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29.06.2016 | Finanzbranche | Interview | Onlineartikel

"Berater werden auch in der Finanzbranche gebraucht"

Autor:
Stefanie Hüthig
Interviewt wurde:
Dirk Schuran

ist Director Business Development/Sales bei Comatch.

Welche Rolle spielen externe Fachkräfte in der Finanzbranche? Personalexperte Dirk Schuran spricht im Interview über Vorteile und Einsatzbereiche von Beratern.

Springer Professional: Ihr Unternehmen Comatch ist ein Start-up, das online freiberufliche Managementberater sowie Industrieexperten an Unternehmen vermittelt. Der Anteil der Finanzspezialisten in Ihrem Pool beträgt rund 20 Prozent. Für welche Projektthemen werden diese Experten hauptsächlich eingesetzt?

Dirk Schuran: Diese Finanzexperten sind Wirtschaftsprüfer und Aktuare und können in jeder Branche eingesetzt werden. Berater, Projektleiter und Experten mit Erfahrung in der Finanzbranche haben wir viel mehr. Von aktuell 940 zugelassenen Beratern haben 350 eine Industrie-Expertise in den Bereichen Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen, das entspricht 36 Prozent des Pools. Die Projektthemen sind sehr vielseitig. Comatch-Berater haben beispielsweise bereits den Carve-Out einer Bank begleitet, eine telefonische Outbound-Einheit einer Bank aufgebaut oder die Prozessdefinition von Schadensprozessen im Bereich Haftpflicht- und KfZ-Versicherung übernommen. Darüber hinaus haben sie auch einen konzernweiten Change-Prozess bei einer Bank begleitet oder im Fintech bei der Abbildung des Kreditprozesses für Firmenkredite beziehungsweise Factoring geholfen. All das sind Beispiele für laufende oder bereits abgeschlossene Projekte.

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Vor- und Nachteile des Interim Managements

Manch einer, der noch nicht oft mit dem Thema Interim Management konfrontiert war, mag auf den ersten Blick nicht erkennen, weshalb diese Form der Beschäftigung in den letzten Jahren so stark auf dem Vormarsch ist. Der Grund dafür ist, dass es für al


Die Kreditwirtschaft hält sich beim Einsatz von Interim-Managern, also einzelnen externen Fachkräften auf Zeit, weiter zurück. Als Gründe werden Vertraulichkeit, Datenschutz, der fehlende Stallgeruch sowie der Personalabbau genannt. Bei welchen Fragestellungen könnten Banken besonders vom Blick eines Außenstehenden profitieren?

Man sollte hier zwischen Interim-Managern und Beratern differenzieren. Berater werden natürlich auch in der Finanzbranche gebraucht. Es geht darum, spezifisches Know-How für eine besondere Herausforderung heranzuziehen. Bei aktuellen, neuen Themen, zum Beispiel der Digitalisierung, ist das benötigte Know-How oft nicht im geforderten Maße in den Organisationen vorhanden. In diesen Fällen müssen Unternehmen einfach auf externe Ressourcen zurückgreifen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Themen wie beispielsweise Personalabbau verstärken diesen Bedarf sogar, da für Projekte kein internes Personal mehr vorhanden ist und im größeren Stil extern gesucht werden muss. Die Berater arbeiten oft an strategischen und prozessualen Projekten mit sensiblen Daten, das Datenschutzthema ist nicht kritischer als in anderen Branchen. Ein guter Berater wird das extrem ernst nehmen.

Ist es Fachwissen oder sind es eher Führungsqualitäten, die bei freien Beratern in Finanzfunktionen und in der Finanzbranche gefragt sind?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Es hängt sehr von den Bedürfnissen ab. Manchmal ist tiefe Expertise notwendig, um ein spezifisches Problem zu lösen. Ein anderes Mal, wenn es zum Beispiel um Change Management geht, sind Führungsqualitäten hilfreich. Wir haben Anfragen entlang des ganzen Spektrums, also nach erfahreneren Führungskräften. So stellen wir zum Beispiel ehemalige Mitglieder aus Geschäftsleitungen und Ex-Versicherungs-Vorstände auf der Plattform über eher jüngere Berater für PMO-/Projektsteuerungsthemen bis hin zu sehr spezifischen Expertenprofilen.

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