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30.11.2017 | Finanzen | Infografik | Onlineartikel

Deutsche sind Vorsorgemuffel

Autor:
Eva-Susanne Krah

Beim Sparen, der Altersvorsorge und in Sachen Finanzwissen gibt es europaweit bei Kunden noch viel Nachholbedarf. Das zeigen Untersuchungen zu Finanzen und Sparverhalten.

Viele Europäer sehen ihre eigene finanzielle Situation kritisch, doch diese variiert durchaus je nach Branche. So beurteilen Befragte aus der IT und dem Finanzwesen, ihre eigene finanzielle Situation mit 46 und 42 Prozent als sehr gut. Doch nur 29 Prozent haben monatlich noch etwas für Rücklagen übrig. Das zeigen Ergebnisse der "Schuldenweltenstudie" des Forderungsmanagement-Spezialisten Kruk, für die Verbraucher in sieben europäischen Ländern befragt wurden. Die Hälfte der Befragten hat nur Ersparnisse in Höhe von drei Monatsgehältern oder weniger auf der hohen Kante. Dennoch sind Vertretern aus der Finanzbranche, der IT und aus dem Gesundheitswesen die eigene finanzielle Absicherung mit 67, beziehungsweise 62 und 60 Prozent deutlich wichtiger als anderen Befragten. Doch nur 50 Prozent der Studienteilnehmer verfügen überhaupt über einen langfristigen Sparplan. Nur sechs Prozent der Europäer haben keine Geldsorgen.

In Deutschland sieht es nur wenig besser aus

Auch Deutsche sind, obwohl als Sparnation bekannt, eher zurückhaltend, wenn es um die Finanzen geht. Zwar sparen Vertreter aus dem Finanzsektor mit 51 Prozent am fleißigsten. Doch insgesamt verfügen sie über zu wenig Wissen über Finanzen und Altersvorsorge. Das zeigt sich zum Beispiel beim Thema Rente. Eine Online-Befragung der Private Equity-Gesellschaft RWB Group deckt hierzu auf: 

  • 70 Prozent der Deutschen kennen ihr mögliches eigenes Rentenniveau im Jahr 2030 nicht. 
  • Jeder vierte Studienteilnehmer ab 18 Jahren schätzt es teilweise um bis zu 30 Prozentpunkte zu hoch ein. 
  • In der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen wissen 80,5 Prozent nicht, wie hoch das Standardrentenniveau im Jahr 2030 voraussichtlich sein wird.

Ein Grund hierfür könnte sein, dass für junge Menschen "das Rentenalter noch weit weg und der finanzielle Spielraum zur Vorsorge oft knapp" ist, sagt Norman Lemke, Vorstand und Gründer RWB Group. Dabei gelten möglichst lange Anlagezeiträume als besonders sinnvoll aufgrund des Zinseszinseffektes. 

Je höher die Nettobezüge, desto besser das Finanzwissen

Aber auch die Nettohaushaltseinkommen haben laut der Studie einen Einfluss auf die Finanzkenntnisse der Deutschen: Während Befragte mit einem Nettoeinkommen in Höhe von 1.500 Euro oder weniger wissen, wie hoch ihre staatliche Rente einmal sein wird, verdoppelte sich mit einem zweimal so hohen Nettoeinkommen auch der Anteil derer, die in Sachen spätere Rentenbezüge gut informiert sind. 

Christina E. Bannier und Dennis Sinzig, Autoren des Beitrags "Finanzwissen und Vorsorgesparverhalten" in der Zeitschrift ZfBf, Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung (Ausgabe 4/2017) haben dazu herausgefunden, dass "ein hohes objektives und subjektives Finanzwissen zu substantiellen Vorsorgesteigerungen führt." Dies gelte insbesondere in der Altersvorsorge von Frauen. Andreas Oehler, Mitautor des Springer-Buchs Finanzen und Altersvorsorge", betont jedoch, dass Altersvorsorge immer komplexer wird und Verbraucher daher einen hohen Informationsbedarf für die Analyse ihrer eigenen wirtschaftlichen und finanziellen Situation haben. Sein Auftrag an die Finanzbranche lautet: "Verkäufer, Berater oder Vermittler könnten hier helfen, die vorhandenen Lücken zu schließen und Entscheidungshilfe zu leisten."

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2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
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