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Über dieses Buch

Die Bestimmung der optimalen Finanzierungsweise von Unternehmen zählt zu den Kernproblemen der Betriebswirtschaftslehre. Im Gegensatz zu den meisten anderen Werken folgt dieses Buch konsequent einer funktionsorientierten Sichtweise und bietet einen systematischen Überblick über die Finanzierungsformen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Problemstellung und Aufbau des Buches

Zusammenfassung
Unternehmer benötigen liquide Mittel, um ihre Geschäftsideen in konkrete Investitionsprojekte umzusetzen. Diese Mittel können zum einen vom jeweiligen Unternehmer selbst stammen. Wenigstens für den Fall, dass die Anfangsausstattung des Unternehmers an liquiden Mitteln nicht ausreicht, um die für die geplanten Investitionen erforderlichen anfänglichen Auszahlungen voll abzudecken, wird die Hinzunahme weiterer Kapitalgeber erforderlich. Aber auch andere Motive wie etwa das der Risikoteilung können einen Unternehmer grundsätzlich zur Beteiligung weiterer Kapitalgeber an der Projektfinanzierung bewegen. Sofern ein Unternehmer weitere Kapitalgeber hinzuzieht, wird auf diese Weise zwischen ihm und den Kapitalgebern eine Finanzierungsbeziehung begründet. Eine derartige Finanzierungsbeziehung kann auf vielfältige Weise durch die beteiligten Parteien entsprechend ihren Vorstellungen und Rahmenbedingungen ausgestaltet werden. Ziel im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Finanzierungstheorie ist es letzten Endes, Empfehlungen für optimale unternehmerische Finanzierungsentscheidungen herzuleiten.
Wolfgang Breuer

II. Finanzierungsformen und Kapitalbedarfsrechnungen

Zusammenfassung
Bevor ab dem dritten Kapitel eine Diskussion der Motive für den Einsatz verschiedener Finanzierungsformen erfolgen kann, werden im vorliegenden Kapitel zunächst verschiedene Finanzierungsformen in systematischer Weise erörtert. Im Abschnitt 1 wird der zentrale Begriff des Finanzierungstitels eingeführt. Ferner werden Eigenschaften von Finanzierungstiteln in allgemeiner Weise beschrieben. Abschnitt 2 diskutiert auf dieser Basis idealtypische Beteiligungs- und Forderungstitel als Ausdruck herkömmlicher Eigen- und Fremdfinanzierung. Ferner wird dargelegt, dass die von Unternehmen gewählte Kombination von Eigen- und Fremdfinanzierung schon in Abhängigkeit der jeweiligen Branche starken Schwankungen unterworfen ist. Dies kann als ein erster Hinweis darauf interpretiert werden, dass Unternehmen ihren Finanzierungsentscheidungen eine gewisse Bedeutung beimessen und gezielt auf ihre eigenen Charakteristika und die jeweiligen Umweltbedingungen reagieren.
Wolfgang Breuer

III. Die Transformationsfunktion der Unternehmensfinanzierung

Zusammenfassung
Grundsätzlich ist es mit der Ermittlung des Kapitalbedarfs einer Unternehmung natürlich nicht getan. Denn in der Regel gibt es verschiedene Möglichkeiten, den unternehmerischen Kapitalbedarf zu decken, und es stellt sich deswegen die Frage, welche der möglichen Finanzierungsformen als beste anzusehen ist.
Wolfgang Breuer

IV. Keine Transformationsfunktion bei vollkommenem Kapitalmarkt: Das Irrelevanztheorem

Zusammenfassung
Der Beitrag von Modigliani und Miller aus dem Jahre 1958 wird in der Literatur häufig als Beginn der modernen Finanzierungstheorie schlechthin bezeichnet. Tatsächlich kann die Bedeutung dieses Beitrags für alle nachfolgenden Diskussionen finanzierungstheoretischer Fragen kaum überschätzt werden.
Wolfgang Breuer

V. Unternehmensfinanzierung und die Kanalisierung von Zahlungsströmen

Zusammenfassung
Gemäß der Diskussion des Theorems von der Irrelevanz unternehmerischer Finanzierungsentscheidungen für den Marktwert der betreffenden Unternehmung soll als erster Ansatzpunkt für eine Begründung der Relevanz von Finanzierungsmaßnahmen im Lichte der Ausführungen von Modigliani und Miller (1958) auf die Konsequenzen finanzierungsabhängiger Steuern und Insolvenzkosten eingegangen werden. Zu diesem Zweck erfolgt im Abschnitt 1 zunächst eine kurze Beschreibung der hiermit verbundenen Grundidee zur Erklärung optimaler unternehmerischer Finanzierungsentscheidungen. Im Kern geht es darum, Zahlungen möglichst auf die Inhaber der Finanzierungstitel zu kanalisieren, also „Abflüsse“ an andere Beteiligte zu vermeiden, da diese für etwaige Zahlungen nicht in gleicher Weise Kaufpreise leisten wie die Erwerber von Finanzierungstiteln. Deswegen soll hierbei von der Kanalisierungsfunktion der Unternehmensfinanzierung gesprochen werden.
Wolfgang Breuer

VI. Unternehmensfinanzierung und Informationsübermittlung

Zusammenfassung
Die Irrelevanzergebnisse des vierten Kapitels basierten entscheidend auf der Annahme gegebener stochastischer Einzahlungsüberschüsse und damit – bei Abstraktion von finanzierungsabhängigen Steuern und Insolvenzkosten – eines gegebenen Investitionsprogramms der Unternehmung. Zulässig war diese Annahme wegen der Voraussetzung eines vollkommenen Kapitalmarktes, auf dem die externen Kapitalgeber die stochastischen Eigenschaften aller Investitionsmöglichkeiten kennen und Unternehmensleitung und externe Kapitalgeber sich kooperativ auf ein bestimmtes Investitionsverhalten einigen können. Für dieses gegebene Investitionsprogramm war sodann noch die optimale, das heißt marktwertmaximierende, Finanzierungsweise zu bestimmen.
Wolfgang Breuer

VII. Unternehmensfinanzierung und Verhaltensbeeinflussung der ersten Art

Zusammenfassung
Ungefähr zeitgleich mit den ersten Beiträgen zu Hidden-information-Problemen im Zusammenhang mit unternehmerischen Finanzierungsentscheidungen erschienen die ersten Ansätze, in denen Hidden-action-Probleme unternehmerischer Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen analysiert wurden. Als bahnbrechend lassen sich hierbei insbesondere die Arbeiten von Jensen und Meckling (1976) und Myers (1977) bezeichnen. Konkret wurde geprüft, inwiefern verschiedene Finanzierungsformen unterschiedliche Verhaltensweisen der Geschäftsführung einer Unternehmung bedingen können. Damit solch eine Interdependenz zwischen Finanzierungsform und Verhaltensweise des Managements einer Unternehmung auftreten kann, muss vorausgesetzt werden, dass das Management grundsätzlich eigennützig handelt, die Interessen der Kapitalgeber der Unternehmung unmittelbar für die Unternehmensleitung also bedeutungslos sind, und ferner die betreffenden Verhaltensweisen der Geschäftsleitung nicht durch die Kapitalgeber beobachtet und damit direkt beeinflusst werden können.
Wolfgang Breuer

VIII. Unternehmensfinanzierung und Verhaltensbeeinflussung der zweiten oder dritten Art

Zusammenfassung
Wie bereits zum Ende des vorhergehenden Kapitels angedeutet, erkannte man Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts, dass Finanzierungsmaßnahmen insbesondere auch dazu genutzt werden können, sich gegenüber Konkurrenten auf den Absatzmärkten glaubwürdig an bestimmte Verhaltensweisen zu binden. Aus diesem Gedanken ergibt sich eine Reihe interessanter Implikationen, auf die im folgenden Abschnitt 1 unter dem Stichwort „Verhaltensbeeinflussung der zweiten Art“ (in Abgrenzung von der „Verhaltensbeeinflussung der ersten Art“ des Kapitels VII) durch unternehmerische Finanzierungsmaßnahmen kurz eingegangen wird.
Wolfgang Breuer

IX. Beschränkte Kapitalgeberrationalität und Transformationsfunktion der zweiten Art

Zusammenfassung
Der Begriff „Behavioral Finance“ scheint zurzeit in aller Munde zu sein. In kaum einer anderen ökonomischen Teildisziplin hat die Idee, beschränkte Rationalitäten von Entscheidungsträgern zu berücksichtigen, so viel Niederschlag gefunden wie in der betrieblichen Finanzwirtschaftslehre. Den Ausgangspunkt bilden dabei die Erkenntnisse von zahlreichen empirischen Untersuchungen, nach denen menschliches Verhalten systematisch gegen die Rationalitätspostulate des Bernoulli-Prinzips, also der Erwartungsnutzenmaximierung, verstößt. Dies führt konsequenterweise zu diversen „Verhaltensanomalien“, die nicht mit den Schlussfolgerungen aus dem Bernoulli-Prinzip in Einklang stehen und sich daher auch nicht durch diese erklären lassen. Wohl aber können Marktteilnehmer, deren Aktivitäten nicht solcherlei Mängel beschränkter Rationalität aufweisen, genau diese Verhaltensanomalien zu ihren Gunsten ausnutzen. Erklärung und Ausnutzung von Anomalien im Verhalten beschränkt rationaler Anleger auf den Sekundärmärkten für Finanzierungstitel bilden daher den hauptsächlichen Fokus der Behavioral-Finance-Literatur.
Wolfgang Breuer

X. Finanzierungstitel und Finanzierungsfunktionen: Eine qualitative Würdigung

Zusammenfassung
Mit dem vorhergehenden Kapitel ist die Präsentation der verschiedenen Funktionen der Unternehmensfinanzierung abgeschlossen. In dem abschließenden Kapitel dieses Lehrbuchs soll nunmehr dargelegt werden, wie man auf Basis der Finanzierungsfunktionen eine auch praktisch bedeutsame qualitative Wertung der verschiedenartigsten Instrumente vornehmen kann. Quantitative Analysen mit grundlagentheoretischem Charakter, wie sie zum Teil in den vorhergehenden Kapiteln dargelegt worden sind, bleiben davon unbenommen. Praktisch relevante quantitative Betrachtungen indes sind – wie erläutert – zurzeit im Wesentlichen noch auf steuerliche Aspekte begrenzt. Eine stärkere Orientierung an Aspekten beschränkter Rationalität im Rahmen der Transformationsfunktion der zweiten Art freilich mag in Zukunft zu einer Änderung dieser Einschätzung führen. Gleichwohl sind die Entwicklungen hierbei noch zu sehr im Fluss, als dass man im Rahmen des vorliegenden einführenden Lehrbuchs hierauf in größerem Umfang als im Kapitel IX angedeutet eingehen könnte. Aus diesem Grunde beschränken wir uns zum Abschluss dieses Lehrbuchs auf eine rein qualitative Analyse.
Wolfgang Breuer

XI. Abschließende Würdigung

Zusammenfassung
Gegenstand dieses Lehrbuchs war es, in die Theorie der Unternehmensfinanzierung einzuführen. Die besondere Problematik dieser Fragestellung ergibt sich daraus, dass bei vollkommenem Kapitalmarkt sämtliche unternehmerischen Finanzierungsentscheidungen als gleichwertig erscheinen, echte Finanzierungs„probleme“ sich daher nur bei Vorliegen von Kapitalmarktunvollkommenheiten stellen. Während aber der vollkommene Kapitalmarkt wohldefiniert ist, ist es der unvollkommene infolge der Vielfalt der möglichen Spielarten von Unvollkommenheiten nicht. Es gibt deswegen nicht „das“ Modell des unvollkommenen Kapitalmarkts und damit auch nicht „die“ Theorie der Unternehmensfinanzierung bei Kapitalmarktunvollkommenheit. Vor diesem Hintergrund haben alle theoretischen Beiträge zur Analyse unternehmerischer Finanzierungsentscheidungen stets einen ausgeprägt kasuistischen Charakter.
Wolfgang Breuer

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