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04.12.2018 | Finanzbranche | Nachricht | Onlineartikel

Deutsche Bank ist unter Druck

Autor:
Sylvia Meier

Geschäftsräume der Deutschen Bank wurden im Rahmen einer Razzia durchsucht. Ermittelt wird im Zusammenhang mit den so genannten "Panama Papers". Die negativen Schlagzeilen haben Folgen für den Aktienkurs. 

Am 29. November und 1. Dezember 2018 sah sich die Deutsche Bank mit einer Razzia konfrontiert. Der Verdacht gegen zwei namentlich benannte sowie namentlich nicht benannte Mitarbeiter der Bank lautet: Beihilfe zur Geldwäsche. Die Deutsche Bank meldet, dass die Ermittlungen im Zusammenhang mit den so genannten "Offshore-Leaks" und Panama Papers stehen. Der Vorwurf gegen die Beschuldigten soll lauten, nicht rechtzeitig Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet zu haben, sondern erst nach der medialen Veröffentlichung der Panama Papiere. Am Wochenende bezog Vorstandschef Christan Sewing in der "Bild am Sonntag" Stellung und stellte sich demonstrativ hinter seine Mitarbeiter. Sewing verwies auf die Unschuldsvermutung.

Aktie bricht ein

Das mediale Echo auf die Razzia war groß und die Deutsche Bank steht noch mehr als bisher schon unter Druck. Anleger und Investoren reagieren nervös auf die negativen Schlagzeilen. Als Folge auf das Bekanntwerden der Ermittlungen rutschte die Aktie auf ein neues Rekordtief. Erst einige Tage zuvor wurde das Geldinstitut im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal der Danske Bank genannt. Auch hier könnte ein Verfahren drohen und auch hier reagierten Anleger sensibel. Bei den öffentlichen Äußerungen Verantwortlicher der Deutschen Bank entsteht der Eindruck, dass das Institut – verständlicherweise – so schnell wie möglich raus aus den Schlagzeilen möchte. Die Deutsche Bank betont daher ihre Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlern.

Auswertungen von Daten-Leaks dauern an

Daten-Leaks, wie die Panama Papers, beschäftigen die Steuerverwaltung nach wie vor. Das Land Hessen macht weiter Druck beim Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Bereits Anfang November 2018 wies das Hessische Finanzministerium darauf hin, dass die Steuerverwaltung und das Bundeskriminalamt bei der Auswertung von Daten-Leaks eng zusammenarbeiten. Hierfür wurde eine "Besondere Aufbauorganisation" (BAO) eingerichtet. Beteiligt ist dabei die Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Hessens Finanzminister Thomas Schäfer erklärte, dass die Auswertungen noch Zeit in Anspruch nehmen werden: "Die Datensätze umfassen mehrere Millionen Dateien."

Einsatz von Künstlicher Intelligenz 

Steuerhinterziehung und Geldwäsche wird mit modernster Technik der Kampf angesagt. Gerade für Fälle, in denen große Datenmengen ausgewertet werden müssen, prüft die Steuerverwaltung, wie sie neue Verfahren einsetzen kann. Am Finanzamt Kassel II-Hofgeismar wird deshalb eine Forschungsstelle zur Anwendung Künstlicher Intelligenz eingerichtet. Mehrere Wissenschaftler und IT-Spezialisten sollen untersuchen, wie die Steuerverwaltung Künstliche Intelligenz einsetzen kann. 

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Praxis der Verdachtsmeldungen

Quelle:
Geldwäscheprävention im Markt

01.09.2017 | SPECIAL Digitalisierung | Ausgabe 9/2017

Geldwäschern auf die Spur kommen

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