenschaften noch die akustische Wirksamkeit nach erfolgter Trocknung in irgendeiner Weise beeinträchtigt waren.

Mit den IR-Heizplatten wurden im Energiekosten sparenden Intervallbetrieb annährend ähnlich gute Trocknungsergebnisse erzielt wie beim Dauerbetrieb. Ein aus der Sicht der Fraunhofer-Experten sehr wesentliches Ergebnis der Untersuchungen ist der Erfolg bei der Nachberechnung des Trocknungsvorgangs: Da Berechnungen deutlich schneller und kostengünstiger sind, können sie nicht nur dabei helfen, die Trocknungsverfahren für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete gezielt zu optimieren, sie erlauben im Vorfeld auch eine situationsabhängige Prognose der Trocknungsdauer und könnten damit Hinweise auf geeignete Trocknungsverfahren geben, heißt es.

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