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14.03.2018 | Finanzbranche | Nachricht | Onlineartikel

Kreditgenossen wollen der Fläche treu bleiben

Autor:
Stefanie Hüthig

Das Ergebnis ist stabil, die Ausrichtung bleibt es auch. So präsentierte sich der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Die Zahl der Häuser, die 2017 den Schulterschluss suchten, hat sich gegenüber 2016 erhöht.

Fusionsbedingt 57 Institute weniger zählte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) Ende 2017 im Vergleich zum Vorjahr. Für das laufende Jahr hätten 47 Häuser beim genossenschaftlichen IT-Dienstleister Fiducia & GAD einen Zusammenschluss angemeldet, erklärte Verbandspräsidentin Marija Kolak bei der Präsentation des Geschäftsergebnisses am 13. März 2018 in Frankfurt. Die Zahl der Bankstellen sank im Berichtszeitraum von 11.787 auf 11.108.

Kolak, seit Jahresanfang im Amt, hielt nicht nur mit ihrem Verweis auf die Daten der Rechenzentrale Distanz zum Thema Konsolidierung. Fusionen seien immer eine unternehmerische Entscheidung der Ortsbanken und die Zusammenschlüsse nicht als Rückzug aus der Fläche zu sehen.

Keine Direktbank für die Genossen

Auch bei der Digitalisierung wandern die Kreditgenossen, deren Betriebsergebnis nach Bewertung 2017 bei 7,3 Milliarden Euro lag und damit lediglich 0,3 Prozent weniger betrug als im Vorjahr, auf einem schmalen Grat. "Eine genossenschaftliche Direktbank wird es nicht geben", sagte Kolak, sprach aber auch vom Zusammenwachsen der Filiale und der digitalen Welt.

BVR-Vorstand Andreas Martin berichtete ausführlich von den Payment-Projekten seiner Gruppe. Demnach sind etwa zehn Prozent aller Girocard-Transaktionen der Genossenschaftskunden kontaktlos, bisher haben die VR-Banken rund 50 Prozent der Karten ausgetauscht. Zudem digitalisiert die Institutsgruppe nach eigenen Angaben als erste in Deutschland sowohl Giro- als auch Kreditkarten in der eigenen Banking-App für Android-Smartphone. Darüber hinaus können Nutzer der "Geld senden & anfordern"-Funktion auf dem Handy seit Anfang Februar Zahlungen mit Usern des Sparkassen-Pendants "Kwitt" austauschen. Diese Interoperabilität will der BVR bald mit weiteren Anbietern von Handybezahlverfahren herstellen.

Wünsche an Politik und Regulierer

Kleinen Einheiten macht es die Regulierung immer schwerer zu bestehen. Entsprechend formulierte BVR-Vorstand Gerhard Hofmann seine Hoffnung, dass die Small Banking Box den "Einstieg in ein neues Denken" markiert und Geldhäuser aufsichtlich stärker nach Geschäftsmodell und Risiken differenziert werden. Für die europäische Einlagensicherung EDIS fordert Hofmann Seriosität. Es werde getan, als handele es dabei lediglich um eine "Technikalität", nicht um ein unbegrenztes Haftungssystem.

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