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12.08.2019 | Finanzen | Im Fokus | Onlineartikel

Deutsche wollen mehr Finanzbildung in der Schule

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Kinder und Jugendliche sollen besser in der Schule auf alltägliche Finanzfragen vorbereitet werden, so eine aktuelle Umfrage. Auf den Stundenplan gehören Themen wie Rente, Verträge und Finanzprodukte.

Zum Schulstart befragte das Fintech Weltsparen mehr als 2.000 Deutsche in einer repräsentativen Online-Erhebung nach ihrer Meinung zur Finanzbildung in der Bevölkerung. Ihr Urteil in Schulnoten:

  • "Sehr gut" und "gut" sagen fünf Prozent,
  • 28 Prozent würden ein "befriedigend" geben,
  • 30 Prozent sind für "ausreichend",
  • 22 Prozent für "mangelhaft" und
  • vier Prozent plädieren für "ungenügend"

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Modelltheoretische Überlegungen zur Wissenskooperation zwischen Privatkunden und Bank

Kapitel 6 entwickelt ein Kooperationsmodell, das einen interaktiven Wissensaustauschprozess zwischen Privatkunden und Kreditinstitut zur Generierung von dynamischen Fähigkeiten seitens der Bank bzw. zur Herausbildung von Finanzkompetenzen durch die Kunden initiieren soll.

Eigenes Finanz-Know-how wird besser eingeschätzt

Bei der Einschätzung des eigenen Finanzwissens sehen die Bewertungen allerdings deutlich besser aus. Drei Prozent der Teilnehmer geben sich ein "sehr gut" und damit die Schulnote eins. 21 Prozent glauben, ihr Finanz-Know-how sei mit "gut” richtig bewertet. Dieses Ergebnis liegt 19 Prozent über der Einschätzung für die Gesamtbevölkerung. Jeweils ein Drittel bewertet das eigene Wissen in Gelddingen als "befriedigend" oder "ausreichend". Für "mangelhaft“ halten 13 Prozent ihre Finanzbildung und immerhin drei Prozent für "ungenügend".

Interessant: Männer glauben in Finanzdingen besser Bescheid zu wissen als Frauen. Während sich von den männlichen Befragten 28 Prozent die Schulnoten eins und zwei geben, sind es bei den weiblichen Teilnehmern nur 19 Prozent. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine aktuelle Analyse der Union Investment. Laut dieser bewertet jeder zweite Mann (54 Prozent) sein Finanzwissen als "gut" oder "sehr gut". Unter den Frauen sind es dagegen nur ein knappes Drittel (31 Prozent). 

Ein solides alltagstaugliches Finanzwissens soll nach Meinung von Nicolas Edling Menschen befähigen, sich selbst finanzielle Ziele zu stecken und diese auch zu erreichen. Im Buchkapitel "Finanzielle Selbstbestimmung – Worum geht es?" konstatiert er:

Der Hauptgrund für Geldprobleme ist nämlich fehlendes Wissen im Finanzbereich und hieraus resultierende negative Geldgewohnheiten. Bessere finanzielle Bildung führt zu einer besseren finanziellen Lebenssituation."

Finanzbildung gehört in die Schule

So gehört auch für 60 Prozent der Studienteilnehmer Finanzwissen auf den schulischen Lehrplan. Allerdings ist das Verhältnis nicht überall in der Bundesrepublick gleich. Während sich beispielsweise sieben von zehn Bayern mehr Finanzbildung in Schulen wünschen, sind es im Saarland nur vier. 17 Prozent der Befragten sind sogar der Ansicht, "dass die Aufklärung über Finanzen eine Privatangelegenheit jedes Einzelnen sei und weniger ein gesellschaftlicher Auftrag, der bereits allen Schülern vermittelt werden sollte". Diese Einstellung steige mit zunehmendem Haushaltsnettoeinkommen prozentual an. Dass sich auch Unternehmen für eine bessere Bildung zu Finanzthemen stark machen, will dagegen nur jeder zehnte Studienteilnehmer.

Doch egal ob schulische Bildungsoffensive oder privates Engagement: Wer heute Finanzdienstleistungen nutzen will, braucht entsprechende Kompetenzen, meint Nadine Mayer im Buchkapitel "Der Finanzentscheidungsprozess von Privatkunden im Spannungsfeld dynamischer Umfeldveränderungen". Die Springer-Autorin schreibt auf Seite 110:

Die veränderte Bedeutung von Finanzdienstleistungen für die finanzielle Teilhabe zur Befriedigung immer komplexer und dynamischer werdender Bedürfnisse und Präferenzen in einer dynamischen sozioökonomischen Umwelt stellt Privatkunden vor neuartige Herausforderungen."

Diese bedürfen laut Mayer einer sogenannten Finanzkompetenz, "die als spezielle Verbraucherkompetenz auf die Befähigung zu einem adäquaten, das heißt bedürfnisorientierten Umgang mit Geld (…) abzielt". Allerdings offenbarten verschiedene Studien zum Finanzwissen in Deutschland Defizite "in nahezu allen Altersgruppen der Bevölkerung". Dazu gehörten Jugendliche, junge Erwachsene sowie Erwachsene, "die sowohl Grundzusammenhänge, wie zum Beispiel das Konzept der Inflation, einschließen, sich aber auch auf spezifische Themenbereiche, wie die Charakteristika bestimmter Geldanlageformen, beziehen können", erklärt die Autorin auf Seite 113.

Hitliste der Finanzthemen

Zu den Top-Themen, für die sich die Umfrageteilnehmer mehr Bildung wünschen, gehören:

  • Rente (61 Prozent),
  • Steuern (59 Prozent),
  • Verträge (50 Prozent),
  • Finanzprodukte (48 Prozent) und
  • Miete (33 Prozent).

Buchhaltung und Betriebswirtschaftslehre wünschen sich jeweils nur 24 Prozent als Unterrichtsstoff.


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