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13.09.2018 | Finanzbranche | Im Fokus | Onlineartikel

Finanzdienstleister sind Profiteure der Blockchain

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Beim Thema Blockchain hat die Finanzindustrie weltweit die Nase vorn, glauben die Befragten einer aktuellen Studie. Unternehmen aus den USA und China gehören dabei zu den führenden Nutzern und werden diesen Vorsprung noch weiter ausbauen. 


In einer Umfrage von Pricewaterhouse Coopers (PwC) unter rund 600 Führungskräften aus 15 Ländern gaben 84 Prozent der Teilnehmer an, in ihrer Organisation zumindest teilweise mit der Blockchain-Technologie zu tun zu haben. Die aktuelle Studie "PwC Blockchain Survey 2018" zeigt jedoch, dass deren Einführung und Umsetzung zum Teil in ganz unterschiedlichen Projektphasen steckt. Während 20 Prozent der Unternehmen noch nach Einsatzmöglichkeiten forschen, sind 32 Prozent bereits in der Entwicklung konkreter Anwendungen und Prozesse. Jeder zehnte Befragte gab an, seine Organisation habe bereits Pilotprojekte gestartet. Und 15 Prozent der Firmen arbeiten schon mit der Blockchain. Interessant ist, dass sich 14 Prozent offensichtlich noch gar keine Gedanken zur neuen Technologie gemacht haben. International führend bei der Entwicklung von Blockchain-Anwendungen sind derzeit die USA (29 Prozent), China (18 Prozent) und Australien (sieben Prozent). Innerhalb von drei bis fünf Jahren dürfte nach Meinung der Befragten China (30 Prozent) die USA an der Spitzenposition ablösen.

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Finanzbranche bietet viele Möglichkeiten für die Blockchain

Betrachtet man die untersuchten Branchen, haben Banken und Finanzdienstleister aktuell die meisten Vorteile vom Einsatz der Blockchain, glaubt fast jeder zweite Befragte (46 Prozent). Immerhin 41 Prozent gehen davon aus, dass das auch in den kommenden drei bis fünf Jahren so bleibt. "Damit sind nicht nur die etablierten Banken und Versicherer gemeint. Rund um Kryptowährungen und ICOs (Initial Coin Offerings) ist ein ganz neuer, sehr dynamischer Wirtschaftszweig entstanden", erläutert Olaf Acker, Digital Services Leader bei PwC, die Ergebnisse. 

Im Gespräch mit der Zeitschrift Wirtschaftsinformatik & Management, Ausgabe 3/2018, erläutert Miriam Neubauer, Geschäftsführerin der Catena Capital, auf Seite 58 im Interview: "Die deutsche Blockchain- und Kryptowirtschaft, die übrigens zu 90 Prozent in Berlin angesiedelt ist, ist stark am Wachsen. Viele Entwickler dort haben sich früh der Dezentralisierung und den Kryptowährungen zugewandt, sodass es jetzt eine ausgereifte Szene an erfahrenen Entwicklern gibt." Dies mache die Stadt sehr attraktiv, vor allem auch aus globaler Sicht. "Neue Ideen werden hier nicht als 'Blödsinn' abgetan, sondern oft finden sich weitere begeisterte Querdenker, die mit unterstützen wollen", meint Neubauer im Interview. Deutschland sei regulatorisch "gar nicht mal so schlecht aufgestellt". Dennoch vermisst die Expertin aber eine 100-prozentig saubere und klare Regulierung. "Aber zumindest ist man dem Thema, im Gegensatz zu einigen anderen Ländern, positiv gegenüber eingestellt."

Dennoch liegt für jeden zweiten Befragungsteilnehmer in den fehlenden gesetzlichen Regelungen die größte Hürde für eine Blockchain-Einführung. 45 Prozent monieren zudem mangelndes Vertrauen der Nutzer in die Technologie. Vor allem deutsche Führungs- und Fachkräfte (38 Prozent) sehen in der Regulatorik eine Hemmschwelle, Umfrageteilnehmer in Australien (37 Prozent) und Großbritannien (32 Prozent) sind hier ähnlich skeptisch. 

Die Blockchain verändert Unternehmen und Wirtschaft

Doch in einigen Bereichen der Wirtschaft sind die Veränderungen durch die Blockchain aller Skepsis zum Trotz schon heute deutlich in Zahlen zu messen. So sind ICOs auf Blockchain-Plattformen laut PwC als Finanzierungsalternative bereits sehr gefragt. Wie es in der Studie heißt, seien über diesen Weg in den ersten fünf Monaten 2018 rund 13,7 Milliarden US-Dollar (11,8 Milliarden Euro) an Risikokapital eingesammelt worden. Zudem hätten größere ERP-Software-Plattformen (Enterprise-Resource-Planning) bereits damit begonnen, Blockchains in ihre Systeme zu integrieren. In Verbindung mit Blockchain-Technologie können ERP-Systeme dazu beitragen, interne Prozesse zu optimieren sowie Daten sicher zu teilen und nutzen.

Ihr größtes Potenzial dürfte die Blockchain über branchenweite, offene Plattformen entfalten. Vorausgesetzt, die einzelnen Unternehmen und Wettbewerber einigen sich auf gemeinsame Standards und kooperieren miteinander.“
Axel von Perfall, PwC Europe Blockchain Leader

Diese Vorteile sind auch für die meisten Befragungsteilnehmer besonders wichtig. Sie erhoffen sich eine Reduzierung der Kosten, eine verbesserte Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und Zulieferern sowie eine höhere Reichweite und Geschwindigkeit bei Vertrieb und Distribution. Darüber hinaus bietet die Blockchain den Befragten zufolge mehr Transparenz für viele Geschäftsprozesse. Das Meinungsforschungsunternehmen Gartner geht davon aus, dass die Technologie bis 2030 einen jährlichen Geschäftswert von mehr als drei Billionen US-Dollar generieren wird. Laut Studie sei vorstellbar, dass dann zehn bis 20 Prozent der globalen Wirtschaftsinfrastruktur auf Blockchain-basierten Systemen laufen werden.

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