Skip to main content
main-content

23.03.2016 | Finanzcontrolling | Im Fokus | Onlineartikel

Mehr Umsatz, mehr Risiko?

Autor:
Sylvia Meier
3 Min. Lesedauer

Das vergangene Wirtschaftsjahr war für die meisten DAX-Konzerne erfolgreich. Die Umsätze sind gestiegen. Doch auch die Risiken nehmen zu.

Die meisten DAX-Konzerne können für 2015 ein Zahlenwerk vorweisen, das sich sehen lässt. Die Umsätze wurden insgesamt um acht Prozent gesteigert auf einen neuen Rekordwert von rund 1,12 Billionen Euro. Dies ergibt eine Analyse der wichtigsten Finanzkennzahlen für die Studie „Entwicklung der Dax-30-Unternehmen im Jahr 2015“ von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Auch der operative Cash-Flow ist um 13 Prozent gestiegen.

Analyse der Finanzkennzahlen 

„Um die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens beurteilen zu können, ist es nicht nur hilfreich, die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung oder die Kapitalflussrechnung zu betrachten. Eine übliche Methode zur Analyse von Unternehmen ist die Berechnung von Finanzkennzahlen“, erklären die Springer-Autoren Thomas Schuster und Leona Rüdt von Collenberg in ihrem Buchkapitel „Finanzkennzahlen und Kennzahlenanalyse“.
Doch wie steht es um die wirtschaftliche Lage der DAX-Konzerne? Sind die Rekordzahlen ein Zeichen für einen Aufschwung?

Schwacher Euro bringt positive Effekte

Bei Experten bleibt der Enthusiasmus trotz der Rekordzahlen verhalten. Denn die positive Entwicklung geht vor allem auf das Konto des schwachen Euros: Viele internationalen Konzerne konnten hier durch die Umrechnung von Auslandseinnahmen in Euro starke Umsatzzuwächse generieren: Von rund 80 Milliarden Euro Umsatzzuwachs sind 46 Milliarden allein durch den Währungseffekt erzielt worden. Der Erfolg basiert also nicht ausschließlich auf der Finanzplanung des Unternehmens, sondern dem schwächelnden Euro. Was sagt das nun über die Finanzlage der Konzerne aus?

Empfehlung der Redaktion

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Langfristige Finanzplanung

Zum Einstieg in das Thema langfristige Finanzierung wollen wir zunächst noch einmal einen genaueren Blick auf die zwei verschieden Finanzierungsmöglichkeiten, die ein Unternehmen hat, eingehen: Finanzierung durch Eigenkapital und Fremdk

Der Blick auf das EBIT

Eine wichtige Information beim Blick auf die die Finanzkennzahlen der DAX-Konzerne erhält man durch das EBIT. Earnings before Interest and Tax, kurz EBIT, wird auch als operatives Ergebnis bezeichnet. Das Kompakt-Lexikon Wirtschaft definiert: „EBIT ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern. Beim Vergleich von Unternehmen aus verschiedenen Ländern bleiben somit steuerliche Einflüsse unberücksichtigt.“ Diese Kennzahl ermöglicht also nicht nur den Vergleich von nationalen Unternehmen. Und hier zeigt sich: Trotz der Erzielung von Rekordumsätzen ging das kumulierte EBIT um fünf Prozent (von 96,5 auf 91,5 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahr zurück. Vor allem die Verluste der Deutschen Bank und E.ON haben sich hier stark ausgewirkt. Denn 20 der 29 untersuchten Unternehmen konnten ihr EBIT gegenüber dem Vorjahr steigern. Lesen Sie hierzu auch: Deutsche Bank wird zum Sanierungsfall.

Bei den meisten Unternehmen sind die erzielten Ergebnisse also zufriedenstellend. Trotzdem warnt Thomas Harms, Partner bei EY: „Wachstum aus eigener Kraft ist derzeit schwierig“.

Auf Krisen vorbereiten

Das Studienergebnis zeigt einmal mehr, dass Zahlen auf den ersten Blick täuschen können. Obwohl die Umsatzentwicklung positiv war für die meisten Unternehmen, blicken viele CFOs mit Sorge in die Zukunft:

  • Wie hätten sich die Zahlen ohne den Währungseffekt entwickelt? 
  • Wie wird sich der Euro in Zukunft entwickeln?
  • Werden die Aktienmärkte (gerade auch in Asien) schwächeln?
  • Wie wird sich der Absturz des Ölpreises in Zukunft bemerkbar machen?

Umso wichtiger wird die Bereitstellung von gut aufbereiteten Daten. Dr. Frank Claassen und Sandra Hohorst stellen bereits in ihrem Beitrag "Den Finanzbereich neu denken" fest: „In Zeiten dynamischer Märkte und volatiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen brauchen Unternehmen einen effizient und effektiv arbeitenden Finanzbereich.“ Im Zusammenhang mit den Studienergebnissen wird deutlich: Unternehmen müssen sich für die Zukunft wappnen. Die Modernisierung des Finanzbereichs ist dabei ein wichtiger Schritt: Ein Unternehmen, das flexibel und effizient auf finanzielle Risiken reagieren kann, ist auch in der Lage, mögliche Krisen abzuwenden. Doch das erfordert Vorbereitung.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.05.2013 | Service | Ausgabe 5/2013

„Gemeinsam mit Erfolg durch volatile Zeiten“

01.02.2015 | Spektrum | Ausgabe 1/2015

Steuerung potenzieller Planabweichungen

Das könnte Sie auch interessieren

26.11.2015 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Was CFOs 2016 auf der Agenda haben

15.01.2015 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Volatile Märkte fordern Controller heraus

03.03.2015 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Unternehmen planen an der Realität vorbei

Premium Partner

    Bildnachweise