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10.08.2018 | Finanzbranche | Im Fokus | Onlineartikel

Kundendaten sind bei Finanz-Akquisitionen wichtiger Erfolgsfaktor

Autor:
Axel Schmale

Scout24 kauft das Finanzportal Finanzcheck. Die Übernahme soll Kunden rund um Verbraucherfinanzierungen ein besseres Erlebnis bieten. Über den Erfolg wird entscheiden, ob Scout24 die Kundendaten clever zusammenführt und für sich nutzt.

Kürzlich gab  der Online-Portal-Betreiber Scout24 die Übernahme des Konsumkreditvermittlers Finanzcheck bekannt. Der Kauf ist mit 285 Millionen Euro einer der größten in der deutschen Fintech-Branche. Scout24 verspricht sich auf diesem Weg vor allem einen Wachstumsschub mit erweiterten Dienstleistungsangeboten, zunächst für die Vermittlung von Autokrediten, über seine Plattform "autoscout24.de".

Das Ziel beider Unternehmen sei es, Nutzern künftig ein hervorragendes Erlebnis bieten zu können. Finanzcheck evaluiert Daten des potenziellen Kreditnehmers und bringt Kunden im Anschluss mit der passenden Bank zusammen. Dabei arbeitet das Portal mit eigens entwickelter Technologie, Empfehlungsalgorithmen und Scoring-Modellen. Durch den Kauf von Finanzcheck will Scout24 nun seine Angebote, wie etwa Immobilienscout und Autoscout, mit dem Vergleich passender Kredite ergänzen.

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Datenmanagement – Grundlage für zukünftigen Markterfolg

Daten sind ein wesentlicher Baustein der digitalen Transformation. Das Verhältnis der Menschen ihnen gegenüber ist jedoch gespalten. Die Einen betrachten die Sammlung und Auswertung von Daten als Gewinn, um bessere Angebote zu erhalten. Andere fühlen sich total überwacht. 


Was leisten hierbei die Kundendaten?

Um das Angebot jedoch wie beschrieben zu verbessern, sind gute Kundendaten von großer Bedeutung. Die Online-Plattformen beider Unternehmen besitzen Kundendaten-Schätze, die sich aus den klassischen Stammdaten sowie den Bewegungsdaten zusammensetzen. Werden diese korrekt miteinander kombiniert, lassen sich zusätzliche Erlösquellen generieren und Finanzdienstleistungen besser anpassen. Denn je mehr Informationen zu einem Kunden existieren, desto mehr erfahren Finanzdienstleister über ihre Bedürfnisse und Vorlieben. Und wer seine Kunden gut kennt, kann ihnen individuellere Leistungen anbieten.

Entsprechend kommt es bei der neuen Fusion darauf an, die vorhandenen Daten aus allen Online-Angeboten beider Unternehmen so zusammenzuführen, dass Scout24 dem jeweiligen Verbraucher auch wirklich das auf ihn zugeschnittene Angebot unterbreiten und ihn bei seiner Finanzierung begleiten kann. Doch diese Zusammenführung stellt strategisch und technologisch eine große Herausforderung dar. Denn Kundendaten müssen oft über verschiedene Plattformen und Kanäle hinweg integriert werden. Auch müssen Daten aus weiteren Quellen, wie etwa CRM-Daten, Traffic-Analysen oder Echtzeitinformationen aus sozialen Netzwerken, mit einbezogen werden. Hinzukommt, dass gerade Verbraucherdaten sehr sensibel sind und als Basis für den Kreditvergabe-Algorithmus dienen. Entsprechend müssen hierbei auch die Regelungen der DSGVO berücksichtigt werden.

Hochwertige Daten liefern eine 360-Grad-Sicht auf Kunden

Erfolgsentscheidend ist dabei neben anderen Faktoren die Qualität der Verbraucherdaten. Sie gibt vor, wie gut Kundengruppen überhaupt segmentiert werden können und wie sinnvoll die daraus gezogenen Schlüsse sind. Scout24 und Finanzcheck müssen also zunächst einen 360-Grad-Blick auf den Kunden herstellen. Hierzu müssen die Stamm- und Bewegungsdaten zum sogenannten Golden Profile aggregiert werden. Zu diesen relevanten Daten gehören unter anderem:

  • Verhaltensdaten der Kunden (zum Beispiel Bestellungen, Transaktionen, Zahlungshistorie, Verweildauer)
  • den Kunden beschreibende Daten (zum Beispiel Attribute, Selbstangaben, Demographie)
  • Kundencharakteristiken (zum Beispiel Meinungen, Vorlieben, Bedürfnisse, Wünsche)
  • Interaktionsdaten des Kunden (zum Beispiel Angebote, Ergebnisse, Kontext, Click Streams, Notizen)

Alle diese Daten sollten zudem von einer hohen Qualität, also aktuell, vollständig und korrekt sein. Dubletten und Fehler darf es nicht mehr geben – und zwar nicht nur, um "schwarze Schafe" im Zuge des Geldwäschegesetzes zu identifizieren, sondern auch, um Kunden zu binden. Denn mit einer falschen Ansprache verspielen Unternehmen schnell das Vertrauen der Interessenten. Nur qualitativ hochwertige Daten schaffen also eine 360-Grad-Sicht auf den Kunden und damit auch die wesentliche Basis für den Erfolg einer Unternehmensfusion. Wenn Scout24 diese anspruchsvolle Aufgabe gelingt, könnte hier ein Zukunftsmodell für den Finanzmarkt entstehen.

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Quelle:
Customer Experience im Zeitalter des Kunden

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