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02.02.2016 | Filiale | Im Fokus | Onlineartikel

Geschäftsstellen für die Zukunft rüsten

Autor:
Tobias Hohberger

Die Digitalisierung macht vor Banken und damit auch vor der Nassauischen Sparkasse nicht halt. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Online-Kanäle, sondern auch auf den stationären Vertrieb. Das Geldinstitut mit Hauptsitz in Wiesbaden baut deshalb seine Filialen nach einem neuen Konzept um.

Wirft der Besucher einen Blick von außen auf die Filiale, fällt die große Glasfront in der Einkaufsstraße auf. Die großen Fenster gab es zwar vorher schon beim Finanz-Center Faulbrunnenstraße der Nassauischen Sparkasse (Naspa). Schaut der Kunde genauer hin, kann er aber deutliche Unterschiede erkennen. Die Räumlichkeiten wirken offener, gar nicht wie eine traditionelle Geschäftsstelle, und laden den Besucher in die Filiale in der Wiesbadener Innenstadt ein. Im November 2015 hat die Naspa mit dem Finanz-Center nach zweieinhalb Monaten Umbauphase ihren fünften Standort im neuen Design eröffnet.

Ein Baum soll die Kommunikation fördern

Zwei Eingänge führen in die Filiale. Innen angekommen fällt der erste Blick auf die Naspa-Linde. Dabei handelt sich nicht um einen echten Baum, sondern um ein Sparkassen-rotes Kunst- und Kommunikationsobjekt. „Die Linde dient zur Kontaktaufnahme der Kunden untereinander“, sagt Sebastian Knaack, Serviceberater in der Geschäftsstelle. Auf Karten mit verschiedenen Sparkassen-Motiven können Kunden zum Beispiel Kauf- oder Verkaufsangebote notieren und an den Ästen anbringen. Rund zwei Wochen nach der Eröffnung finden sich dort Glückwünsche zur Neueröffnung sowie ein Verkaufsangebot für ein Auto. Damit entstehen Gesprächsanlässe zwischen Kunden und Naspa-Mitarbeitern. Wer sich für das Fahrzeug interessiert, braucht möglicherweise auch eine Finanzierung dazu.

Gegenüber steht eine von zwei Galerien mit Fotos. Darauf sind Menschen in bestimmten Lebensphasen abgebildet. Dem Sparkassen-Mitarbeiter sollen sie helfen, Gespräche mit den Kunden zu initiieren. Daneben befindet sich das so genannte Regio-Board, eine Magnetwand. Kunden können hier Flyer auslegen oder Plakate für Veranstaltungen in der Region aufhängen.

Architekturbüro ist auf Einzelhandel und Messen spezialisiert

Ein paar Schritte weiter fallen die Blicke auf eine Sitzgruppe, auch als Komfort-Zone bezeichnet. 


Der Gedanke liegt nahe, dass die Sparkassen-Mitarbeiter hier gemeinsam mit dem Kunden entspannt am Tablet-PC arbeiten. Noch gibt es keine iPads, aber die Naspa denkt über die Einführung nach. Das Mobiliar der Filiale lässt sich komplett verschieben. Aktuell schauen Besucher aus der Lounge hinaus auf die Einkaufsstraße. Die Mitarbeiter in der Filiale testen gerne, wie sich Veränderungen in der Anordnung des Mobiliars auf das Kundenverhalten auswirken. Die Ausstattung erinnert in ihrem Stil an Elemente aus dem Messebau. Die Naspa hat das Konzept gemeinsam mit dem Stuttgarter Unternehmen Liganova entwickelt, einem Spezialisten für vernetzte Markenkommunikation und Shop-Architektur, der unter anderem für Marken wie Calvin Klein oder Nespresso tätig ist.

Im Selbstbedienungsbereich (SB) sind die Wände mit einer Ansicht des Wiesbadener Stadtbilds illustriert. „In unserem Ende 2014 neu eröffneten Finanz-Center in Waldbrunn-Fussingen im Kreis Limburg-Weilburg zeigen wir ein Bild des dortigen Geschäftsgebiets“, erklärt Direktor Rudolf Woller, Regionalmarktleiter Privatkunden Wiesbaden, wie die Naspa ihre Verbundenheit mit der Region ausdrückt. Damit sich keine Warteschlangen bilden, stehen in der SB-Zone mehrere Geldautomaten mit Cash-Recycler-Funktion, Service-Terminals und ein Münzeinzahler zur Verfügung. Bei Fragen zu den Geräten sind die Service-Mitarbeiter behilflich.

Der SB-Bereich ist auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich. Doch auch der andere Filialteil lässt sich nutzen. Auf Anfrage erhalten Kunden schon mal den Schlüssel für die Geschäftsstelle. So können dort Buchvorlesungen oder andere Veranstaltungen stattfinden. Als Sitzmöglichkeiten dienen bequeme Filzwürfel aus einer rollbaren Schrankeinheit. 

Ein Vorhang ersetzt die Tür

Für kurze Beratungen sind in der Filiale zwei Nischen im Lounge-Stil vorgesehen. Ein dicker, geräuschhemmender Vorhang ersetzt dort die Tür und eine große Tischlampe schafft eine Wohlfühlatmosphäre. Die sonst typischen Stühle hat die Naspa durch eine gepolsterte Sitzgruppe ersetzt. Beratungsintensivere Bankgeschäfte, etwa der Finanzcheck, finden in einem größeren Büro statt. Mithilfe eines großen Flachbildschirms an der Wand lässt sich die Beratung visuell begleiten. Spezialisten kommen bei Bedarf von dem rund zehn Fußminuten entfernten Stammhaus in der Rheinstraße vorbei.

Aktuell beschäftigt das Finanz-Center in der Wiesbadener Innenstadt sechs Mitarbeiter. In drei Coaching-Tagen wurde ihnen das neue Service-Konzept vermittelt. Vor der Eröffnung hatte das Team die Möglichkeit, sich mit den neuen Räumlichkeiten vertraut zu machen. Schließlich gibt es keine klassischen Kundenschalter mehr. Mit der neuen Filiallösung, freut sich Knaack, entstehen keine Warteschlangen mehr bis hin auf die Straße. Die Kunden verteilten sich auf die verschiedenen Ansprache-, Beratungs- und Selbstbedienungsbereiche und kämen so zu einer wesentlich schnelleren Lösung ihrer Wünsche und Bedürfnisse.

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