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28.08.2019 | Filiale | Im Fokus | Onlineartikel

Schließfächer sind ein Premium-Service im Filialkonzept

Autor:
Barbara Bocks
3 Min. Lesedauer

Schließfächer bei Kreditinstituten gelten meist als sicher, obwohl sie auch schonmal ins Visier von Kriminellen geraten. Die Kreditinstitute setzen auf unterschiedliche Sicherheitsmaßnahmen.

Viele Kreditinstitute bieten ihren Kunden in den Filialen mittlerweile auch Schließfächer an. Diese gelten normalerweise als sicher. "Daran änderte auch die spektakuläre Plünderung von 300 Kundensafes bei der Berliner Volksbank im Jahr 2013 nichts, bei denen die Täter, von denen bis heute jede Spur fehlt, einen Tunnel in den Tresorraum gegraben hatten", beschreibt beispielsweise Autorin Elke Pohl in ihrem Bankmagazin-Artikel "Schließfächer boomen nicht bei jedem Institut" im Mai 2017 (Seite 40).

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Bei den Einbrüchen geht es schnell um hohe Beträge. So erging es kürzlich der Sparkasse Hannover. Im Juli 2019 haben Kriminelle 50 von insgesamt 700 Schließfächer des Instituts an zwei Standorten geleert. "Bisher haben wir einen niedrigen siebenstelligen Betrag festgestellt", sagte eine Polizeisprecherin dazu gegenüber dem Portal ndr.de. Die Anlagen der Sparkasse Hannover sind eigentlich mehrfach gesichert.

Zugang nur mit Sparkassencard möglich

Kunden der Sparkasse erhalten laut Angaben des Instituts Zugang zur Schließfachanlage durch ihre Sparkassencard, die an einem Kartenleser verifiziert wird. In einem separaten Raum identifiziert sich der Kunde ein zweites Mal mit der Karte und einer speziellen PIN für die Schließfachanlage. Ist das erfolgreich verlaufen, kann der Kunde dem Institut zufolge sein Schließfach mit einem Schlüssel öffnen, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts. Nur wenn das Schließfach ordnungsgemäß verschlossen ist und zurück in den Sicherheitsbereich zurückgeführt wird, kann der Kunden seine Karte aus dem Kartenleser entnehmen und den Raum verlassen.

Viele Institute öffnen ihre Schließfächer auch nach Geschäftsschluss für Kunden, schreibt Pohl weiter. Eines der Institute, deren Tresorraum rund um die Uhr geöffnet ist, ist laut Pohl das Berliner Privatinstitut Weberbank: "Dies ist ein spezieller Service etwa für Kunden, die auf dem Weg zur Oper ihre Juwelen abholen und anschließend wieder in der Bank deponieren wollen". Allerdings sei zu bedenken, dass Bankmitarbeiter in diesem Fall nicht mehr in den Zugangsprozess eingebunden sind, das erhöhe die Missbrauchgefahr, warnt eine Sprecherin der Commerzbank in dem Bankmagazin-Artikel.

Versicherungen in Höhe von 10.000 Euro sind Standard

Auch die Sparkasse Bremen ermöglicht ihren Kunden rund um die Uhr einen Zugang zu den Schließfächern ihrer Filiale im Stadtteil Horn-Lehe. Sollte es hier zu Diebstählen kommen, "sind Versicherungen in Höhe von 10.000 Euro Standard und können individuell erhöht werden", sagt Marc Erigson, Marktbereichsleiter Horn-Lehe der Sparkasse Bremen, gegenüber Springer Professional.

Das Institut hat seine Schließfächer von mehreren Standorten hin zur neuen Stadtteilfiliale übergesiedelt. Die Schließfächer gehören zum Stadtteilkonzept des Bremer Instituts, das im Jahr 2017 gestartet ist. "Diese im Stadtteil verankerten Filialen sollen ein Gefühl von Zuhause und Nachbarschaft vermitteln, in denen Beratungsleistungen, Mehrwertservices und Dienstleistungen für und aus dem Stadtteil angeboten werden", sagt Erigson. 

Die klassischen, analogen Finanzdienstleistungen wie Zahlungsverkehr, Kassen, Sparbücher, Geldautomaten und Schließfächer werden künftig ausschließlich in benachbarten Zweigstellen der Stadtteilfilialen angeboten. "Kurz gesagt: Wenn die Entscheidung gefällt worden ist, eine Stadtteilfiliale zu errichten, ist immer eine Zweigstelle und eine Schließfachanlage nebenan", so Erigson weiter. Die anderen Standorte, die sich in der Nähe der neuen Filiale befinden, sollen zu SB-Standorten umgewandelt werden.

Schließfächer kosten zwischen 45 und 276 Euro

In der Filiale, die im Juli 2019 eröffnet wurde, sind aktuell laut Erigson "über 1.500 der insgesamt 4.000 Fächer belegt". Die Konditionen variieren zwischen Kunden mit Girokontoverbindung bei dem Institut und ohne. Für ein Fach mit einer Tiefe von 5 Zentimeter werden zwischen 45 und 60 Euro fällig. Die größte Kategorie mit 23 Zentimetern kostet laut Sparkassen-Angaben zwischen 207 und 276 Euro pro Monat.

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