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19.01.2015 | Finance + Banking | Schwerpunkt | Online-Artikel

Nachhaltigkeit als Argument für Investoren?

verfasst von: Anja Schüür-Langkau

2:30 Min. Lesedauer

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Einer aktuellen Studie zufolge wird Nachhaltigkeit für Investoren wichtiger. Unternehmen sollten sich daher verstärkt um Corporate Social Resposibility kümmern und den finanziellen Nutzen für das Unternehmen gezielt steuern und dokumentieren.

Private Anleger sind bereit, auf zwei Prozent ihrer Rendite zu verzichten, wenn eine Anlageform ihren Vorstellungen von Nachhaltigkeit entspricht. Das gilt vor allem für solche Investoren, bei denen nachhaltige Anlagen einen Großteil ihres Portfolios ausmachen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Betriebswirtschaftslehre der Universität Regensburg. Die Regensburger Forscher Georg Dorfleitner und Sebastian Utz wollten ermitteln, welchen Einfluss nicht-finanzielle Aspekte wie beispielsweise der Verzicht auf Tierversuche auf Investorenentscheidungen haben. Die Studie, die in der Zeitschrift „Qualitative Research in Financial Markets“ veröffentlicht wurde, kam außerdem zu dem Ergebnis, dass mit der Größe des Anlagevolumens die Bereitschaft zum Renditeverzicht abnimmt.

Immer mehr Investoren achten auf Nachhaltigkeit

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„Unternehmen, die sich am Kapitalmarkt durch die Ausgabe von Aktien oder Anleihen Kapital beschaffen wollen, kommen an den Anforderungen nachhaltigkeitsorientierter Investoren nicht mehr vorbei,“ schreiben auch die Springer-Autoren Robert Haßler und Rolf D. Häßler in ihrem Beitrag "Kapitalbeschaffung: Die Bedeutung von Nachhaltigkeitsratings, -indizes und -fonds für die Emission von Aktien und Anleihen." Schon heute werde jeder fünfte Euro unter Berücksichtigung von sozialen und umweltbezogenen Kriterien angelegt. Durch die ab 2016 geltende EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung wird es für Investoren zunehmend leichter, Unternehmen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten zu vergleichen. Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen dann einen CSR-Bericht auf einheitlicher Basis verfassen.

Diese Entwicklung zeigt, dass das Thema Corporate Social Resposiblity auch für die Finanzverantwortlichen in den Unternehmen immer wichtiger wird. In seinem Beitrag „CFO-Agenda: Gute Gründe, Nachhaltigkeit auf die Tagesordnung zu setzen“ hat Springer-Autor Thomas Schulz die Ergebnisse aus mehreren Studien von Unternehmensberatungen zusammengetragen, welche die wachsende Relevanz des Nachhaltigkeitsthemas für die Wertschöpfung eines Unternehmens dokumentieren. Die Studien kommen unter anderem zu folgenden Aussagen (Seite 4):

Corporate Social Resposibility wird für CFOs wichtiger

  • 84 Prozent der CFOs sehen einen leichten/signifikanten Zusammenhang zwischen der Nachhaltigkeits-Performance und der finanziellen Performance (Deloitte).
  • 73 Prozent der CEOs stimmen der Aussage zu, dass Nachhaltigkeitsthemen in die Diskussion mit Finanzanalysten integriert werden müssten (Accenture).
  • 67 Prozent der CFOs stimmen zu/völlig zu, dass über den Finanzbereich hinausgehende Metriken zunehmend an Bedeutung gewinnen (Ernst & Young).
  • 16 Prozent der CFOs bewerten den Einfluss von Nachhaltigkeit auf ihren Bereich als hoch/mittel (Bearing Point )

Damit ist nach ansicht von Schulz die immer noch häufig geäußerte Behauptung "Nachhaltigkeit kostet nur Geld" nicht mehr haltbar. "Es verdichten sich zunehmend die Belege, dass systematisches nachhaltiges Wirtschaften auf der strategischen sowie auf allen operativen Ebenen die finanzielle Perspektive von Unternehmen stabilisiert und auf Dauer verbessert." Für Unternehmen ist es in diesem Zusammenhang vor allem wichtig, dass Nachhaltigkeitsziele auch messbar sind. Erst dann ist es möglich eine nachhaltige Unternehmensstrategie effektiv zu steuern. Und für Investoren sind Anlageentscheidungen nur auf der Basis vergleichbarer Kriterien möglich.

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