Skip to main content
main-content

10.02.2017 | Finanzbranche | Nachricht | Onlineartikel

Landesbank lässt Sparkassen zittern

Autor:
Eva-Susanne Krah

Ein Ausfall der HSH Nordbank könnte die Sparkassen und deren Kunden stärker belasten als angenommen. Darauf lässt ein vertraulicher Bericht der Bankenaufsicht schließen.

In dem internen Papier der Aufsichtsbehörden, das der "Wirtschaftswoche" vorliegen soll, warnen die Aufseher, dass im Fall einer Abwicklung der HSH Nordbank "mit unmittelbaren und breiten Auswirkungen für Sparkassen in allen deutschen Verbänden und deren Kunden zu rechnen" sei. Neben den Sparkassen in Schleswig-Holstein, die mit rund fünf Prozent an der Landesbank beteiligt sind, wären der Bankenaufsicht zufolge vor allem "Sparkassen in Ost-und Süddeutschland stark betroffen". Die Aufseher gehen von schwerwiegenden Folgen für den gesamten Sparkassen-Verbund aus, heißt es laut dem Medienbericht. Es bestünde die Gefahr, dass die Landesbanken und Sparkassen eine Institutssicherung nicht leisten könnten, zitiert die "Wirtschaftswoche" aus dem streng vertraulichen Bericht der Bankenaufsicht. Zudem könnten die Ratings der Landesbanken und Sparkassen spürbar sinken. 

DSGV kritisiert fiktive Szenarien

Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) führt dazu an, dass es sich bei den in den Medien zitierten Unterlagen der Bankenaufsicht um "fiktive Szenarien" handele, die "von den Behörden für alle Kreditinstitute, beginnend mit den systemrelevanten Instituten", erstellt worden sein. Sie hätten keinen Bezug zur aktuellen Situation und ermöglichten deshalb keinerlei sinnvolle Einschätzung der tatsächlichen Lage eines Instituts, so der Sprecher. Der DSGV sieht zudem "keine Grundlage für Spekulationen über die wirtschaftliche Situation der HSH Nordbank und wirtschaftliche Konsequenzen für die Institute der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe". Ihm lägen keine Erkenntnisse vor, die solche Schlussfolgerungen nahelegen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wollte sich auf Anfrage zu dem Bericht nicht äußern.

Frist läuft Ende Februar 2018 ab

Die HSH Nordbank muss bis Februar 2018 verkauft werden. Um den Privatisierungsprozess zu erleichtern, erwarben die Eigentümerländer Hamburg und Schleswig-Holstein bereits faule Schiffskredite im Buchwert von fünf Milliarden Euro von der HSH Nordbank. Laut der Nachrichtenagentur "Reuters" sagte Vorstandschef Stefan Ermisch am 6. Februar 2017 im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten, dass "es keinen Käufer für die HSH Nordbank als Ganzes geben wird, sondern nur für die zwei unterschiedlichen Teile."

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.11.2013 | Strategie + Management | Ausgabe 11/2013

Jeder sucht sich eigenen Weg

01.06.2015 | Strategie | Ausgabe 6/2015

Das Ausmisten geht voran

Das könnte Sie auch interessieren

04.05.2016 | Finanzbranche | Nachricht | Onlineartikel

Verkauf der HSH Nordbank kann starten

12.09.2016 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

Landesbanken kommen in Bewegung

Premium Partner

micromStellmach & BröckersBBL | Bernsau BrockdorffMaturus Finance GmbHPlutahww hermann wienberg wilhelmAvaloq Evolution AG

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Blockchain-Effekte im Banking und im Wealth Management

Es steht fest, dass Blockchain-Technologie die Welt verändern wird. Weit weniger klar ist, wie genau dies passiert. Ein englischsprachiges Whitepaper des Fintech-Unternehmens Avaloq untersucht, welche Einsatzszenarien es im Banking und in der Vermögensverwaltung geben könnte – „Blockchain: Plausibility within Banking and Wealth Management“. Einige dieser plausiblen Einsatzszenarien haben sogar das Potenzial für eine massive Disruption. Ein bereits existierendes Beispiel liefert der Initial Coin Offering-Markt: ICO statt IPO.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise