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21.02.2018 | Finanzierung | Nachricht | Onlineartikel

Crowdfunding-Allianzen deutscher Banken nehmen zu

Autor:
Barbara Bocks

Immer mehr Kreditinstitute planen, sich bei Crowdfinanzierungen zu engagieren, entweder über Kooperationen oder Zukäufe von Fintechs. Jüngstes Beispiel ist Lendico.

Kurz nach der Bekanntgabe der Partnerschaft der Consorsbank mit Exporo, einem Immobilien-Crowdfinanzierer Mitte Februar 2018, hat die ING Deutschland, Muttergesellschaft der ING-Diba, am 19. Februar 2018 bekanntgegeben, die E-Commerce Holding II S.à.r.l. sowie die zugehörigen Unternehmen, darunter Lendico Deutschland, zu erwerben. Beide Transaktionen verfolgen das gleiche Ziel wie bei der Commerzbank – das Kreditgeschäft mit Unternehmen über alternative Finanzierungswege zu stärken. Das Institut hatte bereits im Juni 2016 ihre eigene Plattform "Main Funders" gegründet, um mittelständischen Unternehmen Crowdfunding anzubieten. Die Kaufabsicht der ING Deutschland wurde bereits dem Bundeskartellamt zur Prüfung gemeldet, heißt es bei der Direktbank.

"Mit dem Erwerb gewinnen wir die Zielgruppe der kleinen und mittleren Unternehmen hinzu“, sagt Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING-Diba, Head of ING Germany, Austria & Czech Republic. "Wir sind überzeugt, dass Lendico mit seinem digitalen, sehr effizienten Geschäftsmodell unserer Unternehmensstrategie sehr gut entspricht und wir zusammen stärker wachsen können,“ kommentiert er die Pläne. Auf Anfrage von Springer Professional wollten sowohl die ING-Diba als auch Lendico, "bis zum Ende der Prüfung durch das Bundeskartellamt keine weiteren Details kommunizieren".

B2B-Kreditmarktplätze werden ernst genommen

"Die Tatsache, dass eine führende deutsche Bank einen B2B-Kreditmarktplatz kauft, zeigt, dass dieses Segment der Fintech-Branche auch hierzulande langsam ernst genommen wird“, sagt Thorsten Seeger, Geschäftsführer Deutschland bei Funding Circle, einem weiteren Online-Marktplatz für Unternehmensfinanzierungen. "Wenn eine der innovativsten Banken Deutschlands in das digitale B2B-Lending-Business einsteigt, heißt das, dass sie an dieses Geschäftsmodell glauben – und diese Entwicklung ist ein sehr positiver Impuls, sowohl für die gesamte Finanzwelt, als auch den deutschen Mittelstand“.

Für einen Kredit über Lendico müssen Unternehmen laut Angaben des Anbieters folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Firma muss im Handelsregister eingetragen sein und ein angemeldetes Gewerbe mit Unternehmenssitz in Deutschland betreiben.
  • Firmen müssen nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) bilanzieren und seit mehr als zwei Jahren operativ tätig sein.
  • Der durchschnittliche Umsatz der vergangenen beiden Geschäftsjahre muss bei mindestens 50.000 Euro pro Jahr liegen.

"Es gibt selbstverständlich noch viel zu tun, um alternative Finanzierungsmethoden auch in Deutschland zu etablieren und den Kreditzugang kleinen und mittelständischen Unternehmen zu erleichtern“, glaubt Seeger. Es werde sich zeigen, welche Wirkung die Lendico-Übernahme durch ING-Diba haben wird und ob daraus auch innovative Impulse für die Banking- und Unternehmerwelt entstehen werden.

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