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19.04.2017 | Feuchteschutz | Im Fokus | Onlineartikel

Der Schimmel und seine Folgen

Autor:
Christoph Berger

In einer Grundlagenstudie hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP die Verbreitung von Schimmel in Deutschland und Europa untersucht. Aufgezeigt werden darin auch noch einmal die gesundheitlichen Folgen von Schimmelbefall in Wohnungen.

In die Grundlagenstudie hat das Fraunhofer IBP 170 wissenschaftliche Erhebungen einfließen lassen, die vor allem auf Beobachtungen basieren. Dabei wurde deutlich, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Atemwegsinfektionen und feuchten, schimmeligen Innenräumen gibt. Insgesamt beläuft sich die Anzahl der Menschen, die in der Europäischen Union inklusive Island, Norwegen und der Schweiz in feuchten Wohnungen leben, laut der Erhebung auf zirka 84 Millionen Menschen.

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2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Streit um Schimmelpilzinstandsetzung: Desinfektion oder Rückbau?

Die Diskussion um die Art und Weise einer Schimmelpilzsanierung wird schon lange sehr kontrovers diskutiert. Die Spanne der Empfehlungen reicht von „Abriss“ bis „etwas abwaschen“ oder „Überstreichen“ als Sanierungsvorschläge.


Mit gravierenden Folgen für die Gesundheit: Leben Menschen in von Schimmel befallenen Wohnungen, so steigt beispielsweise die Wahrscheinlichkeit an Asthma zu erkranken um 40 Prozent. 2,2 Millionen Menschen sind davon in Europa aus diesem Grund betroffen.

Schimmelpilzsanierung wird kontrovers diskutiert

Das IBP erklärt, dass bei anstehenden Sanierungsanstrengungen daher Wert auf eine fachgerechte Ausführung gelegt werden muss, um dieser Krankheitsursache von mangelhafter Bausubstanz entgegenzuwirken. Denn: Würde man bei der Sanierung die raumklimatischen und bautechnischen Bedingungen verbessern, ließe sich die Anzahl der Betroffenen reduzieren.

Im Kapitel "Streit um Schimmelpilzinstandsetzung: Desinfektion oder Rückbau?" des Springer-Fachbuchs "Aachener Bausachverständigentage 2016" wird erwähnt, dass die Diskussion um die Art und Weise einer Schimmelpilzsanierung schon lange sehr kontrovers diskutiert wird. So reicht die Spanne der Empfehlungen von "Abriss" bis "etwas abwaschen" oder "Überstreichen" als Sanierungsvorschläge. Autor Dr. Wolfgang Eckrich weist zudem darauf hin, dass die Schimmelpilzleitfäden mit der empfohlenen Vorgehensweise Ermittlung der Ursachen des Befalls, Beseitigung der Ursachen, Beseitigung des Schimmels und schließlich Feinreinigung zwar überwiegend richtig seien, die Praxis jedoch leider oft anders aussehe. Dafür führt er dann mehrere Beispiele auf.

Reichen die Regeln für den modernen Wohnungsbau?

Die Ursachen für Feuchtebelastungen in Gebäuden zählt Dr. Thomas Warscheid im Kapitel "Schimmelpilzbewuchs – gilt noch das 80 % r. F. Kriterium?" des gleichen Buchs auf. Dabei schreibt er unter anderem, dass man zur Vermeidung von Schimmelpilzwachstum im Innenraum bislang gemäß der einschlägigen technischen Regeln auf das "80 Prozent relative Feuchte-Kriterium" als einem "praktikablen Grenzwert“ vertraute. Das scheine aber im modernen Wohnungsbau nicht mehr ausreichend zu sein, was die drängende Frage nach der Ursache nach sich ziehe. Auf die Schadensvorbeugung sowie Leitfäden und Richtlinien geht er im weiteren Verlauf des Kapitels ein.

Das IBP nennt unzureichendes Lüften und keine kontinuierliche Wohnraumbelüftung als mögliche Ursachen für Schimmel. Weitere Gründe lägen in einem zu schnellen Bezug von neuen Gebäuden, in Baumängeln wie Wärmebrücken, Mängeln in der Ausführung der Dämmung, Wasserschäden durch schadhafte Leitungen oder ungünstig positionierte Möblierung.

Vor diesem Hintergrund, so die Wissenschaftler, seien weitere und kontinuierliche Forschungen in dem Bereich notwendig sowie die Suche und Entwicklung innovativer Lösungen, die die Gefahr eines Schimmelbefalls einschränken beziehungsweise verhindern.

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