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26.10.2016 | Filiale | Nachricht | Onlineartikel

Sparkassen rüsten auf

Autor:
Christian Kemper
2:30 Min. Lesedauer

Bundesweit schließen Bankfilialen, weil immer weniger Kunden kommen. Doch einige Institute halten dagegen. Sie wollen mit digitalen Konzepten den persönlichen Kontakt vor Ort erhalten.

In Deutschland gibt es immer weniger Zweigstellen von Kreditinstituten. Laut einer Statistik der Deutschen Bundesbank gab es im Jahr 2015 noch 36.005 Bankstellen, was im Vergleich zum Vorjahr einem Minus von 3,5 Prozent entspricht (siehe Tabelle unten). In nahezu allen Bankensäulen sind leichte Rückgänge festzustellen. Laut Bundesbank verringerte sich die Bankstellendichte 2015 jedoch stärker als in den Vorjahren. Entsprechend verschlechterte sich die Versorgung in der Fläche. Mittlerweile kommen auf eine Bankstelle durchschnittlich 2.271 Einwohner. 

Entwicklung der Bankstellen in Deutschland 

BankengruppeAnzahl Bankstellen am 31.12.2014Anzahl Bankstellen am 31.12.2015Veränderung absolutVeränderung 
in %
Sparkassensektor12.78412.283- 501- 3,9
Genossenschaftssektor12.33211.860- 472- 3,8
Kreditbanken10.36910.117- 252- 2,4
Bausparkassen1.6191.557- 62- 3,8
Sonstige Banken188188+/- 0+/- 0
Gesamt37.29236.005- 1.287- 3,5

Quelle: Bankstellenbericht 2015, Deutsche Bundesbank

Besonders der öffentlich-rechtliche Sektor ist von Filialschließungen betroffen. 498 Filialen bauten die Sparkassen und Landesbanken innerhalb des Jahres 2015 ab. Insgesamt betrieben sie am Ende des Jahres noch 11.861 Zweigstellen, heißt es im Bericht der Bundesbank. Dennoch bleibt der Sparkassenbereich mit 12.283 Bankstellen, darunter 422 Hauptstellen, der größte Bankensektor in der Bundesrepublik. „Kunden besuchen die Sparkassenfiliale im Schnitt nur noch einmal im Jahr“, sagte Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), im Interview mit dem „Tagesspiegel“. Trotzdem zögen sich die Sparkassen nicht aus der Fläche zurück, dem Onlinebanking und anderer moderner Vertriebskanäle zum Trotz.

Beziehungen zu Kunden stärken

„Die persönliche Beratung und die Filiale bleiben wichtige Bestandteile der Omnichannel-Strategie“, erläutert die Journalistin Elke Pohl im Bankmagazin (Ausgabe 7-8/2016, Seite 24-27). Das kann Hariolf Teufel, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Göppingen bestätigen. „Unser wichtigster Erfolgsfaktor ist und bleibt die Beziehung zwischen Berater und Kunde“, meint er. Deshalb investiert die Kreissparkasse östlich von Stuttgart kräftig in ihre Hauptstelle. Das Gebäude wurde für rund 70 Millionen Euro umgebaut und 2014 neu eröffnet. Jetzt soll ein digitaler Spielplatz das Interesse der Göppinger, von Privat- und Unternehmenskunden sowie von Mitarbeitern aus umliegenden Sparkassen wecken. Gemeinsam mit dem IT-Anbieter NCR stellte die Sparkasse drei Räume aus Pappe auf, in denen innovative Technologien ausprobiert werden können. „Unser Silicon Valley im Kundenzentrum“, beschreibt Jens Stopper, Regionaldirektor und Leiter Privatkundengeschäft Unteres Filstal, die Installation. Kunden und Mitarbeitern der Sparkasse werden neue Anwendungen vorgestellt und die Nutzung erläutert mit dem Ziel, Ängste abzubauen und den Mehrwert digitaler Lösungen zu vermitteln. Besucher der Kreissparkasse Göppingen können 3-D-Brillen ausprobieren oder sich neue Apps und das Mobile-Banking erklären lassen. Sie erhalten Informationen zu Paydirekt, Girogo oder den Möglichkeiten des kontaktlosen Bezahlens. 


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