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05.09.2017 | Finanzen | Nachricht | Onlineartikel

Deutsche Geldhäuser hinken bei der Profitabilität hinterher

Autor:
Barbara Bocks

Von den Erträgen vor der Finanzkrise sind deutsche Kreditinstitute weiterhin weit entfernt. Dieses Problem haben viele Institute weltweit. Sie lösen es aber mit unterschiedlichem Erfolg.

Um die Profitabilität von deutschen Banken und Sparkassen ist es, insbesondere perspektivisch, nicht gut bestellt. Die befragten Kreditinstitute einer Umfrage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und Bundesbank gaben an, dass sie in fünf Jahren mit einem um neun Prozent gesunkenen Jahresüberschuss vor Steuern rechnen. Für die Studie, die Ende August veröffentlicht wurde, haben die Behörden rund 1.500 kleine und mittelgroße Kreditinstitute befragt. Zusammen bilden sie knapp 88 Prozent des deutschen Bankenmarktes ab. Da die Institute gleichzeitig von einem Bilanzwachstum ausgehen, entspräche dies laut der Studie einem Rückgang ihrer Gesamtkapitalrentabilität um 16 Prozent.

Weniger Filialen, trotzdem weniger Effizienz

Auch im europäischen Vergleich liegt die Profitabilität der deutschen Institute mit einem Gewinn in Höhe von 153 Euro pro Kunde weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt, heißt es in einer Studie der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney. Entscheidend bei deutschen und österreichischen Privatkundenbanken sei weiterhin die Kosteneffizienz. Die Geldinstitute beider Länder bilden hier europaweit das Schlusslicht in der Studie. 14 Prozent der deutschen Geldhäuser hätten zwar in den vergangenen Jahren den Filialen abgebaut. Doch Länder wie Großbritannien seien mit 30 Prozent hier wesentlich effektiver. Trotz dem insgesamt positiven wirtschaftlichem Umfeld bleibt es laut den Experten des Beratungshauses gerade im europäischen Privatkundengeschäft schwierig für Banken, nachhaltig Erträge zu erwirtschaften. Aufgrund der niedrigen Zinsmarge sank der durchschnittliche jährliche Ertrag pro Kunde um drei Prozent auf 633 Euro. Zusätzlich stieg die Risikovorsorge der Kreditinstitute um 20 Prozent, insbesondere in Portugal und Österreich. 


"Die deutschen Privatkundenbanken müssen sich noch stärker auf strukturelle Verbesserungen konzentrieren und die Chancen ihres positiven Wirtschaftsumfelds nutzen", sagt Mischa Koller, Manager für Financial Services bei A.T. Kearney und Co-Autor der Studie. 

Vorbild USA

In Bezug auf ihre Profitabilität können sich europäische Banken, spätestens nach Ende der Finanzkrise, von ihren amerikanischen Pendants eine Scheibe abschneiden. Das hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young berechnet. Im Vergleich der Jahre 2015 und 2016 sank der Nettogewinn bei europäischen Geldhäusern um 20 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro, während er bei amerikanischen Instituten um fünf Prozent auf insgesamt 116 Milliarden Euro angestiegen ist. Die Eigenkapitalrendite europäischer Banken fiel im Jahr 2016 mit knapp drei Prozent äußerst mager aus im Vergleich zu 10,1 Prozent bei der US-Konkurrenz.

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