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16.10.2017 | Finanzcontrolling | Nachricht | Onlineartikel

Viele Steuerabteilungen bleiben bei der Digitalisierung außen vor

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen hat bereits eine Digitalisierungsstrategie entwickelt. Doch nur wenige denken dabei auch an ihre Steuerfachabteilungen.

Die Digitalisierung schreitet auch in Wirtschaftsunternehmen unaufhaltsam voran. Doch nur 22 Prozent von 1.180 Führungskräften aus den Steuerabteilungen großer Unternehmen, die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) für eine Studie befragt wurden, ziehen dabei auch ihre eigene Abteilung fachlich hinzu. Ebenso hapert es bei der Digitalisierung der eigenen Arbeit: 78 Prozent der Firmen wickeln auch einfache Arbeitsprozesse noch nicht digital ab und nutzen großteils manuelle Prozesse. Dabei ließen sich beispielsweise Compliance-Managementsysteme leichter installieren, wenn Prozesse automatisiert sind. Derzeit setzen 28 Prozent die Digitalisierung für das Country-to-Country-Reporting ein. Künftig möchten immerhin 72 Prozent der Steuerabteilungen zumindest ihre Standardprozesse stärker automatisieren, wie die Ergebnisse der EY-Studie "Digitalisierung hält Einzug in die Steuerabteilung" zeigen.  

Potenzial nicht ausreichend genutzt

Rund drei Viertel der Entscheider kennen zudem nicht die Chancen, die eine Digitalisierung bei internationalen Fragen bietet. 79 Prozent der befragten Führungskräfte sehen sich inzwischen mit digitalen Fragestellungen konfrontiert. 2016 waren es nur 64 Prozent. 

  • 85 Prozent der Befragten halten es beispielsweise für vorteilhaft, steuerlich relevante Daten zentral zu verwalten. 
  • Durchschnittlich 90 Prozent der Entscheider geben jedoch an, Digitalisierung noch nicht in der Steuerplanung einzusetzen, 
  • 61 Prozent nutzen sie dagegen bereits bei der Steuerdeklaration.

"Das Know-how der Steuerabteilung wird bei neuen digitalen Services meist nicht genutzt. Unternehmen konzentrieren sich auf Innovationen, übersehen dabei aber häufig zentrale steuerliche Auswirkungen", sagt Florian Buschbacher, Partner Tax Technology & Analytics Leader EMEIA bei EY. Um den Digitalisierungszug nicht zu verpassen, müssten die Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem kräftig investieren. So müssten Steuerabteilungen, die bereits jetzt schon über ein Budget für Digitalisierungsmaßnahmen verfügen, ihre Investitionen um 340 Prozent steigern. Dabei spielen auch die veränderten regulatorischen Anforderungen eine Rolle, denn die Finanzbehörden verlangen einen automatisierten Datenaustausch über den Standard Audit File (SAF-T) zur Datenübermittlung.

Um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern, müssen Unternehmen laut EY-Experte Buschbacher vor allem ihr Silodasein aufgeben, die Steuerabteilung durchlässiger gestalten und stärker im Unternehmen vernetzen. Zudem sollten neue Geschäftsmodelle schon früh auf etwaige steuerliche Konsequenzen hin geprüft werden.

 

 

 

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Quelle:
Der Weg aus der Digitalisierungsfalle

01.06.2017 | Forum | Ausgabe 6/2017

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