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28.08.2014 | Finance + Banking | Im Fokus | Onlineartikel

Wenn die Abwärtsspirale droht

Autor:
Andreas Nölting
2:30 Min. Lesedauer

Während in den vergangenen Jahren schwache Unternehmen aus dem Markt schieden, stehen heute Private-Equity-Firmen als Nothelfer und Aufkäufer bereit. Springer-Autor Christian Grethe beschreibt in seinem Buch wie die Beteiligungsfirmen arbeiten.

Die Einschläge kommen immer näher. Die Stimmung in den Unternehmensetagen ist – vorsichtig bezeichnet – nicht gerade zuversichtlich. Die internationalen Krisen in der Ukraine, Syrien, Israel oder dem Irak schlagen den Managern auf das Gemüt. Binnen weniger Wochen hat sich die Großwetterlage derart eingetrübt, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex im August zum vierten Mal in Folge sank.

Wirtschaft ist vor allem Psychologie. Wenn die Unternehmer sich über die Zukunft sorgen, werden sie weniger investieren, weniger einstellen und weniger unternehmen. Das kann eine Spirale abwärts auslösen, die eine nur trübe Stimmung zu einer schlechten machen kann. Zudem ist die Finanzkrise in Europa keineswegs ausgestanden und kann schnell wieder auflodern.

Großwetterlage ist eingetrübt

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Der Euro-Zone droht ein Rückfall in die Rezession. Eine lange Zeit der ökonomischen Stagnation wird gerade Unternehmen treffen, die zu sorglos  gewirtschaftet haben und deren Wettbewerbsfähigkeit dadurch gelitten hat. In Krisen  werden eben nur die Firmen überleben, die über gute Produkte, eine schlanke und flexible Kostenstruktur sowie eine hohe Liquidität verfügen. Wer da nicht mithalten kann, fällt aus dem Markt.

Während in den vergangenen Jahren die schlecht wirtschaftenden Unternehmen nach einer Insolvenz von der Bildfläche verschwanden (und sämtliche Arbeitnehmer ihren Job verloren), stehen heute immer mehr Private-Equity-Firmen bereit, die sich darauf spezialisiert haben, Krisenunternehmen zu erwerben, zu sanieren und wieder zu verkaufen. Solche Private-Equity-Unternehmen (oder Fonds) sind private Beteiligungsgesellschaften, deren Kapital meist nicht an der Börse gehandelt wird.

„Die Finanzierung des Kaufpreises geschieht bei Private-Equity-Transaktionen durch einen hohen Fremdkapitaleinsatz („Leverage“), bei dem die Private-Equity-Gesellschaft bei einer Bank Fremdkapital aufnimmt und dieses anschließend auf das Zielunternehmen überträgt“, heißt es (Seite 100) in dem Springer-Buch „Restrukturierung von Krisenunternehmen durch Private-Equity-Gesellschaften“ von Christian Grethe. Die übernommenen Firmen zahlen also ihren Kaufpreis selber – was den PE-Managern  etwas despektierlich den Namen „Heuschrecken“ verschafft hat.

Die Restrukturierung entscheidet alles

Zentraler Bestandteil eines solchen Prozesses ist das Restrukturierungskonzept. Aufbauend auf dem neuen Leitbild des Unternehmens lassen sich die strategischen, operativen und finanziellen Maßnahmen zur Krisenbewältigung ableiten, heißt es in dem Springer-Buch: „Die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen auf Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Cash Flow etc. werden im Businessplan für die nächsten Jahre quantifiziert.“

Fazit: Nicht alle Private-Equity-Firmen sind erfolgreich und seriös. Es gibt Beispiele, in denen die Investoren Unternehmen regelrecht ausgeraubt haben. Und doch sind die Beteiligungsfirmen meist ein Segen. Mit ihrem Wissen und ihrem Kapital retten sie Firmen und deren Arbeitsplätze, die früher schlicht verschwunden wären.

 

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