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20.05.2019 | Finanzcontrolling | Infografik | Onlineartikel

Mehrzahl der Finanzvorstände fürchtet den Abschwung

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Jeder dritte CFO rechnet mit einer Verschlechterung der Konjunktur. Ein Drittel der Finanzexperten erwartet sogar eine Rezession. Deshalb legen immer mehr Manager Investitionen ihrer Unternehmen auf Eis, so eine aktuelle Umfrage.

Laut des aktuellen CFO Survey Frühjahr 2019 (PDF) der Unternehmensberatung Deloitte haben sich die wirtschaftlichen Perspektiven aus Sicht der rund 1.400 befragten Finanzvorstände in 20 Ländern für die kommenden zwölf Monate eingetrübt. Das gilt sowohl für Deutschland als auch für die gesamte Euro-Zone, die USA und China. Nur 19 Prozent der Chief Financial Officers (CFO) rechnen aktuell mit einer Verbesserung der Konjunktur. Als Ergebnis dieser Prognose wollen nur noch 18 Prozent die Investitionen ihres Unternehmens steigern. Im Frühjahr 2018 waren das noch 47 Prozent. Entschließt sich das Management dennoch zu investieren, dann wird das Kapital allerdings bevorzugt in Deutschland eingesetzt.

Brexit und Handelsstreit sind große Risiken

Eine Reihe politischer Risiken befeuere die Konjunkturabkühlung zusätzlich, erklärt Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte. Hierzu gehören neben dem Brexit vor allem die internationalen Handelsstreitigkeiten. Besonders besorgt hiervon zeigten sich der Studie zufolge CFOs exportorientierter Branchen wie der Automobil- oder Chemieindustrie. Für binnenmarktorientierte Sektoren wie Immobilien oder Handel gelte dieses negative Stimmungsbild hingegen nicht, heißt es in der Studie.

Neben Gefahren für das eigene Unternehmen erwarten die Befragten auch eine Vielzahl von Risiken, die die Weltwirtschaft als Ganzes betreffen. So hält jeder achte CFO einen Anstieg des Protektionismus und Populismus für realistisch. 58 Prozent der Finanzmanager hält es für wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich, das Cyber-Kriminelle sein Unternehmen sowie Regierungen angreifen.

Gut auf Abschwung vorbereitet

Doch trotz der deutlich eingetrübten Aussichten glauben mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten, auf die konjunkturelle Abkühlung gut vorbereitet zu sein. 21 Prozent der Teilnehmer sehen ihr Unternehmen sogar sehr gut auf eine schlechtere Wirtschaftslage eingestellt. Allerdings hat nur eine Minderheit (35 Prozent) der Befragten einen konkreten Aktionsplan für ein Ende des Booms in der Schublade. Als probates Mittel im Falle eines Abschwungs geben 43 Prozent die Anpassung der Kreditlinien an. Weitere Maßnahmen auf den Agenden der Finanzvorstände sind 

  • die Verbreiterung der Geschäftstätigkeit auf neue Kundengruppen, Regionen oder Marktsegmente (42 Prozent), 
  • die stärkere Nutzung fortgeschrittener Technologien zur Effizienzsteigerung (38 Prozent) 
  • und der Abbau von Schulden (34 Prozent).

Mit Risikomanagement vorbeugen

Auf jeden Fall sollten sich Unternehmen mit einem Risikomanagementsystem auf verschiedene Szenarien vorbereiten, um im Ernstfall die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das schreiben die Springer-Autoren Werner Gleißner, Remmer Sassen, Maximilian Behrmann im Buchkapitel "Kritische Schwächen der aktuellen Ausgestaltung von Risikomanagementsystemen" (Seite 9). Sie erklären: "Bei einer nicht sicher vorhersehbaren Zukunft ist es für die Unternehmensführung offensichtlich bedeutsam, Chancen und Gefahren (Risiken), die Planabweichungen auslösen können, zu kennen und im Entscheidungskalkül adäquat zu berücksichtigen." Die Qualität des Risikomanagements und der Umfang der fundamentalen Unternehmensrisiken sei für Erfolg und Wertentwicklung der Unternehmen bedeutend und positiv. 

Gerade mittelständische Unternehmer, die den Großteil ihres Vermögens im eigenen Unternehmen investiert haben, erreichen einen Vorteil durch die Berücksichtigung unternehmensspezifscher Risiken", so Gleißner, Sassen und Behrmann auf Seite 11. 

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