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30.08.2018 | Finanzbranche | Nachricht | Onlineartikel

Älteste Volksbank feiert 175. Geburtstag

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Die Volksbank Hohenlohe ist die älteste noch selbstständige Genossenschaftsbank der Welt. Am 27. August feierte sie ihr 175. Jubiläum.

1843 gründeten rund 50 Bürger die "Oehringer Privatspar- und Leihkasse", heißt es in einer Mitteilung anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Instituts. Damit lag es mit seinen genossenschaftlichen Prinzipen zeitlich sogar vor den Sozialreformern Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, die 1850 unabhängig voneinander die Idee der Genossenschaftsbanken entwickelten. Die heutige Volksbank Hohenlohe ist durch mehrere Fusionen in den 1990er Jahren entstanden und hat ihren Hauptsitz nach wie vor in Öhringen. Neben der traditionellen genossenschaftlichen Basis blickt die Volksbank Hohenlohe heute vor allem auf innovative Trends. "Tradition und Innovation zu verbinden, ist bis heute und in Zukunft der Schlüssel zum Erfolg bei allen Genossenschaftsbanken in Deutschland", erklärt Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Starke regionale Wurzeln

Zu den Gründervätern des südwestdeutschen Instituts gehörten Amtsleute, Pfarrer, Lehrer und einige Handwerker. Diese Klientel gründete in dieser Zeit auch andere Genossenschaften in der Region. Daher sei es nicht erstaunlich, dass es im Land eine hohe Affinität zu Genossenschaften gebe, meint Gerhard Schorr, Verbandsdirektor des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV). "Insgesamt mehr als 3,9 Millionen Mitglieder machen Baden-Württemberg zum Land der Genossenschaften." Von den insgesamt 85.000 Kunden sind 45.000 auch Mitglied der Volksbank Hohenlohe. Aktuell weist das Geldhaus eine Bilanzsumme von knapp 1,7 Milliarden Euro aus. Mit 270 Mitarbeitern in drei Hauptstellen und 44 Filialen begreift sich das Institut als "starke Regionalbank".

In ganz Deutschland ist die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken in den letzten Jahren jedoch stark geschrumpft. Derzeit sind noch 915 selbstständige Institute mit rund 146.000 Mitarbeitern aktiv. Genossenschaftliche Filialen gab es Ende 2017 laut der Bundesbank-Statistik vom Mai noch 9.455. Gegenüber dem Jahr 2013 ist das ein Minus von knapp unter 20 Prozent. Dennoch stellt die Bankengruppe zusammen mit den Sparkassen eine flächendeckende Finanz-Infrastruktur bereit, die vor allem von Privatkunden, Selbstständigen und Mittelständlern sowie Kommunen genutzt wird. 2017 konnten die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken ihre Bestände an Kundeneinlagen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 662 Milliarden Euro steigern. Auch die Kreditbestände kletterten 2017 um 5,8 Prozent auf 558 Milliarden Euro.

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