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27.09.2017 | Finanzcontrolling | Im Fokus | Onlineartikel

Drohende Insolvenz schneller erkennen

Autor:
Gerke Dunkhase

Trotz anhaltend guter Konjunktur und immer weniger Pleiten: Wenn Unternehmensfinanzen in die Schieflage geraten, sollten Firmenchefs schnell handeln.

Die Anzahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist weiter rückläufig. Von Januar bis Juni 2017 mussten 10.427 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das meldet die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Minus von 5,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2017 rechnet Crif Bürgel mit 21.000 Firmenpleiten. Dies wäre die niedrigste Zahl seit dem Jahr 2009, in dem mehr als 33.000 Firmen Insolvenz angemeldet haben.

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Bezogen auf die einzelnen Bundesländer geht die rote Laterne in Sachen Firmenpleiten an Bremen. Im ersten Halbjahr 2017 gab es in der Hansestadt 51 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, gefolgt von Berlin und Nordrhein-Westfalen mit 49 beziehungsweise 47 Pleiten je 10.000 Unternehmen. Die wenigsten Insolvenzen mit jeweils 21 auf 10.000 Unternehmen waren in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen zu verzeichnen.

Fehlendes Controlling ist die wichtigste Insolvenzursache

Die derzeit rückläufige Entwicklung bei Firmeninsolvenzen ist auf das stabile wirtschaftlich Umfeld in Deutschland zurückzuführen. Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre hat bei vielen Unternehmen dafür gesorgt, dass sie ihre Eigenkapitalquote verbessern konnten, erklärt Crif Bürgel Geschäftsführerin Ingrid Riehl: "Dadurch erhöhen die Firmen ihre finanzielle Stabilität und sind resistenter gegen kleinere Unternehmenskrisen". Nichtsdestotrotz schließen – statistisch gesehen – Tag für Tag in Deutschland mehr als 50 Unternehmen aufgrund finanzieller Probleme die Tore. Prominente Beispiele im Jahr 2017 sind das Luftfahrtunternehmen Air Berlin, Solar World oder die Handelskette Butlers. 

Die häufigsten Insolvenzursachen beschreibt Springer-Autor Jürgen Staab im Buch "Die 7 häufigsten Insolvenzgründe vermeiden". Diese sind

  1. Fehlendes Controlling, fehlende Unternehmensplanung
  2. Finanzierungslücken
  3. Unzureichendes Debitorenmanagement
  4. Autoritäre, rigide Führung
  5. Ungenügende Transparenz und Kommunikation
  6. Investitionsfehler
  7. Falsche Produktionsplanung

Wenn Unternehmen in Schieflage geraten, ist einer der wichtigsten Ansprechpartner in der Regel die Hausbank. "In einem guten Bankengespräch sollte man vorbereitet sein", rät Springer-Autor Stefan Behringer, Präsident und Professor an der Nordakademie, Hochschule der Wirtschaft, in einem Beitrag für die Zeitschrift Return (Seite 69):  "Man ist immer in einer besseren Verhandlungsposition, wenn man unangenehme Dinge zuerst anspricht. Banken finden im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehung sowieso heraus, dass sich eine Krise einstellt. Es zeugt nicht gerade von guter Management-Leistung, wenn die Bank negative Entwicklungen vor den Managern des Unternehmens erkannt hat."

KMUs sind besonders von Insolvenzen betroffen

Die meisten Firmenpleiten gehen auf das Konto von kleinen und mittleren Unternehmen: 97,9 Prozent der im ersten Halbjahr 2017 verzeichneten Insolvenzen entfielen laut dem Bericht von Crif Bürgel auf Firmen mit weniger als 51 Mitarbeitern. Dabei ließen sich viele Pleiten verhindern, meint Attila von Unruh, Gründer und Geschäftsführer von Team U, einer Beratungsgesellschaft, die sich auf Krisen- und Sanierungsberatung spezialisiert hat, im Return-Interview (Seite 65):

"Gut 95 Prozent der über 13.000 Menschen, die wir bisher in Krisen berieten, sagen, dass sie zu lange mit der Suche nach Hilfe gezögert haben. (…) Je früher Unternehmer aktiv werden, desto größer die Turnaround-Chancen. Wir glauben, dass sich über die Hälfte aller Insolvenzen kleinerer und mittlerer Unternehmen in Deutschland verhindern ließen, wenn die Chefs früher aktiv würden und sich professionelle Beratung holten."

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