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03.02.2017 | Finanzbranche | Nachricht | Onlineartikel

ING-Diba will führende Digitalbank in Deutschland werden

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Direktbank ING-Diba steuert konsequent auf Digitalkurs. Ein erneutes Rekordergebnis von 1,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2016 gibt ihr genügend Luft dafür. 

Mit einem Gewinn vor Steuern von 1,2 Milliarden Euro erzielte die ING-Diba 2016 zum vierten Mal in Folge das erfolgreichste Geschäftsjahr in ihrer Unternehmensgeschichte. Das ist ein Plus von 120 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Rückenwind bekam die Bank 2016 vor allem im Privatkundengeschäft mit Girokonten. Die Gründe dafür liegen laut Roland Boekhout, Vorstandsvorsitzender der ING-Diba, unter anderem in Preiserhöhungen anderer Banken, etwa bei Girokonten, sowie Abwanderungen von Kunden aus dem Sparkassenlager und von der Postbank. Das sagte er auf der Bilanzpresseveranstaltung in Frankfurt am Main. Dies führte für die Bank zu einem beschleunigten Wachstum bei den Kundenkonten um 24 Prozent oder 370.000 Neukonten auf aktuell 1,7 Millionen. Zudem drängten aufgrund der Niedrigzinssituation in der Branche mehr Kunden ins Wertpapiergeschäft des Geldhauses. Die Kundenzahl des Online-Instituts wuchs im vergangenen Jahr netto um 250.000 auf insgesamt 8,8 Millionen Kunden. Doch man will laut Boekhout weiter wachsen und zielt dabei vor allem auf Girokonten primärer Kundenbeziehungen, also auf Kunden, die ING-Diba als ihre Hausbank wählen. Insgesamt verwaltet das Geldhaus nun ein Geschäftsvolumen in Höhe von 269 Milliarden Euro. 2015 waren es 241 Milliarden Euro. 

Ein Plus konnte das Institut auch im Wertpapiergeschäft und bei den Spareinlagen erzielen: Das gesamte Depotvolumen betrug zum Jahresende 2016 rund 31 Milliarden Euro und lag damit um rund 14 Prozent höher als im Vorjahr. Die Spareinlagen stiegen um sechs Prozent auf mehr als 123 Milliarden Euro. 

Boekhout konstatiert, 2016 sei mit Regulierung, Niedrigzinsen und Disruption durch ein stark verändertes Kundenverhalten "für die Branche kein einfaches Jahr" gewesen. An Preiserhöhungen für Bankdienstleistungen oder Strafzinsen für Kunden, die Tagesgelder über 100.000 Euro bei der Bank halten, denkt er jedoch entgegen der Überlegungen einiger anderer Geldhäuser nicht: "Preise erhöhen ist nicht die Lösung. Deutschland ist nicht das billigste Bankenland in Europa. Es wäre schlecht für die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland", so Boekhout. 

Firmenkundengeschäft soll wachsen

Wie schon im Vorjahr bleibt das Geschäft mit Unternehmenskunden weiter ein Wachstumstreiber. Hier baute das Institut 2016 bei Unternehmensfinanzierungen das Kreditvolumen um 67 Prozent von 15,5 Milliarden in 2015 auf nunmehr 25,9 Milliarden Euro aus. Das Firmenkundengeschäft soll nach den Plänen von Boekhout um zehn Prozent wachsen. Es sei "ein extrem wichtiges Standbein geworden." Dabei will die Direktbank künftig stärker auf deutsche Großunternehmen zugehen.

Digital aufrüsten mit neuen Services

Die Weiterentwicklung der ING-Diba als Digitalbank hat das Institut ganz oben auf die Agenda gesetzt. Noch in 2017 will die Bank mit innovativen Services, etwa einem Update der Kontostands-App, und mit einer neuen "Banking-to-go-App" an den Start gehen, verriet Boekhout in Frankfurt. Die neue Anwendung soll Kontostands-Check, Umsatzabfrage und Überweisungstools bündeln. Dass die Online-Bank die Veranstaltung in Frankfurt am Main von einer Roboter-Dame namens "Pepper" eröffnen ließ, könnte ein Vorzeichen für die weitere Ausrichtung des Kreditinstituts sein. 

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