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15.11.2017 | Finanzierung | Infografik | Onlineartikel

Digitalisierung beeinflusst Finanzierungsentscheidungen

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Digitalisierung und zunehmende Regulierung in der Finanzbranche verändern auch das Finanzierungsklima für Familienunternehmen. Ihr Finanzierungsbedarf könnte sich künftig stark verändern.

Strategisch und finanziell stark aufgestellte Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Doch die digitale Transformation beeinflusst zunehmend die Finanzentscheidungen und die Wahl der Finanzierungsinstrumente dieses Unternehmenstyps, wie eine Studie der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner zu "Finanzentscheidungen von Familienunternehmen: Zwischen Wachstumschancen und Kapitalausbau" zeigt. Die Ergebnisse der Befragung von mehr als 130 Entscheidern in familiengeführten Betrieben sowie 190 Finanzierern aus Banken und Sparkassen machen deutlich, dass diese Unternehmen zum einen stärkere Auswirkungen bei ihren Cashflow-Strömen durch die Digitalisierung spüren werden. Zum anderen erwarten 42 Prozent der Familienbetriebe laut der Studie einen erschwerten Zugang zu klassischem Fremdkapital, das sie für Investitionen benötigen. Grund dafür sind veränderte Bonitätsanforderungen seitens der Finanzierungspartner, etwa Kreditinstitute. 

Finanzierungsmix muss stimmen

Die größten Auswirkungen der Digitalisierung werden sich nach Meinung der Experten des Beratungshauses auf Gesellschafterebene zeigen, denn es wird für die Unternehmer immer entscheidender, den richtigen Finanzierungsmix zu wählen, um sich strategische Freiheiten zu bewahren. Er müsse zum familiären und gesellschaftsrechtlichen Rahmen sowie zum Geschäftsmodell und der Entwicklungsphase der Unternehmen passen. Zudem müssen sie sich einen liquiden Eigenkapitalstock aufbauen. Christian Groschupp, Studienleiter und Leiter des Competence Center Finance bei W&P, meint dazu: "Es setzt sich zunehmend die Meinung durch: Gute bilanzielle Eigenkapitalquoten, die in den letzten Jahren auf über 30 Prozent gestiegen sind, bedeuten noch lange nicht, dass die Gesellschafter über liquides Kapital verfügen!" 

Die Springer-Autoren Thomas M. Brunner-Kirchmair,  und Professor Helmut Pernsteiner schreiben im Kapitel "Finanzrisikomanagement von Familienunternehmen" (Seite 88) des Buchs Risikomanagement in Unternehmen, dass Familienunternehmen sich bei Finanzen risikobewusst verhalten und häufiger "zu risikomindernden Maßnahmen und Instrumenten greifen als andere Unternehmen, insbesondere im Bereich der Commodity-, Zins- und Liquiditätsrisiken". 

Fintechs füllen die Lücke

Fast 40 Prozent aller befragten Entscheider sind der Ansicht, dass der Anteil klassischer Fremdkapitalfinanzierungen durch Banken und Sparkassen bei den Unternehmen künftig sinken werden. Stattdessen füllen die Finanzierungslücke mit wachsendem Anteil Fintechs und der Kapitalmarkt, glauben jeweils 47 beziehungsweise 44 Prozent der Befragten. Eine Stärkung der eigenen Finanzmittelbasis sehen die Studienexperten von W&P vor allem in Mezzanine- oder Private Equity-Finanzierungen. 74 Prozent der Studienteilnehmer legen einen hohen Wert darauf, dass ihre Finanzierer die Besonderheiten von Familienunternehmen kennen und berücksichtigen. Dazu gehört für 64 Prozent auch ein tieferes Verständnis des Geschäftsmodells und der Branche.

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