Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dieses Buch deckt die Konzepte der Finanzmarkttheorie ab, die für die Kapitalanlage relevant sind. Dabei werden die finanzmarkttheoretischen Konzepte verständlich erklärt, wobei neben der Theorie auch die praktische Umsetzung gezeigt wird. Die Finance-Konzepte werden, wann immer möglich, an konkreten Beispielen des deutschen und des schweizerischen Finanzmarkts angewandt. Darüber hinaus findet sich eine Vielzahl von Aufgaben am Ende der jeweiligen Kapitel, was den anwendungsorientierten Charakter des Buches unterstreicht. Das Buch ist weitestgehend modular aufgebaut, sodass der Leser auch einzelne Modelle, wie etwa das Markowitz-Modell, das Capital Asset Pricing Model (CAPM) oder das Black/Scholes-Modell, gezielt nachschlagen kann. Das Buch richtet sich an Studierende der Wirtschaftswissenschaften, die sich in den mittleren Semestern an Universitäten und Fachhochschulen befinden, aber auch an Praktiker, die in den Bereichen Finanzanalyse und Portfoliomanagement arbeiten oder eine solche berufliche Tätigkeit in der Finanzindustrie anstreben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Portfoliotheorie

Frontmatter

1. Einführung in die Finance

Zusammenfassung
Die Finance bzw. die Finanzmarkttheorie ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften. Sie umfasst Themenbereiche wie etwa die Finanzmärkte, die Anlageinstrumente, das Portfolio- und Risikomanagement sowie das Finanzmanagement eines Unternehmens (Corporate Finance).
Im vorliegenden Buch werden die Themenbereiche der Finance aus der Sicht der Kapitalanlage betrachtet. Die gleichen finanzmarkttheoretischen Konzepte finden sich auch in der Corporate Finance, bei der neben der Kapitalanlage (z. B.  Analyse von Investitionsprojekten) auch die Kapitalbeschaffung (z. B.  optimale Kapitalstruktur) im Vordergrund steht. Zum Beispiel sind Risiken, die der Kapitalgeber bzw. der Aktionär diversifizieren kann, nicht vom Unternehmen zu entschädigen, sodass die erwartete Rendite der Eigenkapitalgeber (also der Eigenkapitalkostensatz) mit einem Einfaktormodell wie dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) oder mit einem Multifaktorenmodell wie der Arbitragepreis-Theorie (APT) bestimmt werden kann. Diese Modelle unterstellen, dass die Renditeerwartung vom systematischen Risiko (Marktrisiko) abhängt, das sich in einem gut diversifizierten Portfolio von Long-Aktien nicht eliminieren lässt.
Enzo Mondello

2. Rendite, Risiko und Markteffizienz

Zusammenfassung
In der Portfoliotheorie wird die Beziehung zwischen der Rendite und dem Risiko von Anlagen dargestellt. Beispielsweise werden für die Bestimmung des optimalen Portfolios verschiedene Faktoren und Anlagecharakteristiken berücksichtigt. Dabei spielen die Rendite-Risiko-Eigenschaften von einzelnen Anlagen eine wichtige Rolle. In diesem Kapitel werden zuerst die verschiedenen Renditegrößen wie die periodische Anlagerendite, die geldgewichtete Rendite und die erwartete Rendite vorgestellt und gewürdigt. Anschließend findet eine Risikodiskussion statt. Die hierzu verwendeten Risikogrößen sind die Varianz bzw. Standardabweichung und Downside-Risikogrößen wie der Value at Risk. Da die empirische Renditeverteilung von Anlagen in der Regel nicht vollumfänglich durch die erwartete Rendite und die Standardabweichung erklärt werden kann, werden auch höhere zentrale Momente der Verteilung wie die Schiefe und die Kurtosis beschrieben. Darüber hinaus sind für die Beurteilung von Anlagen auch deren Markteigenschaften wichtig. Der Wert von Finanzprodukten wird durch die Informationseffizienz und die Liquidität der Märkte beeinflusst. Letztere hat einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Handelskosten.
Enzo Mondello

3. Optimales Portfolio

Zusammenfassung
Das Zusammenstellen eines optimalen Portfolios setzt nicht nur die Kombination von Anlagen zu einem Portfolio voraus, welches die angestrebten Rendite-Risiko-Eigenschaften aufweist. Vielmehr ist für das Erreichen der Anlageziele zusätzlich zu den Rendite-Risiko-Eigenschaften der Anlagen auch die Risikoeinstellung des Investors zu berücksichtigen. In diesem Kapitel wird die Portfoliotheorie von Markowitz vorgestellt, bei der die in Bezug auf Rendite und Risiko effizientesten risikobehafteten Portfolios auf der Effizienzkurve liegen. Wird die Effizienzkurve mit den investorenspezifischen Indifferenzkurven kombiniert, gelangt man zum optimalen Portfolio. Die Effizienzkurve wird anhand von historischen Kapitalmarktdaten mit der erwarteten Rendite und der Standardabweichung von einzelnen Anlagen sowie der Kovarianz bzw. Korrelation zwischen den Renditen von Finanzprodukten erstellt. Die Indifferenzkurven hingegen messen den Nutzen des Anlegers, der aus dem Halten des Portfolios entsteht. Dabei wird neben der Rendite und dem Risiko der Grad der Risikoaversion eines einzelnen Investors bestimmt. Der Berührungspunkt zwischen der Effizienzkurve und der höchstmöglichen anlegerspezifischen Indifferenzkurve stellt das optimale Portfolio von risikobehafteten Anlagen dar. Wird die risikolose Anlage in die Portfoliokonstruktion eingebunden, liegt das optimale Portfolio auf der effizientesten Kapitalallokationslinie. Dabei hängt der Anteil der risikolosen Anlage im Gesamtportfolio von der Nutzenfunktion des Investors ab. Unterstellt man identische (homogene) Erwartungen aller Teilnehmer auf dem Markt, dann investieren sämtliche Anleger in das gleiche risikobehaftete Portfolio bzw. in das Marktportfolio. Sämtliche Anlagekombinationen zwischen der risikolosen Anlage und dem Marktportfolio liegen auf der Kapitalmarktlinie.
Enzo Mondello

4. Einfaktormodelle

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird zunächst das Marktmodell vorgestellt, das den Regressionszusammenhang zwischen der erwarteten Rendite einer risikobehafteten Anlage und den Renditen des Marktportfolios beschreibt. Mit dem Marktmodell, das ein Einfaktormodell darstellt, lässt sich – wie mit der Portfoliotheorie von Markowitz – die Effizienzkurve erstellen. Der Hauptunterschied besteht darin, dass beim Marktmodell wesentlich weniger Parameter benötigt werden. Danach wird das Capital Asset Pricing Model (CAPM) erläutert. Das CAPM ist das Kernstück der Finanzmarkttheorie. Mit dem Modell lässt sich eine risikogerechte erwartete Rendite bestimmen. Da das CAPM ein Gleichgewichtsmodell ist, kann damit untersucht werden, ob die Anlagen richtig bewertet sind. In einer aktiven Strategie werden unterbewertete Investments gekauft und überbewertete Anlagen verkauft. Darüber hinaus kann das CAPM für die Performancemessung und die Bestimmung des Diskontsatzes in der Aktien- und Unternehmensbewertung sowie in der Analyse von Investitionsprojekten (Corporate Finance) eingesetzt werden. Obwohl das CAPM empirischen Tests nicht vollständig standhält, ist es in der Praxis weit verbreitet. Die hohe Akzeptanz ist auf die klare Aussage des Modells, auf die angemessenen Ergebnisse bei wichtigen Fragestellungen und nicht zuletzt auf die Einfachheit bei der Anwendung zurückzuführen.
Enzo Mondello

5. Multifaktorenmodelle

Zusammenfassung
Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist in den frühen 1960er-Jahren entstanden und stellt ein Einfaktormodell dar. Eine Alternative zu diesem Finanzmarktmodell ist die Arbitragepreis-Theorie (APT), die von Stephen Ross in den 1970er-Jahren entwickelt wurde. Beim APT-Modell werden die Aktienrenditen nicht lediglich von einem einzelnen Faktor, sondern von einer Vielzahl an Marktfaktoren determiniert. Dabei geht die Risikodefinition des APT-Modells weiter als diejenige des CAPM, das die standardisierte Kovarianz bzw. das Beta einer Aktie zum Marktportfolio als Risiko bezeichnet. Beide Finanzmarktmodelle – das CAPM und die APT – implizieren eine lineare Beziehung zwischen der erwarteten Rendite und dem systematischen Risiko.
Enzo Mondello

Aktien

Frontmatter

6. Aktienanalyse

Zusammenfassung
Anlageentscheidungen beruhen auf Informationen, die von Marktakteuren gesammelt und verarbeitet werden. Welche Informationen dies sind, hängt vom Zweck der Analyse ab. Als Analysemethoden können die Fundamentalanalyse und die technische Analyse eingesetzt werden. Die Fundamentalanalyse stützt sich auf Informationen über die Gesamtwirtschaft, die Industrie und das Unternehmen, während in der technischen Analyse mit Angaben zum Aktienpreis und Handelsvolumen gearbeitet wird, um die zukünftige Preisbewegung der Aktie vorhersagen zu können. Somit basiert die Anlageentscheidung in der technischen Analyse auf der Richtung der prognostizierten Preisveränderung, die mithilfe von Chartbildern und -mustern festgelegt wird. Im Gegensatz dazu werden in der Fundamentalanalyse wertbestimmende Informationen wie beispielsweise die Arbeitslosenquote, das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, das Industriewachstum sowie die Qualität und das Wachstum des Unternehmensergebnisses benutzt, um mit einem Bewertungsmodell den inneren Wert der Aktie zu berechnen, der anschließend mit dem Aktienkurs verglichen wird. Überschreitet (unterschreitet) der innere Wert den Marktpreis, deutet dies darauf hin, dass die Aktie unterbewertet (überbewertet) ist.
Enzo Mondello

7. Aktienbewertung

Zusammenfassung
Die Bewertung von Aktien erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) oder der Liquidation. Die Annahme der Fortführung unterstellt, dass das Unternehmen seine geschäftlichen Aktivitäten in absehbarer Zeit weiterführt. Das Unternehmen produziert und verkauft Güter und Dienstleistungen und setzt das Vermögen sowie das zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit benötigte Kapital wertsteigernd ein. Die vorliegenden Ausführungen zur Aktienbewertung basieren auf dieser Annahme. Weist die Gesellschaft hingegen betriebliche und finanzielle Schwierigkeiten auf und ist die Fortführungsprämisse nicht mehr gewährleistet, so erfolgt die Bewertung des Unternehmens zu Liquidationswerten. Dabei ergibt sich der Unternehmenswert aus der Veräußerung der einzelnen Vermögenswerte. In der Regel ist der Aktienwert unter der Annahme der Unternehmensfortführung im Vergleich zu Liquidationswerten größer, weil mit den Vermögenswerten der Gesellschaft zukünftige Cashflows erwirtschaftet werden, deren Barwerte die Summe der Veräußerungswerte der einzelnen Aktiven übersteigen. Allerdings ist auch der umgekehrte Fall denkbar, dass ein unprofitables Unternehmen bei einer Geschäftsaufgabe verglichen mit einer Weiterführung einen höheren Wert aufweist. Die benötigte Zeitdauer für den Verkauf der Aktiven beeinflusst den Liquidationswert ebenfalls. Üblicherweise führt ein schnellerer Verkauf von Aktiven im Vergleich zu einer längeren Verkaufsperiode zu einem geringeren Erlös und dementsprechend zu einem niedrigeren Liquidationswert.
Enzo Mondello

Anleihen

Frontmatter

8. Anleihen: Grundlagen

Zusammenfassung
Bei einer Anleihe, auch Bond, Rentenpapier oder Obligation (Fixed Income Security) genannt, handelt es sich um ein zinstragendes Wertpapier, das verbrieft und somit handelbar ist. Der Kreditnehmer ist der Emittent des Wertpapiers, während die Investoren als Kreditgeber auftreten und die Anleihe kaufen. Der Emittent erhält durch die Begebung der Anleihe den Kaufpreis/Emissionserlös von den Investoren und verpflichtet sich im Gegenzug, während der Laufzeit des Wertpapiers feste oder variable Zinszahlungen (Kupons) zu leisten. Der aus der Emission erhaltene Geldbetrag wird entweder während oder üblicherweise am Ende der Anleihelaufzeit zurückgezahlt (getilgt).
Der Markt für Anleihen ist auch als Rentenmarkt bekannt. Eine Rente ist ein Einkommen, das sich nicht auf eine Arbeitsleistung, sondern auf Vermögen wie Kapital oder Boden bezieht. Bei einer Anleihe ist die Rente grundsätzlich durch den Kupon gegeben. Neben dem Renten- bzw. Anleihemarkt gibt es den Aktienmarkt, bei dem Aktien als Beteiligungspapiere emittiert und gehandelt werden. Der Markt für langfristige Wertpapiere wie etwa Anleihen und Aktien sowie für Kredite stellt den Kapitalmarkt dar. Im Gegensatz dazu gehören zum Geldmarkt kurzfristige Wertpapiere und Kredite mit einer Laufzeit von weniger als 1 Jahr. Abb. 8.1 zeigt eine Übersicht über den Finanzmarkt, der aus dem Kapitalmarkt und dem Geldmarkt besteht. Derivate basieren auf Basiswerten des Kapitalmarktes und des Geldmarktes.
Enzo Mondello

9. Preis- und Renditeberechnung von optionsfreien Anleihen

Zusammenfassung
Das Verständnis der verschiedenen Methoden zur Preis- und Renditeberechnung von Anleihen ist für die Marktteilnehmer wichtig, um die richtigen Anlageentscheidungen treffen zu können. Die Bewertung spielt sowohl bei der Festlegung des Emissionspreises im Primärmarkt als auch bei der Preisfindung gehandelter Anleihen im Sekundärmarkt eine wesentliche Rolle.
Das Kapitel beginnt mit den grundlegenden Methoden zur Preis- und Renditeberechnung. Bei der Preisbestimmung von Plain-Vanilla-Anleihen können die Cashflows entweder mit einem festen risikoadäquaten Diskontsatz oder mit laufzeitgerechten risikoadäquaten Diskontsätzen diskontiert werden. Dabei entspricht der Diskontsatz der erwarteten Rendite. Bezahlt man den mit einem Cashflow-Modell berechneten Preis, so erzielt man die geforderte (erwartete) Rendite, deren Höhe vom allgemeinen Zinsniveau und vom Risiko des Wertpapiers abhängig ist. Erfolgt die Preisberechnung zwischen zwei Kuponterminen, sind die Stückzinsen zu berücksichtigen, die für die Ermittlung des Kaufpreises zum gehandelten Bond-Preis hinzuzuzählen sind. Mit der Rendite lässt sich die Performance einer Anlage beurteilen. Der Ertrag eines Bonds besteht aus den Kupons, dem Kapitalgewinn bzw. -verlust und den Einnahmen aus den wieder angelegten Kupons. Diese Ertragskomponenten müssen in die Renditeberechnung einfließen.
Enzo Mondello

10. Risikoanalyse von Anleihen

Zusammenfassung
Der Preis einer Anleihe hängt von der Höhe der erwarteten Rendite ab. Eine höhere (niedrigere) Renditeerwartung führt zu einem niedrigeren (höheren) Bond-Preis. Die erwartete Rendite setzt sich aus dem Benchmarkzinssatz (z. B. der risikolose Zinssatz) und einer Risikoprämie zusammen, die bei optionsfreien Anleihen eine Renditeentschädigung für das Kredit- und Marktliquiditätsrisiko darstellt. Somit verändert sich der Preis aufgrund von Änderungen der Benchmarkzinssätze (bzw. des risikolosen Zinssatzes), der Schuldnerqualität und der Marktliquidität. Diese Risikofaktoren – Zinsänderungs-, Kredit- und Marktliquiditätsrisiko – sind für die Performance- und Risikoanalyse einer Anleiheposition wichtig.
Das Kapitel beginnt mit der Risikoanalyse von optionsfreien festverzinslichen Anleihen anhand der Duration und Konvexität, die für die Messung des Zinsänderungs-, Kredit- und Marktliquiditätsänderungsrisikos eingesetzt werden können. Dabei wird gezeigt, wie die beiden Größen der Duration und Konvexität bestimmt werden können, indem die Preisgleichung der Anleihe nach der erwarteten Rendite bzw. nach der Verfallrendite abgeleitet wird. Darüber hinaus können die beiden Risikogrößen auch über eine Näherungsformel eruiert werden. Des Weiteren wird beschrieben, wie die Preisänderung von optionsfreien festverzinslichen Anleihen sowie von Anleihen mit eingebetteten Optionen mithilfe der Taylor-Reihenentwicklung der zweiten Ordnung approximativ ermittelt werden kann. Das Kapitel endet mit einer Abhandlung über die Kreditanalyse und die Analyse des Marktliquiditätsrisikos von Anleihen.
Enzo Mondello

11. Preisberechnung von Anleihen mit eingebetteten Optionen

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden Bewertungsverfahren vorgestellt, mit denen sich die Preise von Anleihen mit einer oder mehreren eingebetteten Optionen bestimmen lassen. Beispiele eingebetteter Zinsoptionen sind Kündigungsoptionen bei einem Callable und einem Putable Bond sowie Caps bei variabel verzinslichen Anleihen. Der Wert dieser Optionen hängt von deren möglicher Ausübung bzw. von den zukünftigen Zinssätzen ab. Die vorliegenden Ausführungen beziehen sich auf Bewertungsmodelle, die einen arbitragefreien Wert liefern. Das Kapitel beginnt mit den grundlegenden Bestandteilen eines Bewertungsmodells für Anleihen mit eingebetteten Zinsoptionen. Anschließend wird ein arbitragefreies binomiales Bewertungsmodell für optionsfreie Anleihen und Anleihen mit eingebetteten Zinsoptionen vorgestellt. Das Kapitel endet mit der Preisberechnung von Wandelanleihen. Die eingebettete Option ist nicht mehr eine Zinsoption, sondern eine Wandeloption bzw. eine Call-Option auf Aktien des Emittenten. Daher erfolgt die Ausübung der Wandeloption aufgrund der zukünftigen Aktienkursbewegungen.
Enzo Mondello

Finanzderivate und Risikomanagement

Frontmatter

12. Finanzderivate: Grundlagen

Zusammenfassung
Das Wort Derivat stammt aus dem lateinischen derivare bzw. derivatum und bedeutet ableiten respektive abgeleitet. Dabei handelt es sich um einen Vertrag zwischen zwei Parteien, deren Wert von einem zugrundeliegenden Basiswert bzw. Referenzwert abgeleitet wird. Der Basiswert bezieht sich auf Wertpapiere wie etwa Aktien und Anleihen, auf finanzielle Kennzahlen wie z. B. Zinssätze, Aktien- und Anleiheindizes oder ein Bonitätsrating sowie auf Währungen und Rohstoffe. Von einem Finanzderivat spricht man, wenn der Basiswert ein Finanzinstrument, eine finanzielle Kennzahl oder Währung ist. Demgegenüber beziehen sich Rohstoffderivate etwa auf Gold, Silber oder Erdöl, während Kreditderivate auf einem Kreditereignis basieren und so den Marktteilnehmern einen Ausfallschutz gewähren. In den folgenden Ausführungen liegt der Fokus auf den Finanzderivaten.
Enzo Mondello

13. Forwards und Futures

Zusammenfassung
Damit ein Sell-Side-Analyst eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung abgeben kann, muss er den inneren Aktienwert berechnen. Ein Vergleich des inneren Aktienwerts mit dem Marktwert ermöglicht herauszufinden, ob das Wertpapier richtig bewertet ist. In einem effizienten Markt entspricht der Marktpreis der Aktie immer deren innerem Wert. Bei einer etwaigen Fehlbewertung konvergiert der Preis rasch zum inneren Wert. Unter Wert versteht man, zu welchem Preis eine Anlage gekauft oder verkauft werden kann. Folglich sind der Preis und Wert einer Anlage (z. B. Aktie und Anleihe) das Gleiche. In Bezug auf bestimmte Derivate haben Preis und Wert eine unterschiedliche Bedeutung. Beim Preis eines unbedingten Termingeschäfts handelt es sich um einen Terminpreis, der bei Geschäftsabschluss – also zu Beginn der Laufzeit – festgelegt wird, aber bei Fälligkeit des Kontrakts anfällt. Beim Wert hingegen handelt es sich um den erforderlichen Geldbetrag, um in ein Termingeschäft einzusteigen. Er spiegelt somit den seit Vertragsabschluss aufgelaufenen Gewinn/Verlust wider.
Enzo Mondello

14. Swaps

Zusammenfassung
Die ersten Swapkontrakte wurden zu Beginn der 1980er-Jahre abgeschlossen. Seitdem ist der Swapmarkt stark gewachsen und stellt heute einen wichtigen Teil des außerbörslichen Derivatemarkts dar. So machen Zinssatzswaps für das Jahr 2014 rund 60 % des Gesamtmarktes von OTC-Derivaten aus. Ebenfalls von Bedeutung sind Währungsswaps und Credit Default Swaps (CDS) mit einem Gesamtmarktanteil von 3,8 % respektive von 2,6 %. Diese Zahlen zeigen, dass Swaps weit verbreitet sind. Sie werden von Unternehmen, Finanzinstituten und von öffentlichen Institutionen eingesetzt.
Im Gegensatz zu den Forwards/Futures und Optionen wird bei Swaps die Terminologie von Long- und Short-Positionen in der Regel nicht benutzt. Vielmehr spricht man bei einem Swap von einer variablen und festen Zahlung. Die variable Seite wird bei jedem Zahlungstermin neu festgelegt, während die feste Seite zu Beginn der Swaplaufzeit definiert wird. Der periodische Austausch der Cashflows kann variabel und/oder fest ausgestaltet sein. Zum Beispiel wird bei einem Zinssatzswap der feste Swapsatz gegen einen variablen Referenzzinssatz des Geldmarktes wie etwa LIBOR, EURIBOR oder EONIA getauscht.
In Kap. 12 wurden bereits die Hauptcharakteristiken von Swaps beschrieben. In diesem Kapitel folgt eine Vertiefung, welche die Preis- und Wertbestimmung sowie die Absicherungsstrategien zum Gegenstand hat. Dabei werden neben Zinssatzswaps, Währungsswaps und Equity Swaps auch Credit Default Swaps aufgeführt, die zu den Kreditderivaten zählen.
Enzo Mondello

15. Optionen

Zusammenfassung
Der Käufer einer Option erwirbt das Recht, den zugrundeliegenden Basiswert zum vereinbarten Ausübungspreis zu kaufen (Call) bzw. zu verkaufen (Put). Der Optionsverkäufer hingegen verpflichtet sich, den Basiswert zum vereinbarten Ausübungspreis zu verkaufen (Call) bzw. zu kaufen (Put). Kann das Recht zum Kauf oder Verkauf jederzeit ausgeübt werden, spricht man von einer amerikanischen Option. Ist die Ausübung der Option lediglich am Fälligkeitstag möglich, handelt es sich um eine europäische Option. Optionen werden sowohl über eine Terminbörse als auch außerbörslich gehandelt.
Enzo Mondello

Portfoliomanagement

Frontmatter

16. Portfoliomanagementprozess

Zusammenfassung
Der Portfoliomanagementprozess besteht aus verschiedenen Teilbereichen und gewährleistet, dass systematisch ein den Kundenbedürfnissen angemessenes Portfolio zusammengestellt wird. Er setzt sich aus der Planung, der Ausführung und dem Feedback zusammen. In der Planungsphase werden die Finanzmärkte und die Investorenbedürfnisse analysiert, die langfristige Anlagepolitik formuliert und die strategische Asset-Allokation festgelegt. In der Ausführungsphase werden das Portfolio erstellt und die von der Anlagepolitik geforderten Anlagen gekauft. Das Feedback schließt den Prozess ab und beinhaltet die Überwachung der Anlagepolitik und der Kapitalmarkterwartungen, das Rebalancing und die Evaluation des Portfolios.
Enzo Mondello

17. Passives, aktives und semiaktives Portfoliomanagement

Zusammenfassung
Markowitz (1952) hat den Grundstein für die moderne Portfoliotheorie gelegt. Das Rendite-Risiko-Portfoliomodell von Markowitz wurde zu Gleichgewichtsmodellen wie das Capital Asset Pricing Model (CAPM) in den 1960er-Jahren und die Arbitragepreis-Theorie (APT) im Jahre 1976 weiterentwickelt. Treynor und Black (1973) haben mithilfe des Rendite-Risiko-Portfoliomodells von Markowitz dargelegt, wie sich ein optimales Portfolio aus einem Marktportfolio und einem aktiven Portfolio konstruieren lässt. Die Anwendung der Portfoliotheorie auf das aktive Portfoliomanagement wurden von Grinold (1989) und danach von Clarke, de Silva und Thorley (2002) weiterentwickelt. Mit dem aktiven Portfoliomanagement lässt sich in nicht effizienten Finanzmärkten eine Überschussrendite erzielen. Dabei sind die Fähigkeiten der Marktteilnehmer entscheidend, ein Portfolio mit über- oder unterbewerteten Anlagen zu erstellen. Um den erwarteten Mehrwert der aktiven Strategie zu bestimmen, werden die erwartete Rendite und das Risiko des aktiv gesteuerten Portfolios mit dem passiven Benchmarkportfolio verglichen.
Enzo Mondello

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise