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30.11.2016 | Finanzbranche | Im Fokus | Onlineartikel

Die Börse Düsseldorf und ihre wechselvolle Geschichte

Autor:
Barbara Bocks

Die Börse Düsseldorf ist eine der ältesten deutschen regionalen Handelsplätze. Was sie besonders auszeichnet und was der aktuelle Stand bei der Übernahme durch die Börsen Hannover und Hamburg ist, im letzten Teil zu regionalen Börsenplätzen.

Anfang Januar 2017 wird die Börse Düsseldorf laut Medienberichten mit den Börsen in Hamburg und Hannover fusionieren. Dafür verkaufen die Eigentümer der Börse Düsseldorf AG ihre Aktien an die Betreibergesellschaft der Börsen in Hamburg und Hannover, BöAG. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Dirk Elberskirch, Vorstandsvorsitzendem der Düsseldorfer Börse, kürzlich gegenüber Medien. Anfang des Jahres soll ihm zufolge das operative Geschäft aus Hamburg erfolgen. Für die Kunden an der Börse Düsseldorf solle sich aber zunächst nichts ändern. Ein Grund für die Fusion liegt laut Medienberichten darin, dass die Erste Abwicklungsanstalt (EAA),  als Rechtsnachfolger der West LB, derzeit der größte Aktionär ist. Da die EAA als Abbaubank "ja den Auftrag hat, alle Vermögenswerte nach und nach zu veräußern", läge es in der Natur der Sache, dass sie auch die Anteile der früheren West LB an der Börse veräußere, sagte Elberskirch kürzlich der Wirtschaftspresse.

Höhen und Tiefen des Börsengeschäfts

Auch historisch gesehen hat die Börse am Rhein einige Höhen und Tiefen erlebt. Aus dem Getreidemarkt ist sie 1853 als eine so genannte Zentralhandelsbörse entstanden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie dann 1945 laut eigenen Angaben die erste Nachkriegsbörse, die ihren Betrieb wiederaufnahm. 1998 hat sich die Börse Düsseldorf laut Medienberichten als erste und einzige Regionalbörse am Xetra-Handelssystem der Frankfurter Börse beteiligt, über das monatlich laut Medienberichten bis zu zwei Drittel des Handels abgewickelt wurden.

Xetra als früherer Umsatztreiber

Nach der Kündigung des "Xetra-Vertrags" durch die Deutsche Börse in Frankfurt im Jahr 2007 brach der Umsatz laut Medienberichten ein und verringerte sich in den Folgejahren weiter. Von 2009 auf 2014 hat sich der Umsatz von 64 auf 28 Milliarden Euro mehr als halbiert. Für das Geschäftsjahr 2015 wurden keine Umsatzzahlen veröffentlicht. Die Entscheidung zur Kündigung des Vertrags hat die Frankfurter Börse damals mit der neuen Richtlinie über die Märkte für Finanzinstrumente begründet, die keine Beteiligung der Regionalbörsen an Xetra mehr vorsehe. Die Frankfurter Wertpapierbörse selbst hat im Mai 2011 den kompletten Parketthandel vom elektronischen Handelssystem Xontro auf Xetra migriert, wie Bankmagazin-Autorin Anja Kühner in ihrem Artikel "Bleibt alles anders" ( Bankmagazin-Ausgabe 5/2011, Seite 14) beschreibt.

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Derzeit können über den Börsenplatz Düsseldorf Aktien, Anleihen, Fonds sowie weitere Produkte wie Genussscheine, Exchange Traded Funds (ETFs) und Exchange Traded Commodities (ETCs) gehandelt werden. Eine Besonderheit der nordrhein-westfälischen Börse ist das Handelssystem Quotrix. Seit 2001 nutzt das Haus das elektronische Handelssystem. Das System bietet laut Angaben aus Düsseldorf den Handel von mehr als 7.300 Wertpapieren ohne börsliche Kosten, also ohne Transaktionskosten oder sonstige Gebühren an. Außerdem sind die Kurse beim Kauf und Verkauf identisch. Es gibt also laut der Börse keinen Spread.

Knapp 9.600 Mitglieder im „Quality Trader Club“

Eine weitere Besonderheit des Börseninstitution ist das hohe Engagement für die Vermittlung von Finanzwissen für Anleger. Knapp 2.400 Personen haben 2015 nach Angaben der Börse Düsseldorf als Besucher Informationen über Wertpapiere und den Handel erhalten. Im so genannten "Quality-Trader-Club" der Börse waren 2015 knapp 9.600 Mitglieder registriert. Über die Mitgliedschaft erhalten sie unter anderem aktuellere Kurse und kostenlosen Zugang zu Veranstaltungen. Die Börse bietet für Anleger unter anderem Seminare und Informationsveranstaltungen zu Themen wie der technischen Analyse von Wertpapieren, der Bilanzanalyse und dem Vermögensaufbau an.
Lesen Sie auch weitere Teile zu Deutschlands Finanz- und Börsenplätzen:

Teil 1: Wie Frankfurt vom Brexit profitieren
Teil 2: Regionale Adresse für Privatanleger
Teil 3: Börse München adressiert Unternehmer und Privatanleger
Teil 4: Die Börsen Hamburg und Hannover und ihr exotisches Profil

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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